Eine weitverbreitete Erklärungshypothese für das Phänomen der Mutilations sieht den Grund in großflächigen Experimenten.
Bei diesen Versuchen soll die flächendeckende Belastung von Mensch, Natur und Tierwelt erprobt werden, um die Ausbreitung und Entfaltung bestimmter Substanzen unter realistischen Umständen zu analysieren.
Solche Testreihen würden zugleich Begleiterscheinungen verständlich machen, die häufig nahe der Vorfälle beobachtet wurden, darunter verstärkte Truppenpräsenz sowie der Einsatz unmarkierter, schwarzer Hubschrauber.
Belege für verdeckte Forschung aus der Literatur
Zu diesem Themenkomplex äußerte sich der französische Autor und frühere Spion Jacques Bergier in seinem Werk über Wissenschaftsspionage und Geheimwaffen. Er beschreibt darin Experimente, die als Parallelen zu diesen Abläufen verstanden werden können.
Bergier verweist auf das riesige Testareal für chemische und biologische Kampfstoffe in Dugway im US-Bundesstaat Utah, das sich über mehr als 3000 Quadratkilometer erstreckt. In dieser Region kam es durch austretende Gase zum Massensterben von tausenden Schafen.
Nach Ausführungen des Autors häuften sich derartige giftige Niederschläge auf US-amerikanischem Territorium. So befasste sich ab April 1970 eine Kommission des Senats mit den rätselhaften Ereignissen in der kleinen Ortschaft Globe in Arizona.
Dort traten auffällige Geburtsfehler auf, Tiere brachten Nachkommen mit völlig unbekannten Verformungen zur Welt und in der Pflanzenwelt zeigten sich bedrohliche Veränderungen.
Bereits Mitte der 1960er-Jahre wurden in dieser Region mehr als die Hälfte aller Lämmer tot oder schwer missgebildet geboren, wobei bei Untersuchungen geschädigte Organe festgestellt wurden.
Zudem verstarb im Mai 1966 ein Großteil der lokalen Vogelpopulation, nachdem beobachtet worden war, dass die Tiere Baumblätter gefressen hatten. Als Auslöser erwies sich der jahrelange Einsatz von Entlaubungsmitteln aus Dugway, die auch im Vietnamkrieg angewendet wurden und der Bevölkerung zuvor als harmlos garantiert worden waren.
Bergier berichtet zudem über das Pine Bluff Arsenal in Arkansas, wo auf einer extrem gesichierten Fläche an biologischen und chemischen Mitteln gearbeitet wurde, die auch zur Bekämpfung von Oppositionellen vorgesehen waren, da solche Waffen längst auch gegen die eigene Zivilbevölkerung gerichtet wurden.
Aufgrund der zeitlichen Überschneidung dieser Ereignisse mit den ersten Mutilation-Fällen sowie der Tatsache, dass US-Staaten wie Utah und Arkansas Zentren dieser Vorkommnisse bildeten, liegt ein möglicher Zusammenhang nahe.
Strahlenbelastung und die Folgen für Filmcrews
Ein weiteres Beispiel für ein Großraumexperiment zeigt sich am Umgang mit Filmteams in den USA, die an stark verstrahlten Sets arbeiteten, während man ihnen die Unbedenklichkeit zusicherte. Die Filmgesellschaften vertrauten diesen Aussagen unhinterfragt, führten keine Messgeräte mit und arbeiteten in verstrahlten Gebieten.
Eine Dokumentation beleuchtete die auffällig kurze Lebensdauer von Mitarbeitern, die vor allem an Western mitgewirkt und in Gebieten gedreht hatten, in denen Kernwaffentests stattfanden.
Ähnliche Berichte ranken sich um den Tod des Schauspielers John Wayne, der in Los Angeles verstarb. Offiziell führten die behandelnden Ärzte seinen Tod auf ein Lungenleiden infolge seines starken Tabakkonsums zurück. In den Filmstudios hielt sich jedoch die Ansicht, dass die Dreharbeiten in Alamogordo nahe dem Testgelände White Sands ursächlich waren, da der Dreh kurz nach einer Detonation im verstrahlten Wüstensand stattfand.
Recherchen von Journalisten bestätigten in der Folge, dass eine ungewöhnlich hohe Zahl an Bühnenarbeitern, Beleuchtern, Tontechnikern und Kameraleuten in jungen Jahren an Krebs verstarb.
Wenn sich auch ein wissenschaftlicher Beweis für den Zusammenhang zwischen der Verstrahlung und den Todesfällen nicht zweifelsfrei erbringen ließ, sahen die Medienberichte in der schieren Masse an Erkrankungen keinen Zufall mehr.
Offen bleibt dabei die Frage, ob die Krebserkrankungen der Betroffenen tatsächlich primär dem Rauchen geschuldet waren oder den Dreharbeiten auf ehemaligen Kernwaffentestgeländen.
Unklar ist zudem, aus welchen Gründen ausgerechnet solche Orte als Kulisse ausgewählt wurden, obwohl der amerikanische Südwesten zahllose unbelastete Motive geboten hätte!ʬ
Quelle:Jacques Bergier:
Wissenschaftsspionage und GeheimwaffenOriginaltitel:
L'Espionnage scientifique (1971)
Deutsche Ausgabe:BLV-Verlagsgesellschaft, München/Bern/Wien 1972 (ISBN 3-405-11195-1)
