Papua-Neuguineas scheint ein heißes Pflaster zu sein, wenn es um anomalistische Phänomene geht. Einen Eindruck kann man sich davon verschaffen, wenn man dem passenden TAG folgt!
In diesem Beitrag geht es um die Lebenserinnerungen einer Papua namens Okani („Muschel“), die im östlichen Hochland 1932 geboren wurde und dort zeitlebens gewohnt hat.
Sie hatte eine Reihe von Erlebnissen paranormaler Natur, ohne selbst Schamanin zu sein oder eine entsprechende Initiation erlebt zu haben. Ihre Erfahrungen scheinen mehr oder weniger repräsentativ für Papua-Neuguinea zu sein.
Ahnenkult und Jenseitsvorstellungen
Der Ahnenkult ist die dominante „Religion“, denn der Tod wird nicht als endgültig trennend angesehen. Tote „melden“ sich durch Träume oder laut vernehmbar durch ihre Stimmen, um zu warnen oder um kommende Veränderungen anzuzeigen.
Das würde erklären, wieso viele Stämme nicht überrascht waren, als europäische Bleichgesichter ihnen die Aufwartung machten, denn von ihren präkognitiv veranlagten Ahnen wussten sie schon Bescheid.
Die Toten der Jenseitswelt werden als „Kerefa“ bezeichnet, das Verhältnis zu ihnen scheint aber durchaus ambivalent zu sein, da man sie auch fürchtet. Offenbar findet eine starke Persönlichkeitsveränderung statt beim „Übergang“ in die Anderswelt.
Ähnliches kann man auch im Westen beobachten, wenn die liebe Omi nach ihrem Tod erscheint, sich dann aber plötzlich unartig als Poltergeist gebiert und ihre Angehörigen nachts aus dem Bett scheucht.
Kindheit und erste Begegnungen
Auf die Welt gekommen ist „Muschel“ im Dorf Foindamo, das vom Keto-Stamm bewohnt wird, gelegen am Wata-Fluss. Ihr erstes paranormales Erlebnis hatte sie als Kind. Das Alter lässt sich nicht feststellen, da in ihrer Kultur weder gezählt noch Aufhebens darum gemacht wurde.
Als sie alleine im Busch unterwegs war, hörte sie eine Flöte und kurz darauf eine körperlose Stimme, die sie aufforderte, sofort zu ihrem Dorf zurückzukehren, da feindliche Krieger eines anderen Dorfes gerade einen Angriff vorbereiteten. Diese unkonventionell vorgetragene Warnung erwies sich als richtig und rettete ihr das Leben.
Körperlose Stimmen und prophetische Träume
„Körperlose Stimmen“ scheinen ein großes Thema in Papua-Neuguinea zu sein. In einem Beitrag bin ich auf die Erlebnisse von Heinrich Harrer eingegangen, der diese ebenfalls vernahmen, aber nicht verstehen konnte.
Der russische Abenteurer Nikolai Miklucho-Maklai vernahm sie auch, doch ging es ihm wie Harrer: Er verstand sie nicht und meinte, dass die Stimmen womöglich von Insekten verursacht worden seien.
Jahre später hatte Okani einen Traum, in dem sich ihr Großvater von ihr verabschiedete. Rund zwei Tage später langte die „offizielle“ Todesnachricht ein: Er war mit zwei Frauen verunglückt und ertrunken, als man gerade einen Fluss gequert hatte.
Solche Träume werden in meiner Quelle immer wieder beschrieben, erlebt und überbracht von anderen Stammesmitgliedern; das Phänomen ist dort offensichtlich „Tagesgeschäft“, anders kann man sich das nicht erklären.
Zwischen Jenseitsplanet und Tödin
„Muschel“ hatte zwei Todesnaherlebnisse: eine „konventionelle“ und eine sinister-exotische. Bei der ersten fand sie sich nach dem Verlassen ihres Körpers in einer planetaren Landschaft mit Blumen und wiesen wieder, alles lichtdurchflutet, wenn auch ohne Sonne.
Aufschlussreich ist, dass die Landschaft eher wirkt wie ein englischer Garten und so gar nichts von den Tropen hat. Solche Todesnaherlebnisse haben mich auf den Gedanken gebracht, dass wir uns nach dem Tod auf einem „Jenseitsplaneten“ einfinden. Wie auch immer. Vor Ort wurde sie vom Bruder ihres Großvaters zurückgeschickt, da ihre Zeit noch nicht gekommen sei.
Beim zweiten Erlebnis tauchte eine Gestalt bei ihr auf, die mich an die alpenländische „Tödin“, die weibliche Facette des Todes, erinnerte. Ein Psychopompos, der ausgesprochen gruselig aussah:
„Plötzlich sah ich im Schein des Feuers eine große Frau auf mich zukommen. Sie trug ein langes schwarzes Kleid und ihr Gesicht war von weißer Farbe bedeckt. In ihrer Hand hielt sie drohend einen Grabstock […] Sie blieb stumm, kam immer näher und beugte sich schließlich über mich. Auf einmal wand sich aus ihrer Nase ein schwarzer Wurm und verschwand im nächsten Augenblick in ihrem Mund. Es schauderte mich, als ich merkte, dass sie den Wurm herunterschluckte“.
Die ausgesprochene „Einladung“ mitzukommen schlug Okani aus, worauf die Unbekannte sich in Luft auflöste und so verschwand. Nach Todesnaherlebnissen sind dämonisch wirkende Begegnungen nicht unbekannt, ist die „Pforte“ erst mal geöffnet…
Poltergeist und Masalai
Eine Heimsuchung für das ganze Dorf war ein Wildnisgeist bzw. Poltergeist, der an die Türen der Hütten schlug und die dörfliche Gemeinschaftsküche zu verwüsten begann, sodass Steine der Feuerstelle und Töpfe wild durch die Luft flogen.
Die Krieger nahmen den Unsichtbaren mit Pfeilen und Speeren unter Feuer. Dessen ungeachtet hielt sich der körperlose Plagegeist gut zwei Wochen als uneingeladener Gast.
Ungewöhnlich war, dass Einwohner von plötzlich einsetzendem eiskaltem Wind umgerissen wurden, obwohl sonst tropische Temperaturen herrschten. Möglich, dass die Entität der Umgebung Wärme und Energie entzog, um poltern zu können!
Ausgesprochene Trickster sind die Masalai, welche die Form von lebenden oder toten Menschen annehmen können und so versuchen, Schaden anzurichten. Manchmal verraten sie sich dadurch, dass sie mit den Füßen nicht auf der Erde wandern, sondern knapp darüber.
Resümee
Die starke Verbindung zum Totenreich und die mögliche Interaktion zwischen den Welten könnte universell sein und kein Alleinstellungsmerkmal der Papuas.
Allerdings haben diese offenbar eine regelrechte „Standleitung“ nach „Drüben“ und profitieren oft auch in existenziellen Fragen von der Anderswelt.
Wer also mal spontan ein Papua-Dorf besucht, darf sich nicht wundern, wenn niemand überrascht ist und alle angetreten sind zur Begrüßung!ʬ {Piet Bogner, In der Steinzeit geboren}
===Postskriptum:Reinkarnation und RiesenAuch Arzt K. Schindler war in Papua-Neuguinea, hatte jedoch in seinem Buch „Hibiskusblüten und Kannibalen“ kaum Informationen zur Kultur und Mythologie vor Ort.Es findet sich lediglich ein Hinweis auf den „Kasuar“, der in der Darstellung des Autors etwas wie der Knecht Ruprecht wirkt.Daneben erfährt man, dass die Ahnen der Papuas im Dämmerlicht erscheinen. Offenbar glauben sie auch an Reinkarnation, leider findet sich zu den Jenseitsvorstellungen sonst nichts.Am May-Fluss bzw. am May-Gebirge sollen sich kryptozoologische „Ungeheuer“ aufhalten – doch auch hier zeigte der Autor keinerlei Interesse! Ich frage mich, was er in den Jahren im Land überhaupt erfragt oder für sich erschlossen hat!ʬ
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