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06/08/26

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Zeitloser Robo-Kopf:
Baphomet und die Templer

Glaubt man den historischen Überlieferungen, verfügte der Templerorden über einen janusförmigen Kopf namens Baphomet, der sprechen konnte und den Rittern Befehle gab. Unklar ist, woher dieser stammte oder ab wann er sich in ihrem Besitz befand. Ob von diesem Kopf die Anweisung ausging, bei der Initiation neuer Mitglieder ein Kreuz zu bespucken und Christus zu verleugnen, ist unklar.
Auf jeden Fall kann man sagen, dass die Templer zum Ende ihrer Existenz hin Baphomet als ihren „Gott“ ansahen und folglich anbeteten. Das führte bereits im Vorfeld (lange vor der Verfolgung des Ordens) zu reihenweise Austritten!
Technologische Artefakte und antike Götter
Offenbar hatten sie eine Form von „Technik“ in die Hände bekommen, die sie mehr beeindruckte als ihr bisheriger Glaube. Auch hier tritt der merkwürdige Aspekt auf, dass „Paranauten“ und ihre (geschenkten) „Artefakte“ eine ausgesprochene Abneigung gegen Jesus haben!
Es gibt Spekulationen, dass man den sprechenden Kopf aus dem Heiligen Land oder, wahrscheinlicher noch, aus Ägypten mitgebracht hatte. Handelte es sich dabei um ein Artefakt der alten Götter?
Die Templer legten seit ihrer Gründung eine ausgesprochene Erfolgsgeschichte hin, die ihresgleichen in der Geschichte sucht. Hatte man den Kopf als Berater? Entstand daher die enge Bindung an das Artefakt?
„Baphomet“ habe einen weißen Bart besessen, sei ansonsten aus Gold, Silber und Bronze verfertigt gewesen.
Berühmte Kopfbesitzer der Geschichte
Kurios ist, dass sprechende Köpfe, die technisch weit über den Fähigkeiten der Zeit lagen, durch die Jahrhunderte spuken. Ob es jeweils nur einer war oder mehrere, ist unklar. Es gab eine ganze Reihe von Persönlichkeiten der Geschichte, die diesen Kopf besessen haben sollen:
Zu Zeiten des Römischen Reiches der Magier Alexander aus Abonuteichos (Schreibung nach meiner unten aufgeführten Quelle). Die Rede ist von einem „sprechenden Haupt“. Wir wissen nicht, was der sprechende Kopf so alles gesprochen hat, aber vielleicht ermöglichte er es seinem „Herren“, als Magier aufzutreten?
Einen regelrechten „Zukunftsschädel“ hatte Gerbert von Aurillac, auch bekannt als Papst Silvester II.! Ob er schon im Vorfeld seiner Inthronisation von seiner Weihe wusste? Auf jeden Fall soll dem Artefakt die Zukunft bekannt gewesen sein!
Das Element ist nicht neu und reicht weit in die Vergangenheit zurück! In irischen und germanischen Überlieferungen tauchen die ominösen Köpfe auch auf: Man denke an „Brans Kopf“ und „Mimirs Haupt“! 
Alchemie und biblische Prophezeiungen
„Kopfbesitzer“ gab es auch unter den Chaldäern, deren Magier am ehesten mit unseren Alchemisten verglichen werden können. Unter den letztgenannten gab es zwar jede Menge Quacksalber, aber auch solche, die offenbar über fortschrittliche Technik verfügten, die uns an technische „Spielereien“ unserer Tage erinnern, wie etwa den Erdspiegel!
Dass diese Technik bereits aus biblischen Zeiten überliefert ist, belegen die „Teraphim“, welche auch in die Zukunft blicken konnten.
Konstruktionen und Visionen
Der auf dem Blog bereits bekannte Albertus Magnus, der allen möglichen (und unmöglichen) technischen Zierrat sein Eigen nannte, hatte auch einen sprechenden Schädel, der nach astrologischen Gesichtspunkten konstruiert war. 
Möglich, dass nicht alle Köpfe sprachen, sondern etwas in sie gelegt worden war (Zeitkapsel).
Auch Roger Bacon war ein Kopfbesitzer. Dessen zukunftsweisende Visionen können auf seinen körperlosen Kollegen zurückgehen! Das Erzählelement muss damals weit verbreitet gewesen sein und taucht selbst in dem Klassiker „Don Quijote“ auf!
Die Verbindung zu Thot und Hermes Trismegistos Aufschlussreich ist, dass das Konzept der redenden Köpfe Hermes Trismegistos zugesprochen wird, der mit dem altägyptischen THOT in Personalunion existieren soll.
Vorläufiges Resümee
Über die Jahrhunderte hinweg tauchen zwei Elemente immer wieder an allen möglichen Orten auf, kreuz und quer durch die Welt: „Sprechköpfe“, die zumeist in die Zukunft blicken, aber auch sonst alles zu wissen scheinen, und die bereits erwähnten „Zauberspiegel“, die Eigenschaften haben, die uns an die modernen iPhones denken lassen – mit dem Unterschied, dass die „Zauberspiegel“ auch die Zukunft sahen!
Beide werden direkt oder indirekt THOT zugeschrieben. Unklar ist, woher dieser die Technik hatte. Offenbar hat sie sich bis in die Zeit weit nach dem Ägyptischen Reich erhalten und sich im ganzen Morgen- und Abendland verbreitet!ʬ
Quelle:
Christa Tuczay, Magie und Magier im Mittelalter!
Templer & Baphomet
Bereits in einem „Ankünder“ bin ich auf ein „magisches Haupt“ eingegangen, welches der Templerorden in seinem Besitz hatte. Grundlage meiner Überlegungen ist das Templer-Buch des französischen Autors Alain Demurger, der sich jedoch nicht zu den Eigenschaften des Gegenstandes äußerte.
Gerüchten zufolge soll er sich bereits 100 Jahre vor der Auflösung des Ordens in Nordsyrien befunden haben. Es sei ein bärtiger Männerkopf gewesen, dem die Templer den Namen „Baphomet“ gaben.
Merkwürdig ist der radikale Glaubensabfall des christlichen Ordens:
Als Initiation wurden u. a. Kruzifixe mit Urin oder Speichel besudelt; daneben wurde behauptet, Jesus sei zu Recht für seine „Verbrechen“ verurteilt und gekreuzigt worden. Ob ein Zusammenhang besteht zwischen der Abkehr der Ritter vom wahren Glauben und dem „Kopf“, ist mir derzeit nicht klar.
Alchemistische Traditionen und das Erbe des Hermes
Interessant ist hingegen, dass Alchemisten der viel späteren Zeit überzeugt davon waren, dass eine Beziehung bestand zwischen den „sprechenden“ Köpfen und einer Urheberschaft dieser von Thot bzw. Hermes Trismegistos!
Treten wir geschichtlich einen Schritt zurück, verlassen die Templer und die Zeit der Kreuzzüge und lustwandeln in die Zeit des Römischen Reiches, um uns ein gewisses Grundlagenwissen zu erwerben, bevor wir in einem noch zu verfassenden Artikel dem Geheimnis noch mehr zu Haupte rücken!
Der Sternekult unter Septimius Severus
Ein ausgesprochen interessanter römischer Kaiser war Lucius Septimius Severus (häufig verwechselt mit seinem Sohn Geta), der 146 nach Christus im heutigen Libyen geboren worden ist, genauer in einer Stadt namens Leptis Magna.
Der Beinamen „Severus“, der Strenge, wurde ihm erst später verliehen. Als Anwalt und Soldat hatte er es bis an die Staatsspitze geschafft:
Er war den Göttern und Sternen zeitlebens ergeben und ging davon aus, dass besagte Götter die Herren des Alls waren, die alles bestimmten.
Er hatte auf dem Palatin in Rom einen Palast, unweit der Via Appia. Auf diesem prangten die sieben Götter der bekannten Planeten, während unterhalb der Sonne sein eigenes Antlitz angebracht war.
Auch im Palast selbst, also in seinem Inneren, hatte er den Sternen einen eigenen Raum gestiftet. Bei der Wahl seiner Gattin setzte er auch auf das Firmament; er suchte sie sich nach dem Horoskop aus.
Das syrische Erbe: Emesa und der Sonnengott
Ihre Heimat lag im syrischen Emesa, wo man den Gott Baal verehrte. In der Stadt selbst befand sich ein vom Himmel gefallener schwarzer Stein, der als Verkörperung des Sonnengottes Helios (Sol Elagabal) verehrt wurde.
Nicht vergessen darf man, dass im Römischen Reich der Pantheismus vorherrschte, bis die Christen dies mit Blut, Schwert und Feuer unterbanden. Baal und Helios störten sich nicht aneinander, und auch ihre Anhänger gerieten nicht in Fehde.
Der schwarze Stein lag wohlbehalten verwahrt inmitten von Gold, Silber und Diamanten. „Baal“ bedeutet im Altsyrischen „der Herr“, „der Hohe“ oder „Inhaber der Übermacht“.
Einst schlug er sich mit einem Gott namens Mot, dem Gott des Todes, was der Erde nicht gut bekam, da alles Leben erlosch und auf ein Neues erschaffen werden musste!
Heidnische Wurzeln christlicher Festtage
Aufschlussreich ist, dass einer der Feiertage des Baal der 25. Dezember war! Hatten die Christen das Datum „übernommen“ für Christi Geburt, die an diesem Tag im „Heiligen Land“ aber bekanntlich nicht stattfand?
Geben wir an diesem Tag Baal die Ehre, unter dem „Baal-Baum“ sitzend? Das Christentum hat so viel Heidnisches absorbiert und verdreht, dass es selbst vom Heidentum durchdrungen ist!
Die Fusion von Thot und Hermes
Aufschlussreich ist, dass es im Römischen Reich zu einer regelrechten Fusion zweier Götter gekommen ist, was uns wieder zu den Köpfen führt:
Da haben wir den „Griechen“ Hermes, den Götterboten, welcher u. a. als Psychopompos tätig war, also die Seelen der Verstorbenen ins Totenreich begleitet hat.
Auf der anderen Seite den „Ägypter“ Thot, der nach einigen Überlieferungen bereits 18. Jahrtausende vor dem Start der ägyptischen Kultur tätig war und über 20.000 Bücher hinterlassen hatte mit Welt- und Überweltwissen sowie einer regelrechten Betriebsanleitung für das Universum.
Das Geheimnis von Alexandria
Aus seinen Schriften heraus, so die Alchemisten der Neuzeit, hatten sie die „Konstruktionspläne“ für die „magischen Köpfe“, und besagte Bücher Thots sollen sich in Alexandria befunden haben!
Aus Thot und Hermes wurde „Hermes Trismegistos“, also der „dreimal größte“ Hermes, wobei Thot namentlich unterging. Da Hermes als Psychopompos aktiv war, wurden Thots Büchern auch Inhalte zum Leben danach unterstellt, was passen würde, wenn man sich den Totenkult der Ägypter betrachtet.
Ich bin bereits in einem eigenen Beitrag auf die ägyptische Ur-Religion eingegangen, bei der die Ansicht bestand, die Seele würde ins Universum wandern, zurück zu ihrer Quelle!
Severus lebte in interessanten Zeiten, als noch Verbindungen zum alten Wissen der Ur-Götter bestanden, sodass man sich heute wundert, wieso vieles aus der Vorstellungswelt Roms präastronautisch anmutet.
Auch wenn die Götter Roms ganz sicher keine „Astronauten“ waren, sie waren viel mehr kosmische Schöpfer mit guten Beziehungen zum Totenreich!
Alexandria als Ausgangspunkt der Schriften Thots und der daraus erwachsenden „Produktion“ technisch anmutender „Köpfe“ ist ein sehr guter Anhaltspunkt für weitere Recherchen!ʬ
Quellen
The Severans: The Changed Roman Empire von Michael Grant; The Life and Reign of the Emperor Lucius Septimius Severus von Maurice Platnauer; Septimius Severus: The African Emperor von Anthony R. Birley; The African Emperor: The Life of Septimius Severus von Simon Elliott; Emperor Septimius Severus von Ilkka Syvänne; The Knights of Christian Chivalry von Alain Demurger