🎙️ CROPfm: "Contactee" • Sendung mit Alexandra Herzog-Schmitt • Freitag, 16. Oktober 2026 • 19:00 Uhr!

Mein live Gast Alexandra Herzog-Schmitt erlebt seit frühester Kindheit etwas, das man gemeinhin als "Kontakterlebnisse" bezeichnet...

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24/08/26

⚜️
Napoleons langer Schatten
über Kaspar Hauser‽

Immer wenn man denkt, dass ein Phänomen oder historisches Rätsel nicht noch schräger werden kann, krabbelt plötzlich etwas aus Buchseiten hervor, das der Angelegenheit einen neuen Spin verleiht! Manchmal ist auch ein Gamechanger dabei! Damit man nicht alle Artikel von mir zum Thema Hauser studieren muss, bzw. mein Interview auf CROPfm hören, eine kurze Zusammenfassung der Lage mit den entscheidenden Aspekten: 
1828 tauchte im gut biedermeierlichen Nürnberg ein verwirrt wirkender junger Mann auf, der sich schriftlich als Kaspar Hauser identifizierte. Er war geistig auf dem Stand eines Dreijährigen, körperlich schätzte man ihn auf etwa 16 bis 18 Jahre. Er konnte kaum sprechen und beschäftigte sich gedankenverloren mit ihm zugeführtem Spielzeug. 
Der Präsident des Appellationsgerichts für den Rezatkreis in Ansbach, Anselm von Feuerbach, nahm sich des Findlings an und schickte ihn über Vermittlung des Nürnberger Rates zur Ausbildung an den 28-jährigen Professor und Lehrer Georg Friedrich Daumer. Bei ihm, dem Pädagogen und Menschenfreund, schien Hauser zu erwachen. 
Er lernte schnell richtiges Lesen und Schreiben sowie verständliches Sprechen und Ausdrücken. Dabei gab er an, sich nur an ein Leben in einem Verließ erinnern zu können, wo er unter Wasser und Brot in Gefangenschaft gehalten wurde; wie lange, ist bis heute ungeklärt. Hier zeigte er auch merkwürdige Fähigkeiten: 
Er konnte weiter sehen, besser hören und riechen als seine Zeitgenossen. Er „erspürte“ körperlich Metalle, Wasser und andere Substanzen. Er hatte präkognitive Eingebungen und vieles mehr. Feuerbach vermutete, dass er zum Zähringer Adelshaus in Baden gehörte und seines Thrones beraubt wurde. 
1829 und 1833 wurden Attentate auf Hauser verübt; beim letzten verstarb er an einer Stichwunde, die ihm in Ansbach zugefügt wurde. Soweit die kurze Zusammenfassung von Hausers Vita. Wer es genauer wissen möchte, sei aufgerufen, sich auf dem Blog einzulesen und einzuhören! 
Der verschwundene Daumer-Bericht 
Doch nun zum Hauptteil dieses Beitrages: 1994 entdeckte der amerikanische Psychotherapeut Jeffrey M. Masson im Archiv des Hauser-Forschers Johannes Mayer aus Stuttgart einen für den privaten Zweck von Daumer zusammengestellten Bericht über Hauser in Form eines Tagebuches. 
Daumer hatte diesen handschriftlich kopieren lassen und an Feuerbach gesandt. Der Inhalt bezieht sich vor allem auf Hausers körperliche und geistige Entwicklung. Vermerkt sind ebenso die oben bereits erwähnten „Anomalien“, dazu auch allgemeine und spezielle Daten über seinen Gesundheitszustand. Das von Daumer geschriebene Original ist aus seinem Nachlass verschwunden! 
Die an Feuerbach gesandte Kopie verblieb im Familienbesitz, bis in den 1930er-Jahren eine Kopie der Kopie an den Hauser-Forscher Herrmann Pies gelangte*, der den Text abgetippt und mit Kommentaren versehen hatte. Die Kopie der Hauser-Schrift von Feuerbach ist aus Pies’ Archiv verschwunden. 
Was vorliegt, ist die maschinengeschriebene Ausführung von Pies als bis dato einzige Variante! Pies hatte den Text nie publiziert und nie als in seinem Besitz befindlich erwähnt – im Gegensatz zu allen Archivfunden, die er ab den 1920er-Jahren in Bayern entdeckt hatte! Warum, ist unklar. 
Dieser Text wurde 1995 im Eichborn Verlag veröffentlicht [Kaspar Hauser | Die andere Bibliothek]. Einer der Beiträge dort stammt von dem bereits erwähnten Hauser-Forscher Mayer, der in seinem Beitrag zum Thema „Entstehung und Überlieferung der Daumerschen Aufzeichnungen“ auf Seite 281 eine „Bombe platzen“ ließ: 
Demzufolge waren 1945, nach Kriegsende, französische Soldaten bei den Feuerbachs erschienen und hätten 112 Jahre nach dem Mord an Hauser Daumers Aufzeichnungen verbrannt! Nun stellt sich die Frage, welchen Grund man in Paris hatte, dies in Auftrag zu geben. Welche französischen Interessen wurden von Daumers Aufzeichnungen bedroht, und weshalb war man überhaupt involviert? 
An sich wäre es eine Angelegenheit des Herrscherhauses Zähringen von Baden in Karlsruhe gewesen, sich mit den Verdächtigungen zu beschäftigen! Baden war damals Teil des Kriegsgegners Deutschland! Weshalb dessen Interessen aufgreifen und kompromittierendes Beweismaterial vernichten? 
Eine mögliche Erklärung des Rätsels könnte eine alte, heute kaum noch diskutierte Theorie sein: Napoleon als Vater? Kaspar Hausers vermeintliche Mutter, Stéphanie de Beauharnais, wurde von Napoleon adoptiert, um sie in ihrem Stand „aufzuwerten“ und „heiratbar“ zu machen für Karl Ludwig Friedrich von Baden. 
Ihr offizieller Titel lautete: 
„Son Altesse Impériale Mademoiselle Stéphanie Napoléon, fille adoptive de Sa Majesté l’Empereur des Français, Roi d’Italie“. 
Stéphanie jedoch hasste ihren deutschen Gatten, sabotierte die Hochzeitsnacht, entzog sich den ehelichen Pflichten und verlegte ihren Hof von Karlsruhe nach Mannheim, wo sie für ihn nicht zu sprechen war! Die Beziehung zu ihrem Stiefvater Napoleon war aber so innig und intim gewesen, dass man meinte, ein unziemliches Verhältnis läge vor! 
Ihre plötzliche Schwangerschaft mit „Hauser“ – insofern keine unbefleckte Empfängnis vorlag – war sehr erstaunenswert gewesen! Sollte Napoleon Hausers leiblicher Vater sein und nicht der gehörnte Karl, würde dies in der Angelegenheit vieles erklären: 
Man ließ ihn verschwinden, da man nicht einen Sprössling des militärisch geschlagenen Napoleon in Karlsruhe regieren sehen wollte. Kurz nach der Geburt ereignete sich das Debakel mit dem Russlandfeldzug! 
Dass man ihn 1812 nicht sofort ermordet hat, hing mit seinem Geburtsstand und vor allem seinem Vater zusammen. Die Lage auf dem Schlachtfeld hätte sich noch wenden können. Endgültig geschlagen war Napoleon nach der Schlacht von Waterloo 1815! 
Hausers paranormale Begabungen könnten auf seinen Vater bzw. dessen Mutter Letizia Ramolino zurückgehen, die medial veranlagt war. Napoleons präkognitive Eingebungen bewahrten ihn oft vor Niederlagen, Gefangenschaft und Tod, wenn er etwa plötzlich einer „Laune“ folgend sein Hauptquartier am Kriegsschauplatz räumen ließ, um einem noch kommenden Hinterhalt zu entgehen! 
Diese Gabe ließ sich auch bei Hauser nachweisen: Er ahnte das Attentat von 1829 voraus, welches ihn im Hause Daumers ereilte. Einem zuvor gelegten Hinterhalt in einem Pappelwald bei Nürnberg war er entkommen, da er diesen erspürt bzw. erahnt hatte! 
Hauser wurde in Gefangenschaft schikanös „gehalten“ wie ein Tier. Er war in seinem Kerker am Rücken angebunden, so dass er nicht liegend schlafen konnte. Das war sinnfrei und nicht notwendig. Er bekam nur Wasser und Brot als Verpflegung: zu wenig Wasser, so dass er immer durstig war, und immer die gleiche Brotsorte, welche steinhart „serviert“ wurde. 
Daneben hatte er ausgesprochene Angst vor Schlägen, was auf handgreifliche Züchtigung schließen ließ. Offenbar musste er für etwas „büßen“, was sicher nicht mit eigenem Fehlverhalten zu erklären ist, sondern sich gegen seine Abkunft bzw. seine Eltern gerichtet hat! 
Der Einsatz französischer Militärs 1945 passt überhaupt nicht in den „Reigen“ um Hauser, wenn man ihm Betrug unterstellt oder eine hochherrschaftliche badische Abkunft! Interessant ist übrigens, dass die sonstigen Hauser-Unterlagen in München angeblich 1944 bei einem Bombenangriff verbrannten und dass man nach seinem Tod 1833 versucht hatte, seine Leiche auszugraben und zu stehlen! Ob er heute noch in seinem Grabe liegt oder nicht, wissen die Götter! 
Pies hatte Daumers Aufzeichnungen in seinen Büchern, wie schon angesprochen, nie erwähnt – aus gutem Grunde vielleicht, um vor ähnlichen „Besuchen“ gefeit zu sein? Der Fall Hauser hat eine europäische Perspektive [Hauser als „Kind Europas“], die eine „kleindeutsche Lösung“, Zoff und Zank im Hause Baden, ausschließt! Wer war Hauser wirklich? 
Übrigens: Napoleons offizieller Sohn, [=Napoleon Franz Joseph Karl Bonaparte], wurde 1811 geboren und verstarb 1832; Hauser lebte von 1812 bis 1833. Beide hatten direkt und indirekt mit dem österreichischen Diplomaten und Staatsmann Metternich zu tun! 
Fußnoten und mörderische Details 
Um ganz genau zu sein: Pies hat die Aufzeichnungen von dem Juristen und Rechtshistoriker Gustav Radbruch erhalten, der gerade an einer Biographie über Feuerbach gearbeitet hatte, die 1934 in Wien veröffentlicht worden ist: Paul Johann Anselm Feuerbach. Ein Juristenleben. Radbruch behandelte auch kurz das Hauser-Thema und hatte aus dem Grund Pies kontaktiert, um sich Hintergrundinformationen einzuholen: Dabei war das Thema auch auf die Daumer-Schrift gekommen! 
Morde um die Hauser-Affäre 
Ein Aspekt der Hauser-Forschung sind die Todesfälle, die ab 1833 die Reihen der Personen lichteten, die Kontakt zu Hauser gehabt hatten; er selbst starb in dem Jahr. 
In der oben aufgeführten Quelle findet sich noch ein Beitrag aus dem Jahr 1908 vom Feuerbach-Enkel Anselm Johann Ludwig Feuerbach [1842–1916], der als Dr. med. königlich bayerischer Generaloberarzt war. 
Ihm sind die sehr merkwürdigen Todesumstände seines Großvaters, Vaters und Onkels aufgefallen: Er geht auf das Thema in einer Familienschrift ein, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war: „Hinwegschaffung von Persönlichkeiten“. 
Die Symptome, die aus den Obduktionsunterlagen hervorgehen, deuten seiner Meinung nach auf Arsenvergiftung hin! Für mich als medizinischen Laien war der Hinweis auf innere Verätzungen aufschlussreich, die bei einem normalen Schlaganfall nicht entstehen, der ja immer unterstellt wurde! Es sei denn, man nimmt eine Flüssigkeit zu sich, die ätzend wirkt, ob sofort oder erst später, bewusst oder unbewusst. Selbstmord konnte in den Fällen ausgeschlossen werden. 
Interessant war, dass sich jeweils auch das vererbte Hauser-Archiv im Besitz dieser Personen befand. Offenbar, so die Vermutung, forchtete jemand etwaige Veröffentlichungen und wollte so mittels Mord präventiv einwirken!ʬ
Napoleons langer Schatten über Kaspar Hauser‽² 
Die Pupille eines Auges konnte ihm zum Spiegel dienen. Er hatte sich einmal im Gesicht schwarz gemacht, und erkannte das, als er mir ins Auge sah. 
{Daumer über Hauser} 
Daumers Aufzeichnungen zu Hauser bin ich durch, immerhin 650 Notate! Dabei sind mir einige Sachen aufgefallen, die vielleicht irgendwann wichtig werden könnten: Hauser hatte mindestens drei Träume, in denen ein hochherrschaftliches Anwesen eine Rolle spielte: 
✔ Im ersten Traum „sah“ er vor sich einen Mann mittleren Alters mit schwarzer Uniform und Orden [bzw. einer anderen Auszeichnung] am Kragen, der begleitet wurde von einer vornehm gekleideten Dame. Beide musterten ihn skeptisch und reagierten nicht auf seine Ansprache. 
✔ Im nächsten erschien bei ihm eine aufgelöst wirkende Frau, die er als Mutter erkannte. Sie weinte und nannte den Namen „Gottfried“. Unklar ist, ob damit Hauser angesprochen wurde, oder ob sich die scheinbare Trauer auf jemanden mit diesem Namen bezog! 
✔ Im letzten überlieferten Traumbild war Caspar 14 Jahre alt [sic!] und wurde von seinem Vater [sic!] dazu angehalten zu lernen, da er seine Position zu übernehmen habe. Auf ihn wartete der Hauslehrer. Dass er die Frau als Mutter erkannte, will nicht viel heißen. Die Gattin von Gefängniswärter Hiltel und die Mutter von Daumer sprach er ebenfalls mit „Mutter“ an! 
Hinter den Träumen könnte aber stecken, dass er zumindest die ersten 14 Jahre in normalen Umständen gelebt hat. Vielleicht führten ein Trauma oder der Einsatz von Hypnose und Drogen zum großen Vergessen? Ggf. muss man nach jemandem suchen, der mit etwa 14 Jahren von der Bildfläche verschwand? War er aufgrund seiner „wilden Talente“ und besonderen Fähigkeiten beiseite geschafft worden? 
Interessant ist, dass Hauser eine tief sitzende Abneigung gegen Ärzte und Priester hatte, zwei Berufsgruppen, die man zu Rate ziehen würde, wenn der anvertraute Spross solche Anlagen zeigt! Hauser fühlte sich auch in Kirchen unwohl. Reflexionen aus der Vergangenheit vor Nürnberg? Der ansonsten Sanftmütige konnte da richtig gehässig werden und ließ sich auch von Daumer nicht umstimmen! 
Dreh- und Angelpunkt des Hauser-Kriminalfalles könnte das sehr genau und eindrücklich beschriebene Gebäude bzw. Schloss sein! Caspars Fähigkeiten wurden hier schon öfter erörtert: Metalle, Magnete und andere Substanzen konnte er anhand des „Anziehens“ an seinen Körper identifizieren, je nach Stärke wusste er, mit was er es zu tun hatte. Bezüglich Wasser war er der reinste Irlmaier, hierzu Daumer: 
„Wenn er über Brücken oder an Brunnen vorbeiging, so fühlte er das Wasser, und zwar verschiedene Wasser auf verschiedene Weise“. 
Er träumte den Tod des Vaters der Bürgermeistersgattin Binder voraus, daneben erahnte er die an ihm durchgeführten Attentate. Einer gestellten Falle in einem Wäldchen bei Nürnberg konnte er so entkommen. Das Attentat bei Daumer erklärt sich wohl durch Pressemeldungen hiesiger Zeitungen: Dort wurde eilfertig verkündet, Hauser arbeite an seinen Lebenserinnerungen! 
Hausers Gefängnis aka „Käfig“ muss ungewöhnlich gewesen sein. Er hörte weder Gewitter noch Glockengeläut. Es gab darin KEINEN Ofen, in der Hinsicht wurde seine Beschreibung, laut Daumer, falsch verstanden. Es wurde also nicht geheizt! Daneben bemerkte er weder Insekten noch Nagetiere. 
Daumer hatte den Verdacht, dass ihm regelmäßig Narkotika verabreicht worden sind. Dabei ging er davon aus, dass Hauser unterirdisch „verwahrt“ wurde, mit stabiler, gleichbleibender Temperatur! Hauser war in Freiheit extrem kälteempfindlich, Handschuhe ab Oktober! 
Sein Zahnzustand war bei seinem Auftauchen ausgezeichnet, verschlechterte sich jedoch rapide in Nürnberg. Dass er von seinem „Aufpasser“ mit einem Stock geschlagen wurde, als er „zu laut“ mit einem Holzpferdchen spielte, könnte ein Hinweis auf uneingeweihte Personen in dem Gebäude sein! Der „Aufpasser“ ist ein Thema für sich: 
Hauser mochte schwarze Kleidung, lange Bart- und Haartracht nach altdeutscher Art und körperliche Korpulenz nicht, was ziemlich gut auf den Unbekannten anwendbar ist! Dass Hauser einzelne ungarische Wörter verstand, hing übrigens mit diesem zusammen: Entweder war er Ungar oder sprach geläufig Ungarisch, die Sprachbrocken kamen von ihm! Ggf. sollte der Eindruck erweckt werden, sich in Ungarn zu befinden. 
Hätte man sich mit Daumer ausgetauscht, wäre die „Expeditionsfahrt“ Hausers nach Ungarn, bezahlt von Lord Stanhope und rasch beendet aufgrund einer Pandemie, nicht notwendig gewesen! Hauser war ein ausgesprochener Pedant und „Symmetriker“, was Ordnung betrifft. Daumers Notate dazu sind sehr amüsant! 
Eine der absurden Fragen der Forschung ist die nach seiner Reitkunst. Laut Daumer war er ein sehr guter, ausdauernder Reiter. Dabei verschwanden seine körperlichen Beschwerden, er lebte auf und fühlte sich kräftiger, wie ganz allgemein im Umgang mit Tieren! Mit Daumers Katze Mützel hatte er innige Freundschaft geschlossen, das Tier folgte aufs Wort und schleppte Spielzeug zu ihm, um bespaßt zu werden! 
Im Hause Daumers hatte Hauser eine merkwürdige „Manifestation“ beobachten können. Im Raum schwebte ein ihn anblickender Kopf. Auf den Aspekt bin ich bereits hier eingegangen! Neu war für mich, dass er schielte! Wobei ich mich frage, ob da nicht ein Remote Viewer aus unserer Zeit bzw. aus der Zukunft aktiv war und von Hauser entdeckt wurde! Nachdem der Schwebekopf verschwunden war, plagten Hauser Augenschmerzen! 
Hauser war durch Vermittlung Daumers an ein Medium gekommen, im Text als „Sonnambüle“ bezeichnet. Diese habe einige „falsche“ Angaben zu Hausers Vergangenheit gemacht, wobei ich mich frage, seit wann wir wissen, was die tatsächliche Wahrheit ist‽ 
Die angeblichen 12 Jahre im Verließ sind es sicher nicht! Sie gab als Ort des „Käfigs“ bzw. der Gefangenschaft eine Fallmeisterei an! Diese ist ein meist einsam gelegenes Haus eines Abdeckers, seltener auch die Wohnung des Scharfrichters! 
Ich wüsste zu gerne, welch „falsche“ Angaben die Dame parallel einhergehend gemacht hat, leider hat sie uns Daumer nicht überliefert! Durch Zufall war man in einer Bäckerei auf das Brot gekommen, mit dem Hauser „versorgt“ worden ist. Er hatte es nach Geruch und Geschmack sicher identifiziert! Es ist Roggenbrot gewesen, sogenannter „Vierlauf“! 
In welchem Auftrag Lord Stanhope in Sachen Hauser unterwegs war, bleibt unklar. Hauserianer Johannes Mayer erwähnt in seinem Beitrag „Entstehung und Überlieferung der Daumerschen Aufzeichnungen“ ein Treffen zwischen dem englischen Lord und Metternich. Im Vergleich dazu war Stanhope Dauergast bei Hausers vermeintlicher Mutter Stephanie, eine innige Verbindung, die bis 1851 hielt! 
Hauser wurde, kaum dass er aufgetaucht war, von überfleißigen Briefeschreibern und Journalisten zum verschleppten Zähringer erklärt. Selbst Feuerbach kam nicht von allein auf die „Spur“ Badens. Er erhielt am 13.12.1829 ein – natürlich – anonymes Schreiben! Ich möchte das Thema nicht nochmals aufgreifen, da man es auf dem Blogbeiträgen zum Thema mehrfach nachlesen kann! 
Unter Napoleoniden 
Zur Hauser-Thematik habe ich im ersten Teil spekuliert, ob nicht Napoleon der leibliche Vater „unseres“ Caspars sein könnte! In solch einem Falle wäre es sinnvoll, sich mit dem „offiziellen“ Spross Napoleons zu beschäftigen: Dieser wäre Napoleon Franz Joseph Karl, hier im Text als „Napo²“ bezeichnet! Er war auch bekannt als Herzog von Reichstadt bzw. Roi de Rome | König von Rom. 
Es gab zwar diverse andere Napoleoniden von unterschiedlichen Frauen, die aber keine Rolle im Machtpoker spielten! Seine Mutter war Marie Louise, Tochter von Kaiser Franz von Österreich, spätere Herzogin von Parma! Quelle meiner Überlegungen ist zuerst das Buch „Der kleine Adler“ von Renate Fabel! 
Es geht darum festzustellen, ob sich hier charakterliche oder andere Ähnlichkeiten zeigen, was nicht ungewöhnlich wäre beim gleichen Vater! Das Problem ist natürlich, dass mögliche Parallelen durch Kultur, Sitte und Erziehung der Zeit vorgegeben sein könnten! Effektiv ist es so, dass die Menschen der damaligen Zeit mehr konnten als wir heute im Sinne von Tätigkeiten und Fertigkeiten, belesener und umfassender ausgebildet waren, sich geziert benahmen und vornehm sprachen! 
• Napo² war, wie der Kronprinz von Baden, aka Hauser, eine Zangengeburt. 
• Sie wuchsen in beengten Verhältnissen auf, Napo² als „Gefangener“ der Wiener Hofburg, in der er festsaß, und Hauser im bekannten unterirdischen „Käfig“. 
• Beide konnten außergewöhnlich gut zeichnen und malen und hatten sadistische, prügelnde „Lehrer“: Napo² litt unter dem Menschenschinder Graf Moritz von Dietrichstein-Proskau-Leslie und Caspar unter Lehrer Meyer, der schon mal versucht hatte, dessen Zimmer mittels Axt [sic!] zu „öffnen“! 
• Napo² und Caspar waren überdurchschnittlich gute Schützen! Caspar erhielt nach dem ersten Attentat Schießunterricht, musste seine Pistolen in Ansbach aber abgeben, wahrscheinlich weil man ihn dann besser ermorden konnte. 
• Napo² wurde nachts regelmäßig von einem Geist heimgesucht, den er „Lolo“ nannte. (Dessen Mutter schlief übrigens nur bei Kerzenschein, aus Angst vor Phantomen und Gespenstern!) Bei Hauser gab es diverse Visionen, Erscheinungen und Traumgesichte! 
• Beim Reiten konnte ihnen niemand etwas vormachen, sie besaßen ein sehr gutes Gedächtnis, tanzten sehr gut und gerne, legten gesteigerten Wert auf modische Kleidung und hatten homoerotische Anwandlungen: Napo² verguckte sich in Anton Ritter von Prokesch-Osten, Hauser in Lord Stanhope, mit dem auch Küsse ausgetauscht wurden! 
Caspar hätte am liebsten Damenkleider getragen, trug eines zur Probe, bis man ihm solche Gedanken in Nürnberg ausredete. Daneben war er voll des Lobes für attraktive Männer, während Frauen in seiner optischen Reflexion nicht so gut wegkamen. Die Anwesenheit des Polizeisoldaten Kohl, vielmehr sein „Handauflegen“, beruhigte ihn so sehr, dass alle gesundheitlichen Anfeindungen sofort verschwanden! 
• Metternich nannte Napo² einen „Bastard“ und hasste alle biologischen und ideologischen Bonapartisten. Nach Hausers Ermordung 1833 tauchte der höchste Beamte Badens, Staatsminister Reitzenstein, in Ansbach auf, wo das Verbrechen geschah, und fuhr, nachdem er sich einen Überblick verschafft hatte, weiter zu Metternich nach Wien! 
Napo² verstarb, da man seine – unübersehbare und offenkundige – Tuberkulose weder erkennen noch behandeln wollte! Eine Kur in Neapel wurde ihm böswillig abgeschlagen! Er starb qualvoll, nur umgeben von einem Freund und seiner Mutter. 
Das Buch von Gerd Holler „Napoleons Sohn“ hingegen hatte das Thema verfehlt, was bei Biographien immer wieder vorkommt! Etwa drei Viertel sind Napoleons letzten Tagen und seiner Vergiftung geweiht, auf diesen Aspekt kommen wir aber noch zu sprechen! 
• Bezüglich des Geistes, den Napo² zu sehen glaubte, weist der Autor auf eine Templerpuppe im Verließ der Franzensburg in Luxemburg hin. Soll der Geist einer Puppe gespukt haben? 
• Interessant ist, dass die Bourbonen, die ungeliebten Machthaber in Paris, eine halbe Million Francs auf den Kopf von Napo² ausgeschrieben haben! Wurde deshalb seine Lymphdrüsentuberkulose von keinem seiner Ärzte entdeckt, selbst als er schon in den letzten Zügen seines kurzen Lebens lag? Ärzte spielten schon bei Hauser eine zwielichtige Rolle: 
Drei von ihnen bestätigten beim Findelkind zu Nürnberg zwei Impfnarben gegen Pocken, zogen ihre Aussagen jedoch nach seinem Tod wieder zurück! Geimpft wurden damals nur die Blaublütigen, die Impfung war somit Caspars „Ritterschlag“ gewesen, der ihm posthum wieder entzogen wurde! Ärzte – ein sehr merkwürdiger Berufsstand! 
Man musste Napo² nicht vergiften, wie gemunkelt wurde mit Blick auf Metternich! Es reichte völlig aus, dass er falsch bzw. eben nicht richtig behandelt wurde und keine Kur im Süden antreten durfte! Man stelle sich vor, was geschehen wäre, wenn in Neapel Mediziner den Pfusch am Patienten durch Quacksalber in Wien entdeckt hätten‽ Sizilien! Eine Region, die Napoleon noch immer sehr zugetan war! 
Giftmord an Napoleon 
Napoleon wird heute in der historischen „Aufarbeitung“ negativ gesehen, da er Kriege führte: Abwehrkriege gegen Preußen, Österreich und kleinere deutsche Staaten, die eigenmächtig in sogenannten Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich zu Felde zogen! Die französische Revolution sollte von außen zerschlagen werden! 
Alle weiteren Konflikte, die sich daraus ergaben, bauten auf dem Versuch auf, Frankreich die verhassten Bourbonen wieder zuzuführen! Napoleon startete von sich aus einen einzigen Krieg | Präventivkrieg: den gegen Russland, das selbst in militärischen Angriffsvorbereitungen gegen Frankreich befindlich war! 
Von deutscher Seite aus werden die Feldzüge gegen Napoleon als „Befreiungskriege“ bezeichnet, wobei die Kausalität durcheinandergewürfelt wird: 
Die Franzosen mussten sich gegen Angreifer aus dem Osten verteidigen und befreien, die ihre Revolution zerschlagen wollten! Man muss immer betrachten, wer den Konflikt angefangen hat. Und so wird auch klar, wieso Napoleon eine Neuordnung Europas im Sinne hatte: 
Die alten Feindmächte sollten keine Gelegenheit mehr haben, neue Feldzüge gegen Paris vorzubereiten und durchzuführen! Dabei wird gerne vergessen, wie viele Europäer in der französischen Armee gegen ihre alten Machthaber und Unterdrücker gekämpft haben! 
Und selbst als Napoleon geschlagen und vergiftet war, bildeten Sympathisanten und Bonapartisten in Europa Geheimbünde! Im deutschsprachigen Raum ging Metternichs Polizeiapparat gegen sie vor! Das Ganze nahm stellenweise hysterische Züge an, wenn man betrachtet, wie oft damals verhaftet und ausgewiesen wurde! 
[Nationalisten und Sozialisten waren zu der Zeit noch keine Bedrohung. Die Nationalisten wollten einen kleindeutschen Einheitsstaat unter der starken Führung eines Königs oder Kaisers und die Sozialisten wären in einem demokratischen Gemeinwesen untergegangen. Proletarische Massen standen damals nicht zur Verfügung.] 
Tatsächlich könnte sich in diesem Klima die Hauser-Affäre erklären, wenn er denn durch Blutsverwandtschaft mit dem französischen Kaiser verbunden gewesen ist. Ausgerechnet ein Zahnarzt, so berichtet Gerd Holler in „Napoleons Sohn“, deckte rückwirkend den Mord an Napoleon auf: 
Sten Forshufvud sah sich die diversen Obduktionsbefunde an und entdeckte im Krankheitsbild Hinweise auf eine Arsenvergiftung! Mit der gleichen Substanz wurden übrigens auch drei Feuerbachs beiseite geschafft! 
Damals, im frühen 19. Jahrhundert, gab es die Sitte, sich von den Verstorbenen Haare als „Andenken“ zu sichern, die stellenweise zu Armbändern und ähnlichem verarbeitet wurden. Forshufvud besorgte sich eine solche Probe und brachte sie nach Glasgow, genauer an das gerichtsmedizinische Institut der Universität, wo sie von einem Professor Hamilton untersucht wurde. Das Ergebnis war aufschlussreich: 
„Die Probe ergab nach meiner Methode einen Arsengehalt von 10,38 Mikrogramm je Gramm Haargewebe. Dieser Wert zeigt, dass der Betroffene relativ großen Arsenmengen ausgesetzt gewesen sein muss.“ 
Der Normalgehalt an Arsen liegt bei 0,8 Mikrogramm pro Gramm Haare! Holler selber ging davon aus, dass Napoleon die Überdosis auf irgendeinem anderen Wege inhaliert hat, zeigt jedoch nicht auf, wie das geschehen sein soll! Forshufvud besorgte aus weiteren Quellen Proben, die alle die gleichen Werte zeigten! Diese stammten aus dem Nachlass von Louis-Joseph-Narcisse Marchand [=Diener Napoleons], Jean-Abram Noverraz [=Kammerdiener] und Lucia Elizabeth „Betsy“ Balcombe Abell [=Vertraute auf St. Helena]. 
Resümee 
Die Napoleopanik endete in Zentraleuropa nicht mit dem Tod des großen Korsen (der übrigens mit etwas über 169 Zentimetern Körpergröße dem damaligen Durchschnitt entsprach und nicht als „klein“ galt), dazu hatte er einfach zu viele Anhänger, die von Metternich & Co. unterdrückt wurden. 
Den Zeitgeist kann man vielleicht mit dem in den USA der 1950er Jahre vergleichen, als der „Kommunistenfresser“ Joseph McCarthy das Land in hysterische Wallungen brachte. 
War damals jeder verdächtig, ein Agent Moskaus zu sein, sah Metternich hinter jedem Strauch einen Bonapartisten mit gezücktem Dolch. Napo² ließ man verrecken – anders kann man es nicht umschreiben –, und nach nur 5 Jahren Freiheit wurde Hauser ermordet, ein Jahr nach Napo², sehr wahrscheinlich aus den gleichen Gründen!ʬ

🎼 Hinweis: Hören statt lesen!

Vorlesen statt Lesen? So geht’s im Browser:

Viele Browser können Webseiten automatisch
vorlesen – ideal für Lesemuffel oder Augenhuscher:

  • Edge (Windows): Rechtsklick auf die Seite ☞ „Laut vorlesen“.
  • Chrome: Über den integrierten Lesemodus die Vorlesefunktion aktivieren oder die entsprechende Funktion in der Symbolleiste verwenden.
  • Firefox: Leseansicht aktivieren (F9) ☞ Lautsprecher-Symbol anklicken.
  • Safari (Mac): Text markieren ☞ Rechtsklick ☞ „Sprachausgabe starten“.
  • Mobilgeräte: In den Bedienungshilfen (iOS/Android) die entsprechende Vorlesefunktion aktivieren.

Tipp: Einfach ausprobieren –
und sich vorlesen lassen, was man sonst überfliegt.

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