Dass ich in einem Sagenband nicht einen einzigen Hinweis auf UFObs aka Kugellichter entdeckt habe, ist mir bisher noch nie untergekommen! Diese „Premiere“ stellte sich bei der Folkloristin und Schriftstellerin Gisela Schinzel-Penth ein, genauer in ihrem Buch „Sagen und Legenden um das Berchtesgadener Land“.
Die Sache ist kurios, da ich den Band erworben habe, um mir einen Überblick über die Situation in Marktschellenberg zu verschaffen; dort hatten sich ab 2000 „moderne“ Kugellicht-Berichte eingestellt.
Dessen ungeachtet war der Band nicht ganz uninteressant, vor allem in Hinblick auf den Untersberg.
Glaubt man den Chronisten, so siedelte dort das „kleine Volk“, Gestalten, den Zwergen nicht unähnlich. Dazu Menschen, die aufgrund ihrer Kleidung aus anderen Jahrhunderten stammen dürften. Ob diese freiwillig dort sind, ist unklar.
Wer denkt da nicht an die Schilderung der amerikanischen Abductee Andreasson-Luca, die Menschen aus verschiedenen Kulturen und Zeiten in Glassärgen gesehen hatte, in UFOs ausgestellt?
Beliebt ist das Erzählmotiv der eisernen Tür im Berg, die offen steht und mit Schätzen in einen Raum lockt. Das erinnert an die Missing-411-Fälle, in denen saftige Beeren an Sträuchern zur Falle werden!
Ist man in einer dieser Untersberg-Kammern, fällt gerne die Tür zu; angeblich Entkommene berichteten darüber.
Offenbar wissen die Herren vom Berg auch über die Zukunft Bescheid und einen finalen Krieg. Wer denkt da nicht an die bekannten „Seher“ aus Bayern?
In der Vergangenheit hat es sich bewährt, Sagen nach Phänomenen zu gliedern, deshalb wollen wir es jetzt auch so halten!
→ Einem Viehhüter, der in einer Hütte auf der Schapbachalm übernachtete, wurde gegen Mitternacht von einem Poltergeist übel mitgespielt:
Es brauste durch die Stube, ihm wurde die Decke weggerissen und das Bett bewegte sich „eigendynamisch“. Er ergriff die Flucht, begegnete aber an der Tür dem vermeintlichen Verursacher:
„Ein riesiges Gespenst versperrte ihm den Weg und starrte ihn mit Augen wie glühenden Kohlen aus einem zu einer furchterregenden Grimasse verzerrten Gesicht an. Er [=der Viehhüter!ʬ] war vor Grauen wie gelähmt und musste hilflos zusehen, wie das unheimliche Wesen ständig sein Aussehen veränderte und sich in anderen, noch abscheulicherem Gestalten zeigte. […] … und zerfiel dann vor seinen Augen zu Staub“.
Der Hinweis auf den Gestaltwandel ist interessant; offenbar konnte sich die Entität nicht so richtig auf ihr Gegenüber „kalibrieren“ / einstellen, eine passende Form annehmen – dies kommt manchmal vor.
Dass „Paranauten“ je nach Weltgegend in anderer physischer Form auftauchen, ist bekannt; das Phänomen „wechselwirkt“ mit dem / den Zeugen!
Ggf. gibt es kein „externes“ Phänomen und lediglich das menschliche Bewusstsein interagiert mit der Realität. Aus dieser Interaktion entstünden dann die Entitäten in Form von Tulpas – quasimaterielle, zeitlich befristete Anomalien, die sich nach einer Weile ins Nichts aufzulösen vermögen.
→ Die erwähnten Untersberg-Zwerge sehen übrigens interessant aus:
„Die Zwerge haben zwar eine menschenähnliche Gestalt, […] ihre Gesichtsfarbe ist aschgrau oder schwarz, den im Verhältnis zum Körper übermäßig großen Kopf deckt ein breitkrempiger Hut oder die Tarnkappe, den übrigen Körper eine grobe Kleidung von grauer, oft schwarzer oder brauner Farbe“.
Besser kann man einen heutigen „Grey“-Alien wohl kaum beschreiben. Nur müssen die Zwerge heute UFO fliegen und so tun, als seien sie „Aliens aus dem All“.
Die Tarnung funktioniert ganz gut bis jetzt. Auch die Tarnkappe darf nicht mehr Tarnkappe sein, sie ist jetzt „Unsichtbarkeitstechnologie“.
Uralter Sagenstoff in futuristischer Verkleidung!
Hier hat das „Phänomen“ oder das Bewusstsein des Zeugen aus Zwergen Astronauten gewichtelt!
→ „Im Jahre 1713 trieb ein Hirt von Gröding beim Sternenlicht seine Herde nach Hause, da trat ein kleines Männlein aus dem Wunderberge und winkte. Unverzagt folgte ihm der Hirt in das Innere des Berges hinein. Sie kamen in einen hell erleuchteten Raum. […]
Sodann war alles verschwunden und zerstoben, der Hirte plötzlich außerhalb des Berges und auf seinem Heimweg entrückt.“
→ Ein Kutscher aus St. Zeno erhielt, heute würde man sagen, einen „Schlafzimmerbesuch“:
Er zog sich gerade aus, „als plötzlich die Tür seines Zimmers lautlos aufsprang, obwohl er sie fest verschlossen und verriegelt hatte.
Erstaunt wollte er sie wieder zumachen, doch da kam ein langer Zug von kleinen, dunklen Männchen herein, die paarweise nebeneinander gingen.
Sie schritten schweigend durch das Zimmer, ohne auch nur im Geringsten auf den Kutscher zu achten. Als sie beim Fenster angelangt waren, sprang dieses – auf ebenso geheimnisvolle Weise wie zuvor die Türe – von selbst auf. Die sonderbare Prozession stieg hindurch und verschwand. […].“
Diese „Prozession“ erinnert an Paranauten, die fest gefügten Wegen folgen müssen. Man denke da an die mythologischen schwarzen Hunde, die sich auch von Wänden und Zäunen nicht abhalten lassen und durch diese hindurchgeistern!
Ganz so „elusiv“ waren unsere Zwerge in dem Fall jedoch nicht; sie konnten nur durch die offene Tür bzw. durch das offene Fenster hindurch.
Der Slender-Man & weitere Phänomene
→ In der Holzstube zu Wimbach soll sich ein großer, schwarzer Mann getummelt haben, heute hätte man ihn als „Slender-Man“ tituliert!
Der trampelte gerne herum, Ohren- und Augenzeugen konnten aber nicht so einfach auf und davon:
„Der Mann wollte aufspringen und davonlaufen. Aber zu seinem großen Entsetzen verweigerten ihm seine Glieder den Dienst. Er vermochte es nicht, auch nur den kleinsten Finger zu rühren.“
Er war „gebannt“, ein altes Sagenmotiv beim Erscheinen paranormaler Entitäten. Heute erklärt uns die Ufologie den Effekt mit UAP-Superstrahlen, die Menschen paralysieren sollen!
UFOs, ihre Besatzungen und ihre Effekte sind eine modernisierte Form der Folklore bzw. der entsprechenden Überlieferungen!
Die vermeintlichen Außerirdischen haben nichts Neues zu bieten; jeder Aspekt des Phänomens taucht bereits irgendwo auf, wenn auch unter anderen Vorzeichen und Bedingungen!
Es wird gerne behauptet, der Slender Man sei eine neumodische Erfindung, hierzu Wikipedia:
„Der Slender Man (dt. Schlanker Mann), auch Slenderman geschrieben und manchmal kurz Slender genannt, ist ein fiktives Wesen der Internetkultur, ähnlich dem „Kunekune“ und „Hanako, dem Klogeist“.
Er wurde 2009 für einen Internet-Fotowettbewerb erfunden und trat anschließend als Meme in Fotos, Videos, Liedern, mehreren Computerspielen und in dem gleichnamigen Kinofilm Slender Man (2018) auf.“
Das mag für den Namen richtig sein, die Figur selber ist aber schlecht erfunden, da sie einem „hochgezogenen“ MIB gleicht, nicht sehr originell.
Als Gestalt bevölkert sie die Sagenwelt und pocht mit knochigen Fingern seit Jahrhunderten an, sichtlich erstaunt, heute als „Slender“ zu firmieren!
Der Sohn eines Schneiders ging unweit Reichenhall seines Weges, begleitet von seinem Hund. Doch dann gesellte sich noch ein weiterer „Wanderer“ hinzu:
„Kaum war er bei der Wegscheid angelangt, da befand sich plötzlich ein völlig schwarz gekleideter Mann neben ihm, dessen Gesicht unter dem schwarzen Hut nicht zu erkennen war. […]
Der Bursche beschleunigte seine Schritte, um den Unliebsamen abzuschütteln. Aber es gelang ihm nicht. Der Unheimliche folgte ihm wie ein Schatten und wich ihm nicht von der Seite. […]
Völlig ungerührt schritt der Fremde neben ihm her und sprach kein einziges Wort, ja, er gab nicht einmal den geringsten Laut von sich, als könnte er überhaupt nicht sprechen. […]
Als sie bei der Däumersbrücke angelangt waren, blieb der schwarze Mann ganz unvermittelt stehen“.
Der junge Mann und sein Hund machten sich auf und davon.
Flüsse und Ströme haben oft eine „anhaltende“ / stoppende Wirkung auf Paranauten! In der Sage begegnet uns auch der OZ-Faktor, nichts Neues auf der Erdenscheibe!
Auf die merkwürdigen „Türen“ im Untersberg habe ich schon weiter oben hingewiesen. Womöglich haben diese die Funktion einer „Falle“, um unvorsichtige Personen einzuheimsen. Zumindest liest es sich so:
→ „Im gleichen Augenblick schlug die eiserne Türe wie von Geisterhand bewegt mit lautem Krachen zu, so rasch, dass dem Knaben, der als letzter hindurchgelaufen war, noch der Absatz vom Schuh abgeschlagen wurde.“
Und:
→ „[…] da kam es ihm ganz so vor, als sehe er in den Berg hinein und darin eine besondere Welt mit einem Tageslicht, wie wir es haben. Die Türe aber blieb kaum eine Minute lang offen; als sie zuschlug, hallte es mächtig in den Berg hinein“.