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05/08/26

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Hamburg 1946:
SlenderMan oder Bilokation?

Straßenbahnlektüre im März 2022 war ein Buch mit dem Titel „Marion Dönhoff“ von Alice Schwarzer! Dieses sollte wohl so etwas wie eine Biografie werden, besteht jedoch aus einem bunten Amalgam von Interviews, Zitaten aus der ZEIT und den Büchern Dönhoffs!
Zusammengehalten wird alles durch die schnoddrige Schreibe der „Biografin“, deren Ton mich an den meines ehemaligen Lehrkörpers der 1970er-Jahre in Deutschland erinnert, welchem man mich fahrlässigerweise ausgesetzt hat!
Dessen ungeachtet fand sich tatsächlich auch ein kurzer, interessanter Part, der im Hamburg des Jahres 1946 verortet ist. Damals schrieb Marion Dönhoff schon für DIE ZEIT, als sich ein merkwürdiger „Besuch“ bei ihr eingestellt hatte:
„Ich wachte mitten in der Nacht auf und sehe im Halbdunkeln da eine Person an meinem Schreibtisch sitzen. Wütend rief ich aus: ‚Was machen Sie da?‘ Da höre ich, wie der Person die Schreibfeder aus der Hand fällt – und dann wird sie lang und länger und verschwindet nach oben … ich habe mich kolossal erschreckt.“
Erscheinung oder Bilokation?
Der „Abgang“ der Entität lässt tatsächlich an SlenderMan oder Shadow People denken und es wäre wirklich interessant zu erfahren, ob der nächtliche Besucher etwas Schriftliches hinterlassen hat – den Stift hatte er ja immerhin in der Hand! 
Möglich wäre aber auch, dass die Dönhoff im Traum / Schlaf einen „Zweitkörper“ (Bilokation) erschaffen hat, also einem Tulpa vergleichbar, um die begonnene Schreibarbeit abzuschließen!
Präkognition in Krisenzeiten
In Krisen- oder Kriegszeiten scheint die Präkognition, also das spontane Wissen um Dinge, die da noch kommen, weit verbreitet zu sein! In den Jugenderinnerungen von Marion Gräfin Dönhoff findet sich ein entsprechender Eintrag:
„Ein Freund von uns, Kurt Plettenberg, der im Ersten Weltkrieg zu Onkel Siegfrieds (Eulenburg) Regiment gehört hatte, erzählte eine Begebenheit, die mich sehr beeindruckte. Die beiden saßen irgendwo in Russland in einem Bauernhaus und spielten Schach, weil es ein ruhiger Abend war, ohne feindliches Feuer; plötzlich stand Eulenburg auf, das Schachbrett mit den Figuren vorsichtig balancierend, und sagte zu dem verblüfften Plettenberg: ‚Komm, gehen wir lieber auf die andere Seite des Hauses.‘
Eine halbe Stunde später schlug eine Granate ein und brachte den Teil des Hauses zum Einsturz, in dem sie zuvor gesessen hatten.“ [Quelle: S. 68]ʬ