Professor Georg Friedrich Daumer wird dem aufmerksamen Blogstudenten im Zusammenhang mit dem Kriminalfall Kaspar Hauser bekannt sein. Er war Lehrer, Freund und Ziehvater des Findlings. Zu seinem Schicksal verfasste er drei Bücher, unabhängig davon sind auch seine privaten Notate zu Hauser in den 1990er-Jahren veröffentlicht worden.
Daumer publizierte eine ganze Reihe religiöser und philosophischer Schriften, in denen er – und das war mir neu – auch Meldungen aus wissenschaftlichen bzw. zeitgenössischen Büchern & Magazinen übernahm, in denen anomalistische Phänomene und höchst ungewöhnliche Naturerscheinungen thematisiert worden sind!
Damit nahm er die Arbeit des 1874 geborenen Charles Fort voraus, der seine Zeit, in Bibliotheken sitzend, damit verbrachte, angelsächsische Literatur zu durchforsten, um auf Kuriositäten, Wunder, Manifestationen und Phänomene zu stoßen!
Die Funde wurden dann auf Karteikarten übertragen und bildeten so den Grundstock für drei Bücher, welche übrigens auch in Deutschland veröffentlicht worden sind!
Daraus bildete sich der „Forteanismus“, wie dieser neue Interessenszweig in Anlehnung an den Namen des „Begründers“ genannt wurde.
Nach seinem Dahinscheiden nahmen andere Personen den Faden auf, was sich aber nicht nur in Literaturstudien erschöpfte, sondern sich auch durchaus handfest in Feldforschung niederschlug bzw. immer noch niederschlägt.
Wenn man so will, ist auch dieser Blog ein Beispiel für solch eine Arbeitsweise, wobei meine Kollegen und ich die Sache dahingehend anders angehen, da wir erst in schriftlichen Überlieferungen suchen, wo sich in der Vergangenheit Manifestationen eingestellt haben, um diese dann in der Gegenwart zu untersuchen.
Da sich entsprechende Hotspots über Jahrhunderte hinweg halten, auch wenn die Erscheinungen dort, dem phänomenologischen Zeitgeist folgend, eine Transformation erfahren!
Wo früher kopflose Reiter, schwarze Hunde, „Aufhocker“ und „Hexen“ manifest waren, sind es heute „Außerirdische“ mit ihren Weltraumschiffen oder eben Kryptide!
Daumer scheint bereits vor Fort Forteaner gewesen zu sein, oder Fort Daumerianer, wobei man wohl ausschließen kann, dass dieser den Deutschen kannte!
So wundert man sich also nicht, dass Daumer in seinem Buch „Kaspar Hauser – Wesen, Unschuld, Erduldung“ auch auf eine Lichterscheinung in Halle eingeht! Ob damit Daumer auch der erste deutsche Ufologe war, wird sich erst noch zeigen müssen!
Jedoch hat er ein ausgesprochenes „Anomalien-Buch“ mit dem Titel „Das Reich des Wundersamen und Geheimnisvollen“, erschienen 1872, veröffentlicht.
Ich habe es bisher [August 2026] noch nicht gefunden, weder in der Originalausgabe noch als Reprint. Sobald es jedoch aufgespürt worden ist, wird es einer dezenten Rezension unterzogen werden.
Vielleicht offenbaren sich dort auch ufologische Phänomene? Diese waren in jener Epoche nicht selten!
Doch sehen wir uns das von Daumer entdeckte Illuminationsgeschehen in Halle etwas genauer an, welches sich im November 1871 einzustellen pflegte!