📰 Leitartikel: Casanova und das "UFO"

28/08/26

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Caspars "Nachleben"

Kaspar Hauser wurde am 17. Dezember 1833 in Ansbach ermordet. Somit jährte sich am 17. Dezember 2023 zum 190sten Mal sein Todestag! Eine gute Gelegenheit sich mit seinem "Nachleben" zu beschäftigen! Über Kaspar Hauser wurde hier auf dem Blog schon so einiges veröffentlicht: Wer sich mit der Thematik bisher nicht beschäftigt hat, dem sei mein verlinktes CROPfm-Interview empfohlen! 
Erscheinungen 
Innerhalb der Kaspar Hauser Forschung gibt es grob gesprochen und geschrieben zwei Gruppen von „Hauserianern“: 
✔ Forscher die ausschließlich nach den historischen Hintergründen des Findlings suchen und dabei mehrheitlich zur Kronprinzentheorie und Baden tendieren. 
✔ Personen mit einer eher „esoterischen“ Ausrichtung, die sich mit Hausers Visionen und übersinnlichen Fähigkeiten und seinem „Nachleben“ als „Geistererscheinung“ und Hinweisgeber in Träumen beschäftigen. 
In der Hauser-Geschichte gibt es drei Grundmysterien die bisher kaum untersucht, oder kritisch beleuchtet wurden: 
✔ Wer verfasste die ungezählten Briefe, die an Adelshäuser aus dem deutschsprachigen Raum gerichtet waren und an Personen, die in Nürnberg mit Hauser zu tun hatten? In diesen war die Rede davon, dass Hauser der „verschwunden gewordene“ Kronprinz Badens war, der durch ein untergeschobenes Kind ersetzt wurde. 
Das erklärt, warum Staatsrat & Präsident des Appellationsgerichts in Ansbach, Feuerbach, auf die Baden-Hypothese setzte und weshalb Nürnbergs Bürgermeister Binder, kurz nach Hausers Erscheinen, als er praktisch noch kaum über einen aussagefähigen Wortschatz verfügte, in einer amtlichen „Presseerklärung“ über dessen hohe Geburt Aussagen traf, die er eigentlich nicht haben konnte. 
BEIDE hatten Briefe mit den oben angesprochenen Inhalten bekommen! Anonym versteht sich, wie alle anderen Schreiben auch, bis weit in die Zeit nach Hausers Ermordung! 
✔ Man müsste erklären, wie es zu den zahlreichen Presseberichten zu Hauser, im Zusammenhang zu Baden kam. Selbst in Baden tauchten entsprechende Meldungen auf! Wie waren sie an der Zensur vorbeigekommen und wer hatte sie, wann und warum verfasst? 
Waren es die Journalisten selbst, die anonyme Schreiben erhalten hatten, an sich, auch damals schon, keine gute Quelle, oder hatte jemand Geld in die Hand genommen, viel Geld, da solche Berichte überall im deutschsprachigen Raum aufgetaucht sind und hat für die vorher abgefassten Artikel gezahlt? 
Bis hin in deutsche Blätter in Russland und den USA ging das! Gekaufte Presseartikel waren damals durchaus gang und gäbe, wenn man Geld hatte und eine politische Intention damit verband! Auch bei Hauser? 
✔ Das dritte Rätsel soll uns in diesem Beitrag beschäftigen: Es geht um die Erscheinungen und „Nachtodeskontakte“, die mit Hauser in Zusammenhang stehen und die u.a. Professor Friedrich Georg Daumer, der erste Lehrer und Ziehvater Hausers, in seinem Buch „Kaspar Hauser – Wesen, Unschuld, Erduldung“ zusammengefasst hatte! 
Nach der Ermordung Hausers galt Professor Daumer als „Anlaufstation“ für Informationen, Zeugenaussagen usw. dessen Fall betreffend. Er veröffentlichte drei Bücher zum Thema, zahlreiche Artikel / Presseberichte und Rezensionen. Aufgrund seiner offenen Geisteshaltung meldeten sich auch Personen mit merkwürdigen Erfahrungen, die wir heute parapsychologisch / anomalistisch deuten würden! 
Die erste im Buch genannte Zeugin ist eine nach Ansbach verheiratete Engländerin, Gräfin von Albersdorf, geborene Lady Graham. Sie schrieb in ihrem Bericht: 
„Ich war in Ansbach und kam zum Gottesacker, aus dem Tor desselben traten zwei Herren, die in heftigem Gespräch miteinander begriffen waren. Ich ließ sie vorübergehen und trat in den Friedhof. Da sah ich Kaspar mit ausgebreiteten Armen den beiden Herren Nacheilen, als wolle er sie aufhalten: er konnte aber über das Tor nicht hinaus und musste stehen bleiben“. 
Hausers Geist sprach nicht, zeigte auf seine blutende Wunde und schüttelte den Kopf, als er gefragt wurde, ob er sich diese selbst beigebracht habe. Nachdem die Engländerin ihm versprochen hatte, sich seiner Sache anzunehmen, es blieb kein leeres Versprechen, bedankte er sich gestenreich und verschwand spurlos. 
Bei einem anderen „Zusammentreffen“ wies Hauser auf Orden hin, die auf seiner Kleidung prangen und bemerkte, dass er diese erhalten hätte, wäre er nicht ermordet worden! 
Die Kammerfrau von Stéphanie Louise Adrienne de Beauharnais, also Hausers vermeintliche Mutter, gab an, dass diese eine Erscheinung gehabt habe, von der sie ihr berichtete: 
Einer ihrer verstorbenen Söhne habe sich mittels einer Vision bei ihr gemeldet und verkündete dabei, er sei nicht in der Wiege gestorben, sondern daraus geraubt und ausgetauscht worden, was die „klassische“ Kronprinz von Baden Theorie bestätigen würde! Festphysisch kann Hauser nicht zu ihr gelangt sein, vielleicht fand er mittels Bilokation zu ihr? 
Aus Brackwede bei Bielefeld, meldete sich ein Johann Heinrich Ostermann, der am 2. / 3. und 4. März 1834, da war Hauser schon tot, intensive Träume von ihm hatte. Sie kannten sich nicht, hatten sich nie getroffen, Ostermann hätte höchstens von ihm lesen können. Beschäftigt hat er sich mit dem Fall nicht. Die Informationen zu seinem Schicksal erhielt er im Traum und diese waren stimmig. 
Hauser gab ihm an, wie man seinen Mörder und seine wahre Herkunft entschleiern könnte. Daumer hüllte sich über die vorgeschlagene Methode leider in Schweigen. Hat er es auf diesem Wege selbst versucht? Erfolgreich? Erfolglos? Lag ein Manuskript für ein viertes Buch vor? Wir wissen es nicht. Daumers Nachlass, der in Frankfurt gelandet ist, war stark gefleddert, jemand hatte sich eifrig bedient, vieles verschwinden lassen! 
Was die Träume des Herrn Ostermann betrifft, kann ich auf zwei eigene verweisen, die sich auf Hauser bezogen: Mir wurde „sprachlich“ mitgeteilt, in Stuttgart zu suchen, womit ich ohne weitere Informationen nichts anfangen konnte. 
Bei anderer Gelegenheit wurde mir der Name eines Mediums genannt, welches derzeit Kontakt zu Hauser unterhalten sollte. Leider war ich zu phlegmatisch um aus dem Bett zu steigen und den polnisch klingenden Namen zu notieren. Schlief wieder ein und der Name ward auf immer vergessen! Zu Hauser würde es passen, da er einige Worte auf Ungarisch und Polnisch verstand. 
Kurz vor dem Tode Karls von Baden, vermeintlich Kaspars Vater, soll in der Karlsruher Residenz eine Lichtgestalt erschienen sein, in deren Begleitung sich ein ebenso illuminiertes Bübchen befand. Damals lebte Hauser noch. Der Lichtvolle wurde als „Vorfahre“ identifiziert, welcher blieb unklar. Kommunikation mit der Entität fand nicht statt. War das Bübchen eine Anspielung auf Hauser? 
Diskussion 
Die Auflistung ist bei weitem nicht vollständig, in vorhergehenden Artikeln bin ich auf andere „Manifestationen“ Hausers eingegangen! Es kann also durchaus sein, dass er in „höherem“ Auftrag unterwegs war und die „Gegenseite“ mittels Briefen und Pressemeldungen den Badischen „Staatsschutz“ aktivierte, um das „Problem“ zu lösen. Dabei ist es völlig unerheblich, ob Hauser der Erbprinz war, oder nicht. Entscheidend ist, was die Leute in ihm sahen! 
Jenseitsreiter 
Hausers Verbindung zu Pferden war stark ausgeprägt. Seine Gefangenschaft teilte er mit zwei Holzpferdchen und einem Hund gleichen Materials. Die wenigen Worte die er in Nürnberg sprach, umfassten „Roß“ und „Reiter werden“. Tatsächlich saß er auch bei lebendigen Pferden gut im Sattel, hatte eine innige Beziehung zu den Vierbeinern, die bei ihm „handzahm“ wurden. 
Ein scheuendes Roß, welches bei einem Ausritt auf einen in einem Busch lauernden Mann hinwies, hatte vielleicht sein Leben gerettet. Der gedungene Mörder musste sich rund zwei Wochen später im Hause Daumers nochmals bemühen, „arbeitete“ dort aber wieder schlampig, da ihn ein 9-jähriges Milchmädchen ausgemacht hatte und weggelaufen war. Daumer rollt den Fall ausgiebig in der von mir oben erwähnten Quelle auf! 
Zum Thema „Hauser & Rößer“ (ich übernehme bei „Roß“ die Schreibung aus der Hauser-Zeit!) ist ein eigenes Buch erschienen, welches für eingefleischte Hauserianer Pflichtlektüre sein sollte! Da bei Hauser NICHTS zufällig ist, könnte man auch das mythologische Wesen des Pferdes beleuchten: 
In „Tiermythen und Fabeltiere“ von Yves Schumacher findet sich der Hinweis darauf, dass Rößer „als Mittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits“ im Erzählgut der Völker gehandelt wurden. „Im rätoromanischen Sagengut erscheinen sowohl Rappen wie Schimmel als Jenseitstiere. Darauf verweist der Churer Bischof Christian Caminda. […] Der galoppierende Schimmel erweist sich als Totenführer ins Jenseits. 
Kurt Derungs erinnert in diesem Zusammenhang an die schamanistische Symbolik des ‚Wegreitens’. Das Pferd ermöglicht dem Schamanen das Herbeiführen der Ekstase, das ‚Heraustreten aus sich selber’. Weil die mystische Reise in Richtung Himmel geht und nicht in die Unterwelt, nimmt das Pferd in der Mythologie und im Ritual der Schamanen die Rolle eines toten- und seelenbegleitenden Tieres ein.“ 
Demnach sind Pferde „seelenführende Tiere“, was kaum besser auf Hausers Leben, Sterben und „Nachleben“ passen könnte! In einer Sage aus der Schweiz, die sich zeitlich mit der Lebenszeit Hausers überschneiden dürfte, geht der Erzähler auf das traurige Schicksal eines Kaspars ein, dessen Schicksal dem „unseres“ Kaspars verdächtig ähnelt, auch hier glaube ich nicht an einen Zufall. 
Zu der Sage schreibt Schumacher: 
„Der Sagensammler Otto Sutermeister veröffentlichte die Züricher Erzählung von der bösen Mutter und dem lieben kleinen Buben. Diese […] Erzählung hat Parallelen zu einer Mythe nordamerikanischer Indianer. […] Der Kern beider Mythen ist der Auszug in eine jenseitige Welt. Die schamanistischen Wurzeln sind in beiden Fällen offensichtlich“. {ʬ}

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