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Depeschen

15/08/26

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Missing 411 & UFO-Abductions

„There’s absolutely nothing.
We’ve almost narrowed it down to alien abduction
because it’s so clean“.
[Angehöriger eines Verschwundenen]
Unlängst habe ich eines der drei „Vermisstenbücher“ von David Paulides besprochen. Es geht in diesen um mysteriöse Fälle von spurlosem Verschwinden in nordamerikanischen Nationalparks. Der Autor, übrigens ein Ex-Cop, beschäftigt sich in dem mir jetzt vorliegenden „Missing 411 – Eastern United States“ mit entsprechenden Reporten in Minnesota, Wisconsin, Michigan, Illinois, Missouri, Oklahoma, Arkansas, Georgia, Alabama, Ohio, Pennsylvania, West Virginia, Kentucky, New England und New Jersey.
An dieser Aufzählung sieht man, dass der Begriff der „östlichen“ USA sich nicht nur auf die Küste oder die Neuengland-Staaten erstreckt, sondern weiter gegriffen ist bis ins Zentrum hinein.
Da ich die übersetzten Stellen auch kommentiere, folgender Hinweis:
Bis zur angegebenen Seitenzahl (in Klammern) handelt es sich um die sinngemäße Übersetzung bzw. Zusammenfassung der Passagen aus dem Buch und den Überlegungen des Autors. Was danach kommt, stammt von mir! 
Der Stand des Buches ist 2011, Fakten, die ggf. danach ans Licht kamen, sind darin also nicht enthalten!
Die Quellen von Paulides sind Presseberichte, Protokolle der Suchmannschaften/SAR („Search and Rescue“), Unterlagen des „National Park Service“ (NPS) bzw. des „United States Forest Service“ (USFS), Zeugenaussagen und freigegebene Akten (etwa vom FBI) im Rahmen des „Freedom of Information Act“ (FOIA).
Mysteriöse Muster des Verschwindens
✔ Bereits im Opener erwähnt Paulides, dass in den Arealen besonders häufig Kinder betroffen sind – gemeint sind die „strangen“ Fälle. Merkwürdigerweise gestaltete sich die Suche nach diesen schwer, da die obligatorisch eingesetzten Suchhunde oft keine Witterung aufnehmen konnten – was auch für Erwachsene gilt, die verlustig gingen! (S. XIII)
✔ Blackouts scheinen eine große Rolle zu spielen. Vermisste, die doch noch gefunden werden, sind entweder bewusstlos (etwa S. XIV) und können sich anschließend nicht erklären, was ihnen passiert ist, oder sie sind bei Bewusstsein und haben über die fragliche Zeit Erinnerungslücken (etwa S. 17).
✔ Die meisten Vorfälle spielen sich im Zeitfenster von 14 bis 17 Uhr ab (S. XV). Betroffen sind besonders oft Farmer, Beerenpflücker und Schafhirten (S. 1).
✔ In der Regel könnte man unterstellen, sie seien Opfer von Raubtieren geworden. Bei den „strangen“ Reporten finden sich jedoch weder Blutspuren noch Leichenteile.
✔ Auf Seite 9 bringt Paulides eine interessante Anekdote. Viele der frühen Vermisstenfälle waren so merkwürdig, dass man zu kuriosen Erklärungen griff:
So berichtete etwa die Zeitung „Abend Telegramm“ am 12.08.1910 über das spurlose Verschwinden des 15-jährigen Johnnie Lembke, die große Ratlosigkeit zur Folge hatte. Um diese abzumildern, wurde vermutet, er sei von einem Falken [sic] fortgetragen worden.
Ungeklärte Todesfälle und bizarres Verhalten
✔ Im November 2009 verschwand der Hirte J. Mitchell spurlos unweit von Grangeville, Idaho. Gefunden wurde er auf der Spitze eines steilen Hügels. Sein Schädel war gebrochen, ebenso wie ein Bein, und ein Handgelenk wies Frakturen auf. Die näheren Umstände des Mordes (?) blieben unaufgeklärt (S. 22).
Der „Tatort“ hat mich an den Adamski-Todesfall in UK erinnert…
✔ 1918, im November des Jahres, kehrte der Farmer Edward Gerke aus Tomah, Wisconsin, nicht von der Feldarbeit zurück. Bei der anschließenden Suche wurde sein Leichnam entdeckt. Jemand hatte sein Genick gebrochen, seinen Mund mit Sand befüllt und Teile seiner Kleidung angebrannt. Der Mord blieb unaufgeklärt, der Leichenbeschauer brachte die Theorie eines Blitzschlages mit ein… (S. 29)
Paulides stellte fest, dass es vor dem Verschwinden von Farmern zuvor oft „Viehdiebstahl“ auf deren Grund und Boden gab. Stellenweise tauchten Rinder und Kühe auch außerhalb ihrer Umzäunung auf. (S. 31) Es kann durchaus sein, dass die Viehdiebe (wer auch immer das war, denn Spuren fanden sich keine) auch gleich die Besitzer „mitgenommen“ hatten...
✔ Etwas bizarr ist ein Report aus Cordwell, Oklahoma. Es geht dort um den verschwundenen Anthony Holland. Dieser war im Juni 2009 mit einem Truck auf seiner Ranch unterwegs und verschwand. Man fand den Truck, die eingesetzten Hunde nahmen jedoch um diesen herum keinerlei Witterung auf. (S. 33) Offenbar war der Fahrer (wer auch immer das war) nicht ausgestiegen oder hatte dabei auf dem Boden keinerlei Spuren hinterlassen.
Wetterphänomene und Desorientierung
Bereits im ersten Buch wird darauf hingewiesen, dass nach dem Verschwinden seltsamerweise Unwetter auftraten. Rettungsteams kamen so erst verspätet in den Einsatz. Dies gilt auch im zweiten Band. Hier nur drei Zitate von vielen:
“Searchers were also stymied by heavy rain that hit the Oak Grove area after Florence disappeared.” (S. 77)
“As searchers were looking for Willard, the weather turned very bad almost immediately after he disappeared.” (S. 84)
“Immediately after searchers initiated their SAR, the sky opened up and a massive rainstorm hit the area and deeply impeded search efforts.” (S. 92)
Man gewinnt den Eindruck, die Wetterkapriolen und die „Verwirrtheitszustände“ vieler Vermisster könnten in Zusammenhang stehen: 
Die Personen haben oft nicht nur einen „Blackout“, sie benehmen sich auch zutiefst merkwürdig. Sie fangen etwa an, sich zu entkleiden und werfen ihre Sachen weg, unabhängig von der Witterung, was dazu führt, dass sie z. B. mitten im Winter, umgeben von ihren Textilien, erfrieren. (etwa S. 121) Kinder wurden splitternackt aufgefunden, wiesen jedoch keinerlei Zeichen von Missbrauch oder Ähnlichem auf.
Eloise Lindsay, die 1989 im Table Rock State Park verschwunden war – und später von einem Förster gefunden wurde – berichtete, sie sei zwei Wochen lang von „Männern“ verfolgt worden, die ihr etwas tun wollten. Jedoch konnte sie in den 14 Tagen keinen von ihnen sehen, offenbar nur hören. (S. 133) Möglich, dass Halluzinationen auftreten, doch durch was induziert?
Die Rolle des Militärs und Hotspots
Paulides berichtet zweimal von Green Berets, die sich an der Suche beteiligt haben. Dabei handelt es sich um eine militärische Spezialeinheit für „Sonderaufträge“. Man ging seiner Wege und hatte ein eigenes Kommunikationssystem, stand mit den anderen SAR-Gruppen nicht in Kontakt. In zumindest einem Fall kamen die Männer ausgerechnet aus Fort Benning in Georgia (S. 138), einem Stützpunkt, auf dem u. a. merkwürdige „Experimente“ durchgeführt worden sind.
Besteht da ein Zusammenhang? Führen die Militärs Versuche in der Wildnis durch, etwa Wettermodifikation, die auch Auswirkungen auf die Parkbesucher haben?
Das „ganz normale“ Parkbesucher von Halluzinationen befallen werden, geht auch aus zwei Berichten aus dem Jahr 1983 hervor. Ereignet haben sich diese im Roan Mountain State Park, Tennessee. 
Am 2. Juli verschwand ein 8-Jähriger. Nachdem man ihn wiedergefunden hatte, gab er an, in der Wildnis mit einem seiner Großväter TV geschaut zu haben, dabei hatte er sie nie kennengelernt, sie starben vor seiner Geburt. Attestiert wurden Halluzinationen, leider erklärte man nicht, was sie verursacht hatte.
Am 17. Juli verschwand ein 20-jähriger Wanderer. Man fand ihn nackt und völlig verwirrt vor; er gab lediglich zusammenhanglose und unsinnige Aussagen von sich. (S. 158) 
Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle, es ist vielmehr das „Muster“ der „strangen“ Reporte. In dem Zusammenhang könnte man auch das „Wild Men“-Phänomen (S. 148) erklären. 
Darin ist die Rede von „Aussteigern“, regelrechten „Höhlenbewohnern“, die mit langem, verfilztem Haar, ungewaschen und hier und da mit einem Bärenfell behängt die Parks unsicher machen sollen.
Ob es diese „Wilden“ gibt, ist eher fraglich, vor allem wären sie als „Besucherschreck“ wahrscheinlich bereits längst festgesetzt worden. Ein „Hotspot“ schien sich in Vermont befunden zu haben. Genauer in der Bennington Area bzw. Glastenbury Mountain.
Im Zeitfenster von 1926 bis 1950 gab es in dem recht begrenzten Gebiet sieben „strange“, unaufgeklärte Fälle. Interessant ist der Umstand, dass die Ereignisse in Vermont aufhörten, im Nachbarstaat Pennsylvania jedoch zunahmen, als sei die „Vermisstenwelle“ in einen anderen Staat gewechselt. (S. 264)
Bizarre Fundorte und das Resümee 
Der meiner Meinung nach bizarrste Vorfall im Buch spielte sich am 30.07.1911 in Howe Hill, Maine, USA ab. Elise M. Davis (24 Jahre alt) befand sich auf dem Heimweg von der Kirche, als sie an einem Waldstück einen „Blackout“ hatte.
Rund fünf Tage später fand sie ein Suchteam in sechs Meter Höhe auf einem Baum. Sie war kaum bekleidet, konnte nicht sprechen, war verwirrt und hatte Fieber.
Nachdem sich ihr Zustand wieder gebessert hatte, konnte sie nur angeben, dass ihre letzte Erinnerung der Heimweg war; was dann geschah und wo sie die fünf Tage verblieb, konnte nicht mehr festgestellt werden. (S. 235)
Bei der Lektüre ist mir übrigens aufgefallen, dass die Behörden / die Angehörigen immer wieder Medien eingesetzt haben, um Vermisste zu finden. Deren Anweisung für die Suche im Smokey Mountains Areal war die, auch gezielt auf den Bäumen zu suchen… 
Das Buch hat mich ausgesprochen nachdenklich gemacht. Ich schätze, rund 90 % der dort aufgeführten Reporte laufen nach dem gleichen Muster ab.
Eine Person verschwindet, Suchmannschaften werden aktiviert, die dann plötzlich mit einem Unwetter zu kämpfen haben. Dies wird in den SAR/Polizei/Presse-Reporten erwähnt, da sich dies auf die Leistung der Spürhunde auswirkt.
Wenn die Sache gut ausgeht, findet man den/die kaum bekleidete(n)/nackte(n) Vermisste(n), der/die einen verwirrten Eindruck macht (ggf. Halluzinationen hat) und sich an nichts mehr erinnern kann.
Wenn die Sache schief läuft, findet man nur die Leiche, im gleichen Bekleidungszustand wie oben. In nicht einem „strangen“ Fall kamen die Opfer durch äußere Gewalt zu Tode; sie waren entweder erfroren oder verdurstet, starben an Erschöpfung/Unterkühlung (im US-Polizeijargon „Exposure“), je nachdem, in welcher Region sie sich befanden. Sexueller Missbrauch fand nicht statt / konnte nicht nachgewiesen werden.
Parallelen zu UFO-Abductions
Wie der Zufall es so will! Nach Missing 411 hatte ich vor, das Buch „Alien Encounters In The Western United States“ zu lesen. Es stammt von der Fallermittlerin Tracie Austin.
Bereits im Opener auf Seite 15 wird darauf hingewiesen, dass einzelne Abductees oft Meilen von ihrem Zuhause entfernt „abgeladen“ wurden / werden, in anderen Fällen sind sie nackt. Ich weiß nicht, ob es auch die Kombination gibt, dass Entführte nackt im Freien „landen“.
Wenn man hierzu den „Missing Time“/Blackout-Aspekt hinzurechnet – die wenigsten „Probanden“ wissen ja, was ihnen passiert ist – besteht auf jeden Fall eine interessante Parallele zwischen den „strangen“ Vermisstenfällen in Nationalparks und UFO-Abductions. Paulides hat über UFOs jedoch nichts verlautbart, was aber nichts heißen will; hat er bei seinem ersten Bigfoot-Buch auch nicht gemacht…
Ab Seite 37 wird die Geschichte von Abductee Ron erzählt. Im Jahr 1971 arbeitete er im Teton-Nationalpark in Wyoming. Auf diesem Areal hatte er eine UFO-Sichtung während einer Autofahrt (gleißendes Licht über ihm). Blackout & Missing Time setzten ein. Allerdings hatte er noch Glück. Statt ohne Kleider in der Wildnis, erwachte er wieder in seinem Truck.
Der war abgestellt worden und jemand hatte den Motor ausgeschaltet. Danach plagten ihn Albträume über eine UFO-Entführung. Interessanterweise „sah“ er in diesen auch andere Menschen, aufgebahrt auf Tischen, während Aliens an ihnen „arbeiteten“. Ein ausgesprochen internationales Publikum, was zu den Besuchern eines solchen Parkes durchaus passen würde!ʬ

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