Die vielleicht beeindruckendste UFO-Geschichte Brasiliens stammte von Haraldo Westendorf. Vor einigen Jahrzehnten sorgte er für Schlagzeilen, als er mit seinem Privatflugzeug angeblich bis auf wenige Dutzend Meter an ein riesiges, nicht identifiziertes Flugobjekt heranflog. Westendorf war damals 40 Jahre alt, Vater von drei Kindern und erfolgreicher Geschäftsmann. Daneben ist er ein begeisterter Privatpilot mit Zulassung für Kunstflug.
Am Morgen des 5. November 1996 startete Westendorf von der Stadt Pelotas, ganz im Süden Brasiliens, mit seiner einmotorigen Embraer EMB-712 – der brasilianischen Version der Piper Cherokee Archer II. Es sollte ein ganz normaler Freizeitflug werden, so wie er sie macht, wann immer er Zeit hat.
Nach etwa zwölf Minuten in der Luft, in 5.000 Fuß Höhe über einem großen See rund fünf Meilen südöstlich von Pelotas, sah er plötzlich vor sich ein riesiges Objekt am Himmel. Es war gegen 10:30 Uhr.
Er funkte den Tower des Flughafens Pelotas an und fragte, ob man das Ding auch vom Boden aus sehen könne. Die bestätigten es und baten ihn um einen Nahbereichsbericht. Daraufhin beschloss Westendorf, so nah wie möglich heranzufliegen.
Er betont ausdrücklich, dass er damals nicht an UFOs glaubte – und genau deshalb sei er so bereitwillig näher herangeflogen. Die Gefahr habe er schlicht nicht gesehen.
Als er näher kam, wurde ihm klar, dass er in seinen zwanzig Jahren als Pilot noch nie etwas Vergleichbares gesehen oder gehört hatte. Er hatte in den USA Stunt-Training gemacht und war auch in Frankreich geflogen, kannte also durchaus fortgeschrittene und exotische Maschinen. Aber das hier war kein Flugzeug.
Er beschrieb es als einen facettierten Kegel mit flacher Unterseite und abgerundeter Spitze. An jeder der acht oder zehn schrägen Seitenflächen saßen drei große Ausbuchtungen – wie dreieckige Erkerfenster an einem Haus, nur dass sie nicht wie Fenster aussahen.
Die gesamte Oberfläche war braun. Das Ding war etwa 70 Meter hoch und hatte einen Durchmesser von rund 100 Metern – groß genug, um bei der Landung fast ein ganzes Fußballfeld zu füllen. Sein eigenes Flugzeug wirkte daneben winzig, weniger als sechs Meter breit.
Etwa zwölf bis vierzehn Minuten verbrachte er in unmittelbarer Nähe und versuchte, so viel wie möglich zu sehen. Der Tower in Pelotas hat zwar kein Radar, aber Westendorf glaubt, dass das Flughafenradar in Curitiba (fast 450 Seemeilen nordöstlich) die ganze Begegnung verfolgt hat. Die Beamten dort bestreiten das allerdings. Das Objekt drehte sich langsam und driftete mit etwa 60 Knoten nach Südosten Richtung Küste.
Dreimal schaffte er es, die Unterseite des Objekts vollständig zu umfliegen. Einmal kam seine Flügelspitze bis auf etwa 40 Meter heran. Nach der dritten Runde bemerkte er, dass die abgerundete Spitze zu verschwinden schien und etwas zurückblieb, das wie ein offenes Loch aussah.
Dann sah er, wie aus dem Inneren eine klassische fliegende Untertasse herauskam. Sie stieg seitwärts heraus, Längsachse senkrecht, bis sie die Oberseite des großen Objekts freigab. Dann kippte sie nach unten und schoss mit enormer Geschwindigkeit davon.
Westendorf schätzte ihren Durchmesser auf etwa zehn Meter – fast doppelt so breit wie sein eigenes Flugzeug – und meint, sie sei mit mehr als Mach 10 abgehauen. Die Untertasse zeigte keinerlei Reaktion auf seine Anwesenheit.
Sobald sie weg war, wollte er versuchen, über die Oberseite des großen Objekts zu fliegen. Brasilianische Medien behaupteten später, er habe ins Innere hineinfliegen wollen – das weist er aber klar zurück. Er wollte nur einen Blick durch die Öffnung werfen. Um Höhe zu gewinnen, flog er ein paar hundert Meter weg, drehte um und ging in einen steilen Steigflug.
Plötzlich drehte sich das Objekt deutlich schneller. Dann schossen strahlend rote Lichtstrahlen von der Spitze in den Himmel. Den Plan, darüber hinwegzufliegen, gab er sofort auf. Und dann, zu seinem Erstaunen, stieg das ganze Objekt mit enormer Geschwindigkeit senkrecht nach oben.
Zum ersten Mal bekam Westendorf richtig Angst. Er dachte, die rasante Beschleunigung könnte eine Schockwelle erzeugen, die sein eigenes Flugzeug destabilisiert. Als ausgebildeter Pilot weiß er, dass man hinter großen Maschinen mindestens drei Minuten Abstand halten soll, um Turbulenzen zu vermeiden.