Hallo, lieber Wladislaw,
bin gerade etwas zeitlich eingespannt, aber wollte nach meinem Besuch in Wales dir noch etwas evtl. interessantes berichten. Erfahrung des Zeugen: J.D.S. Ort: Cardiff, UK, 2004, September, relativ klare Nacht, zwischen 2 und 3 Uhr.
Der Zeuge berichtete mir, dass er im Jahr 2004 mit zwei Arbeitskollegen zusammensaß. Einen der Kollegen, den Gastgeber des Abends, hatte er seit mindestens fünf Jahren nicht mehr gesehen. Der Abend verlief in fröhlicher Eintracht, und das Gespräch kam auf paranormale Ereignisse.
Der Zeuge (J.D.S.) kann sich nicht mehr erinnern, warum das Gespräch diesen Verlauf nahm. Der Gastgeber erklärte später, dass er und seine Frau bemerkt hätten, dass es in seinem Haus nicht mit rechten Dingen zuginge – im Keller spuke es in Form des vormaligen Hausbesitzers.
Aufmerksam und interessiert durch diese Andeutungen, folgten der Zeuge und sein Begleiter dem Gastgeber in den Keller. Dort ereignete sich nichts Besonderes, doch der Zeuge war aufgrund der Schilderungen seines ehemaligen Kollegen (den er seit mindestens 1994 kannte) leicht verstört.
Man kehrte in die Wohnstube zurück und unterhielt sich noch über allerlei Themen. Spät in der Nacht machte sich der Zeuge auf den Heimweg, setzte den anderen Kollegen zu Hause ab und erlebte schließlich allein etwas Ungewöhnliches, als er bei sich ankam:
Er parkte sein Auto wie gewohnt und stieg einen flurartigen, abgestuften Treppenaufgang hinauf (mehrere Plateaus durch Treppen verbunden). Am ersten Treppenabsatz bemerkte er beiläufig eine Katze, die etwas fülliger war als eine gewöhnliche Hauskatze – ihr Fell war dichter, und sie wirkte insgesamt voluminöser, als er es kannte.
Aus unerklärlichen Gründen stieg er nicht sofort weiter, sondern beobachtete die Katze unverwandt, ohne sie stören zu wollen (er hatte das Gefühl, sie nicht durch hastige Bewegungen zu vertreiben zu wollen). Doch bereits jetzt wunderte er sich über sein eigenes Verhalten.
Die Katze bewegte sich langsam zum nächsten Treppenabsatz und dann zum darüberliegenden Plateau. Dort drehte sie sich kurz zum Zeugen um, schloss die Augen für einen Moment und öffnete sie wieder. Bis dahin hatte der Zeuge nur registriert, dass das Tier größer und buschiger war als eine normale Hauskatze.
Ihr Fell beschrieb er als grau bis anthrazitfarben (teilweise beleuchtet vom Schein einer Wegelaterne). Als die Katze etwa 15 bis 20 Meter von ihm entfernt war, gab der Zeuge seine Zurückhaltung auf und stieg die nächste Treppe hinauf.
Die Katze hatte unterdessen einen Jägerzaun (Art und Weise eines Jägerzauns) erreicht, der zu einem Vor- oder Hintergarten eines Nachbarn führte (ein Zaun mit Querstreben und rautenförmigen Aussparungen).
Sein Blick blieb die ganze Zeit auf sie gerichtet. Er betont, dass es keinen Kontakt mit anderen Tieren in der Nähe gegeben haben könne, bzw. Verwechslung mit solchen.
Die Katze hätte problemlos durch die Zaunlücken schlüpfen können, tat es aber nicht. Stattdessen richtete sie sich auf ihren Hinterpfoten auf, stützte sich am Zaun ab und schien „länger“ zu werden, als er sie zuvor wahrgenommen hatte.
Sie hielt sich am oberen Zaunrand fest und erklomm ihn langsam, fast wie in Zeitlupe – Pfote um Pfote. Der Zeuge war völlig perplex und wie erstarrt.
Auf der anderen Seite angekommen, richtete sich die Katze auf zwei Beinen auf – doch sie war keine Katze mehr. Stattdessen sah der Zeuge eine kleine, etwa 130 bis 140 cm große Gestalt in einem dunklen Kapuzenumhang.
Unter der Kapuze erkannte er zwei schimmernde, mandelförmige Augen, die vom Licht der Laterne angestrahlt wurden. Die Gestalt hielt einen silbernen Stab oder eine dünne Röhre in der rechten Hand. Haut und Gesicht wirkten zementgrau.
Die Augen erschienen ihm fremdartig, fast hypnotisch – ähnlich dem Blick einer Hauskatze, wenn sie einen fixiert, doch von goldener bis bernsteinfarbener Tönung.
Der Zeuge fühlte sich wie gelähmt, unfähig zu reagieren oder klar zu denken. Die Gestalt ging rückwärts ins Dunkle, ohne ihn aus den Augen zu lassen.
J.D.S. stand noch ein bis zwei Minuten erstarrt da, bis ihm die Schlüssel aus der Hand fielen (seine Hände und Knie fühlten sich „wie Gummi“ an). Erst nach einer Weile konnte er sich fassen und ging ins Haus. Die folgende Nacht verbrachte er schlaflos mit zittrigen Händen.
Er sah teilnahmslos fern, ohne das Programm wahrzunehmen. So der Bericht des Zeugen. Ich habe ihn lange nicht gesehen, doch er ist nicht dafür bekannt, Unsinn zu erzählen. In der Familie genießt er einen seriösen Ruf. Als er mir von dem Erlebnis berichtete, wurde er sichtlich aufgeregt und begann zu zittern.
Liebe Grüße an dich,
Maerfyn
