Wenn man sich mit dem UFO-Phänomen und verwandten Erscheinungen beschäftigt und mittels Anzeigenschaltungen nach Zeugen sucht, bleibt es nicht aus, dass sich Personen melden, deren Erlebnisse nichts mit dem ufologischen Kernthema zu tun haben.
In diesem Fall meldete sich bei uns im Februar 2012 eine Dame aus Grünwald, die 1998 ein ziemlich bizarres Erlebnis hatte. In der Regel gibt es für solche Erscheinungen meist nur einen Zeugen, in diesem Falle waren es jedoch insgesamt drei.
Sie zog 1998 aus beruflichen Gründen von Köln nach München und mietete ein Haus in dem noblen Vorort. Es vergingen etwa vier Monate, in denen sich in ihrem neuen Domizil nichts Besonderes ereignete.
Dann – aufgrund eines Tagebucheintrages wissen wir das genaue Datum – am 4. Mai 1998, nachts gegen etwa 2 Uhr, die Frau schlief gerade in ihrem Schlafzimmer, wurde sie geweckt.
Der erste Eindruck, den sie hatte, umschrieb sie mit „Waschküche“. Es war unglaublich heiß, die Luft war stickig und nicht zu atmen. Sie stand auf, um den Heizkörper zu kontrollieren, stellte jedoch nur fest, dass dieser ausgeschaltet war. Sie wollte dann ans andere Ende des Zimmers zum Fenster gehen, um es zu öffnen, als sie eine Gestalt bemerkte, die in einer Ecke am Fenster stand.
Da durch die nahe Straßenbeleuchtung genug Streulicht in den Raum hineinfiel, konnte sie den dunklen Eindringling recht gut erkennen:
Er war etwa 180 cm groß und trug eine Robe bzw. ein Mönchsgewand. Aus dem Gesicht heraus ragte ein überlanger Schnabel. [Aus dem Grunde benannte sie das Wesen uns gegenüber auch als „Vogelmann“]. Sie lief darauf panisch aus dem Haus, da sie dachte, es mit einem Einbrecher zu tun zu haben, weckte die Nachbarn und ließ die Polizei kommen.
Die Beamten durchsuchten das Haus, konnten jedoch nichts Besonderes feststellen. Als sie den Polizisten beschrieb, wie der „Einbrecher“ ausgesehen hatte, sahen sich die beiden Männer etwas merkwürdig an. Der Zeugin war nicht klar, ob sie sie nun für eine Spinnerin hielten oder ob ihnen die Geschichte irgendwie bekannt vorkam.
Rund zwei Wochen später wiederholte sich das Szenario, diesmal jedoch löste sich der Eindringling in Luft auf. Die Zeugin erklärte für sich den Vorfall mit einem bizarren Traum, mied jedoch das Schlafzimmer und übernachtete von da an im Gästezimmer, wo sie nicht behelligt wurde.
Knapp drei Monate später kam die Mutter aus dem Rheinland zu Besuch. Da die Episode mit dem „Vogelmann“ als Traum „erklärt“ war, quartierte sie diese in das bequeme Schlafzimmer. Der Schlaf währte jedoch nicht lang. Die Zeugin wurde durch einen gellenden Schrei in der Nacht geweckt, der von ihrer Mutter stammte.
Die beiden Frauen liefen auf der Treppe zusammen und die Mutter berichtete panisch von einem Geist mit langer Nase, der sich im Zimmer aufgehalten und dann aufgelöst habe. Daneben erwähnte sie ebenfalls die „Waschküchenatmosphäre“. Von da an übernachteten beide Frauen in dem Gästezimmer.
Die Zeugin hatte nun genug, kündigte den Mietvertrag und zog um. Einer der Umzugshelfer war ihr Bruder. Er war an dem besagten Tag der letzte, der noch im Hause war, um sein Werkzeug einzusammeln. Er ruhte sich aus, trank ein Bier und wollte das Gebäude verlassen. Mit Sack und Pack verließ er den ersten Stock und bemerkte am Treppenaufgang eine verhüllte Gestalt mit langer Nase, die in seine Richtung blickte.
Er dachte zuerst an einen Scherz seiner Schwester [diese hatte ihm die wahren Gründe für den Umzug nicht erwähnt, da er recht bodenständig ist und sie ausgelacht hätte]. Nachdem sich der Fremde jedoch aufgelöst hatte wie „Nebel“ [O-Ton], musste er seine Ansichten überdenken. Er berichtete seiner Schwester davon und erst ab da an tauschten sich die Familienmitglieder miteinander aus.
Bei der Recherche des Falles fiel mir recht schnell auf, dass der „Vogelmann“ aussah wie ein Pestarzt mit Schnabelmaske. In vergangenen Zeiten ging man davon aus, dass die Pest durch Düfte und Dämpfe in der Luft übertragen wird, und aus dem Grunde zogen sich die Ärzte solche Masken an.
In den vorderen Teil kamen dann meist Tinkturen, etwa Essig, um den Pesterreger „abzutöten“. Vor Ort bemerkte ich die räumliche Nähe zur Burg Grünwald. Dort fragte ich nach, ob es denn im Umfeld der Burg zu Erkrankungen gekommen sei, was bejaht wurde. Die Toten wurden dann auf „wilden“ Friedhöfen bestattet.
Man könnte diese heute zwar nicht mehr genau verorten, jedoch war man sich darüber klar, dass die diversen Neubauten nun darauf stehen. Ich nahm auch Kontakt zum Vermieter der Immobilie auf, der sich jedoch nicht sehr kooperativ zeigte. Er verbot mir auch ausdrücklich, Bilder des Hauses im Zusammenhang des „Geistererlebnisses“ zu veröffentlichen, weil er sonst eine Wertminderung befürchtete.
Die Zeugen [mit der Hauptzeugin habe ich persönlich gesprochen, mit ihrer Mutter und dem Bruder telefoniert] machten auf mich einen normalen und glaubwürdigen Eindruck. Ich bin mir sicher, dass sie mich nicht belogen haben oder sich einen „Spaß“ erlaubten. Wie ich aus dem Telefonat mit dem Besitzer herausgehört habe, steht das Haus mal wieder leer und es habe ihm schon immer „Ärger“ gemacht!ʬ
