Bereits bei meinem letzten Interview auf CROPfm habe ich darauf hingewiesen, dass es meiner Meinung nach zwei verschiedene „Sorten“ von Marienerscheinungen gibt:
1. Die klassischen „Privatoffenbarungen“, gerichtet an Erwachsene. Meist sind dies „Kleriker“ oder einfache Gläubige. Ich bezeichne diese Phänomene als „Marienerscheinungen im engeren Sinne“. Nachweisbar sind sie seit Jahrhunderten.
2. Neumodische Manifestationen, mindestens seit 1846 in La Salette, die sich auszeichnen durch „Showeffekte“ à la Hollywood, falsche Prophezeiungen und ufologische Elemente.
Am 18. Juni 1961 erschien vier Mädchen aus Garabandal in Nordspanien [María Dolores (Mari Loli) Mazón, Jacinta González, María Concepción (Conchita) González und María Cruz González] – sie waren im Alter von 11 und 12 Jahren – ein schweigender „Engel“, der aufgrund seiner kindlichen Erscheinung etwas Puttenhaftes an sich hatte.
Seine schweigend dargebrachten Besuche erfolgten mit einer gewissen Regelmäßigkeit, und nach einigen Tagen hatte es ihm die Sprache nicht mehr verschlagen: Er kündigte den Besuch der Jungfrau Maria an, die nun ihrerseits turnusmäßig zu verschiedensten Tages- und Nachtzeiten auftauchte – dies rund 2000 Mal in den kommenden Jahren!
Verbunden war dies für die Kinder mit veränderten Bewusstseinszuständen, die zu bizarren körperlichen Reaktionen führten:
Die Kinder verrenkten den Kopf und starrten in den Himmel, verfielen in krampfartige Zustände, rannten wie von Sinnen durch den Ort – dies vorwärts und rückwärts, wie von wilder Hand geführte Marionetten. Ihre Körper versteiften bzw. verkrampften sich, fühlten sich an wie aus „Zement“ und waren in diesem Zustand kaum vom Boden zu heben; sie schienen schwerer zu sein als sonst.
Anwesende Ärzte bearbeiteten sie dabei mit Nadelstichen, einer scheinbaren „Feuerprobe“ mit entzündeten Streichhölzern, man zwickte sie, schien ihnen helles Licht in die Augen, ohne dass die Pupillen eine Reaktion zeigten. Sie waren in dieser Zeit völlig weggetreten, nicht ansprechbar, reagierten nicht auf äußere Reize und verloren ihren Zeitsinn – mehrere Stunden schienen ihnen wie Minuten vorzukommen.
Diesen „Missing-Time“-Effekt kennen wir aus Überlieferungen über die feenhafte Anderswelt und moderne ufologische Phänomene wie Abductions – dazu später mehr!
Die meisten Erscheinungen fanden an einem Hohlweg unweit Garabandals statt. Nachvollziehbar ist, dass sich immer mehr Schaulustige einfanden, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen wollten. Die Marien-Entität nannte sich „Liebe Frau vom Berg Karmel“.
Bei ihrem ersten Erscheinen wurde sie flankiert von puttenartigen Engeln, während über ihnen ein großes Auge thronte – gedeutet als das Auge Gottes. Angekündigt wurden die Besuche der Entität durch drei innere „Rufe“, wobei der dritte sie förmlich „hinwegzog“, sie also zwanghaft zum Ort des Geschehens liefen.
Offenbar konnte die Gestalt die Gedanken der Gläubigen lesen, welche die Mädchen umstanden, da sie passende Kommentare zu diesen abgab, die die Mädchen an die entsprechenden Personen weitergaben.
Ein Todesfall
Die Marienerscheinung wurde nur von den Kindern gesehen. Dies änderte sich jedoch am 8. August 1961. Aus irgendeinem Grunde zeigte sie sich plötzlich einem 36-jährigen Priester, Pater Luis Andreu. Er hatte von da an nur noch wenige Stunden zu leben und verstarb bei einer nächtlichen Autofahrt. In meinen Quellen fand ich keine Todesursache.
Im Kontext der Marienerscheinung wurde krakelt, er sei vor lauter Freude gestorben – was ganz bestimmt nicht der Grund war! Auf einem Gruppenbild von diesem Tag fixiert er den Fotografen – und somit auch den späteren Betrachter des Bildes – und wirkt merkwürdig entrückt, im wahrsten Sinne des Wortes entgeistert. Fröhlich oder selig sah er dabei keineswegs aus.
Was die Sache noch bizarrer und gruseliger macht, ist der Umstand, dass er bei den zehn folgenden Erscheinungen der „Gottesmutter“ zu hören, aber nicht zu sehen war – Stoff für einen Horrorfilm!
Ufologische Aspekte
Bereits kurz nach dem ersten Kontakt mit dem „Putten-Engel“ hatten die vier Mädchen eine weitere unheimliche Begegnung, diesmal der „Dritten“ oder „Vierten“ Art:
Sie waren nach Einbruch der Dunkelheit noch unterwegs, als sie von gleißendem Licht eingehüllt wurden, das so hell strahlte, dass nichts anderes zu erkennen war. Hier stellte sich zum „Solid Light“ auch noch eine „Missing Time“ ein, denn sie kamen erst gegen 21:30 Uhr wieder zu Bewusstsein und liefen panisch nach Hause. Das Szenario erinnert stark an das Abductions-Phänomen!
Aufschlussreich ist, dass Garabandal zu der Zeit immer wieder von „fliegenden Sternen mit Schweif“ überflogen worden ist. Neben den Mädchen fanden sich dafür vier weitere Zeugen. Die Marienerscheinung, sonst immer zu einem Plausch aufgelegt, schwieg eisern, als man sie auf die Bedeutung dieser Himmelsakrobaten befragte.
Daneben war von „Feuer in den Wolken“ die Rede. Eine Frau beobachtete eine Lichtkugel (Uforbs) am Himmel. Interessant ist, dass die Mädchen angaben, die Entität befinde sich in einem der fliegenden Sterne bzw. komme aus diesem heraus. In einem Fall sank so ein „Stern“ auf Dachhöhe herab!
Als am 18. Juni 1965 die letzte Marienerscheinung stattfand, waren wieder „Kugeln“ und Sterne am Himmel unterwegs:
Ein Polizist von der Guardia Civil bemerkte einen goldenen Stern, der vom Boden aufstieg und sich zu einem anderen am Firmament gesellte. Andere Lichter zogen ihre Bahnen über dem Ort, darunter war auch eines, das sich über dem Haus der Familie Conchitas befand.
Warnung vor falschen Prophetinnen
Weshalb Marienerscheinungen (im weiteren Sinne) falsche Prophezeiungen von sich geben, ist unklar. In Heroldsbach wurde den Seherkindern angekündigt, Deutschland werde von den Russen überrannt werden – dies noch zu ihrer Kinderzeit.
In Fatima wurde erklärt, das Ende des Ersten Weltkriegs sei für den 13. Oktober 1917 zu erwarten. Den Beginn des Dritten Weltkriegs terminierte man auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, genauer auf 1985!
Gelogen wurde auch in Garabandal. Eine kosmische Katastrophe würde die Menschheit heimsuchen und ein Dritter Weltkrieg ausgelöst werden – mal wieder von den Russen! Der „Countdown“ war klar vorgegeben. Es sollten nur noch vier Päpste kommen, von denen sie – also die Marien-Entität – lediglich drei gelten ließ:
Damals saß Johannes XXIII. im Vatikan. Auf ihn folgten Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II., Benedikt XVI., Franziskus und ganz aktuell Leo XIV. Nach Adam Riese macht das sechs Päpste aus!
Resümee
Meine These, dass eine unbekannte Intelligenz, versteckt hinter dem religiösen Anschein einer Marienerscheinung, uns vor einer kosmischen Katastrophe und einem damit zusammenhängenden Weltkrieg warnen möchte, ist nicht mehr zu halten. Das lauthals angekündigte Armageddon ist zu den angegebenen Zeiten nicht eingetroffen.
Welche Absicht die Besucher mit ihren Falschaussagen verfolgen, ist schwer zu sagen. Ein möglicher Grund könnte darin liegen, die „echten“ Marienerscheinungen (im engeren Sinne) zu diskreditieren. Was sollen die Gläubigen denn auch von einer „Gottesmutter“ halten, die Panik verbreitet und Unglücke ankündigt, die sich nie ereignen?
Dass in diesem Kontext UFO-Phänomene eine Rolle spielen, ist interessant – offenbar manipulieren diese an unseren Glaubensnarrativen herum. Würden das „Außerirdische“ tun? Oder sind andere Wirkmächte unterwegs, die keinen technologisch-interstellaren Hintergrund haben, sondern einen, der uns aus den heiligen Büchern überliefert ist – als gefallene Engel und Gegenspieler Gottes?ʬ
Quellennachweis:
Michael Hesemann, Garabandal – Warnung und Wunder, Media Maria Verlag, Illertissen, 2022. + Francisco Sanchez-Ventura y Pascual, The Apparitions of Garabandal, St. Michael’s Garabandal Center, Pasadena (CA), 1966. + Joseph Albert Pelletier / Conchita Gonzalez, Our Lady Comes to Garabandal: Including Conchita’s Diary, Assumption Publications, Worcester (MA), 1971. + Judith M. Albright, Our Lady at Garabandal, Faith Publishing Company, Michigan, 1997. + Robert Francois, So sprach Maria in Garabandal. Die Ereignisse von Garabandal in theologischer Sicht, Weto Verlag, Meersburg, 1982. + Garcia de la Riva, Maria erscheint in Garabandal. Erlebnisse eines spanischen Landpfarrers, Wega Verlag, Meersburg, 1983. + Albrecht Weber, Garabandal: Der Zeigefinger Gottes. Die Erscheinungen der Jungfrau Maria in Spanien während der Zeit des II. Vatikanischen Konzils, Weto Verlag, Meersburg, 1966. + Ramon Perez, Garabandal – The Village Speaks, Our Lady of Mount Carmel, Lindenhurst (NY), 1985. + Ted Flynn, Garabandal – The Warning and the Great Miracle, 101 Foundation, Washington (NJ), ca. 2015. + Francisco Sanchez-Ventura y Pascual, Die Erscheinungen von Garabandal, Ediciones Paulinas, Madrid, 1965.
Die Prophezeiungen von GarabandalAuf die „Marienerscheinungen“ von Garabandal bin ich bereits im Artikel oben eingegangen! Nun ist mir als Weihnachtsgeschenk 2025 das Buch „The Mystery Of Garabandal“ von L. R. Walker zugegangen. Da ich bisher auf die Prophezeiungen der „Gottesmutter“ nicht näher eingegangen bin, erhoffte ich mir hier Kunde, vor allem weil der Autor zu einer der Seherinnen, Mari Loli Lafleur, persönlichen Kontakt hatte.
Leider erwies sich das Buch als Informationsdesaster, sodass es schwer war, die verteilten Hinweisfetzen zu einem stimmigen Bild zu ordnen:
Offenbar sollen uns zwei oder drei planetare Großereignisse bevorstehen. Eines davon sei eher „harmloser“ Natur und beinhalte lediglich einen „Schock“ für die Menschheit. Ich weise die Daten hier im Beitrag so aus, wie sie im Buche stehen und wie ich sie verstanden bzw. mir zusammengereimt habe.
Kosmische Phänomene und Stillstand der Zeit
Die Kollision zweier Sterne soll sowohl akustisch als auch optisch auf die Erdatmosphäre einwirken. Dabei soll auch ein bizarrer Effekt zu beobachten sein, in dem die Erde förmlich stillsteht und selbst Flugzeuge in der Luft bewegungslos verharren.
Das Schauspiel soll nur 15 Minuten dauern und an einem Donnerstag um 20:30 Uhr Ortszeit Garabandal stattfinden. Das Jahr wurde von den Seherinnen nicht genannt, es soll aber noch zu deren Lebzeiten stattfinden.
Eine der Seherinnen, die oben genannte Mari Loli Lafleur, ist bereits 2009 verstorben, obwohl auch sie laut der „Gottesmutter“ hätte Augenzeugin sein sollen. Probleme soll auch unsere eigene Sonne bereiten, und zwar mit einem Szenario, welches an den „Kill Shot“ von Ed Dames erinnert. Sonneneruptionen sollen die Erde treffen.
Ob damit das Ende der Zivilisation bevorsteht oder nicht, bleibt im Nebulös-Unklaren. Daneben war die Rede von einem am Firmament erscheinenden Kreuz und einer vorhergehenden Finsternis, womit wir wieder beim Irlmaier-Szenario angelangt wären. Ob dies die „Sekundäreffekte“ von Szenario 1 und 2 sind oder eine ganz eigene Heimsuchung, kann ich nicht beantworten; dies geht aus dem Buch für mich nicht hervor.
Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Vorhersagen
Wie ernst man die „Warnungen“ der falschen „Gottesmutter“ nehmen soll, steht auf einem ganz anderen Blatt. Viele Personen, die laut der Entität diese „Wunder“ erleben sollten, leben nicht mehr!
Man denkt da natürlich gleich an die falschen Prophezeiungen von Fatima: das vermeintliche Kriegsende am 13. Oktober 1917, den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1936 und den Dritten Weltkrieg in den mittleren 1980er-Jahren! In Heroldsbach wurde „geweissagt“, dass die Seherinnen noch in Kindertagen den Überfall der Russen erleben werden. Nun sind die Kinder von einst Greise, und der Russe ist immer noch nicht in Heroldsbach eingerückt.
Die sicherlich kurioseste Aussage von Garabandal betraf die angebliche Wiederkehr des orthodoxen Kommunismus, so wie wir ihn noch aus Sowjettagen her kennen:
Dabei ist der zeitliche Aspekt interessant, da die Marienerscheinung ausdrücklich von einer „Wiederkehr“ sprach – und dies in den 1960er-Jahren, in denen sich der Kommunismus bester Gesundheit erfreute und expandierte, während die Entwicklung in den 1990er-Jahren völlig undenkbar war.
Selbst urkapitalistische Staaten erstellten damals Sozialprogramme, um die Massen gefügig zu halten, die nun nach dem Ende der Lehren von Marx, Engels und Lenin nicht mehr gebraucht werden, da die Gefahr aus dem Osten neuerdings selbst kapitalistisch ist und nichts mehr mit dem Klassenkampf zu tun hat.
Seltsame Lichter und unheimliche Begleitumstände
Zum Zeitpunkt der „Erscheinungen“ wurden Zeichen am Himmel gemeldet. Dies war nicht das erste Mal, dass seltsame kosmische Phänomene von verschiedenen Besuchern in Garabandal beschrieben worden waren:
Sterne, die herabregneten, und Feuer in den Wolken waren gemeldet worden, die an einigen Tagen die Erscheinung der Jungfrau ankündigten. Schon früh hatten die vier Seher berichtet, dass die Jungfrau und der heilige Michael „von den Sternen herabgekommen“ seien, begleitet von großen Sternen mit langen Schweifen.
Ein andermal beschrieben sie „sieben Sterne“ mit Schweifen. Am 18. Juni 1965 wurden mindestens zwei helle Sterne gemeldet:
Der hellste Stern zog einen Kreis am Himmel und kehrte zu seinem Ausgangspunkt zurück, während der kleinere Stern von oberhalb von Conchitas Haus in Richtung der Kiefern schwebte. Schließlich sah Maria Saraco, wie Conchita aus ihrem Haus kam.
Auf den bizarren Tod von Pfarrer Andreu bin ich bereits in dem oben verlinkten Artikel eingegangen. Überliefert ist, dass er als „Geist“ im Ort erschienen sei, daneben hörten die Seherinnen auch seine Stimme.
Ein ausgesprochener Gegner der Marienerscheinungen von Garabandal war Bischof Puchol, der im Mai 1967 bei einem Verkehrsunfall umkam. Damit haben wir schon zwei Tote als „Kollateralschaden“.
Zwischenresümee im März 2026
Die Vorgänge in Garabandal waren „unheilig“. Nicht nur wegen der körperlichen Verrenkungen der Seherinnen, ihrer „Märsche“ – sowohl vorwärts als auch rückwärts durch den Ort zu allen Tages- und Nachtzeiten – sowie ihrer Stippvisiten um Mitternacht beim Friedhof, alles in „Ekstasen“. Daneben berichteten die Mädchen von einer „roten Wolke“, die sie bei einer Gelegenheit umschloss.
Bei anderer Gelegenheit waren sie plötzlich von völliger Dunkelheit umgeben und wurden gerufen, von wem auch immer. Alles in allem gäbe Garabandal genug Stoff für einen Horrorfilm ab. Hier hat sich ein Trickster manifestiert, und es ist bedauerlich, dass dies vielen Christen nicht aufgegangen ist. Gott sei Dank hat der Vatikan diese „ufologischen“ Teufeleien bisher nicht anerkannt!ʬ
