Zuletzt hat mich „Mothman“ beschäftigt, als die Sichtungswelle 2017 in Chicago ausbrach – dies in den Gebieten mit der höchsten Kriminalitätsrate und den meisten Toten der Stadt bei der Pandemie von 2020.
Zum Thema habe ich Artikel verfasst und einen Leserbrief von einem deutschen Zeugen erhalten, der sich zum fraglichen Zeitpunkt in Chicago befunden hat!
Es traf sich also gut, dass mir Leser Micha aus Dresden das Buch „Mothman“ von Richard Estep und Tobias Wayland spendiert hat – vielen Dank dafür!
Im Buch selbst werden verschiedene Aspekte des Phänomens aufgegriffen und beleuchtet, nicht nur im Hinblick auf Chicago. Wobei eine Information mir mein Resthaar hat aufstellen lassen!
Unheimliche Begegnungen und der himmlische Stalker
Die Zeugenberichte weisen Gemeinsamkeiten über die Jahrzehnte hinweg auf. Mothman erscheint meist nicht einmalig; er neigt dazu, sich als „Hitchhiker“ zu betätigen und die Menschen als himmlischer Stalker regelrecht zu verfolgen.
So hatte ein Lkw-Fahrer auf seinen Touren drei Sichtungen – sicher kein Zufall. Zeigt sich Mothman nicht ein zweites Mal, so begegnet man wahrscheinlich nach kurzer Weile einem UFO oder Uforb!
Wobei unklar ist, wie die Zeugen wiedergefunden werden, da sie, wie etwa der Lkw-Fahrer, an völlig anderen Orten unterwegs sind oder sich zu Hause befinden.
Mothman macht auf sich aufmerksam.
Die meisten Begegnungen spielen sich in tiefer Nacht ab. Um gesehen zu werden, macht er Geräusche, rüttelt an Bäumen sowie Ästen, vokalisiert Schreie und Ähnliches.
Er will unbedingt gesehen werden, was wohl auch erklärt, dass er beständig über Straßen unterwegs ist – was für ein geflügeltes Wesen eigentlich unnötig ist.
Damit hält er sich somit an die gleichen Spielregeln wie Bigfoot und andere Kryptide. Unklar ist mir, was es den Entitäten bringt, von uns gesehen zu werden. Was ist der (verborgene) Vorteil dessen?
Formwandler & Rocketman
Motti scheint nicht einheitlich in seiner Erscheinung zu sein. Gesehen wird eine menschlich wirkende Schattengestalt mit Flügeln, ein haariges, tierähnliches Gebilde oder die klassische Form des Mottenmannes, wie wir ihn „kennen“.
Gibt es da verschiedene „Geflügelte“ oder nur einen Formwandler? Seine Flügel sind wohl nur Staffage; er bewegt sie nicht beim Fliegen, stattdessen hebt er ab wie eine Rakete.
Sekundäreffekte des Phänomens
Wie die meisten Kryptiden erzeugt er EM-Effekte. Das wirkt sich aus auf stotternde Automotoren, Lichtmaschinen, die nur Dunkelheit „produzieren“, und rauschende Radios, die nur noch „berauschende“ Musik von sich geben. Kryptide wirken wie UFOs – vielleicht sind sie es auch, wenn sie andere Erscheinungsformen annehmen.
Während der Sichtungswelle in Point Pleasant / West Virginia im Jahre 1966/67 wurden Einwohner des Ortes von unbekannten Anrufern belästigt, die mit metallischen Stimmen sprachen. Auch John Keel, der in der Zeit vor Ort ermittelt hat, erhielt solche „Exocalls“!
Der „Grinning Man“ wurde in jener Zeit als schattenhaft-diabolischer Bedroom-Visitor beobachtet und schien seinem Kollegen Mothman stehenden Fußes zu folgen.
Damals war wirklich alles aktiv, was das Superspektrum entbehren konnte – ultimative Urlaubssperre bei den Ultraterrestriern!
Ein weiterer Aspekt war „Babygeschrei“, welches die anderen Phänomene flankierte. Und zwar sowohl in Häusern als auch im Freien, in einer Lautstärke, die über alles ging, was ein Kind von sich geben konnte. Solche Soundeffekte kennt man sonst nur von Bigfoot und Poltergeistern!
Wer wusste von der kommenden Sichtungswelle 2017 in Chicago?
Wir kommen nun zu dem Punkt, der mich am meisten aus dem Häuschen gebracht hat, weil die Implikationen weitreichend sind.
Bekanntlich begannen die Aktivitäten mit dem Mothman in Chicago mit drei Mails von drei vermeintlichen Zeugen, die im gleichen Zeitfenster an MUFON geschickt worden waren.
Interessant ist – und nun halte sich der Leser sehr gut fest –, dass zwei der drei IP-Adressen identisch waren, also von der gleichen Person stammten!
Die Sache ist bizarrer, als sie scheinen mag, denn man kann sich fragen: Wer hat vom kommenden „Flap“ vorab gewusst?
Oder verschickte Mothman selbst digitale Post, um auf sich aufmerksam zu machen? Man kann durchaus unterstellen, dass alle drei Mails an MUFON von der gleichen Quelle kamen, die MUFON zeitgleich informiert hat!
MUFON hatte die drei Mails erst im Nachhinein veröffentlicht, als in Chicago und Illinois schon „der Mothman steppte“! Wer also wusste vorab Bescheid und meldete sich schriftlich zu Wort?
2017 wurden über 50 Sichtungen gemeldet, ein Dutzend weitere Sichtungsberichte entstammten dem Areal des O’Hare International Airport von Chicago, der Jahre zuvor durch eine UFO-Sichtung in die Schlagzeilen geriet!
Galgenvogel?
Seinen schlechten Ruf als Unglücksbringer hatte Mothman seit dem Einsturz der Silver Bridge in Point Pleasant mit 46 Toten weg. Das war aber nicht das einzige Großereignis, welches er orchestriert hatte: Bereits in Mexiko war er – oder ein Kollege von ihm – im Jahr 1985 aufgetaucht, kurz vor dem verheerenden Erdbeben vom 19. September!
Steampunk & Hotspots
Anomalistische Phänomene verändern sich im Laufe der Epochen und passen sich dem Zeitgeist an. Und so kann es niemanden verwundern, dass in den 1950er-Jahren menschlich aussehende „Aeronauten“ mit künstlichen Flügeln und Gerätschaften unterwegs waren, die wirkten, als kämen sie aus einer futuristischen viktorianischen Epoche – was den Steampunk ja ausmacht. Alles wirkte biomechanisch, strotzte vor „Aluminium“ und elektronischen Kontrollpanels. Abenteuerliche Anomalien, als das Fliegen noch abenteuerlich war?
Rein geografisch hat Mothman eine Schwäche für das nördliche Mexiko, den südwestlichen Part der USA ganz allgemein, West-Texas, New Mexico, Arizona und Südkalifornien!
Point Pleasant Airship-Crash 1931
Lange vor dem Mottenmann, trug sich in der Hügellandschaft zwischen Point Pleasant und Gallipolis, getrennt durch den Ohio River, ein anderes himmlisches Spektakel zu, welches sogar als noch bizarrer angesehen werden kann!
Einwohner beider Orte beobachteten ein abstürzendes Luftschiff, dessen Passagiere sich mittels Fallschirmen retteten. Man informierte Polizei und Feuerwehr, die in die fragliche Zone rasten, um Menschenleben zu retten.
Groß war das Erstaunen der Rettungskräfte, als sie vor Ort weder Reste des Luftschiffes entdeckten noch die Personen, die sich vermeintlich gerettet hatten. War hier ein zeitgenössischer „UFO-Absturz“ inszeniert worden? Oder handelte es sich um ein Retrophänomen zur Erinnerung an die Luftschiffwelle von 1896/97? Das eine kam zu früh, das andere zu spät!
Resümee
Das Buch ist ausgesprochen spannend geschrieben und gerade der besprochene Aspekt mit den Chicago-Mails ist ein wirklich bizarres Rätsel!
Im Buch geht man noch kurz auf den „Van Meter Visitor“ ein, auf den ich in einem eigenen Artikel bereits eingegangen bin. Auch dieses Phänomen scheint kein Ende gefunden zu haben:
1980 wurde unweit des Ortes ein Mann von einer riesigen Fledermaus überflogen und 2006 beobachtete ein Pastor einen fliegenden „Drachen“. Bei der Nachrecherche stellte sich heraus, dass dieser so beschaffen gewesen war wie die „Monster“ von 1903!
So viel Spiel, Spaß und Spannung sollte belohnt werden mit dem Titel „Buch des Jahres 2025“ (Erscheinungsjahr)!ʬ
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