Moin Greyhunter,
momentan schreibst Du ja viel über den 2. Weltkrieg und die Hitlerzeit. Ich kann mir da ein Buchgeschenk nicht verkneifen. Es sind die Erinnerungen von Walter Schellenberg, quasi auf dem Totenbett verfasst und nie in endgültiger Fassung korrigiert worden.
Schellenberg schreibt über die Gründung des Geheimdienstes [="SD"], welcher im Verlauf bis Kriegsende alle anderen deutschen Geheimdienste schlucken sollte. Spannend ist, das er zu Beginn einen Jesuiten zur Seite gestellt bekommt, ich meine einen Dr. Müller, der beim Aufbau hilft.
Auch beschreibt er die Verhöre des Hitlerattentäters Elser sowie den Gestapochef und Doppelagenten Heinrich Müller. Er nimmt u. a. auch kurz (aber nichtssagend) Stellung zur A-Bombe, haut aber mächtig raus was die deutsche Technik gerade zu Kriegsende betrifft.
U.a. verschlüsselter Richtfunk mittel Senders in der Größe einer Zigarettenschachtel in den Vatikan oder komplette Archive auf Mikrofilm, in einem sich selbstzerstörenden Koffer. Ich halte das Buch für authentisch und wünsche viel Spaß beim Lesen.
Gruß
Andre
P.S.: Wenn Du die Zeilen über Elser ließt, ich könnte mir bei ihm auch Hypnose als Grund vorstellen, warum er keinen plausiblen Grund für die Herkunft der Zünder nennen kann.
Auch empfehle ich wärmstens das Kapitel über das Heydrichattentat. Aus Sicht von WS war das vermutlich ein Mord aus dem Führerhauptquartier. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr raus.
Spitzelten Jesuiten für Nazis?@ Wladislaw {ʬ} RaabGlaubt man dem Klerus, so waren die Kirchen seinerzeit gegen Nazis eingestellt, was sich so jedoch nicht bestätigen lässt, wenn man die Geschichte genauer betrachtet.
Die Kooperation zwischen Nazis und den Kuttenträgern währte sogar noch über die Lebenszeit des ³Reiches hinaus, man denke nur an die „Rattenlinien“: Ein Gemeinschaftsprojekt von Vatikan und den USA, um Nazis in Sicherheit zu bringen.
In „Schlage die Trommel und fürchte dich nicht“ von Maria Gräfin von Maltzan findet man zum Thema eine interessante Information, aus der sich ein intensives Teamwork von Nazis und Jesuiten ableiten lässt – nicht umsonst hatte Heinrich Himmler diesen Orden als Vorbild erkoren, als er die SS formte! Zitat:
„…lernte ich den Jesuitenpater Friedrich Muckermann kennen […]. Über den sogenannten ‚Röhm Putsch’ etwa war er von vornherein detailliert informiert. Später hat er mir einmal erzählt, dass die Jesuiten von den Nazis beauftragt worden seien, die Abstammung Alfred Rosenbergs zu durchleuchten. Was sie dann aber über diesen wichtigen geistigen Repräsentanten der Bewegung erfuhren, sei aus naheliegenden Gründen geheim gehalten worden.“




