🎙️ CROPfm: Der immaterielle Teil der Wirklichkeit, mit Gerd Ganteför, Sendung vom 4. September 2026

Wie entsteht Leben? Und wie dann in weiterer Folge höheres Leben und letztlich bewusste Geschöpfe wie der Mensch, deren Gehirne nach heutige...

📰 Leitartikel: Papuas Wildnisgeist

📰 Leitartikel: Wenn die Technik Geister sieht...

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27/08/26

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Vegetarismus &
Caspars „wilde Talente“

Meine derzeitige [Juli 2021] U-Bahn-Lektüre ist „Der Tod des heiligen Baumes“ von Thomas Ross, in dem dieser sich mit dem Leben und Alltag in den ländlichen Gebieten Indiens beschäftigt. Bei einer im Buch zitierten Aussage eines Pilgers musste ich unweigerlich an Kaspar Hauser denken: 
„‚Fleisch ist giftig‘, behauptete Vilas der Pilger, ‚weil jedes Tier, bevor es getötet wird, aus Todesangst giftige Säfte absondert‘. Das sei uraltes Wissen. Und da er alles mit philosophischen Lehren verband, fügte er hinzu, der Abstieg der Menschheit von ihren einstigen moralischen und heroischen Höhen sei auf schleichende und Generation über Generation sich fortsetzende Vergiftung durch den Verzehr von Fleisch getöteter Tiere zurückzuführen.“ 
Wir erinnern uns: Hausers „wilde Talente“, also seine erstaunlichen sensorischen bzw. außersensorischen Fähigkeiten als auch sein Wissensdurst und seine Lernbegier, ebbten ab, als sein erster Gastgeber, Professor Daumer, ihn an Fleischkost heranführte, worauf sein Körper übrigens mit sehr starker Gegenwehr reagierte! Dessen ungeachtet musste er entsprechende Gerichte zu sich nehmen! 
Sah Hauser, als er in Nürnberg aufgetaucht war, noch recht kindlich aus, so beklagte Anselm von Feuerbach, dass er sehr schnell altere. Vergleicht man die ersten Porträts von ihm mit den letzten, wird dieser Eindruck bestätigt! 
Doch beschäftigen wir uns nun etwas mit Hermann Pies’ Buch „Kaspar Hauser – Fälschungen, Falschmeldungen und Tendenzberichte“! Dort findet sich ein recht interessanter Report über Lord Stanhope: 
„Von Seiten der Familie Stanhope versuchte man damals, was einen Rückschluss auf deren finanzielle Verhältnisse erlaubt, die Ausgaben für Hauser, zu denen sich der Lord gerichtlich verpflichtet hatte, herabzudrücken“. 
Dies ist aufschlussreich, da in der Hauseriana [= also Literatur zum Thema Hauser] gerne behauptet wird, der Lord hätte sein Geld aus Karlsruhe erhalten, als Judaslohn für seine Spitzeltätigkeit! Offenbar ist er aber mit eigenen Mitteln für Hauser aufgekommen! Wieso? 
Hauser stand zu der Zeit im Brennpunkt des öffentlichen Interesses, und gerade die „hochgeborenen“ bzw. „erlauchten“ und „wohlgeborenen“ Kreise bemühten sich um seine Nähe, galt er doch als einer der ihren – aufgrund der geschickt ausgestreuten Gerüchte mittels anonym verfasster Briefe und einem schon damals nicht zu unterschätzenden Medienecho! Selbst der König von Bayern wollte ihn sehen und stellte ihn unter seinen Schutz! Hauser war ein Promi! 
Bekräftigt wird die Finanz-Hypothese indirekt mit dem Umstand, dass Stanhope vor der Ermordung Hausers ankündigte, nun erstmals (!) mit seiner Gattin zu ihm nach Ansbach zu reisen! Man kann sich durchaus vorstellen, dass diese dabei die Funktion der pekuniären „Aufpasserin“ übernehmen sollte! Stanhopes Familie wären die Aufwendungen für Hauser völlig egal gewesen, wenn das Geld aus „externen“, also badischen Quellen gekommen wäre; tat es aber offenbar nicht! 
Wir wissen, dass Stanhope in Karlsruhe war; er hat auch mit Hausers vermeintlicher Mutter, Stéphanie, über ihn gesprochen, Feuerbachs Schrift übermittelt und ein Treffen vorgeschlagen! Dass daraus nichts wurde, hing nicht mit Stanhope zusammen, sondern mit dem mangelnden Schneid (Interesse?) Stéphanies! 
Er erfuhr auch, dass deren Kind, also vermeintlich Hauser, eine Zangengeburt war und als Folge davon Kopfverletzungen aufwies, die später auch am Leichnam zu sehen waren. Stanhope nannte in einem Brief mehrere Augenzeuginnen namentlich! Dass dieser Aspekt für Hauserianer keine Rolle spielt, ist unverständlich; für den klardenkenden, wenn auch sicheren und exzentrischen Stanhope war aber nun klar, dass Hauser nicht aus Baden stammen konnte! 
[=Dass die Ärzte, welche die Zangengeburt verbrochen hatten, in ihren öffentlichen Mitteilungen über die Gesundheit des Thronfolgers anfänglich nur Gutes zu berichten wussten, ist nachvollziehbar. Sein „plötzlicher“ Tod durch den begangenen Ärztepfusch aber auch!] 
Die Sache wird noch komplizierter! Die angebliche „Vertauscherin“ Hausers, die Gräfin Hochberg, war zur Zeit der „Vertauschung“ NICHT im Schloss zu Karlsruhe! Ich hatte in einem vorhergehenden Beitrag schon darauf hingewiesen, dass Karl, Hausers vermeintlicher Vater, die Gräfin vom Hofe verbannt hatte! Offenbar für länger, als ich angenommen habe! 
Ergo: Die Arbeitshypothese Baden geht baden! Natürlich nicht für Baden selbst! Das Amalgam von immer neuen Briefen zu Kaspars adliger Geburt und unablässig dazu erscheinenden Presseberichten in den deutschen Staaten – und darüber hinaus! – ließen das Gerücht selbst in Baden gedeihen! So schrieb etwa Professor Pierson in der „Nationalzeitung“ Nr. 133, 1875: 
„In allen Teezirkeln und in allen Schenken Badens diskutierte man dies Thema. Die badische Polizei war so taktlos, den Leuten das Reden über Kaspar Hauser zu verbieten; natürlich tat man es nun erst recht. Es ist in den Jahren 1828 und 1829 im Lande Baden wohl von keinem Gegenstand so viel gesprochen worden als von Kaspar Hauser“. 
Man kann jetzt nachvollziehen, wieso Hauser zu Badens Staatsfeind Nummer eins mutierte, was tödlich für ihn enden sollte! Pies beschreibt Baden als „antipapistisch“, also gegen Papst, Rom und Katholizismus eingestellt, und zitiert den Autor Otto Mittelstädt, der schrieb, „dass man am Münchner Hof auf das Aussterben der älteren Zähringer Linie und den Heimfall der badischen Pfalz sich lange Zeit Hoffnungen gemacht“. 
Nur Hoffnungen gemacht? Nicht nachgeholfen? Im Gespann mit Wien, mit dem man handelseinig wurde in einer gemeinsamen Verschwörung gegen Baden, zu Papier gebracht in Form der Rieder Vereinbarung?! Da taucht, ausgerechnet im Baden feindlich gesonnenen Bayern, der Hauser auf, aus dem dunkle Wirkkräfte den badischen Erbprinzen machen wollten, um Karlsruhe an die Kandare zu nehmen! Wer will da an einen Zufall glauben? 
Hauser war – unwissend – Bestandteil dieser „PsyOp“ und musste deren Scheitern mit seinem Leben bezahlen! Um die Sache noch mehr zu verwirren, tauchen in der Geschichte um Hauser reihenweise Geister, Phantome und Erscheinungen auf, so etwa beim Tod des Erbprinzen – und Jahre später – seines Bruders Alexander: 
„Vor dem Tode eines jeden der beiden Prinzen erschien die weiße Frau, beugte sich trauernd über die Wiege, und die erschreckten Kammerfrauen ließen sie gewähren“. 
Auch der „Thronräuber“ der Hochberg-Linie wurde offenbar nicht verschont: 
„Beim Regierungsantritt Leopolds ging abermals ein sonderbares […] Gerücht in Karlsruhe: der Geist eines ermordeten Prinzen soll ihm erschienen sein, als er die Gewölbe des Schlosses durchlief“. 
Hauser begegnete nach seinem Tod nicht nur Leopold und Ludwig II. (von Baden!), sondern auch seinem Schwarm Caroline Kannewurff! Er war post mortem also noch ziemlich umtriebig! 
Resümee 
Die Hauser-Forschung sollte sich in zwei Richtungen bewegen: 
👑 Auswertung der Rieder Vereinbarung und aller mit ihr verbundenen Schriftstücke! War Hauser unfreiwilliges Werkzeug in der österreichisch-bayerischen Verschwörung gegen Baden? Womöglich erfährt man sogar hier, wer Hauser wirklich war! 
👑 Suche nach den zahllosen, anonym verschickten Briefen, in denen über die angebliche Verbindung von Hauser zu Baden die Rede ist! Vergleich der Schrift (eine oder mehrere Personen?), Analyse des Papiers (Wasserzeichen, Beschaffenheit usw.) und der Tinte: Stammt alles aus gleicher Quelle, und wer verwendete das Material sonst noch?ʬ

09/09/26

🎠🛒
Caspar Hauser & Badens
„Reisediplomatie“ in Ansbach

Marcus Conradts Buch „Fünfeinhalb Jahre unter Menschen ~ Armer Kaspar Hauser“ beginnt etwas unkonventionell mit einem Loblied auf Nürnberger Rostbratwürste und Rauchbier. 
Der Autor kommt aber auch noch auf Kaspar Hauser zu sprechen (ob mit vollem Mund, ließ sich nicht erlesen!) und bringt interessante Aspekte ins Spiel, die wir nun etwas genauer unter die Lupe nehmen wollen! 
Enthalten sind auch Anekdoten und genauere Lokalisierungen von zeitgenössischen Schauplätzen, die ich bisher noch nicht verartikelt habe! Hauser erschien in Nürnberg am Unschlittplatz, und zwar auf Höhe „Ecke mittlere Kreuzgasse“. 
Die wenigen Worte, die er sprach, brachte er in Altbayerisch hervor und nicht in Fränkisch. Man kann davon ausgehen, dass er diese von seinem „Wärter“, dem MANN, aufschnappte, der ihm rudimentär einige Wörter beigebracht hat. 
Damit wissen wir zumindest, wo sein Peiniger geographisch zu verorten gewesen wäre. In seiner Nürnberger Zeit verputzte Hauser täglich zwei Pfund Brot und trank 5 Liter Wasser! Das dürfte auch der „Dosis“ entsprochen haben, die er in Gefangenschaft schnabulierte! 
Neu war für mich, dass im Bayerischen Staatsarchiv zu Nürnberg „sechs dicke Aktenbündel“ zur Causa Caspar vorliegen. Mir war nur bekannt, dass die Unterlagen zu seiner Person in München archiviert waren, die 1944 bei einem Bombenangriff in Flammen aufgingen. 
Der Hauserianer Hermann Pies hatte diese (zum Glück) in den 1920ern kopiert und in seinen Büchern veröffentlicht. Der Nachlass von Professor Daumer liegt in Frankfurt und ist stark gefleddert, so als habe sich jemand seiner Aufzeichnungen „angenommen“ und diese verschwinden lassen. 
Hauser verbrachte rund 1,5 Jahre bei Familie Daumer, für ihn die glücklichste Zeit seiner kurzen irdischen Existenz. Die damalige Adresse lautete: „Hintere Insel Schütt 35“. 
Man findet dort heute einen Parkplatz; nichts ist geblieben von der biedermeierlichen Anmut und Schönheit des Fleckchens mit Garten, Haus und Obstbäumen! Die Aufgabe des 20. und 21. Jahrhunderts scheint es zu sein, die Schätze der Vergangenheit zu zerstören und durch Teer, Asphalt, Müll und Plastik zu ersetzen. 
Hauser war ungewöhnlich klein für seine 16 Jahre. Er erschien mit 138,7 cm und wurde beerdigt mit 156 cm. Daraus könnte man ggf. Rückschlüsse auf seine Eltern ziehen; groß waren diese wahrscheinlich nicht! 
Der erste Mordanschlag auf Hauser wurde von dem „MANN“ durchgeführt, der ihn in Gefangenschaft gehalten hatte. Dessen Stimme war für ihn unverkennbar! Autor Conradt erwähnt einen der vielen anonymen Briefe, die Hausers Erscheinen flankiert haben. 
Ein an das Nürnberger Rathaus adressierter, datiert auf den 13. Dezember 1829. Auf den Briefregen, der über die Adelshäuser Mitteleuropas niederging, habe ich einen Beitrag verfasst, der jedoch in anderen Artikeln immer wieder aktualisiert wurde! 
Ich schätze, dass hunderte, wenn nicht tausende Schreiben versendet worden sind. Empfänger waren alle deutschsprachigen Adelshäuser, im Ausland lebende Adlige „deutscher Zunge“, Personen, die mit Hauser zu tun hatten, Redaktionen von Zeitungen und Zeitschriften. 
Hinzu gesellten sich anonym verfasste Artikel über Hauser und seine angebliche Verbindung zu Baden, die wahrscheinlich ebenso postalisch auf die Reise geschickt worden sind, mit dem nötigen Geld für den Abdruck! 
Unklar ist, wie viele Personen an der Aktion beteiligt gewesen sind! Bekannt ist nur, dass sie aus KARLSRUHE in Baden kamen. Was nichts bedeuten will, letztlich kann man die Briefe überall verfasst haben. Man muss sie nur nach Baden schaffen und dort aufgeben! 
Selbst nach dem finalen Attentat im Dezember 1833 blieben die Schreiberlinge weiterhin aktiv! Jemand hatte also sehr viel Zeit und Geld in die Angelegenheit investiert. Für mich derselbe Personenkreis, der Hauser „interniert“ hatte! Ziel war es, für Baden einen vermeintlichen Staatsfeind aufzubauen! 
Lord Stanhope gilt unter Hauserianern als böser Bube. Fakt ist jedoch, dass er für Hauser in Ansbach bewaffneten Begleitschutz angeordnet hatte, nämlich den Ex-Militär Oberleutnant Hickel, der sich eigentlich in Nürnberg im Polizeidienst befand, nun nach Ansbach abkommandiert wurde. 
Wenn er nicht zur Verfügung stand, übernahm sein Diener die Funktion! Hauser war der „Bodyguard“ jedoch lästig und so wurde er auf Anordnung Feuerbachs abgezogen, OHNE Stanhope darüber zu informieren! 
Es bestand nämlich die „Gefahr“, dass er diese Maßnahme sofort wieder zurückgenommen hätte! Stanhope ging also bis zum Attentat davon aus, dass Hauser beschützt wurde! Wer stellt eine Leibgarde für eine Person, die man töten möchte? 
Meine These ist die, dass die späteren Animositäten zwischen Stanhope und Hauser anderer Natur waren. Der Engländer war vernarrt und verliebt in ihn gewesen. Wahrscheinlich hatte sich die Beziehung zwischen den beiden erotisch nicht so entwickelt, wie von Stanhope gewünscht. Sein späteres Verhalten erinnert an einen gekränkten Liebhaber, der abgewiesen wurde. 
Dass er für Metternich unterwegs war, gearbeitet hat, ist bekannt. Er sollte sich diesen Hauser vielleicht auch mal etwas genauer ansehen und Wien informieren; ermorden wollte er ihn aber sicher nicht! 
Fakt ist aber auch, dass Stanhope in Karlsruhe ermittelt hat und dort darüber informiert wurde, dass der Säugling, der Kaspar Hauser sein sollte, eine Zangengeburt gewesen war. Dieser Eingriff hinterließ Male auf dem Kopf bzw. dem Gesicht, die am Leichnam des Säuglings noch vorhanden bzw. nicht verheilt waren. 
Aufschlussreich ist, dass Badens Elite verdächtig oft in der fränkischen Provinzstadt weilte. Dabei spielt es keine Rolle, ob Hauser Kronprinz war oder nicht; der gesteuerten öffentlichen Meinung nach (Presseberichte, Briefe) war er es, was für Karlsruhe Probleme schaffte! 
Von daher schließe ich nicht aus, dass der Mordbefehl aus der Richtung gekommen sein kann! Doch zurück zu den Reiseaktivitäten, über die Conradt schreibt: 
„Von Baden aus hat man sich für Hausers Tod eindeutig interessiert. Schon zwei Tage nach Hausers Begräbnis traf der badische Diplomat Geheimrat Freiherr von Dusch in Ansbach ein. Begleitet wurde er von dem Kabinettssekretär Mittel. Am 26. beehrte sogar der badische Staatsminister von Reitzenstein die Rezatmetropole. Er blieb 2 Tage.“ 
Wenige Monate zuvor war die Gattin des badischen Großherzogs Leopold, Sophie, vor Ort: 
„Sophie hatte vom 16.–22. Juni 1833 mit kleinem Hofstaat in Ansbach eine ausgiebige Ortsbesichtigung unternommen. Der Besuch war weder offiziell noch inkognito, nur völlig ungewöhnlich. Über das, was sie in Ansbach unternommen hat, gibt es keine Belege“. 
MEIN Resümee 
Um die Hauser-Angelegenheit zu verstehen, muss man VIELE Quellen sichten! Erst dann wird einem klar, dass zahlreiche Annahmen der „Hauserianer“ nicht zu halten sind. 
Der FAKT mit der Zangengeburt und den Zeugen, die den toten Thronfolger mit den durch den Eingriff resultierenden Malen gesehen haben, interessiert nicht. Ebenso wird übergangen, dass der vermeintliche „Mordbube“ Stanhope Hauser bewaffneten Schutz hatte zukommen lassen. 
Auch die rein persönlichen Animositäten zwischen Hauser und Stanhope über ihre „Beziehung“ werden nicht erkannt, sondern im Rahmen einer Verschwörung Badens interpretiert! 
Dabei wird natürlich vergessen, dass Stanhope für Metternich „gearbeitet“ hat und nicht in Diensten Badens stand: Baden wäre für seine Unkosten aufgekommen, Fakt ist aber, dass er private Mittel für Hauser einsetzte, und zwar in einer Höhe, die ihm Probleme mit seiner Familie in England einbrachte. 
Er hatte auch versucht, ein Treffen zwischen Hauser und dessen vermeintlicher Mutter, Stéphanie de Beauharnais, zu arrangieren, was von letzterer abgelehnt worden ist! An der Freund-Feind-Erkennung mangelt es der Caspar-Hauser-Forschung!ʬ

27/08/26

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Caspar & die Geister

Der Gedanke, diesen Artikel zeitverzögert zu meinem Interview auf CROPfm zu veröffentlichen, war nicht verkehrt! Zwischenzeitlich ist mir noch das Kaspar-Hauser-Buch von Günter Hesse ins Haus geflattert, in dem sich zwei Informationen fanden, die für mich neu waren! 
Bekanntlich hatte Hauser in seinem „Käfig“ – so nannte er seinen Kerker – zwei Holzpferdchen zum Spielen und einen Hund aus demselben Material, die er mit blauen und roten Bändern „dekorierte“. 
Hesse fand heraus, dass solche Bänder im Aber- bzw. Volksglauben der Geisterabwehr dienten! Seine Quelle gibt er an mit: Fossel, V.: Volksmedizin und medizinischer Aberglaube in Steiermark, Graz 1886. 
Dies würde auch zum Glimmersand passen, den Hauser in Nürnberg dabei hatte und dem ebenso ein okkultistischer Wirkmechanismus nachgesagt wird! Ich hatte schon in einem vorhergehenden Artikel spekuliert, dass Hauser ggf. wegen seiner „wilden Talente“ in Gefangenschaft geriet, da er seinen Eltern unheimlich geworden war und irgendwie „teuflisch“ wirkte. 
Zu der Zeit nahm man die Bibel noch wörtlich, und der Teufel war mehr als einfach nur eine Metapher! Was also tun mit einem „Satansbraten“? Die religiösen Traktate in Hausers Kleidung, so Hesse, waren der „Unbefleckten Empfängnis Mariä“ gewidmet, was auch immer Hausers Peiniger damit andeuten wollten! 
Kaspars Präsenz wurde flankiert von Geistererscheinungen, wobei sich diese auskunftsfreudig gaben und den verdutzten Zeugen mitteilten, Hauser sei der rechtmäßige Thronanwärter Badens! 
Hierzu Feuerbach an die bayerische Königin Karoline, Stiefmutter des damals amtierenden Königs Ludwig I. [und nicht, wie im Interview von mir behauptet, dessen Ehefrau! Man möge mir diesen kleinen „Inzest“ bitte verzeihen!]: 
„Nicht unbedeutend ist es, dass nicht lange nach dem Erscheinen Kaspars zu Nürnberg sich das Gerücht, und zwar von Baden her, verbreitete: Kaspar sei ein für tot ausgegebener Prinz des Badenschen Hauses, und zwar ein Sohn der Großherzogin Stephanie. 
Dass dieses Gerücht von Zeit zu Zeit wieder laut geworden ist, am lautesten aber in der neuesten Zeit, dass neuerlich unter der Form einer angeblichen Geistererscheinung, von der öffentliche Blätter erzählten, die Behauptung angedeutet wurde, die Familie Hochberg besitze durch Usurpation den Thron“. 
Das von Feuerbach verwendete „neuerlich“ lässt den Schluss zu, dass es bereits zu gleichlautenden Begegnungen gekommen ist! Auf CROPfm habe ich auch über das geheime „Scriptorium“ berichtet, von dem fleißig und in großer Zahl Briefe in alle Welt gingen, um über Hausers angebliche Herkunft zu informieren! Auch Karoline erhielt ein entsprechendes, anonymes Schreiben, hierzu wieder Feuerbach: 
„Im Januar des Jahres 1833 erhielt sie jedenfalls einen anonymen Brief, der sich auf Kaspar Hauser bezog und der sie beunruhigte. Diese Beunruhigung kann ihren Grund nur in der Überzeugung haben, dass Kaspar Hauser ihr Neffe ist, dem unbedingt geholfen werden musste, da er sich in großer Gefahr befand. Es ist zu vermuten, dass dieser anonyme Brief, der wie so viele in diesem Fall, verschwunden ist.“ 
Es müssen also zwei „Pro-Hauser“-Fraktionen am Werk gewesen sein: „Geister“ und anonyme „Briefeschreiber“! Wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass wir auch ohne ein „Scriptorium“ auskommen könnten, etwa wenn wir unterstellen, dass „Geister“ bei Normalbürgern aufgetaucht sind und diese dazu nötigten, anonyme Texte zu verfassen und an bestimmte Adressaten zu senden! 
Wer könnte einem „Jenseitigen“ [=oder einem Hologramm im Rahmen der Ahnensimulationshypothese] einen so kleinen Wunsch herzlos abschlagen? Also, ich für meinen Teil hätte zu Feder & Tinte gegriffen! 
Zwar gilt Feuerbach als der „Schöpfer“ der Erbprinzentheorie [wobei Bürgermeister Binders erste „Presseerklärung“ zu Hauser erkennen lässt, dass entsprechende Hinweise auch an ihn gelangt sind, ggf. sogar Ross & Reiter präzise genannt wurden!], doch noch bevor er seine Erkenntnisse anderen anvertraut hatte, standen sie schon in den Zeitungen! 
Wer meine Ausführungen bis hierhin verfolgt hat, wird ahnen, dass wieder der Postweg eine Rolle gespielt haben dürfte! 
Augsburger Tageblatt vom 6. Februar 1832: 
Obschon das geheime Memoire von Anselm von Feuerbach noch nicht in der Hand der Königin Karoline von Bayern war, geschweige dessen Inhalt der Öffentlichkeit bekannt sein konnte, schreibt das Augsburger Tageblatt unter der Rubrik ‚Nachrichten vom In- und Auslande’: «Die Stuttgarter Stadtpost bezeichnet den bekannten Kaspar Hauser als ‚mutmaßlichen Prätendenten’ von Baden».“ 
Geisterhaftes Interesse verfolgte Hauser von der Wiege bis zur Bahre: 
Am Tag bzw. in der Nacht seiner angeblichen „Vertauschung“ soll die „Weiße Frau“ als böses Omen im Schloss zu Karlsruhe erschienen sein. Zu seiner Todesstunde 1833 „verabschiedete“ er sich als „Geist“ bei seiner in Wien lebenden Bekannten Caroline Kannewurff! 
Doch war sie offenbar nicht die Einzige, der er sich post mortem zeigte! In der Hauser-Literatur werden, natürlich nur in Halbsätzen, weitere Manifestationen angeschnitten! Den (badischen) Ludwig II. soll er in den Wahnsinn getrieben haben… 
Probleme mit der hauserianischen Geschichtsschreibung: 
Es gibt in der Hauser-Forschung mehrere offene Fragen, die jedoch von den Hauserianern ungern angegangen werden. Einen Aspekt habe ich u. a. bei meinem CROPfm-Interview erwähnt, nämlich, dass man keine 10 Jahre oder mehr nur bei Wasser & Brot überleben kann, selbst „Kraftbrot“ nützt da nichts! Ganz ähnlich sieht auch Günter Hesse die Sache, er schreibt: 
„Ausschließlich von Wasser und Brot lebte Hauser vor Nürnberg höchstens sechs Monate. Sonst hätten ihn Skorbut, Pellagra, Muskelatrophien, Sehstäuschen [bzw. Seh-Störungen], Gelenkprobleme, Eiweißmangel den weiten Weg verunmöglicht!“ 
Bekanntlich war der in Karlsruhe geborene Thronfolger eine Zangengeburt, seine Mutter Stephanie hätte dies fast nicht überlebt. Das Kind selbst hatte mehrere Verletzungen am Kopf davongetragen, die auch am Leichnam noch zu sehen waren! 
Einige, zumindest namentlich bekannte Augenzeugen davon waren Hofmarschall von Roggenbach, Gräfin Walsch und ein Fräulein von Reck! Daneben gab es weitere, namentlich nicht genannte Hofdamen und Angehörige der Familie! 
Nachzulesen in der Quelle dieses Artikels: „Kaspar Hauser – Das Kind von Europa“ von Mayer & Tradowsky! In dem Zusammenhang kann man auch erfahren, dass der Amme des Kindes der Zugang zum Leichnam NICHT verwehrt wurde! Aufgrund der vielen anwesenden Personen bei der Aufbahrung kam sie nur nicht in dessen Nähe! 
Kaspar Hauser hatte von sich NIE behauptet, der Erbprinz von Baden zu sein; dies haben andere, eben besagte „Geister“ und „Briefschreiber“ getan! Er hatte aber einen immer wiederkehrenden Traum, protokolliert von Professor Daumer, bei dem Hausers Mutter eine Rolle spielte, während er sich selbst als Kind wahrnahm! Hierzu Daumer: 
„Ich will bei dieser Gelegenheit eines anderen Traumes, welchen er vom 10. auf 11. November 1828 hatte, erwähnen. Es träumte ihn nämlich, seine Mutter käme vor sein Bett, begieße sein Gesicht mit heißen Tränen und nannte ihn Gottfried, welchen Namen er niemals gehört zu haben wiederholte und auf das Bestimmteste versicherte. Er erkannte diese Frau, ohne dass sie sich besonders zu erkennen gab, als seine Mutter.“ 
Aufgrund eines anderen Traumes, in dem er bis auf das Genaueste ein Schloss oder eine Residenz beschrieb, und letztlich seiner Pockenimpfungen, die seinerzeit nur dem elitären Nachwuchs verabreicht wurden, kann man davon ausgehen, dass Gottfried aka Kaspar nicht aus einfachen Verhältnissen stammte und aus politischen Gründen [=Rieder Vereinbarung?] instrumentalisiert wurde! 
Feuerbach ging davon aus, dass man Kaspar nur bei den noch lebenden oder bereits verstorbenen adligen Kindern finden könne. Das stimmt so nur zum Teil. Er hat nämlich den „geheimen“ Nachwuchs vergessen, also jene Kinder, die abseits der Ehe gezeugt und dann irgendwo versteckt wurden. 
Das betraf natürlich nicht nur die Herren der Schöpfung, sondern auch die Damen, die dann für neun Monate auf „Kur“ gingen und reichlich verschlankt wiederkehrten! Die Hinweise im Falle Hauser deuten meiner Meinung nach in diese Richtung! 
Zwischenresümee 
Es ist völlig unerheblich, ob Hauser der Erbprinz war oder nicht. Jemand wollte diesen Eindruck erwecken. Jemand, der Unmengen an Briefen verschickte und die Presse „leitete“, sodass zwischen Amerika und Russland über ihn berichtet wurde! Es wurde ein „Hype“ erzeugt – heute würde man wohl sagen, es wurde „Welle gemacht“! 
Auf jeden Fall war diese „Pressearbeit“ so wirkungsvoll, dass Hauser aufgrund des geschürten Verdachts ermordet worden ist. Offenbar war jemand in Karlsruhe sehr nervös geworden und wusste sich nicht anders zu helfen, als die „Notbremse“ zu ziehen! Diese „PsyOp“ gegen Baden war etwas zu wirkungsvoll gewesen!ʬ

24/08/26

⚜️
Napoleons langer Schatten
über Kaspar Hauser‽

Immer wenn man denkt, dass ein Phänomen oder historisches Rätsel nicht noch schräger werden kann, krabbelt plötzlich etwas aus Buchseiten hervor, das der Angelegenheit einen neuen Spin verleiht! Manchmal ist auch ein Gamechanger dabei! Damit man nicht alle Artikel von mir zum Thema Hauser studieren muss, bzw. mein Interview auf CROPfm hören, eine kurze Zusammenfassung der Lage mit den entscheidenden Aspekten: 
1828 tauchte im gut biedermeierlichen Nürnberg ein verwirrt wirkender junger Mann auf, der sich schriftlich als Kaspar Hauser identifizierte. Er war geistig auf dem Stand eines Dreijährigen, körperlich schätzte man ihn auf etwa 16 bis 18 Jahre. Er konnte kaum sprechen und beschäftigte sich gedankenverloren mit ihm zugeführtem Spielzeug. 
Der Präsident des Appellationsgerichts für den Rezatkreis in Ansbach, Anselm von Feuerbach, nahm sich des Findlings an und schickte ihn über Vermittlung des Nürnberger Rates zur Ausbildung an den 28-jährigen Professor und Lehrer Georg Friedrich Daumer. Bei ihm, dem Pädagogen und Menschenfreund, schien Hauser zu erwachen. 
Er lernte schnell richtiges Lesen und Schreiben sowie verständliches Sprechen und Ausdrücken. Dabei gab er an, sich nur an ein Leben in einem Verließ erinnern zu können, wo er unter Wasser und Brot in Gefangenschaft gehalten wurde; wie lange, ist bis heute ungeklärt. Hier zeigte er auch merkwürdige Fähigkeiten: 
Er konnte weiter sehen, besser hören und riechen als seine Zeitgenossen. Er „erspürte“ körperlich Metalle, Wasser und andere Substanzen. Er hatte präkognitive Eingebungen und vieles mehr. Feuerbach vermutete, dass er zum Zähringer Adelshaus in Baden gehörte und seines Thrones beraubt wurde. 
1829 und 1833 wurden Attentate auf Hauser verübt; beim letzten verstarb er an einer Stichwunde, die ihm in Ansbach zugefügt wurde. Soweit die kurze Zusammenfassung von Hausers Vita. Wer es genauer wissen möchte, sei aufgerufen, sich auf dem Blog einzulesen und einzuhören
Der verschwundene Daumer-Bericht 
Doch nun zum Hauptteil dieses Beitrages: 1994 entdeckte der amerikanische Psychotherapeut Jeffrey M. Masson im Archiv des Hauser-Forschers Johannes Mayer aus Stuttgart einen für den privaten Zweck von Daumer zusammengestellten Bericht über Hauser in Form eines Tagebuches. 
Daumer hatte diesen handschriftlich kopieren lassen und an Feuerbach gesandt. Der Inhalt bezieht sich vor allem auf Hausers körperliche und geistige Entwicklung. Vermerkt sind ebenso die oben bereits erwähnten „Anomalien“, dazu auch allgemeine und spezielle Daten über seinen Gesundheitszustand. Das von Daumer geschriebene Original ist aus seinem Nachlass verschwunden! 
Die an Feuerbach gesandte Kopie verblieb im Familienbesitz, bis in den 1930er-Jahren eine Kopie der Kopie an den Hauser-Forscher Herrmann Pies gelangte*, der den Text abgetippt und mit Kommentaren versehen hatte. Die Kopie der Hauser-Schrift von Feuerbach ist aus Pies’ Archiv verschwunden. 
Was vorliegt, ist die maschinengeschriebene Ausführung von Pies als bis dato einzige Variante! Pies hatte den Text nie publiziert und nie als in seinem Besitz befindlich erwähnt – im Gegensatz zu allen Archivfunden, die er ab den 1920er-Jahren in Bayern entdeckt hatte! Warum, ist unklar. 
Dieser Text wurde 1995 im Eichborn Verlag veröffentlicht [Kaspar Hauser | Die andere Bibliothek]. Einer der Beiträge dort stammt von dem bereits erwähnten Hauser-Forscher Mayer, der in seinem Beitrag zum Thema „Entstehung und Überlieferung der Daumerschen Aufzeichnungen“ auf Seite 281 eine „Bombe platzen“ ließ: 
Demzufolge waren 1945, nach Kriegsende, französische Soldaten bei den Feuerbachs erschienen und hätten 112 Jahre nach dem Mord an Hauser Daumers Aufzeichnungen verbrannt! Nun stellt sich die Frage, welchen Grund man in Paris hatte, dies in Auftrag zu geben. Welche französischen Interessen wurden von Daumers Aufzeichnungen bedroht, und weshalb war man überhaupt involviert? 
An sich wäre es eine Angelegenheit des Herrscherhauses Zähringen von Baden in Karlsruhe gewesen, sich mit den Verdächtigungen zu beschäftigen! Baden war damals Teil des Kriegsgegners Deutschland! Weshalb dessen Interessen aufgreifen und kompromittierendes Beweismaterial vernichten? 
Eine mögliche Erklärung des Rätsels könnte eine alte, heute kaum noch diskutierte Theorie sein: Napoleon als Vater? Kaspar Hausers vermeintliche Mutter, Stéphanie de Beauharnais, wurde von Napoleon adoptiert, um sie in ihrem Stand „aufzuwerten“ und „heiratbar“ zu machen für Karl Ludwig Friedrich von Baden. 
Ihr offizieller Titel lautete: 
„Son Altesse Impériale Mademoiselle Stéphanie Napoléon, fille adoptive de Sa Majesté l’Empereur des Français, Roi d’Italie“. 
Stéphanie jedoch hasste ihren deutschen Gatten, sabotierte die Hochzeitsnacht, entzog sich den ehelichen Pflichten und verlegte ihren Hof von Karlsruhe nach Mannheim, wo sie für ihn nicht zu sprechen war! Die Beziehung zu ihrem Stiefvater Napoleon war aber so innig und intim gewesen, dass man meinte, ein unziemliches Verhältnis läge vor! 
Ihre plötzliche Schwangerschaft mit „Hauser“ – insofern keine unbefleckte Empfängnis vorlag – war sehr erstaunenswert gewesen! Sollte Napoleon Hausers leiblicher Vater sein und nicht der gehörnte Karl, würde dies in der Angelegenheit vieles erklären: 
Man ließ ihn verschwinden, da man nicht einen Sprössling des militärisch geschlagenen Napoleon in Karlsruhe regieren sehen wollte. Kurz nach der Geburt ereignete sich das Debakel mit dem Russlandfeldzug! 
Dass man ihn 1812 nicht sofort ermordet hat, hing mit seinem Geburtsstand und vor allem seinem Vater zusammen. Die Lage auf dem Schlachtfeld hätte sich noch wenden können. Endgültig geschlagen war Napoleon nach der Schlacht von Waterloo 1815! 
Hausers paranormale Begabungen könnten auf seinen Vater bzw. dessen Mutter Letizia Ramolino zurückgehen, die medial veranlagt war. Napoleons präkognitive Eingebungen bewahrten ihn oft vor Niederlagen, Gefangenschaft und Tod, wenn er etwa plötzlich einer „Laune“ folgend sein Hauptquartier am Kriegsschauplatz räumen ließ, um einem noch kommenden Hinterhalt zu entgehen! 
Diese Gabe ließ sich auch bei Hauser nachweisen: Er ahnte das Attentat von 1829 voraus, welches ihn im Hause Daumers ereilte. Einem zuvor gelegten Hinterhalt in einem Pappelwald bei Nürnberg war er entkommen, da er diesen erspürt bzw. erahnt hatte! 
Hauser wurde in Gefangenschaft schikanös „gehalten“ wie ein Tier. Er war in seinem Kerker am Rücken angebunden, so dass er nicht liegend schlafen konnte. Das war sinnfrei und nicht notwendig. Er bekam nur Wasser und Brot als Verpflegung: zu wenig Wasser, so dass er immer durstig war, und immer die gleiche Brotsorte, welche steinhart „serviert“ wurde. 
Daneben hatte er ausgesprochene Angst vor Schlägen, was auf handgreifliche Züchtigung schließen ließ. Offenbar musste er für etwas „büßen“, was sicher nicht mit eigenem Fehlverhalten zu erklären ist, sondern sich gegen seine Abkunft bzw. seine Eltern gerichtet hat! 
Der Einsatz französischer Militärs 1945 passt überhaupt nicht in den „Reigen“ um Hauser, wenn man ihm Betrug unterstellt oder eine hochherrschaftliche badische Abkunft! Interessant ist übrigens, dass die sonstigen Hauser-Unterlagen in München angeblich 1944 bei einem Bombenangriff verbrannten und dass man nach seinem Tod 1833 versucht hatte, seine Leiche auszugraben und zu stehlen! Ob er heute noch in seinem Grabe liegt oder nicht, wissen die Götter! 
Pies hatte Daumers Aufzeichnungen in seinen Büchern, wie schon angesprochen, nie erwähnt – aus gutem Grunde vielleicht, um vor ähnlichen „Besuchen“ gefeit zu sein? Der Fall Hauser hat eine europäische Perspektive [Hauser als „Kind Europas“], die eine „kleindeutsche Lösung“, Zoff und Zank im Hause Baden, ausschließt! Wer war Hauser wirklich? 
Übrigens: Napoleons offizieller Sohn, [=Napoleon Franz Joseph Karl Bonaparte], wurde 1811 geboren und verstarb 1832; Hauser lebte von 1812 bis 1833. Beide hatten direkt und indirekt mit dem österreichischen Diplomaten und Staatsmann Metternich zu tun! 
Fußnoten und mörderische Details 
Um ganz genau zu sein: Pies hat die Aufzeichnungen von dem Juristen und Rechtshistoriker Gustav Radbruch erhalten, der gerade an einer Biographie über Feuerbach gearbeitet hatte, die 1934 in Wien veröffentlicht worden ist: Paul Johann Anselm Feuerbach. Ein Juristenleben. Radbruch behandelte auch kurz das Hauser-Thema und hatte aus dem Grund Pies kontaktiert, um sich Hintergrundinformationen einzuholen: Dabei war das Thema auch auf die Daumer-Schrift gekommen! 
Morde um die Hauser-Affäre 
Ein Aspekt der Hauser-Forschung sind die Todesfälle, die ab 1833 die Reihen der Personen lichteten, die Kontakt zu Hauser gehabt hatten; er selbst starb in dem Jahr. 
In der oben aufgeführten Quelle findet sich noch ein Beitrag aus dem Jahr 1908 vom Feuerbach-Enkel Anselm Johann Ludwig Feuerbach [1842–1916], der als Dr. med. königlich bayerischer Generaloberarzt war. 
Ihm sind die sehr merkwürdigen Todesumstände seines Großvaters, Vaters und Onkels aufgefallen: Er geht auf das Thema in einer Familienschrift ein, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt war: „Hinwegschaffung von Persönlichkeiten“. 
Die Symptome, die aus den Obduktionsunterlagen hervorgehen, deuten seiner Meinung nach auf Arsenvergiftung hin! Für mich als medizinischen Laien war der Hinweis auf innere Verätzungen aufschlussreich, die bei einem normalen Schlaganfall nicht entstehen, der ja immer unterstellt wurde! Es sei denn, man nimmt eine Flüssigkeit zu sich, die ätzend wirkt, ob sofort oder erst später, bewusst oder unbewusst. Selbstmord konnte in den Fällen ausgeschlossen werden. 
Interessant war, dass sich jeweils auch das vererbte Hauser-Archiv im Besitz dieser Personen befand. Offenbar, so die Vermutung, forchtete jemand etwaige Veröffentlichungen und wollte so mittels Mord präventiv einwirken!ʬ
Napoleons langer Schatten über Kaspar Hauser‽² 
Die Pupille eines Auges konnte ihm zum Spiegel dienen. Er hatte sich einmal im Gesicht schwarz gemacht, und erkannte das, als er mir ins Auge sah. 
{Daumer über Hauser} 
Daumers Aufzeichnungen zu Hauser bin ich durch, immerhin 650 Notate! Dabei sind mir einige Sachen aufgefallen, die vielleicht irgendwann wichtig werden könnten: Hauser hatte mindestens drei Träume, in denen ein hochherrschaftliches Anwesen eine Rolle spielte: 
✔ Im ersten Traum „sah“ er vor sich einen Mann mittleren Alters mit schwarzer Uniform und Orden [bzw. einer anderen Auszeichnung] am Kragen, der begleitet wurde von einer vornehm gekleideten Dame. Beide musterten ihn skeptisch und reagierten nicht auf seine Ansprache. 
✔ Im nächsten erschien bei ihm eine aufgelöst wirkende Frau, die er als Mutter erkannte. Sie weinte und nannte den Namen „Gottfried“. Unklar ist, ob damit Hauser angesprochen wurde, oder ob sich die scheinbare Trauer auf jemanden mit diesem Namen bezog! 
✔ Im letzten überlieferten Traumbild war Caspar 14 Jahre alt [sic!] und wurde von seinem Vater [sic!] dazu angehalten zu lernen, da er seine Position zu übernehmen habe. Auf ihn wartete der Hauslehrer. Dass er die Frau als Mutter erkannte, will nicht viel heißen. Die Gattin von Gefängniswärter Hiltel und die Mutter von Daumer sprach er ebenfalls mit „Mutter“ an! 
Hinter den Träumen könnte aber stecken, dass er zumindest die ersten 14 Jahre in normalen Umständen gelebt hat. Vielleicht führten ein Trauma oder der Einsatz von Hypnose und Drogen zum großen Vergessen? Ggf. muss man nach jemandem suchen, der mit etwa 14 Jahren von der Bildfläche verschwand? War er aufgrund seiner „wilden Talente“ und besonderen Fähigkeiten beiseite geschafft worden? 
Interessant ist, dass Hauser eine tief sitzende Abneigung gegen Ärzte und Priester hatte, zwei Berufsgruppen, die man zu Rate ziehen würde, wenn der anvertraute Spross solche Anlagen zeigt! Hauser fühlte sich auch in Kirchen unwohl. Reflexionen aus der Vergangenheit vor Nürnberg? Der ansonsten Sanftmütige konnte da richtig gehässig werden und ließ sich auch von Daumer nicht umstimmen! 
Dreh- und Angelpunkt des Hauser-Kriminalfalles könnte das sehr genau und eindrücklich beschriebene Gebäude bzw. Schloss sein! Caspars Fähigkeiten wurden hier schon öfter erörtert: Metalle, Magnete und andere Substanzen konnte er anhand des „Anziehens“ an seinen Körper identifizieren, je nach Stärke wusste er, mit was er es zu tun hatte. Bezüglich Wasser war er der reinste Irlmaier, hierzu Daumer: 
„Wenn er über Brücken oder an Brunnen vorbeiging, so fühlte er das Wasser, und zwar verschiedene Wasser auf verschiedene Weise“. 
Er träumte den Tod des Vaters der Bürgermeistersgattin Binder voraus, daneben erahnte er die an ihm durchgeführten Attentate. Einer gestellten Falle in einem Wäldchen bei Nürnberg konnte er so entkommen. Das Attentat bei Daumer erklärt sich wohl durch Pressemeldungen hiesiger Zeitungen: Dort wurde eilfertig verkündet, Hauser arbeite an seinen Lebenserinnerungen! 
Hausers Gefängnis aka „Käfig“ muss ungewöhnlich gewesen sein. Er hörte weder Gewitter noch Glockengeläut. Es gab darin KEINEN Ofen, in der Hinsicht wurde seine Beschreibung, laut Daumer, falsch verstanden. Es wurde also nicht geheizt! Daneben bemerkte er weder Insekten noch Nagetiere. 
Daumer hatte den Verdacht, dass ihm regelmäßig Narkotika verabreicht worden sind. Dabei ging er davon aus, dass Hauser unterirdisch „verwahrt“ wurde, mit stabiler, gleichbleibender Temperatur! Hauser war in Freiheit extrem kälteempfindlich, Handschuhe ab Oktober! 
Sein Zahnzustand war bei seinem Auftauchen ausgezeichnet, verschlechterte sich jedoch rapide in Nürnberg. Dass er von seinem „Aufpasser“ mit einem Stock geschlagen wurde, als er „zu laut“ mit einem Holzpferdchen spielte, könnte ein Hinweis auf uneingeweihte Personen in dem Gebäude sein! Der „Aufpasser“ ist ein Thema für sich: 
Hauser mochte schwarze Kleidung, lange Bart- und Haartracht nach altdeutscher Art und körperliche Korpulenz nicht, was ziemlich gut auf den Unbekannten anwendbar ist! Dass Hauser einzelne ungarische Wörter verstand, hing übrigens mit diesem zusammen: Entweder war er Ungar oder sprach geläufig Ungarisch, die Sprachbrocken kamen von ihm! Ggf. sollte der Eindruck erweckt werden, sich in Ungarn zu befinden. 
Hätte man sich mit Daumer ausgetauscht, wäre die „Expeditionsfahrt“ Hausers nach Ungarn, bezahlt von Lord Stanhope und rasch beendet aufgrund einer Pandemie, nicht notwendig gewesen! Hauser war ein ausgesprochener Pedant und „Symmetriker“, was Ordnung betrifft. Daumers Notate dazu sind sehr amüsant! 
Eine der absurden Fragen der Forschung ist die nach seiner Reitkunst. Laut Daumer war er ein sehr guter, ausdauernder Reiter. Dabei verschwanden seine körperlichen Beschwerden, er lebte auf und fühlte sich kräftiger, wie ganz allgemein im Umgang mit Tieren! Mit Daumers Katze Mützel hatte er innige Freundschaft geschlossen, das Tier folgte aufs Wort und schleppte Spielzeug zu ihm, um bespaßt zu werden! 
Im Hause Daumers hatte Hauser eine merkwürdige „Manifestation“ beobachten können. Im Raum schwebte ein ihn anblickender Kopf. Auf den Aspekt bin ich bereits hier eingegangen! Neu war für mich, dass er schielte! Wobei ich mich frage, ob da nicht ein Remote Viewer aus unserer Zeit bzw. aus der Zukunft aktiv war und von Hauser entdeckt wurde! Nachdem der Schwebekopf verschwunden war, plagten Hauser Augenschmerzen! 
Hauser war durch Vermittlung Daumers an ein Medium gekommen, im Text als „Sonnambüle“ bezeichnet. Diese habe einige „falsche“ Angaben zu Hausers Vergangenheit gemacht, wobei ich mich frage, seit wann wir wissen, was die tatsächliche Wahrheit ist‽ 
Die angeblichen 12 Jahre im Verließ sind es sicher nicht! Sie gab als Ort des „Käfigs“ bzw. der Gefangenschaft eine Fallmeisterei an! Diese ist ein meist einsam gelegenes Haus eines Abdeckers, seltener auch die Wohnung des Scharfrichters! 
Ich wüsste zu gerne, welch „falsche“ Angaben die Dame parallel einhergehend gemacht hat, leider hat sie uns Daumer nicht überliefert! Durch Zufall war man in einer Bäckerei auf das Brot gekommen, mit dem Hauser „versorgt“ worden ist. Er hatte es nach Geruch und Geschmack sicher identifiziert! Es ist Roggenbrot gewesen, sogenannter „Vierlauf“! 
In welchem Auftrag Lord Stanhope in Sachen Hauser unterwegs war, bleibt unklar. Hauserianer Johannes Mayer erwähnt in seinem Beitrag „Entstehung und Überlieferung der Daumerschen Aufzeichnungen“ ein Treffen zwischen dem englischen Lord und Metternich. Im Vergleich dazu war Stanhope Dauergast bei Hausers vermeintlicher Mutter Stephanie, eine innige Verbindung, die bis 1851 hielt! 
Hauser wurde, kaum dass er aufgetaucht war, von überfleißigen Briefeschreibern und Journalisten zum verschleppten Zähringer erklärt. Selbst Feuerbach kam nicht von allein auf die „Spur“ Badens. Er erhielt am 13.12.1829 ein – natürlich – anonymes Schreiben! Ich möchte das Thema nicht nochmals aufgreifen, da man es auf dem Blogbeiträgen zum Thema mehrfach nachlesen kann! 
Unter Napoleoniden 
Zur Hauser-Thematik habe ich im ersten Teil spekuliert, ob nicht Napoleon der leibliche Vater „unseres“ Caspars sein könnte! In solch einem Falle wäre es sinnvoll, sich mit dem „offiziellen“ Spross Napoleons zu beschäftigen: Dieser wäre Napoleon Franz Joseph Karl, hier im Text als „Napo²“ bezeichnet! Er war auch bekannt als Herzog von Reichstadt bzw. Roi de Rome | König von Rom. 
Es gab zwar diverse andere Napoleoniden von unterschiedlichen Frauen, die aber keine Rolle im Machtpoker spielten! Seine Mutter war Marie Louise, Tochter von Kaiser Franz von Österreich, spätere Herzogin von Parma! Quelle meiner Überlegungen ist zuerst das Buch „Der kleine Adler“ von Renate Fabel
Es geht darum festzustellen, ob sich hier charakterliche oder andere Ähnlichkeiten zeigen, was nicht ungewöhnlich wäre beim gleichen Vater! Das Problem ist natürlich, dass mögliche Parallelen durch Kultur, Sitte und Erziehung der Zeit vorgegeben sein könnten! Effektiv ist es so, dass die Menschen der damaligen Zeit mehr konnten als wir heute im Sinne von Tätigkeiten und Fertigkeiten, belesener und umfassender ausgebildet waren, sich geziert benahmen und vornehm sprachen! 
• Napo² war, wie der Kronprinz von Baden, aka Hauser, eine Zangengeburt. 
• Sie wuchsen in beengten Verhältnissen auf, Napo² als „Gefangener“ der Wiener Hofburg, in der er festsaß, und Hauser im bekannten unterirdischen „Käfig“. 
• Beide konnten außergewöhnlich gut zeichnen und malen und hatten sadistische, prügelnde „Lehrer“: Napo² litt unter dem Menschenschinder Graf Moritz von Dietrichstein-Proskau-Leslie und Caspar unter Lehrer Meyer, der schon mal versucht hatte, dessen Zimmer mittels Axt [sic!] zu „öffnen“! 
• Napo² und Caspar waren überdurchschnittlich gute Schützen! Caspar erhielt nach dem ersten Attentat Schießunterricht, musste seine Pistolen in Ansbach aber abgeben, wahrscheinlich weil man ihn dann besser ermorden konnte. 
• Napo² wurde nachts regelmäßig von einem Geist heimgesucht, den er „Lolo“ nannte. (Dessen Mutter schlief übrigens nur bei Kerzenschein, aus Angst vor Phantomen und Gespenstern!) Bei Hauser gab es diverse Visionen, Erscheinungen und Traumgesichte! 
• Beim Reiten konnte ihnen niemand etwas vormachen, sie besaßen ein sehr gutes Gedächtnis, tanzten sehr gut und gerne, legten gesteigerten Wert auf modische Kleidung und hatten homoerotische Anwandlungen: Napo² verguckte sich in Anton Ritter von Prokesch-Osten, Hauser in Lord Stanhope, mit dem auch Küsse ausgetauscht wurden! 
Caspar hätte am liebsten Damenkleider getragen, trug eines zur Probe, bis man ihm solche Gedanken in Nürnberg ausredete. Daneben war er voll des Lobes für attraktive Männer, während Frauen in seiner optischen Reflexion nicht so gut wegkamen. Die Anwesenheit des Polizeisoldaten Kohl, vielmehr sein „Handauflegen“, beruhigte ihn so sehr, dass alle gesundheitlichen Anfeindungen sofort verschwanden! 
• Metternich nannte Napo² einen „Bastard“ und hasste alle biologischen und ideologischen Bonapartisten. Nach Hausers Ermordung 1833 tauchte der höchste Beamte Badens, Staatsminister Reitzenstein, in Ansbach auf, wo das Verbrechen geschah, und fuhr, nachdem er sich einen Überblick verschafft hatte, weiter zu Metternich nach Wien! 
Napo² verstarb, da man seine – unübersehbare und offenkundige – Tuberkulose weder erkennen noch behandeln wollte! Eine Kur in Neapel wurde ihm böswillig abgeschlagen! Er starb qualvoll, nur umgeben von einem Freund und seiner Mutter. 
Das Buch von Gerd HollerNapoleons Sohn“ hingegen hatte das Thema verfehlt, was bei Biographien immer wieder vorkommt! Etwa drei Viertel sind Napoleons letzten Tagen und seiner Vergiftung geweiht, auf diesen Aspekt kommen wir aber noch zu sprechen! 
• Bezüglich des Geistes, den Napo² zu sehen glaubte, weist der Autor auf eine Templerpuppe im Verließ der Franzensburg in Luxemburg hin. Soll der Geist einer Puppe gespukt haben? 
• Interessant ist, dass die Bourbonen, die ungeliebten Machthaber in Paris, eine halbe Million Francs auf den Kopf von Napo² ausgeschrieben haben! Wurde deshalb seine Lymphdrüsentuberkulose von keinem seiner Ärzte entdeckt, selbst als er schon in den letzten Zügen seines kurzen Lebens lag? Ärzte spielten schon bei Hauser eine zwielichtige Rolle: 
Drei von ihnen bestätigten beim Findelkind zu Nürnberg zwei Impfnarben gegen Pocken, zogen ihre Aussagen jedoch nach seinem Tod wieder zurück! Geimpft wurden damals nur die Blaublütigen, die Impfung war somit Caspars „Ritterschlag“ gewesen, der ihm posthum wieder entzogen wurde! Ärzte – ein sehr merkwürdiger Berufsstand! 
Man musste Napo² nicht vergiften, wie gemunkelt wurde mit Blick auf Metternich! Es reichte völlig aus, dass er falsch bzw. eben nicht richtig behandelt wurde und keine Kur im Süden antreten durfte! Man stelle sich vor, was geschehen wäre, wenn in Neapel Mediziner den Pfusch am Patienten durch Quacksalber in Wien entdeckt hätten‽ Sizilien! Eine Region, die Napoleon noch immer sehr zugetan war! 
Giftmord an Napoleon 
Napoleon wird heute in der historischen „Aufarbeitung“ negativ gesehen, da er Kriege führte: Abwehrkriege gegen Preußen, Österreich und kleinere deutsche Staaten, die eigenmächtig in sogenannten Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich zu Felde zogen! Die französische Revolution sollte von außen zerschlagen werden! 
Alle weiteren Konflikte, die sich daraus ergaben, bauten auf dem Versuch auf, Frankreich die verhassten Bourbonen wieder zuzuführen! Napoleon startete von sich aus einen einzigen Krieg | Präventivkrieg: den gegen Russland, das selbst in militärischen Angriffsvorbereitungen gegen Frankreich befindlich war! 
Von deutscher Seite aus werden die Feldzüge gegen Napoleon als „Befreiungskriege“ bezeichnet, wobei die Kausalität durcheinandergewürfelt wird: 
Die Franzosen mussten sich gegen Angreifer aus dem Osten verteidigen und befreien, die ihre Revolution zerschlagen wollten! Man muss immer betrachten, wer den Konflikt angefangen hat. Und so wird auch klar, wieso Napoleon eine Neuordnung Europas im Sinne hatte: 
Die alten Feindmächte sollten keine Gelegenheit mehr haben, neue Feldzüge gegen Paris vorzubereiten und durchzuführen! Dabei wird gerne vergessen, wie viele Europäer in der französischen Armee gegen ihre alten Machthaber und Unterdrücker gekämpft haben! 
Und selbst als Napoleon geschlagen und vergiftet war, bildeten Sympathisanten und Bonapartisten in Europa Geheimbünde! Im deutschsprachigen Raum ging Metternichs Polizeiapparat gegen sie vor! Das Ganze nahm stellenweise hysterische Züge an, wenn man betrachtet, wie oft damals verhaftet und ausgewiesen wurde! 
[Nationalisten und Sozialisten waren zu der Zeit noch keine Bedrohung. Die Nationalisten wollten einen kleindeutschen Einheitsstaat unter der starken Führung eines Königs oder Kaisers und die Sozialisten wären in einem demokratischen Gemeinwesen untergegangen. Proletarische Massen standen damals nicht zur Verfügung.] 
Tatsächlich könnte sich in diesem Klima die Hauser-Affäre erklären, wenn er denn durch Blutsverwandtschaft mit dem französischen Kaiser verbunden gewesen ist. Ausgerechnet ein Zahnarzt, so berichtet Gerd Holler in „Napoleons Sohn“, deckte rückwirkend den Mord an Napoleon auf: 
Sten Forshufvud sah sich die diversen Obduktionsbefunde an und entdeckte im Krankheitsbild Hinweise auf eine Arsenvergiftung! Mit der gleichen Substanz wurden übrigens auch drei Feuerbachs beiseite geschafft! 
Damals, im frühen 19. Jahrhundert, gab es die Sitte, sich von den Verstorbenen Haare als „Andenken“ zu sichern, die stellenweise zu Armbändern und ähnlichem verarbeitet wurden. Forshufvud besorgte sich eine solche Probe und brachte sie nach Glasgow, genauer an das gerichtsmedizinische Institut der Universität, wo sie von einem Professor Hamilton untersucht wurde. Das Ergebnis war aufschlussreich: 
„Die Probe ergab nach meiner Methode einen Arsengehalt von 10,38 Mikrogramm je Gramm Haargewebe. Dieser Wert zeigt, dass der Betroffene relativ großen Arsenmengen ausgesetzt gewesen sein muss.“ 
Der Normalgehalt an Arsen liegt bei 0,8 Mikrogramm pro Gramm Haare! Holler selber ging davon aus, dass Napoleon die Überdosis auf irgendeinem anderen Wege inhaliert hat, zeigt jedoch nicht auf, wie das geschehen sein soll! Forshufvud besorgte aus weiteren Quellen Proben, die alle die gleichen Werte zeigten! Diese stammten aus dem Nachlass von Louis-Joseph-Narcisse Marchand [=Diener Napoleons], Jean-Abram Noverraz [=Kammerdiener] und Lucia Elizabeth „Betsy“ Balcombe Abell [=Vertraute auf St. Helena]. 
Resümee 
Die Napoleopanik endete in Zentraleuropa nicht mit dem Tod des großen Korsen (der übrigens mit etwas über 169 Zentimetern Körpergröße dem damaligen Durchschnitt entsprach und nicht als „klein“ galt), dazu hatte er einfach zu viele Anhänger, die von Metternich & Co. unterdrückt wurden. 
Den Zeitgeist kann man vielleicht mit dem in den USA der 1950er Jahre vergleichen, als der „Kommunistenfresser“ Joseph McCarthy das Land in hysterische Wallungen brachte. 
War damals jeder verdächtig, ein Agent Moskaus zu sein, sah Metternich hinter jedem Strauch einen Bonapartisten mit gezücktem Dolch. Napo² ließ man verrecken – anders kann man es nicht umschreiben –, und nach nur 5 Jahren Freiheit wurde Hauser ermordet, ein Jahr nach Napo², sehr wahrscheinlich aus den gleichen Gründen!ʬ

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