🎙️ CROPfm: Das „Chupa-Chupa“-Phänomen • Wladislaw Raab • Sendung vom 18. September 2026

Der Begriff "Chupa-Chupa" leitet sich vom portugiesischen Wort "chupar" ("saugen") ab und steht sinnbildlich ...

📰 Leitartikel: Interview mit einem Abductee

📰 Leitartikel: Wenn die Technik Geister sieht...

21/09/26

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„Paulides-Effekt“
im Spessart

Auf die Arbeit von David Paulides bin ich hier bereits öfters eingegangen: TAG:Spurlos! Es geht dabei um das spurlose Verschwinden von Personen in US-Nationalparks. Die Wanderer verschwinden wahlweise für immer oder tauchen wieder auf, jedoch in der Regel ohne sich daran zu erinnern, was mit ihnen in der Zeit der „Abwesenheit“ geschehen ist. 
Eine weitere „Zielgruppe“ sind Beerensammler. Paulides fand einen historischen Fall bzw. entsprechende Hinweise auf die Vergangenheit in einer Quelle aus Neufundland [= „being in the fairies“], was recht gut belegt, dass wir es hier mit einem alten Phänomen zu tun haben. 
In den Spessart-Sagen von Valentin Pfeiffer (Pattloch Verlag) wird auf Seite 103 eine Sage gereicht, die dem Muster der „Missing 411“-Fälle überaus deutlich entspricht: 
Die Sage vom Schlossberg 
„Eine Ebersbacher Frau sammelte auf dem ‚Schloßberg’ Heidelbeeren und hatte auch ihr Kind mitgenommen. […] Die Mutter […] geriet beim Pflücken immer weiter von ihrem Kinde ab und dachte vor lauter Eifer nicht eher wieder an das Kleine, bis sie den Korb voll Beeren hatte. 
Dann lief sie hin und wollte es holen; aber […] das Kind war nimmer da! […] Das Kind blieb verschwunden, als ob es der Erdboden verschluckt hätte. […] Im nächsten Sommer begab sich die Frau wieder auf den Schlossberg, um Beeren zu pflücken. […] 
Da hörte sie plötzlich […] die Stimme ihres Kindes! Die Frau eilte schier atemlos an die Stelle, woher der Ruf erklang, und siehe, dort stand das Kind, unversehrt und lächelnd, wie wenn gar nichts geschehen wäre. […] Die Mutter ergriff ihr Kind und lief mit ihm […] ins Dorf. […] 
Zu Hause fragte sie das Kind, wo es die ganze Zeit gewesen und wie es ihm ergangen wäre. Allein, es antwortete nichts darauf. Und sosehr man es auch weiterhin mit Fragen bestürmte: Das Kind gab keine Auskunft und wusste überhaupt nicht, dass es ein langes Jahr von daheim fort war.“ ʬ 
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Kommentar von Leser Micha: 
Hallo Wladislaw, im Folgenden zwei Sagen aus dem Buch „Sagen rings um den Valtenberg und den Hohwald“ (Oberlausitzer Verlag), welche ein ähnliches Schema aufweisen wie die von dir erwähnte Spessartsage. 
Beste Grüße: 
Micha 
Die Goldgrotte auf dem Valtenberge 
Es war Karfreitag, […] als eine arme Frau, die ihr zweijähriges Knäblein auf dem Rücken trug, über den Valtenberg wanderte. […] Unweit des Berggipfels gewahrte sie plötzlich eine Öffnung in einem Felsen neben dem Wege. […] Der Spalt bildete den Eingang zu einer Höhle. […] Die Wände glitzerten und funkelten wie buntes Feuer. 
Unten seitlich stand ein mächtig großes Gefäß, eine kupferne Braupfanne, gefüllt mit Goldstücken bis zum Rande. […] Zitternd vor Freude trat sie ein, setzte ihr Knäblein auf den Boden der Grotte nieder und raffte hastig so viel der blanken Goldstücke zusammen, wie ihre Schürze nur zu fassen vermochte. Dann eilte sie hinaus und schüttete das Gold vor dem Felsen aus. 
Noch zwei weitere Male betrat sie die Höhle. […] Als sie aber zum dritten Male die Grotte verließ, hörte sie hinter sich einen Donnerschlag. Sich umblickend gewahrte sie, dass sich der Fels geschlossen hatte. Vergeblich suchte sie […] nach einem Zugang. […] Wehklagend dachte die Ärmste endlich an den Heimweg. 
An jedem Feiertag pilgerte sie hinauf zum Valtenberge, um vielleicht doch ihr verlorenes Glück wiederzuerlangen. […] Am nächsten Karfreitag fand die Hoffende die Pforte zur Goldgrotte wieder geöffnet. […] 
Alles war noch wie vor einem Jahre. […] Am Boden, wo sie es verlassen hatte, saß auch ihr holdes Knäblein, unversehrt und spielend mit einer lichten Engelsgestalt, welche der Eintretenden mit einem Lilienstengel schelmisch drohte und dann verschwand. 
Die Mutter drückte den wiedergewonnenen Liebling an ihre Brust und stürmte mit ihm hinaus. Aus dem Knaben wurde ein stattlicher und frommer Jüngling. […] Lebenslang aber erfüllte ihn eine unüberwindliche Abneigung gegen den Valtenberg. — S. 13–16 
Siebenjähriger Schlaf im Valtenberge 
Ein Bauersmann […] schleppte einst am Silvester mit seinem Pferde gefällt Baumstämme vom Valtenberge herab. Da hörte er ein seltsames Knistern und Prasseln und sah […] einen weit geöffneten Spalt im Berg. […] Es war der Goldkeller, der hier offen stand. Der geizige Bauer […] ging schnell hinein und füllte seine Taschen mit harten Talern. […] Dann suchte er den Ausgang. 
Zurückkommend gewahrte er an Stelle desselben aber eine neue Höhle und nach dieser wiederum eine andere. So durchwanderte er ganze Reihen unterirdischer Kammern, ohne an die Oberwelt zu gelangen. Ein furchtbarer Krach machte ihm kund, dass sich der Eingangsspalt wieder geschlossen hatte. Er mochte wohl einen ganzen Tag lang so umhergeirrt sein. […] 
Vor Ermüdung schlief er endlich ein. Da hörte er wie im Traume ein fernes Läuten. Er schlug die Augen auf. Vor ihm strahlte heller Tag. Er trat heraus aus der Höhle, an deren Öffnung er gelegen hatte. Da befand er sich wieder im Walde an derselben Stelle, wo er Klötzer geschleppt hatte; aber sein Pferd und die Stämme waren verschwunden. Er kehrte nach dem Dorfe zurück. 
Was musste er da auf seinem heimatlichen Gute erfahren? Sein Weib war gestorben, und der Sohn hatte die Wirtschaft übernommen. Letzterer wollte kaum seinen Augen trauen, als er den Vater wieder sah, denn – wie er erzählte – war der Alte vor sieben Jahren beim Klötzerschleppen auf dem Valtenberge spurlos verschwunden und seitdem verschollen gewesen. — S. 21
„Being in the Fairies“
Auf die Arbeit von David Paulides bin ich bereits oben eingegangen. Der amerikanische Forscher beschäftigt sich mit dem spurlosen Verschwinden von Menschen in Nationalparks in den USA, Kanada usw. Allein die USA verfügen über 392 solcher Anlagen. 
Bei einer Literaturrecherche stieß er auf das Buch The Good People: New Folklore Essays, welches sich mit mythologischen Überlieferungen in Nordamerika beschäftigt (er zitiert dabei Inhalte aus Neufundland), in denen unter anderem Feen eine Rolle spielen. 
Verzeichnet sind auch Berichte von Entführungen, die eine paradoxe Ähnlichkeit zu den modernen Reporten aufweisen. Geschildert wird etwa, dass Beerenpflücker verschwanden und später wieder auftauchten. 
Wahlweise erinnerten sie sich an den Kontakt zu „Feen“, oder sie hatten einen Blackout und wussten nicht, was passiert war. Dabei spielte auch ein plötzlicher Wetterwechsel eine Rolle; nach dem Verschwinden brachen Unwetter herein, welche die Suche erschwerten oder unmöglich machten. Berichtet werden auch Ortsversetzungen: 
So wurden Personen an Orten vorgefunden, die sie aus eigener Kraft nicht hätten erreichen können – das ganze Phänomen wurde früher mit „being in the fairies“ bezeichnet. Parallel zu den modernen Berichten ist auch, dass den Opfern oft Kleidungsstücke fehlten oder sie nackt aufgegriffen wurden – alles Aspekte, die wir in ähnlicher Form auch vom Abduction-Phänomen her kennen. 
Interessant ist, was man damals unter „Fee“ verstanden hat. Dabei soll es sich um gefallene Engel gehandelt haben, die sich im Untergrund ansiedelten – wer denkt da nicht an Dulce & Co.? 
Aus irgendwelchen Gründen hat man sie auf den Namen „good people“ getauft … Paulides wird mit schöner Regelmäßigkeit zu Radiosendungen eingeladen, in denen das Paranormale thematisiert wird. Unter anderem war er auch bei Whitley Strieber, einem amerikanischen Autor und Abductee. 
Dieser erzählte, dass er in dessen Büchern einen Fall in New York State gefunden habe, der sich in unmittelbarer Nähe zu einer Alienbegegnung von ihm ereignet habe – der Unterschied ist wohl der, dass Strieber von den Aliens wieder entlassen worden ist; der anderen Person ist es hingegen nicht so gut ergangen … (David Paulides, Missing 411 – The Devil's in the Detail, XVII) 
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Postsktiptum: 
Name-Game & Menschenfischer 
In Süd-Colorado gibt es den Animas River. In einem Umkreis von 10 Meilen – also zwischen den Städten Ouray und Durango – sind zwischen 1924 und 2003 fünf Kinder spurlos verschwunden. Interessant ist, wie der Fluss zu seinem Namen gekommen ist: 
Im Jahr 1765 war der spanische Entdecker Juan Maria De Rivera mit seinen Leuten in der Region unterwegs und taufte das Gewässer auf den Namen „Río de las Ánimas“, den Fluss der verlorenen Seelen, was damit zusammenhing, dass dort zahlreiche seiner Männer verschwanden. 
David Paulides wies in seinen Büchern darauf hin, dass es oft einen Zusammenhang gibt zwischen Orts- und Geländenamen und dem spurlosen Verschwinden von Menschen. 
Entweder stammen diese Namen von den Ureinwohnern und wurden von den Weißen übernommen, oder aber sie wurden von den ersten europäischen Siedlern entsprechend gewählt. (Missing 411 – The Devil’s in the Detail, S. 47)

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