Statistisches Material zu meiner These habe ich zwar nicht, könnte mir jedoch recht gut vorstellen, dass die Begegnung mit einem Verstorbenen („letzter Abschied“) zu den sehr häufig erlebten Anomalien gehört, die auftreten, wenn Blutsverwandtschaft oder Freundschaft eine Rolle spielen.
Dies geschah auch dem Soldaten Bernhard Ramcke, der sein Erlebnis in seinem Buch „Vom Schiffsjungen zum Fallschirmjäger GENERAL“ beschreibt. Der Vorfall spielte sich im Ersten Weltkrieg an der Westfront ab. In der Regel „melden“ sich gefallene Soldaten bei ihren Angehörigen, doch in diesem Fall war es anders:
„Am 6. Oktober 1916 hatte ich im vorderen Graben der Bamburg-Stellung ein eigenartiges, mich tief ergreifendes Erlebnis. […] Da sah ich plötzlich ganz deutlich vor mir das Gesicht meines Vaters, hörte ihn sprechen, leise mahnende Worte. Da wurde die Stimme schwächer, und sein Gesicht, ganz eingefallen und wachsbleich, zerfloss im Dunkel der Nacht.“
Kurz darauf traf ein Telegramm mit der Todesmeldung des Vaters ein! Eine weitere „Vision“ ergab sich bei der Beerdigung:
„Als ich […] am noch offenen Sarg meines Vaters stand, sah ich dasselbe Gesicht wie vor der Bamburg-Stellung in Flandern“!ʬ
