Poltergeist-Basis auf den West Indies?
@ Wladislaw {ʬ} Raab
Der YouTuber Mythen Metzger war fleißig gewesen und hat den Spuk- bzw. Poltergeistfall der Gottliebin Dittus vertont, siehe die Links unten!
Der Fall Gottliebin Dittus und Blumhardts Aufzeichnungen
Zur Sache selbst habe ich mir das Buch „Blumhardts Kampf“ gekauft, in dem der Ablauf in chronologischer Reihenfolge dargestellt ist und auf den Aufzeichnungen des protestantischen Pfarrers Johann Christoph Blumhardt basiert. Hauptspukopfer war die schon erwähnte Dittus. Sie war 18 Jahre alt und lebte als Waise mit ihren drei Geschwistern in einer Parterre-Logis in ihrem Geburtsort, dem Dorf Möttlingen.
Vorab sollte man darauf hinweisen, dass die vier zuvor keine anomalistischen Phänomene erlebt haben. Das Ungemach begann erst in der neuen Wohnung, daneben beobachteten alle von ihnen die Phänomene. Das bezieht auch die häufig anwesenden „Schaulustigen“ mit ein!
Leider ist nicht bekannt, was die Vormieter erlebt oder nicht erlebt hatten. Der Spuk begann im Februar 1840, also zeitgleich mit dem Einzug ins neue Heim.
Die Manifestation der Phänomene
Da der Fall ausführlich vom Mythen Metzger dargestellt worden ist, möchte ich nur kurz auf die Erscheinungen eingehen, die sich dort manifestierten:
Präsenz unsichtbarer, aber hör- und fühlbarer Entitäten; Schlagen und Klopfen auf Möbel und Mauern; durch die Luft fliegende Flämmchen und Lichter / Uforbs; Geister verschiedenster Art, die gelegentlich verbal „Kontakt“ aufnahmen; schwarze Schattengestalten; das „Ausscheiden“ von allen möglichen Alltagsgegenständen und Flüssigkeiten durch die Dittus.
Die polternden Aktivitäten waren so laut, dass sie in der Nachbarschaft zu hören und somit nicht zu verheimlichen waren, was auch dazu führte, dass der Pfarrer informiert wurde.
Ein Aspekt, der in dem Fall extrem war, hing damit zusammen, dass die Gottliebin diverse Substanzen und Flüssigkeiten erbrach und / oder über die Haut aussonderte, oft in großen Mengen.
So konnte der Pfarrer etwa beobachten, wie Nägel, Schrauben, Nadeln und andere Dinge förmlich aus der Haut wuchsen und herausgezogen werden konnten bzw. zu Boden fielen. Sowas wird bei Poltergeistfällen immer wieder erwähnt, spielte hier jedoch eine tragende Rolle im Geschehen.
Parallelen zum Bell-Witch-Spuk
Der eigentliche Grund für diesen Beitrag ist jedoch ein anderer Fall, und zwar der Bell-Witch-Spuk, siehe den TAG unten! Zur Erinnerung:
In Tennessee war 1817 ein Poltergeist aufgetaucht, welcher die Bell-Familie über vier Jahre hinweg regelrecht belagerte.
Eine Eigenart der körperlosen, „sprechenden“ Entität war die häufige Erwähnung der Westindischen Inseln. Exotische, in Tennessee nicht beheimatete Früchte wurden zur Familie „teleportiert“ und nach einiger Zeit, 1821, gab die Entität an, für einige Jahre (sieben) auf besagte Inseln zu wechseln!
In seinem dritten Poltergeistbuch beschäftigt sich der Amerikaner Keith Linder mit dem Fall und stellte die Frage, ob es zu der Zeit ggf. paranormale Vorfälle dort gegeben habe‽
Der Seelenflug nach Westindien
Diese Frage kann ich mit einem „halben“ JA beantworten. Allerdings im Rahmen der Betrachtung des Dittus-Falles! Die Gottliebin hatte eine außerkörperliche Erfahrung gemacht, einen „Seelenflug“ absolviert, der sie an karibische Gestade geführt hat. Hierzu Pfarrer Blumhardt:
„Es war ihr, als würde sie von jemand mit außerordentlicher Schnelligkeit über Land und Meer, über der Oberfläche schwebend, hingeführt. Sie durchflog viele Länder und Städte, kam über dem Meer an Schiffen vorbei, deren Mannschaft sie deutlich sah und vernehmlich reden hörte, bis sie zu einer Inselwelt kam und von Insel zu Insel hinschwebte, endlich zu einem hohen Berge gelangend, auf dessen Gipfel sie gestellt wurde. Manche Einzelheiten ließen mich auf Westindien raten“.
Dort beobachtete sie eine Naturkatastrophe, die ihrer Deutung nach von Dämonen verursacht worden sei. Tatsächlich aber ereignete sich am 8. Februar 1843, am Tag der „Reise“, ein Erdbeben auf der besagten Inselgruppe, welches sie folglich „live“ verfolgen konnte!
Bei meinen Betrachtungen zur Bell Witch bin ich zu dem Schluss gekommen, dass diese viel mehr ist als die Entladung pubertärer Triebenergien, wie Poltergeistfälle heute gerne „erklärt“ werden. Wir haben es viel mehr mit einer körperlosen, intelligenten Entität zu tun, welche die Raumzeit zu manipulieren versteht!
Doch noch einmal zurück nach Deutschland:
Vor dem Haus von Pfarrer Blumhardt, genauer vor einem Fenster liegend, wurden zwei zerrissene / verstümmelte Schafe entdeckt, was wohl auf den „Poltergeist“ zurückgehen dürfte. Ein Aspekt, den wir auch von anderen anomalistischen Phänomenen her kennen!