📰 Leitartikel: Casanova und das "UFO"

28/08/26

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Das Hausinger Licht:
Rätselhafte Phänomene
im Bayerischen Wald

Wer in Mitteleuropa lebt, sollte sich eigentlich intensiver mit Lichtkugeln, sogenannten Orbs oder Uforbs, beschäftigen statt mit klassischen Ufos. Diese Erscheinungen treten wesentlich häufiger auf und haben bereits ganze Sagenbände gefüllt. Da sie oft ortsgebunden sind und sich zumeist entlang alter Verkehrswege tummeln, lassen sich Zeugen und Standorte gezielt befragen und untersuchen. 
Im Zuge der Beschäftigung mit Anomalien im Bayerischen Wald rückt ein besonderes Phänomen in den Fokus: das Hausinger Licht. Das Epizentrum dieser Erscheinung liegt im Ort Haus im Wald, heute ein Ortsteil der niederbayerischen Stadt Grafenau. Genau genommen trieb sich das Licht zwischen Haus im Wald und Furth über dem Thale umher. 
Historische Aufzeichnungen durch Pfarrer Franz Leeb 
Schriftlich fixiert wurde diese Anomalie von Pfarrer Franz Leeb, der seine Stelle in Haus im Jahr 1880 antrat und 1901 einen detaillierten Bericht verfasste. Leeb fand heraus, dass das Phänomen mindestens bis in das Jahr 1830 zurückreicht, soweit die mündlichen Überlieferungen der Anwohner reichten. 
Das Licht erschien meist ab 17 Uhr und flog bis in die Nacht hinein durch die Gegend. Dabei variierte es Höhe, Flugbahn und Geschwindigkeit. Bemerkenswert ist die Fähigkeit des Lichts, mit Beobachtern zu interagieren. Ob es auch sprechen konnte, ist nicht überliefert, obwohl andere Lichterscheinungen im Bayerischen Wald und anderswo dazu in der Lage gewesen sein sollen. 
Zeitpläne und intelligentes Verhalten 
Die Anomalie schien einem festen Zeitplan zu folgen: Sie wurde bevorzugt zwischen Allerseelen (2. November) und Lichtmess (2. Februar) beobachtet. Dieser Zeitraum deckt markante Daten wie den Halloween-Effekt und die Rauhnächte ab. Dass diese Lichter durch Zeit und Raum bedingt werden, erleichtert ihre Untersuchung. Man könnte fast sagen, sie wirken programmiert, um zu einer gewissen Zeit einen bestimmten Ort zu observieren. 
Kurioserweise war das Licht nicht für jeden gleichermaßen sichtbar. Wenn zwei Wanderer gemeinsam unterwegs waren, konnte es vorkommen, dass nur einer von ihnen die Erscheinung wahrnahm. Pfarrer Leeb beschrieb seine erste Begegnung im November 1881 wie folgt: 
Es stand, respektive hing, hoch heroben in der Gegend des jetzigen Friedhofes. Es war wie ein etwas faustgroßer Gasball von bedeutender Helle [...] und bewegte sich mit ziemlicher Raschheit vorwärts. 
Interaktion und Gedankenlese-Phänomene 
Besonders spannend sind Berichte über die Reaktionsfähigkeit des Lichts. Als Leeb die Erscheinung bei Furth beschwor, zu ihnen zu kommen, falls es kein natürliches Licht sei, änderte es sofort die Richtung und flog auf die Gruppe zu. Bei einer weiteren Gelegenheit vergrößerte es sich bei der Annäherung wie eine glühende Feuerkugel. 
Dass solche Lichtkugeln offenbar Gedanken lesen können, ist ein in der Uforb-Forschung weit verbreitetes Phänomen. Man muss diesen Objekten eine Form von Intelligenz oder interaktivem Verhalten zugestehen, auch wenn die Frage nach ihrem Ursprung weiterhin ungeklärt bleibt. [Quelle] 
Die Kartierung der Leuchterscheinungen 
Die Arbeitsgruppe "Kugellicht" hat die zugänglichen Berichte aus Sagen und UFO-Literatur auf einer interaktiven digitalen Landkarte verewigt. Hierbei zeigen sich interessante Cluster und Überschneidungen zwischen historischen und modernen Berichten. Die These, dass vor allem alte Verkehrswege ein Hauptanziehungspunkt für diese Lichter sind, hat sich dabei erneut bestätigt. 
Globale Parallelen: Von Engeln, Seefahrern und Sehern 
Lichterscheinungen sind kein rein bayerisches Phänomen, sondern ziehen sich durch die Weltgeschichte und verschiedene Kulturen. In der Literatur von Hermann Schreiber findet sich eine Notiz über das spanische Padrón um das Jahr 800: 
Dort wurden nächtliche Lichter und vom Himmel herabsteigende "Engel" gesichtet. Kurz darauf fand man in diesem Wald einen unbekannten männlichen Leichnam. Es drängt sich die Frage auf, ob die Lichter mit dem Tod des Mannes in Verbindung standen – vielleicht als Folge einer missglückten Verschleppung. 
Phänomene auf hoher See 
Auch Seefahrer wie Hans Staden berichteten im 16. Jahrhundert von unheimlichen Begegnungen. Während seiner Südamerikafahrt erschienen "viele blaue Lichter" auf dem Schiff. Die portugiesischen Seeleute deuteten dies als göttliches Zeichen für gutes Wetter. Aus heutiger Sicht könnte es sich hierbei um das physikalische Phänomen des Elmsfeuers gehandelt haben. 
Mühlhiasl und die Lichter der Zukunft 
Im Bayerischen Wald sind zudem die Prophezeiungen des Sehers Mühlhiasl (Matthäus Lang) bekannt. Neben seinen Vorhersagen über die "Rotjankerten" Angreifer gibt es Hinweise auf Mühlenlichter, die nachts in den Mühlen gegeistert haben sollen. 
Interessanterweise sah Mühlhiasl für die Zukunft "eiserne Hunde" voraus, die durch die Wälder streifen – eine Beschreibung, die heute verblüffend an moderne Roboterhunde erinnert!ʬ 
Postskriptum: Mühlhiasl & Mühlenlichter 
Etwas angestrengt habe ich das Mühlhiasl-Buch von Manfred Böckl studiert, an sich ein Roman. Dabei frage ich mich, wieso kein Sachbuch verfasst wurde. Mühlhiasl, bürgerlich Matthäus Lang, soll ein bayerischer Seher gewesen sein, um den die Quellenlage schlecht bestellt ist: 
Die älteste mir bekannte schriftliche Quelle stammt von 1921, die „Keilhofersche Handschrift“, in Abschrift durch Paul Friedl. 
Erstaunlich sind Parallelen zwischen Mühlhiasl und Irlmaier; mag sein, dass Verleger Adlmaier, der sich ja mit beiden Propheten beschäftigt hat, das eine oder andere von Mühlhiasl dem Irlmaier „angehängt“ hat – oder umgekehrt! 
Die „Rotjankerten“-Angreifer [aus dem Osten] stammen dabei von Mühlhiasl und beziehen sich auf die k. & k. Panduren von 1778, die Bayern unsicher gemacht haben. Russen sind damit nicht gemeint! 
Bei Böckl findet sich auch ein Hinweis auf umgehende Mühlenlichter: 
„Es mochte auch damit zusammenhängen, dass in den Mühlen oft nächtliche Lichter zu geistern schienen.“ 
Das erinnert mich an eine Falluntersuchung hier in München am Auer-Mühlbach! Kurios ist – dies mal nachgetragen – dass der Mühlhiasl zukünftig „eiserne Hunde“ durch die Wälder streifen sah, wobei ich natürlich an die von Boston Dynamics entwickelten „RoboDogs“ denken musste!ʬ

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