„UFOs over Romania“ ist so genial, dass ich es kurzerhand und rückwirkend zum „Buch des Jahres 2016“ [Erscheinungsdatum] gemacht habe.
Ufologisch gesehen ist Rumänien das Brasilien Europas, so interessante Fälle kenne ich sonst nur aus Übersee! Die Rezension ist etwas umfangreicher – es macht Sinn, den Text zu kopieren und auszudrucken!
Über UFOs in Rumänien ist relativ wenig zu erfahren, da englischsprachige Publikationen nicht erhältlich sind und kaum einer im Westen Rumänisch kann.
Von daher hat es sich gut getroffen, dass „UFOs over Romania“ von Dan D. Farcas [Ph.D.] erschienen ist.
Bereits beim ersten Durchblättern ist mir aufgefallen, dass die dortigen Berichte einen relativ hohen „Strangeness-Grad“ aufweisen, der Oz-Faktor sprang mir sofort ins Auge und auch die quasiintelligenten Lichtkugeln spielen dort eine große Rolle!
Ich lasse übrigens bei der Besprechung die ganzen Ober-, Seiten- und Unterpunkte/-striche des Rumänischen weg. Also statt „Letopisețul țărâi Moldovei“ schreibe ich „Letopisetul tarai Moldovei“, mitlesende Rumänen mögen mir dies nachsehen… ^^
Werfen wir also einen gepflegten Blick ins Land der Strigoi!
→ Den ersten [indirekten] Kontakt mit dem UFO-Phänomen hatte der Autor durch seine Großmutter. Diese beschrieb, dass in ihrer Jugend gelegentlich Lichter über die Häuser ihres Geburtsortes flogen.
Volkstümlich machte man daraus den „Mann mit der Laterne“. In zumindest einem Fall gingen die Pferde durch, als diese „Himmelslaterne“ erschien, und der gezogene Fuhrwagen kippte in den Dreck. [S. 1]
→ Direkten Kontakt zum Phänomen hatte er am 6. September 1978. Er war mit einem Freund auf der A¹ im Wagen unterwegs.
Sie befanden sich 20 Kilometer von Bukarest entfernt, als ein lautloses Licht am Himmel auftauchte, welches aussah wie ein einzelner Autoscheinwerfer.
Es kam auf das Fahrzeug zu, querte die Straße und verschwand. Beim Überfliegen nahm die Lichtintensität der Erscheinung ab. Die Sichtungsdauer lag bei 30 Sekunden. [S. 1f]
→ Der Ufologe Calin Turcu fand bis zum Jahr 1800 über 60 beschriebene „Himmelsanomalien“ über dem Territorium Rumäniens. Darunter befinden sich sicherlich auch natürliche, damals unverstandene Phänomene. [S. 3]
→ 20.12.1853: Über Sibiu wurde gegen 21 Uhr eine konisch geformte „Wolke“ am Himmel beobachtet, die um ihre Achse rotierte. Diese steuerte dann den Ort Sfanta Elisabeta an. Beim Flug machte das „Ding“ Geräusche wie eine anfahrende Eisenbahn. Die Intensität des Geräusches nahm wahlweise ab und wieder zu. [S. 5]
→ In Sighisoara [Schäßburg], Transsilvanien, befindet sich eine Bergkirche aus dem 13. Jahrhundert. Dort sieht man auf einem Fresko in der Sakristei – siehe das Titelcover des Buches! – ein Gebäude und darüber ein „Objekt“. Es stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1523. Der Künstler ist ebenso unbekannt wie die Bedeutung des Motivs. Direkt darunter steht: „Israel vertraue auf den Herrn“ (Psalm 130,7). [S. 8]
→ Im Januar 1913 spielte sich ein UFO-Flap ab. In den rumänischen Zeitungen erschienen 14 Artikel, in denen 23 Reporte präsentiert worden sind.
Berichtet wurde über hell erleuchtete Objekte am nächtlichen Himmel, die mit hoher Geschwindigkeit dahinzogen bzw. sich erratisch bewegten und dabei vor allem über den Militärstützpunkten in Focsani, Iasi, Braila und Targoviste beobachtet wurden. [S. 8]
→ Ein Report, der mich an eine deutsche Sage erinnert [=Lichter, die um Schafe kreisen], stammte vom Bauern Ion Bunescu, der im Juni 1926 ein Rind nach Leurda trieb.
Es war schon nach Mitternacht, als aus Richtung der Stadt Cârța ein Licht erschien, welches auf ihn zuflog, kurz hinter Hügeln verschwand und dann über ihm auftauchte. Es war so hell, dass es die ganze Umgebung illuminierte.
Es hatte die Form einer Kugel und leuchtete auch den Fluss Olt aus, der rund vier Kilometer entfernt war. In diesem lautlosen Licht befand sich eine dunkle Struktur, die ihn an ein Boot erinnerte. Er schätzte die Länge auf drei Meter, die Breite auf zwei Meter.
Von diesem UFO ging ein starker Wind aus, der ihn kopfüber bis zu den Füßen umwehte. Die Erscheinung ließ von ihm ab, flog entlang des Flusses davon und verschwand. Interessant war die Deutung des Geschehens durch die Personen, denen er von diesem Vorfall erzählte.
Die alten Herrschaften identifizierten dieses Licht als „Strigoi“ [„Vampir“]. Der Strigoi vermag nämlich seine Erscheinung zu verändern, offenbar bewegt er sich auch als Lichtkugel durch die Lüfte. [S. 9]
Für mich war das neu, allerdings gibt es auch im deutschsprachigen Raum mythologische Gestalten, die sich in helles Licht verwandeln können [=Klabautermann].
Die Parallele zum Chupa-Chupa-Phänomen in Brasilien ist an der Stelle signifikant. „Beißer“, die extrem helles Licht ausstrahlen, kennt man auch am Amazonas, nicht zu vergessen der „Lichterzauber“ am Djatlow-Pass!
→ Der erste UFO-Club wurde 1971 von dem Literaten und Schriftsteller Ion Hobana gegründet und nannte sich „Wissenschaftlicher UFO-Kreis“. Tatsächlich waren mehrheitlich Akademiker Mitglied, die Falluntersuchungen durchführten und die Ergebnisse diskutierten.
Etwa ab 1974 schliefen die Aktivitäten wieder ein und andere Vereinigungen schlossen sich zusammen, um das UFO-Rätsel zu lösen. [S. 32]
→ Das Thema der „interaktiven“ und „quasiintelligenten“ Lichtkugeln ist auf diesem Blog ein ausgesprochener Evergreen. Gerade in historischen Texten [=Sagen] finden sich immer wieder Hinweise auf diese illuminierenden Erscheinungen, die durchaus den Eindruck machen, „belebt“ zu sein.
Im Juli 1975 erreichte die Geschichtslehrerin Margareta Ivancivo gegen 2 Uhr am Morgen den Ort Teremia Mare. Sie war mit dem Zug von Timisoara her angereist. Auf ihrem Weg nach Hause bemerkte sie vor sich eine Lichtkugel.
Diese hatte einen Durchmesser von etwa 50 bis 60 Zentimetern und wirkte so, als bestünde sie aus unzähligen Einzellichtern, die sich zu einer Kugel zusammengeschlossen hatten.
Zum Rand der Erscheinung hin ließ die Leuchtkraft nach und ging in eine Art „Nebel“ über. Der Abstand betrug etwa 10 bis 12 Meter. Dieses Licht flog vor ihr her.
Da die Zeugin keine Angst verspürte, machte sie ein paar „Experimente“, so beschleunigte sie ihre Schritte oder blieb abrupt stehen, wobei die Kugel immer den gleichen Abstand zu ihr hielt bzw. stoppte, wenn die Zeugin sich nicht bewegte.
Das ungleiche Gespann – das Licht immer voraus – erreichte nun den Wohnsitz der Frau, offenbar „wusste“ das Licht, wo sie wohnte. Sie verharrte vor dem Eingang des Hauses, flog seitlich weg und wartete, bis die Zeugin die Tür erreicht und geöffnet hatte. Anschließend stob sie davon. [S. 41f]
→ UFO-Sichtungen aus Afrika sind fast weniger bekannt als solche aus Rumänien. Von daher ist es interessant zu erfahren, was dem Kapitän Nicolae Stefanescu und seiner Crew begegnete. Sie fuhren auf ihrem Öltanker „Arges“ durch den Mosambik-Kanal [also jene Meerenge zwischen Mosambik und Madagaskar].
Am nächtlichen Himmel fiel ihnen ein weißes, strahlendes Objekt in Scheibenform auf, welches die geschätzte Größe des halben [scheinbaren] Monddurchmessers hatte und sich sehr schnell bewegte. Es war orangegelb und aus dem Zentrum der Scheibe schienen blaugrüne Strahlen.
Das Ding blieb plötzlich stehen und flog nach ein paar Augenblicken gen Osten [also Richtung Madagaskar] davon. Die Sichtungsdauer schätzten die Zeugen auf 12 Sekunden. [S. 51]
→ Die Karpaten sind ein Hotspot für UFO-Aktivität, wobei die obligatorischen Lichtkugeln zu dominieren scheinen. Erwähnt werden die Retezat-Berge in den südlichen Karpaten, dort ein Tal mit dem [passenden?] Namen „Valea Rea“, was der Autor mit „The Bad Valley“ übersetzt [=Name Game].
Genau dort stürzte am 13./14.08.1991 eine Il-18 ab, da die Crew den Landeanflug auf das Gebirge ausführte – der Autor spekulierte, dass die „Berglichter“ die Piloten irritierten und es eine Verwechslung mit dem Flughafen in Timisoara gegeben hätte. [S. 55ff]
→ Durch die Fagaras-Berge, die höchste Erhebung der Karpaten, fließt der Fluss Arges und wird dort auch gestaut, der Damm „Vidraru“ ist 166 Meter hoch und der vor ihm aufgestaute See umfasst 9 Quadratkilometer. Die Anlage wurde 1966 erstellt und ab 1968 begann die UFO-Aktivität.
Neben Lichtkugeln wurden auch scheibenförmige Flugkörper beobachtet, die in den aufgestauten See ein- bzw. ausgeflogen sind.
Der Damm bzw. die Straße auf ihm wird häufig benutzt, um die Ruinen von Poenari zu besuchen, welche auf Geheiß von Vlad Tepes aka Dracula errichtet worden waren. [S. 59ff]
→ Am 27. August 1992 gab es über Salonta gegen 22:21 Uhr ohrenbetäubenden Lärm. Hunderte von Einwohnern verließen ihr Zuhause, um nach der Schallquelle Ausschau zu halten.
Gegen 22:28 Uhr war ein Taxifahrer mit Fahrgast unterwegs. Dabei beobachteten sie ein dunkelrotes Licht, welches am Himmel entlangzog. Der Fahrer hielt an, um sich die Erscheinung näher anzusehen.
Diese reagierte auch, vollführte eine 90°-Kehre und flog direkt auf das Fahrzeug zu. Da die Zeugen einen Flugzeugabsturz befürchteten, wurde der Wagen gestartet und die Scheinwerfer eingeschaltet. Die Lichtkugel blieb stehen und schwebte auf einer Höhe von rund 40 Metern über dem Boden.
Das Ding hatte einen geschätzten Durchmesser von 3–4 Metern, auf der rötlichen Oberfläche war ein „Schattenspiel“ zu sehen, einzelne Flächen verdunkelten sich, es drehte sich entgegen dem Uhrzeigersinn. Nach rund 10 Sekunden startete es wieder und verschwand. [S. 65]
→ Am 8. November 2013 waren zwei Zeugen unweit von Bukarest mit dem Wagen unterwegs. Sie visierten gerade die A² an, als ihnen am Himmel ein zylinderförmiges, braunes Objekt auffiel, welches sich direkt an einer Überlandleitung befand und um die eigene Achse rotierte. Die Sichtung dauerte 10 Minuten, bis das Objekt plötzlich verschwand wie ausgeschaltet. [S. 83]
→ Das erste ▲ wurde in der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1995 beobachtet, ausgerechnet über einem Waffendepot in den südlichen Karpaten, unweit der Stadt Întorsura Buzăului.
Die dortigen Wachposten bemerkten helle Lichter am Himmel, die sich ihnen näherten. Als es sie in einer geschätzten Höhe von 300 Metern kreuzte, erkannten sie die dreieckige Gestalt mit abgerundeten Ecken.
Das ausgestrahlte Licht [die Farbe wird nicht angegeben] wirkte auf die Soldaten wie Neonlicht. Hinter dieser blendenden Illumination erkannten sie kleine rote Lichter an der Oberfläche. Es flog gen Întorsura Buzăului und erhellte dabei den Boden unter sich.
Interessant ist der Umstand, dass den Soldaten vom Hauptquartier ausdrücklich verboten wurde, den Eindringling unter Feuer zu nehmen – wusste man, um wen es sich handelt? [S. 94]
→ Im November 1992 stand für drei Helikopterbesatzungen eine Übung an. An Bord befanden sich jeweils ein Pilot, ein Co-Pilot und ein Techniker. Alles in allem also 9 Soldaten. Mit an Bord war auch Colonel Marcel Smolenu, der über den Fall berichtete.
Man flog auf einer Höhe von rund 100 Metern und hatte eine Geschwindigkeit von 150 km/h. Das Trio befand sich unweit der Stadt Buzau, als sich plötzlich ein vierter Flugkörper dazugesellte. Es handelte sich dabei um eine rot leuchtende Kugel mit einem geschätzten Durchmesser von 20 Metern.
Das Ding flog eine Weile neben den Hubschraubern her, beschleunigte, machte eine 90°-Kehre und verschwand. Etwa um die Zeit wurde Lieutenant Colonel Doru Dragoi am Militärflughafen in Buzau an den Radarschirm beordert.
Dort sah man, dass die drei Helikopter „Besuch“ erhalten hatten, und konnte sich das neue Radarziel nicht erklären. Nachdem dieses verschwunden und die Besatzungen der Hubschrauber gelanded waren, wurde Dragoi abermals an den Radarschirm beordert.
Dort flogen nun mehr als zehn unidentifizierte „Ziele“ in der Region zwischen Maracineni und Sapoca herum. Diese machten eine 180°-Kehre und tauchten über der Stadt Sapoca ab. [S. 110]
→ Zwerge auf und in Hügeln sind ein Evergreen der europäischen Sagenwelt. Von der Stadt Chirales aus hat man einen guten Blick auf den Hügel „Bobeica“.
Schüler einer 7. und 8. Klasse, die sich rund 200 Meter vom Hügel entfernt aufhielten, beobachteten ein weißlich illuminiertes Objekt, welches zackenförmige Ausbuchtungen hatte, die an die Spitze einer Keule erinnerten.
Das Ding bewegte sich von Süd gen Nord und hatte eine geschätzte Flughöhe von 15 Metern. Da es hinter dem Hügel verschwand, liefen die Schüler in diese Richtung.
Dort angekommen erschienen vor ihnen zwei glühende Objekte und landeten. Ufonauten tauchten auf, sie waren etwa 80 cm groß, hatten Antennen auf dem Kopf und folienartige, weiße Anzüge.
Interessant ist, dass sie den Hügel bestiegen und dort offenbar etwas zu tun hatten. Anschließend verschwanden die Entitäten wieder in ihren „Raumschiffen“ und hoben ab. Dabei „verwandelten“ sich diese in hell glühende Lichtkugeln.
Nachdem die Besucher verschwunden waren, wurde der Ufologe Adrian Patrut informiert. Am Landeplatz entdeckte er kreisrunde Spuren mit einem Durchmesser von 8 cm und einer Tiefe von 3–4 Zentimetern. Im Gras fand sich ein ovaler Abdruck mit Brandspuren. [S. 134]
→ Rumänien ist ein Hotspot für High Strangeness. Es finden sich Reporte über Shadow People und den berühmt-berüchtigten „Hat Man“, die im Rahmen des UFO-Entführungsphänomens auftauchen [S. 159].
Daneben wird der OZ-Faktor beschrieben und das gleichzeitige Erscheinen von Men in Black, die sich zuvor als „Entführer“ betätigt haben [S. 163]. Einfache Kornkreisstrukturen tauchten auf, begleitet von Lichterscheinungen [S. 177ff].
Es besteht auch ein direkter Zusammenhang zwischen mythologischen Figuren und „Ufonauten“. So kennt die rumänische Folklore die Iele, eine großgewachsene weibliche Gestalt, wahlweise weiß oder schwarz bekleidet. Diese Erscheinung taucht auch im UFO-Kontext auf [S. 171].
Besonders interessant war der Hinweis auf eine Region namens Tara Luanei. Dort verschwinden Menschen spurlos, und wenn einer von ihnen wieder auftaucht, kann er sich nicht mehr daran erinnern, was ihm geschehen ist – eine deutliche Parallele zum Missing-411-Phänomen [S. 190].
In Rumänien wurde mit Remote Viewing gearbeitet. Namentlich genannt wird ein RVler – Vasile Rudan, der sich zuvor als „Wassersucher“ / Rutengeher betätigt hat. Sein Einsatzgebiet waren militärische und archäologische Ziele. Sein Vorgesetzter war General Vasile Dragomir.
Daneben arbeitete er auch mit den höchsten Stellen des Staates zusammen, etwa mit General Ilie Ceausescu – dem Bruder des damaligen Staatsführers.
Da Rudan ständig neue Ziele erhielt und unter anderem mit Kindern arbeitete – die besonders gute Ergebnisse erreichten –, kann man davon ausgehen, dass an diesem Programm noch heute gearbeitet wird. [S. 189]
Resümee
Für mich eines der interessantesten Bücher der letzten Jahre. Rumänien ist nicht nur ein Hotspot für UFO-Aktivität, sondern auch Zentrum der „High Strangeness“ in Europa. Wer weiterführende Kontakte oder Informationen über die dortigen Aktivitäten haben sollte, möchte mich bitte kontaktieren!ʬ
