⚜️Savonarolas Visionen: Ahnensimulation oder Chrononauten?

Girolamo Savonarola [1452-1498] war ein italienischer Dominikaner, Bußprediger und Kirchenreformator, der zu Florenz ein feuriges Ende genommen hat.
Zuvor hatte er versucht, in der toskanischen Metropole einen „Gottesstaat“ mit der Bibel als „Gesetzbuch“ zu errichten, ein „wahres“ Rom als Alternative zum Vatikan, der unter dem Borgia-Papst Alexander VI. seinen moralischen und religiösen Tiefpunkt erlebte:
Während Alexander seine leibliche Tochter Lucrezia beschlief, brachte dessen Sohn Cesare seinen Bruder Juan als „Konkurrenten“ um und war daneben im Auftrag seines Vaters mit Landraub, Vergewaltigung und Mord beschäftigt.
Wer Bücher über diese Zeit liest, wird feststellen, dass Savonarola attestiert wird, dass er nicht eigendynamisch zum Reformator aufgestiegen ist, sondern durch „Visionen“, „Gesichte“ und „Schauungen“.
Er war ein Getriebener, letztlich nur das Werkzeug in den Händen „Anderer“?
Ganz ähnlich übrigens wie die Französin Jeanne d'Arc, die auch „geleitet“ wurde und so Weltgeschichte machte! Savonarolas Missionstätigkeit widersprach stark seinem in sich gekehrten Naturell, ein Einzelgänger und Leisetreter sonst, der plötzlich zum begnadeten Tribun und Volksredner wurde.
Zum Thema Savonarola habe ich ein paar Bücher gekauft, um herauszuarbeiten, WAS der Dominikaner tatsächlich „gesehen“ oder „erlebt“ hat:
Horst Hermanns Biographie „Der Ketzer von San Marco“ ist eigentlich keine, da „Savo“, wie wir ihn liebevoll und brüderlich nennen wollen, kaum vorkommt bzw. höchstens eine Nebenrolle spielt. Aber wir erfahren, wie er war und wie er wurde.
„…richtete er als Prediger bei dem geschmäcklerischen Publikum der Medici-Hauptstadt nicht sonderlich viel aus. Seine Stimme ist schwach und unausgebildet, seine Mundart gibt Anlass zu Spott, seine Gesten bleiben linkisch. […] Er verliert ständig Hörer und wird schließlich, nach einigen Aushilfspredigten an anderen Orten, zu Anfang des Jahres 1447 wieder nach Ferrara zurückberufen“.
Dann, nur kurz darauf, motiviert durch besagte „Visionen“, ändert sich das Bild:
„Der Frate scheint wie umgewandelt zu sein, und der äußere Erfolg, auf den er so lange warten musste, stellte sich nun wie von selbst ein. […] …und Girolamo Savonarola macht sich, von seinen Traumgesichten unterstützt, unverdrossen daran, die Bastion des ‚Stadttyrannen’ [=Lorenzo de’ Medici] zu schleifen“.
Lorenzo flieht und Savo prophezeit die Ankunft des französischen Königs Karl VIII. und dessen, letztlich leider vergeblichen, Feldzug gegen den „Antichristen“ im Vatikan, Alexander! Die Franzosen rücken in Florenz ein und finden in Savo einen glühenden Unterstützer:
„Die Stadt wird zur Führung des französischen Wappens ermächtigt, die Florentiner genießen künftig alle Vorrechte der Franzosen! […] …und so veröffentlicht er […] am 15. August 1495 […] den Abriß seiner Offenbarungen, [=der] sofort zu einem literarischen Ereignis wird.“
Wir wissen also nun zumindest, dass die Zukunftsschau eine von Savos Steckenpferden war, die er jedoch wieder einbüßte, was seinen Untergang - und letztlich den Scheiterhaufen - bedeutete.
Daneben wird noch erwähnt, dass ein Mitbruder Savos namens Silvester „Nachtgesichte“ hatte, also nächtliche Visionen.
Wir können feststellen, dass der von Natur aus unbegnadete Savo, bedingt durch Zukunftsschau, Rhetorik und Visionen die Medici aus Florenz vertrieb und die Stadt zu einem verlässlichen französischen Verbündeten machte. Sowohl bei Jeanne d'Arc als auch bei Savo waren die „überirdischen“ Einflüsterer ausgesprochen franzosenfreundlich!
In „Leonardo Da Vinci“ von Dmitri Mereschkowski bekommen wir ein klares Bild davon, WAS Savo zu „Gesichte“ bekam:
„Eines Nachmittags, gegen Ende des Karnevals 1496, saß Girolamo Savonarola in seiner Zelle am Arbeitstisch und zeichnete eine Vision auf, die ihm Gott kürzlich gesandt hatte. Zwei Kreuze schwebten über der Stadt Rom, ein schwarzes in todbringendem Sturmwind […] und ein anderes, strahlend in Himmelsblau“.
Dass solch fliegende Kreuze immer wieder beobachtet wurden und werden, ist nicht ganz unbekannt!
Zwischenresümee
Bis in die heutige Zeit hinein haben „Aliens“ ein ausgesprochen großes Interesse an Politik, bei der sie auch kräftig mitmischen.
Nicht direkt, sondern durch „Mittelsleute“, die sie durch Visionen, Erscheinungen und vorübergehende Talente befähigen, ins politische Zeitgeschehen einzugreifen.
Aus einem unbedeutenden Mönchlein wird, praktisch über Nacht, ein demagogischer Rhetoriker, der die Medici aus ihrer Stadt vertreibt und aus einer minderjährigen Bäuerin eine Feldherrin, die den Engländern in Frankreich ihre Grenzen aufzeigt und bis dahin unbekannte Kriegstaktiken anwendet.
Bei beiden verblassen ihre schier übernatürlichen Fähigkeiten, nachdem sie ihre Ziele erreicht haben und von ihrem Supervisor verlassen wurden! Beide wandern in die Flammen. Irgendjemand betreibt Geschichtskorrektur, oder erleben wir die Spielarten einer „Ahnensimulation“?ʬ
Die „Wilden Talente“ des
Girolamo
Maria Francesco Matteo Savonarola
Zu Savonarola [kurz Savo] habe ich mich hier bereits oben geäußert! Das Merkwürdige an dem Mönch ist, dass er erst durch ein „übersinnliches“ Erweckungserlebnis zu dem wurde, was er war:
Anfänglich eher lau im Ehrgeiz, und ein solch schlechter Prediger, dass er abberufen wurde, um etwas anderes zu tun, als seine Zuhörer einzuschläfern, wandelte er sich innerhalb von Tagen zu einem Tribun und Volksredner, mit bis zu 20.000 Zuhörern, und der Mission, den italienischen Klerus einer moralischen Säuberung und Läuterung zu unterziehen und diesen wieder zu den Fundamenten des Christentums zurückzuführen.
Er kündigte die Ankunft französischer Truppen in Florenz und Restitalien an, was damals nicht absehbar war, und als die Franzosen unter Karl VIII. tatsächlich einrückten, tat Savo alles, um sie als Ordnungsmacht in Italien zu etablieren und auch den Inzest-Papst Alexander VI., in einem offen gelebten sexuellen Verhältnis zu seiner Tochter Lucrezia lebend, zu vertreiben, dessen Sippe in Rom – und weit darüber hinaus – durch Mord, Totschlag und ungezählte Vergewaltigungen für Aufruhr sorgte.
Was genau ihn angestachelt hatte, blieb unklar, bis er eines Tages berichtete, „einer der vierundzwanzig Ältesten sei ihm erschienen“.
Diese „Ältesten“ spielen im vierten Kapitel der Offenbarung des Johannes eine Rolle. Darin heißt es:
„Und um den Thron waren vierundzwanzig Throne, und auf den Thronen saßen vierundzwanzig Älteste, mit weißen Kleidern und von dem Thron gingen aus Blitze, Stimmen und Donner; und sieben Fackeln mit Feuer brannten vor dem Thron“.
Wir wissen nicht, wer das UFO, also den „Thron“ steuerte, doch müssen Savos Pläne mit dieser Sichtung in Zusammenhang stehen.
Nicht unähnlich übrigens zu den Erlebnissen der Jeanne d'Arc, deren „Begegnungen“ ich ebenfalls reichlich ausgebreitet habe!
Sie brillierte nach ihren „Nahbegegnungen“ mit militärischem Wissen und führte ihre Truppen von Sieg zu Sieg; Savo konnte plötzlich als Redner Massen begeistern und sah als „Prophet“ zukünftige Ereignisse:
„Der gehemmte Prediger, der gelehrte, aber unbeholfene Lektor von St. Marco verwandelte sich in einen Propheten. […] Vielleicht erschreckte ihn die Plötzlichkeit dieser Erleuchtung und er fragte sich, weshalb Gott ihn, den beschriebenen kleinen Prediger, gewählt hatte, um der Welt derart unliebsame Wahrheiten zu verkünden“.
Interessant ist, dass Savo in ekstatische Zustände geriet, die ihn, im wahrsten Sinne des Wortes, „erleuchteten“:
„…wie Savonarolas Haupt von einem Lichtschein umgeben war, während er fünf Stunden unbeweglich in Ekstase verharrte“.
Es fehlte auch nicht an positivem Feedback der unbekannten Intelligenz, die Savo as ihr Werkzeug benutzte:
„Dann aber hatte ihn eine Stimme […] angefleht, weiterhin zu predigen, wie er es seit kurzem tat.“
Aber es gab auch handfeste Unterstützung, um Savo den Nimbus des Propheten zu geben und somit auch die Macht in der Politik etwas zu bewegen.
Kaum hatte er „Blutregen“ in Siena angekündigt, so kam dieser wie gewünscht herunter. Wettermanipulation ist kein schweres Geschäft, wenn man weiß, wie man es anstellen soll, und es macht Eindruck!
Savo wurde zu etwas gemacht. In dem Kontext hatte er auch himmlische Visionen:
„Am 20. April [=1492] sprach er auf der Kanzel von einer außergewöhnlichen Vision. Zwei Kreuze waren ihm erschienen. Das eine war schwarz und hing über Rom. […] Das zweite, goldgleißende Schwert erhob sich im heiteren Himmel über Jerusalem.“
Wie ein Blick in die Ufogeschichte zeigt, sind „Himmelskreuze“ zu allen Zeiten erschienen! Dies alles geschah, „während in Florenz ein immer größeres Publikum […] in Erwartung der ‚Zeichen des Himmels’ lebte.“
1494, flankiert von französischen Truppen, erschienen sie dann! Savo hatte sie angekündigt und „jemand“ sorgte dafür, dass das Spektakel zu sehen war:
„…drei Sonnen am Himmel, ein Heer von himmlischen Reitern, […] Menschen- und Tierungeheuern. Kurz eine Vielzahl von Wunderzeichen, die ‚einen unglaublichen Schrecken’ verbreiteten.“
Kurz darauf, am 3. September 1494, kam Karl VIII Gesellschaft mit seinen Mannen nach Italien! Genau in dieser Reihenfolge von Savo angekündigt!
Kein Wunder, dass er darauf so fest im Sattel saß, dass er sich mit Alexander VI. im Vatikan anlegte, bis auf Sexpartys mit seiner Tochter, „politischen“ Morden, dem Raffen von Geld und Verkehr mit Damen des horizontalen Gewerbes, hatte dieser bisher nämlich noch nichts geleistet!
„Dass Savonarola zu jener Zeit Visionen hatte, bezeugten seine Mitbrüder und betonte auch er selbst immer wieder. Diese Visionen erfassten ihn meist in seiner Zelle, versetzten ihn nächtelang in Verzücken und ließen ihn am frühen Morgen erschöpft zurück. Zuweilen bemächtigten sie sich seiner auch auf der Kanzel. Dann wurde er von einem solchen Eifer, von einer solchen mystischen Verzückung erfasst, dass seine Zuhörer mitgerissen wurden und die Menge in Seufzer, Schreie und Stöhnen ausbrach“.
Savo offerierte Karl ein „großes Königreich“ und meinte, alle Völker Italiens würden ihm gehorchen. Doch zeigte sich, dass der Mönch der größere Mann war. Der französische König verließ Italien, womit auch Savos „Wilde Talente“ verebbten:
Die „Wunder“ blieben aus, die himmlischen Stimmen sprachen nicht mehr zu ihm, die Prophezeiungen liefen ins Leere und letztlich landete Savo auf dem Scheiterhaufen, wie vor ihm Jeanne d'Arc!
Zwischenresümee
Gemäß meiner Zeitreise-Hypothese könnte man vermuten, dass die Chrononauten in Frankreich ansässig sein werden; immerhin setzte Jeanne d'Arc der englischen Besatzungsmacht zu, während Savo bemüht war, Italien unter französischen Einfluss zu bringen und die Kirche zu reformieren.
Hätte sich Savo durchsetzen können, hätte Luther keinen Bedarf an einer Reformation mehr gehabt und somit wäre auch der Dreißigjährige Krieg nie ausgebrochen.
Zumindest auf Zeit hätten „Knabenliebe“ und Korruption im Vatikan, und darüber hinaus, ein Ende gefunden!
Wenn ich mir beide Fälle so ansehe, habe ich nicht den Eindruck, dass hier physische Wesen involviert waren; möglich wären quasimaterielle, von einer künstlichen Intelligenz in die Vergangenheit geschickte Hologramme, mit der Aufgabe, wenn möglich, die Geschichte zu verändern.
Dabei suchte man sich passende Probanden, stattete sie auf Zeit mit obskuren Fähigkeiten aus und betrieb etwas „Himmelsspuk“ als begleitende Maßnahme, um ihnen so eine gewisse Reputation zu verschaffen – immerhin stand man ja mit „höheren Mächten“ in Verbindung und war Botschafter eines übergeordneten Willens!
Nachdem die Projekte gescheitert waren [Savo] oder erfolgreich durchgeführt wurden [Jeanne d'Arc], ließ man die „Werkzeuge“ fallen; man brauchte sie nicht mehr!ʬ [Quelle]

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