Jeder Ort auf der Erde trägt die Spuren seiner Bewohner – durch ihre Geschichten, ihre Kultur und ihre Erlebnisse. Ähnlich scheint es auch mit jenen „Orten“ zu sein, die jenseits unserer bekannten Realität liegen.
Das sind die extradimensionalen oder jenseitigen Sphären, in die manche Menschen durch Nahtoderfahrungen (NTE) kurz einzutreten glauben.
Wenn man den überlieferten Berichten Glauben schenkt, deuten viele Erlebnisse auf eine Welt jenseits der unseren hin. Eine Welt, die bevölkert ist von fremdartigen, oft lichtvollen Wesen und geprägt von einer unbeschreiblichen Atmosphäre.
In zahlreichen Fällen werden diese Begegnungen in religiösen Begriffen geschildert. Das dürfte vor allem daran liegen, dass den Erlebenden keine anderen Begriffe zur Verfügung stehen, um eine zutiefst außergewöhnliche, innerlich ergreifende und letztlich unbeschreibliche Erfahrung in Worte zu fassen.
Wie George Gallup jr. einst in „Adventures in Immortality: A Look Beyond the Threshold of Death“ bemerkte:
„In einer Anzahl von Fällen werden diese Wesen mit traditionellen religiösen Termini beschrieben. Das kommt wahrscheinlich daher, dass das die einzige menschliche Terminologie ist, die ihnen zur Verfügung steht, um eine Erfahrung zu beschreiben, die im Grunde unaussprechlich und unbeschreiblich ist.“
Was geschieht nach dem Tod?
Wenn es eine Frage gibt, die wohl jeden Menschen irgendwann beschäftigt, dann ist es die nach dem, was nach dem Tod geschieht. Zwei große Denkrichtungen stehen sich gegenüber:
Der materialistische Standpunkt: Diese Richtung, vor allem in der modernen Wissenschaft beheimatet, betrachtet den Menschen als biologisches System, das nach Erschöpfung seiner Funktionen unwiderruflich in einen Zustand völliger Bewusstlosigkeit übergeht – einen traumlosen, endlosen Schlaf.
Der spirituelle Standpunkt: Die andere Richtung erkennt im Menschen mehr als nur eine komplexe biologische Maschine. Hier wird eine geistige, immaterielle Komponente angenommen – eine Seele oder ein Bewusstsein, das vom Körper unabhängig ist.
Diese Auffassung teilen nahezu alle Religionen der Menschheit, die sich in ihrer Vorstellung eines Weiterlebens nach dem Tod weitgehend einig sind – auch wenn sie das „Wohin“ verschieden benennen: das Nirwana, die ewigen Jagdgründe, das Paradies oder den Himmel, in dem wir harfespielend auf Wolken sitzen.
Lange Zeit jedoch blieb die Frage nach dem Jenseits reine Glaubenssache. Nur vereinzelt berichteten Menschen von visionären oder ekstatischen Erlebnissen, die sie dem Tod nahegebracht hatten. Das änderte sich erst mit den Fortschritten der modernen Medizin.
Berichte von Wiederbelebten
Immer öfter gelingt es heute, klinisch tote Menschen ins Leben zurückzuholen. Viele dieser Reanimierten berichten von tiefgreifenden Erfahrungen außerhalb ihres Körpers – von Lichtgestalten, Tunneln, einer überirdischen Ruhe und Begegnungen mit fremden Wesen, die sie nicht selten als „Engel“ oder „Lichtwesen“ deuten.
Der Eindruck, der bei diesen Erfahrungen entsteht, ist oft so intensiv, dass die Betroffenen nicht in die irdische Realität zurückkehren möchten. Sie empfinden Frieden, Geborgenheit – und ein Gefühl, „zu Hause“ zu sein.
Begegnungen mit fremden Wesen sind in der Menschheitsgeschichte indes nichts Neues. Was heute als „Außerirdische“ oder „Bewusstseinsentitäten“ beschrieben wird, wurde früher als Engel, Dämonen, Naturgeister, Götter oder Feen gedeutet.
Immer scheinen es die kulturellen Rahmenbedingungen zu sein, die bestimmen, wie eine Erfahrung verstanden wird – nicht aber, was tatsächlich erlebt wurde. Gerade im Zusammenhang mit Nahtoderfahrungen ist es daher wichtig, sich von vertrauten Mustern zu lösen.
Denn die Begriffe „Himmel“, „Engel“, „Heilige“ oder „Paradies“ stammen nicht aus dem Erlebten selbst – sie entspringen vielmehr der Deutung durch den Zeugen. Die eigentliche Begegnung bleibt sprachlos, jenseitig – und tiefgreifend anders.
Beispiele für unheimliche Begegnungen
Ein anschauliches Beispiel gibt der Bericht eines Mannes, der eine Todesnaherfahrung machte und wenige Tage später Folgendes erlebte, Quelle siehe oben!
„Eines Nachts las ich in der Bibel und konnte nicht einschlafen. Da erschien mir eine Vision. Ich war erstarrt und bewegungslos. Ich sah ein ungewöhnliches Licht, das nicht da war – das aber trotzdem leuchtete. Ich spürte deutlich, dass noch jemand im Zimmer bei mir war.“
Diese Beschreibung enthält typische Elemente der sogenannten „Schlafzimmerbesuche“: die Präsenz eines Wesens, das Gefühl von Lähmung, sowie ein Licht, das nicht von dieser Welt zu sein scheint. Solche Szenarien finden sich gleichermaßen in Berichten über Begegnungen mit Außerirdischen, dämonischen oder elementargeistigen Wesen.
Ein zweiter Fall betrifft einen Mann, der innerhalb eines Monats drei schwere Lungenentzündungen überlebte. Er schildert eine ungewöhnliche Erfahrung:
„Es war eine eisige, dunkle Nacht in Denver. Ich war auf dem Heimweg von der Arbeit, als ich plötzlich eine Stimme hörte: ‚Du musst nach Phoenix fahren.‘ Ich schaute mich erschrocken um.
Ein junger Mann kam auf mich zu, und ich fragte ihn: ‚Was?‘ Doch er antwortete nur: ‚Ich habe nichts gesagt.‘ Verwirrt und beunruhigt ging ich in mein Apartment. Ich begann zu zweifeln, ob mit meinem Verstand noch alles in Ordnung war.
Am nächsten Abend legte ich mich früh schlafen. Mein Fernseher war eingeschaltet, aber plötzlich verschwand der Ton. Auch der Straßenlärm verstummte, und das Licht im Zimmer wurde weich.
Ich wollte gerade aufstehen, da hörte ich eine Stimme – ein sanfter, männlicher Bariton: ‚Mach dir keine Sorgen, du wirst sterben. Du musst nach Phoenix. Regle deine Angelegenheiten. Du wirst gehen.‘
Ich verspürte keinen Schmerz, nur ein tiefes Gefühl des Friedens. Dann veränderte sich die Atmosphäre plötzlich wieder: Das Licht wurde hart, der Fernseher war wieder hörbar, auch die Geräusche der Stadt kehrten zurück. Alles war wie vorher.“
Auch hier begegnen wir bekannten Mustern: einer Stimme aus dem Nichts, einem atmosphärischen Umschwung – dem sogenannten „Oz-Faktor“ – und der Erteilung einer unverständlichen, ja fast banalen Botschaft.
Solche Inhalte ähneln nicht selten den Aussagen von UFO-Insassen oder Marienerscheinungen, deren Botschaften in ihrer Bedeutungslosigkeit irritieren, aber dennoch tief im Erlebten verankert zu sein scheinen.
Die Wesen aus dem Licht bleiben letztlich ein Mysterium – und vielleicht liegt gerade darin ihre Kraft. Sie sind keine Boten einer klar umrissenen Botschaft, sondern Spiegel des Innersten, Wegweiser in einer Zone jenseits der Sprache. Was sie sind, bleibt offen. Doch dass sie sind, darin stimmen viele Zeugnisse überein!ʬ
