Manchmal möchte ich abschalten und mich mit einem Themenkreis beschäftigen, der nichts mit Verschwörungen oder Paraphänomenen zu tun hat. Zu diesem Behufe habe ich mir das Buch „Mein Leben“ von Oskar Kokoschka besorgt. Als ich gerade auf wohligen Zeilen lieblich im alten Wien versank… wurde es wieder paranormalisch!
Kokoschka berichtete nämlich, dass seine Großmutter das Zweite Gesicht besaß, also Vorahnungen hatte, und dieses Talent auf seine Mutter übertragen wurde. Illustriert wurde das durch einen Vorfall, der tödlich verlaufen wäre, wenn es das Übersinnliche nicht gäbe.
Während eines Aufenthalts in einem Wiener Vorort hatte sie ihren jüngeren Sohn Bohuslav für kurze Zeit allein im Haus zurückgelassen, während sie selbst ihre Schwester in Wien besuchte.
Mitten in der Unterhaltung wurde sie plötzlich von einer unheilvollen Eingebung gepackt und drängte darauf, sofort einen Wagen zu organisieren und nach Hause zurückzukehren, weil der Junge blutüberströmt im Garten liege.
Trotz der Einwände ihrer Schwester, die von reiner Einbildung sprach, setzte sie sich durch und trieb den Kutscher an, sodass sie ihren vierzehnjährigen Sohn tatsächlich im allerletzten Moment vor dem Verbluten rettete, nachdem er sich beim Baumfällen schwer ins Bein gehackt hatte.Oskar Kokoschka und die LevitationIch bin fast geneigt, einen neuen Begriff für diesen Blog zu erfinden, um paranormale Phänomene und merkwürdige Erscheinungen zu umschreiben. „Forteana“ ist abgegriffen und Fort selbst hat nie was erlebt! „Kokoschkaesk“ (gut, leicht abgekupfert von „Kafkaesk“) trifft es da viel besser!
Immerhin waren sowohl Großmutter als auch Mutter medial und auch er scheint etwas von diesem Talent abbekommen zu haben! Ergo: Kokoschkaesk vor Forteana!
1909, Kokoschka verließ gerade eine Theatervorstellung und schritt durch das nächtliche Wien, ereignete sich ein Zwischenfall, welchen man als Levitation umschreiben könnte:
Unter dem Druck eines extrem schrillen, an Meeresbrandung erinnernden Geräusches im Kopf verlor der Maler plötzlich die Kontrolle über seinen Körper. Er bemerkte, wie sich sein eigener Schatten von ihm löste und zurückblieb, während sich seine Beine vom Pflaster abhoben.
In einer schrägen, nach links geneigten Haltung schwebte er etwa einen Meter über der Straße, den Kopf gefährlich nah den Steinen zugewandt, ohne greifen zu können oder einen Schatten zu werfen. Erst ein ruckartiger Impuls, der wirkte wie das Einholen einer unsichtbaren Angelschnur, beendete den Zustand und ließ ihn unsanft auf den Boden zurückkehren.
Bilokation und der eigene DoppelgängerDas Phänomen der Bilokation (Konfrontation mit dem eigenen Doppelgänger) habe ich bereits hier angeschnitten. Kokoschka hatte eine ebensolche Erscheinung, welche auch von einer Zeugin bestätigt werden konnte. Im Text eine Hausdame namens Frieda. Der Maler befand sich zu der Zeit bei einem Auftraggeber und sah sich in dessen Haus um:
In einem schattigen, durch geschlossene Läden und einfallendes Sonnenlicht geprägten Saal blickte ihn zunächst ein Renaissance-Porträt so intensiv an wie ein lebendiger Mensch.
Als er den Blick abwandte, erblickte er zu seinem Schrecken sein vollkommen leibhaftiges Ich als exakten Doppelgänger auf dem Parkett stehen, in genau jener Körperhaltung, die er bei Beobachtung einzunehmen pflegte.
Im selben Augenblick öffnete die Hausdame die Tür, stieß einen Schrei aus und riss die Tür wieder zu, da sie den Künstler ebenfalls exakt in dieser doppelten Gestalt wahrgenommen hatte und diesen Vorfall am Abend seiner Frau berichtete!ʬ
