Präkognition, also das Wissen um Dinge, die da noch kommen oder nicht, ist ein thematischer Evergreen auf diesem Blog und lässt sich unter dem Tag four-tea-anna nachverfolgen. Hauptquelle hierfür sind weitgehend Bio- oder Autobiographien, in denen, aus der Lebensrückschau heraus, auch auf Merkwürdigkeiten eingegangen wird!
Mein neuestes Fundstück ist die Biographie des Alexander Stenbock-Fermor, der als „roter Graf“ in die deutsch-sozialistische Geschichte einging. Dieser war Baltendeutscher und beteiligt an den Kämpfen gegen die „Roten“ aka Bolschewiken 1919 im damaligen zaristischen Russland, genauer in Litauen. In dieser stürmischen Zeit war er Zeuge eines interessanten Ereignisses.
„Wir hatten einen ruhigen Frontabschnitt: Wachdienst in eisiger Nacht beim Friedhof, Tagespatrouillen, selten eine Schießerei. Umso überraschter war ich, als mir Marellus [=ein Kamerad] am Abend des 24. Februars leise sagte, am nächsten Morgen würde er fallen.
Der Überfall missglückte, zerfiel im Maschinengewehrfeuer. Als erster fand Marellus den Tod, Kugeln rissen ihm den Unterleib auf. Es gab nur schnellste Flucht. Die Verwundeten konnten noch laufen. Kameraden ergriffen die Toten.“
Ob dieser Marellus, wie beschrieben, sich selbst gesehen hat [=Bilokation], oder ob er eine Vision der Zukunft hatte, ist unklar. [=
Determinismus & Bardo]
Interessant ist, dass der Autor nach seiner Flucht aus Litauen bei Freunden der Familie Unterschlupf fand. Diese lebten in Reddelich bei Doberdan, unweit Rostock. Über sein Leben dort hat er ein Buch verfasst: „Haus des Hauptmanns von Messer“. Darin schildert er u.a. auch Spukerlebnisse. In der mir vorliegenden Autobiographie wird das Thema nur kurz angeschnitten:
„Beim Tee plauderten die Mooswalds vom Spuk im Hause – die Ritterrüstung fiele hin und wieder zusammen, eine Brotschneidemaschine arbeite alleine in der Nacht, auf dem Dachboden höre man Schritte; der Kutscher des alten Messer soll sich oben erhängt haben.“ ʬ