☠️Sensenmann als Dauergast

In den „Spandauer Tagebüchern“ beschreibt Albert Speer die Geschehnisse seiner zwanzigjährigen Haftzeit. Von besonderem und zugleich makabrem Interesse sind darin die Erlebnisse eines US-amerikanischen Wachmanns namens Rostlam, der eine unheimliche Häufung von Schicksalsschlägen in seiner Familie erleben musste. Speer schildert auf Seite 579 eine Kette schwerer Unglücksfälle, die Rostlams Angehörige in kurzer Folge heimsuchten:
Alles begann demnach damit, dass der Sohn des Wärters bei nasser Fahrbahn einen Autounfall hatte, den er jedoch glücklicherweise ohne schwerwiegende Verletzungen überstand.
Wenig später unternahmen Rostlam und seine Ehefrau gemeinsame Einkäufe, da kurz darauf die Heimreise in die Vereinigten Staaten an Bord des US-Schiffes „America“ bevorstand. Als das Ehepaar in sein Heim zurückkehrte, fanden sie ihren Sohn leblos im Bett vor; er war anscheinend erstickt, weil er sich verschluckt hatte.
Die Überfahrt in die Heimat musste folglich in Begleitung des eingesargten jungen Mannes stattfinden.
Kaum in Amerika angekommen, erfuhren die Eltern von dem nächsten Todesfall, bei dem ein Neffe von einem Baugerüst gestürzt und ums Leben gekommen war.
Nur wenige Tage später verstarb auch Rostlams Schwiegervater völlig unerwartet.
In der weiteren Verwandtschaft hatte bereits vor einiger Zeit ein Bruder Rostlams durch einen Jagdunfall sein Leben verloren, woraufhin ein anderer Bruder die Vaterrolle für den verwaisten Neffen übernommen hatte.
Genau dieser Bruder wurde nun, kurz nach Rostlams Rückkehr in die USA, von zwei geflohenen Häftlingen ermordet, als diese versuchten, seinen Lastwagen zu stehlen.
Der getötete Bruder wurde erst nach mehreren Tagen entdeckt, und Rostlam selbst wurde als Sargträger eingeteilt. Die Beisetzung nahm jedoch eine weitere tragische Wendung, als der Sarg auf dem Weg zum Grab aufbrach, weil einer der Träger einen Hitzschlag erlitten hatte!ʬ