Die Biographie über Königin Elisabeth I. von John E. Neale war nicht schlecht zu lesen, wenn auch sicher sehr parteiisch, da der Autor der Regentin fast einen Heiligenschein aufgesetzt hat, den sie retrospektiv nicht verdient:
Sie ließ die katholische Minderheit im Lande unterdrücken, der Norden Englands hatte unter ihrer Herrschaft nichts zu lachen.
Daneben manipulierte sie die Staatsgeschäfte Schottlands und versuchte dort den Ungeist des Protestantismus zu verbreiten, eine Lehre, die schon auf dem „Festland“ zu zahlreichen Kriegen und Blutvergießen geführt hat.
Sie hielt die schottische Königin Maria Stuart über 20 Jahre in Gefangenschaft, um sie letztlich hinrichten zu lassen. Ich wüsste gerne, welcher „Bodycount“ der größere war: ihrer oder der von ihrem blutrünstigen Vater Heinrich VIII.?
Wirkliche Aufklärung konnte das Buch also nicht schaffen, und hätte es ein Schotte geschrieben, sähe die „Abrechnung“ sicher ganz anders aus. Dass ich mich mit dieser schrägen und unappetitlichen Gestalt der britischen Geschichte überhaupt beschäftige, hat mit meinen Kaspar-Hausereien zu tun:
Die angeblich „jungfräuliche“ Königin – eine Legende, die nur in unserer Zeit geglaubt wird – hatte unter anderem ein wildes Verhältnis zu Robert Dudley, auch bekannt als späterer Graf von Leicester, der sich seine horizontalen Dienstleistungen im wahrsten Sinne des Wortes „vergolden“ ließ.
Diese Verbindung war nicht ganz folgenlos geblieben, und wieder wurde das Jahr 1560 als mögliches Geburtsjahr eines unerwünschten Sprosses erwähnt, wenn auch nur am Rande. Dieser soll nach seiner Versteckung nach Spanien geflüchtet sein, wurde aber auch dort in Gefangenschaft gesetzt – ein Kaspar Hauser Englands!
Die moralisch verkommene Königin hatte sicher keine Probleme damit, ihren Sohnemann verschwinden zu lassen. Wer weiß, wie viele eigene Kinder die „Jungfrau“ auf diese Weise entsorgt hat?
In besagtem Buch wurden stichpunktartig noch ein paar anomalistische Phänomene erwähnt, die hier nicht vorenthalten werden sollen:
💂 1562 wurden in England so viele Missbildungen bei Mensch und Tier überliefert, dass sich der anglikanische Klerus zu sorgen begann. Womöglich sah man darin eine Strafe für die Machenschaften der Regentin bzw. den Glaubensabfall von Rom. Dass Elisabeth so sehr ihre „Jungfräulichkeit“ herausstellte, könnte durchaus so verstanden werden, dass sie sich mit der Gottesmutter messen wollte.
💂1567 kam es im schottischen Edinburgh zu einem interessanten akustischen Phänomen. Mitte Februar war nachts Geschrei und Waffenlärm zu hören, so als würden geisterhafte Krieger auf der Straße kämpfen.
Eine Erscheinung, welche in der Vergangenheit immer wieder beschrieben wurde, überall in Europa. Waren es die Echos vergangener Schlachten oder Omen von Dingen, die noch kommen sollten?
💂 Sir Francis Drake war der „amtliche“ Pirat von Elisabeth I., die ihren mageren Staatshaushalt mit Gütern aufzupäppeln pflegte, die auf den sieben Weltmeeren zusammengeraubt worden waren. Ziel waren Schiffe katholischer Staaten, deren Besatzungen gefoltert und ermordet wurden – wenn man so will, eine Art „unheiliger“ Krieg gegen den Papst und Rom.
Nachgesagt wurde Drake der Besitz eines „magischen“ Spiegels, der die Eigenschaften eines „Fernsehers“ hatte und fremde Flottenverbände anzeigte, die man kapern konnte. Solche Gerätschaften tauchen in historischen Traktaten immer wieder auf, etwa im Zusammenhang mit „Venedigern“, die „Erdspiegel“ mitgeführt haben sollen, mit denen sich Bodenschätze finden ließen.
Alchemisten verfügten über ähnliche Technik, die zurückgehen soll auf Hermes Trismegistos und letztlich den ägyptischen Gott Thot.
Die beschriebenen Eigenschaften dieser „Spiegel“ erinnern an die heutigen „Alleskönner“-Smartphones, sodass es meiner Meinung nach nicht auszuschließen ist, dass das eine oder andere „göttliche Gerät“ die Äonen überdauert und seinen Weg nach Europa gefunden hat!ʬ
