💥Merkwürdiges zur „deutschen Atombombe“

Die Lebensgeschichte von Karl-Otto Saur, beschrieben in „Er stand in Hitlers Testament“ von Karl-Otto und Michael Saur, beleuchtet eine zentrale Figur des Nationalsozialismus.
Als rechte Hand von Fritz Todt in der „Organisation Todt“ und später unter Albert Speer im Rüstungsministerium träumte Saur davon, mit dem „Amerikabomber“ New York anzugreifen – ob mit konventionellen oder atomaren Waffen, bleibt unklar.
Herausforderungen bei der Recherche
Bei der Recherche stieß Saurs Sohn jedoch auf ein Problem: Im Bundesarchiv Berlin fanden sich nur spärliche Dokumente über seinen Vater.
Der Großteil der Unterlagen lagert in amerikanischen Archiven und war laut dem Autor Gerald Posner bis 2020 unter Verschluss. Selbst die Aufhebung der Geheimhaltungsvorschriften durch die Clinton-Administration schloss diese Dokumente aus.
Ähnliche Erfahrungen machte der polnische Historiker Igor Witkowski, dem der Zugang zu technischen Unterlagen des Dritten Reichs in den USA verwehrt wurde.
Warum Technologien, die über 80 Jahre alt sind, noch immer geheim gehalten werden, wirft Fragen auf:
Liegt es an möglichen Rückschlüssen auf Technologien wie Atombomben oder Flugscheiben?
Gab es gar Absprachen zwischen den Alliierten und NS-Vertretern, etwa über die sogenannte „Rattenlinie“, bei der Technologien gegen einen Rückzug nach Südamerika getauscht wurden?
Zeitzeugen und militärische Einschätzungen
Ein weiteres Buch, „Rommel – Das Ende einer Legende“ von Ralf Georg Reuth, beleuchtet das Leben des „Wüstenfuchses“ Erwin Rommel, der als Nachfolger von Paul Emil von Lettow-Vorbeck gilt.
In einem Brief an seine Frau im September 1939 deutete Rommel auf sowjetische Angriffsvorbereitungen gegen das Dritte Reich hin:
„Bis es Winter wird, bin ich bestimmt zu Hause. Der Krieg läuft nach unserem Plan, die kühnsten Erwartungen werden übertroffen. Die Russen werden demnächst angreifen. 2 Millionen Mann!“
Diese Aussage zeigt, wie Rommel die militärische Lage einschätzte und auf bevorstehende Konflikte mit der Sowjetunion hindeutete. {155 Divisionen}
Berichte über die „Wunderwaffen“
Hans-Ulrich Rudels „Mein Kriegstagebuch“ bietet Einblicke in Gespräche mit Adolf Hitler über die Vergeltungswaffen (V-Waffen).
Rudel berichtet von einer Unterhaltung, in der Hitler die begrenzte Treffergenauigkeit der V-Waffen einräumte, aber betonte, dass es zunächst um funktionierende Raketen gehe.
Später solle kein herkömmlicher Sprengstoff, sondern eine neue, gewaltige Technologie eingesetzt werden, die auf Atomkräften basiere.
Rudel, für den dies Neuland war, erfuhr, dass diese Entwicklung weit fortgeschritten sei. Tatsächlich wird seit Jahrzehnten spekuliert, wie weit die deutsche Rüstungsindustrie bei Wunderwaffen, insbesondere Atombomben, war.
Verschiedene Bücher legen nahe, dass die Technologie kurz vor der Serienreife stand, auch wenn mein Interesse eher scheibenförmigen Flugobjekten gilt.
Protokolle und technische Möglichkeiten
Im Buch „Soldaten – Protokolle vom Kämpfen, Töten und Sterben“ von Sönke Neitzel und Harald Welzer werden abgehörte Gespräche deutscher Kriegsgefangener analysiert.
Ein Feldwebel Kunz vom Infanterie-Regiment 404 beschrieb 1944 in britischer Gefangenschaft die Wirkung der V2-Waffe:
„Wo die V2 einschlägt, hört jedes Lebewesen auf. Alles zerfällt in Asche.“
Ohne Kenntnis des „Manhattan-Projekts“ schilderte er, wie er auf einem Versuchsfeld beobachtete, dass Menschen nach einem Einschlag „wie Staub“ wurden. Die Autoren zitieren zudem Hitler, der von einer apokalyptischen Waffe sprach, die als letzte Maßnahme eingesetzt würde.
Die Frage, wie nah das Dritte Reich an der Atombombe war, wird auch in einem Gespräch zwischen Albert Speer und Werner Heisenberg Anfang 1942 thematisiert:
Heisenberg erklärte, die wissenschaftliche Grundlage für die Bombe sei gelöst, doch die produktionstechnischen Voraussetzungen würden erst in zwei Jahren gegeben sein.
Speer stellte ein Budget von zwei Millionen Reichsmark und Materialien bereit, was eine einsatzbereite Bombe 1944 möglich gemacht hätte.
Spekulationen und ungelöste Rätsel
„Adolf Hitler – Legende, Mythos, Wirklichkeit“ von Werner Maser reflektiert Hitlers Glauben an die Atombombe als „Siegwaffe“ im Februar 1945:
„In allerkürzester Zeit werde ich die Siegwaffe einsetzen, und dann wird der Krieg ein glorreiches Ende nehmen.“
Ein rätselhafter Vorfall war die Explosion im BASF-Werk Oppau 1921, die über 500 Menschen tötete und in Paris und München zu hören war.
Internationale Medien, darunter der Daily Mirror, spekulierten, dass dort an einer Atombombe gearbeitet wurde.
Diese frühe Erwähnung von Atomwaffen verweist auf Theorien, dass solche Entwicklungen bereits vor dem Zweiten Weltkrieg stattfanden.
In „Albert Speer – Das Ende eines Mythos“ von Matthias Schmidt wird berichtet, wie Speer dem Architekten Hermann Gisler erklärte, eine Atombombe von der Größe einer Zündholzschachtel könne New York zerstören.
Nach Kriegsende suchten die Alliierten Speer, um zu verstehen, wie Deutschland trotz Bombenangriffen seine Rüstungsproduktion steigern konnte.
Einige Autoren behaupten, die in Japan eingesetzten Atombomben seien deutsches Beutegut gewesen.
Fazit
Die Berichte von Rudel, Speer, Heisenberg und anderen deuten darauf hin, dass die deutsche Rüstungsindustrie weiter fortgeschritten war, als die offizielle Geschichtsschreibung vermuten lässt.
Die Geheimhaltung von Dokumenten, Zeitzeugenberichte und Ereignisse wie die Oppau-Explosion werfen Fragen auf.
Ob es sich um Atombomben, Flugscheiben oder andere Wunderwaffen handelt – die Hinweise verdichten sich, dass das Dritte Reich Technologien entwickelte, die bis heute nicht vollständig offengelegt wurden!ʬ
Der Tod von Todt
Die Lebensdauer politischer Prominenz, die in Ungnade gefallen ist, ist nicht sehr lang. Dass heute „Auto-/Flugzeugunfälle“ die Reihen „Unerwünschter“ arg gelichtet haben, ist bekannt.
Was in der Gegenwart „erfolgreich“ zur „Entsorgung“ angewendet wird, war auch schon früher gang und gäbe.
Ein gutes Beispiel ist hier Fritz Todt, der im ³Reich u. a. Reichsminister für Bewaffnung und Munition war. Bekanntlich verstarb er am 8. Februar 1942 bei einem „Flugzeugabsturz“, der sich in der Nähe des Führerhauptquartiers bei Rastenburg/Ostpreußen abgespielt hat.
Einen Tag zuvor hatte er eine heftige Auseinandersetzung mit Hitler gehabt, und bereits davor gab es immer wieder Streit, u. a. wegen des Ostfeldzugs. In dem Zusammenhang liest sich eine Passage aus dem Buch „Hitlers Arzt Karl Brandt“ von Ulf Schmidt recht interessant:
„Speer […] sollte ursprünglich mit derselben Maschine nach Berlin weiterfliegen. Aus unbekannten Gründen hatte er den Flug abgesagt […]. Drei Stunden später wurde Speer zu Todts Nachfolger als Reichsminister für Bewaffnung und Munition ernannt.“ (S. 278)
Was lernen wir daraus? Für die Karriereplanung ist es unabdingbar, den einen oder anderen Flug nicht anzutreten.
Seinerzeit
In den 1950er-/60er-/70er-Jahren erschien zahlreich „Erinnerungsliteratur“ von Personen, die zur Zeit des Nationalsozialismus gelebt und gewirkt haben. Die darin enthaltenen Informationen unterscheiden sich oftmals gravierend von dem, was „nachgeborene“ Historiker über die Epoche verfassen!
Derzeit lese ich die ERINNERUNGEN von Speer, aus denen ziemlich deutlich hervorgeht, dass Todt offenbar ermordet wurde. Hierzu Speer:
„Denn schon im Frühjahr 1939, auf einer seiner Besichtigungsfahrten zum Westwall, bemerkte Hitler, dass er mir seine Bauaufgaben zu übergeben gedenke, falls Todt etwas zustoßen sollte.“ (S. 210)
Nach dem Unfall äußerte sich Hitler ziemlich nebulös über die Umstände und mögliche Hintergründe:
„Ohne Indizien zu nennen, äußerte er in den ersten Tagen den Verdacht, dass es bei diesem Unglück nicht mit rechten Dingen zugegangen sein könnte; er halte eine erfolgreiche Aktion der Geheimdienste für möglich. Diese Auffassung wich jedoch bald einer ärgerlichen, oft geradezu nervösen Reaktion, wenn dieses Thema in seiner Gegenwart angeschnitten wurde. In solchen Fällen konnte Hitler schroff erklären: ‚Ich will davon nichts mehr hören. Ich verbiete, dass man sich damit noch beschäftigt.‘“ (S. 212)
Offenbar kam der Tod für Todt nicht ganz unerwartet, da er bereits Vorkehrungen getroffen hatte:
„Dr. Todt hatte übrigens nicht zu lange vor seinem Tode in seinem Panzerschrank eine größere Geldsumme hinterlegt, die für seine langjährige persönliche Sekretärin bestimmt war. Er hatte gemeint: falls ihm etwas zustoßen sollte.“ (S. 212)
Hierzu äußerte sich Hitler später abermals. Speer:
„Als ich später erste Erfolge hatte, betonte er oft, dass Todt verunglücken musste, um die Rüstung auf eine erhöhte Leistung zu bringen.“ (S. 213)
1944, damals war Speer für Rüstung und Bauwesen zuständig, wollte man diese beiden Bereiche entflechten, was letztlich nichts wurde. Der Chef dieser neuen „Initiative“ (an sich die Fortführung der Organisation Todt) sollte ein Walter Brugmann werden, der jedoch bei einem „Flugzeugunfall“ verstarb. (S. 349)
Hier fällt zum Beispiel auf, dass Hitler keineswegs im Bunker sterben wollte, sondern plante, sich gen „Alpenfestung“ zurückzuziehen. Goebbels wollte in Berlin bis zum Ende verharren, selbst wenn Hitler die Flucht angetreten hätte. (S. 469)
Speer zitiert Hitler:
„Ich überlasse es dem Schicksal, ob ich in der Hauptstadt sterbe oder ob ich noch im letzten Augenblick nach dem Obersalzberg fliege!“ʬ