Meine gepflegte U-Bahn-Lektüre im Pandemiemärz 2021 war DAS REGIME von Werner Maser, in dem es um den Alltag im Dritten Reich geht.
Während man heute davon überzeugt ist, dass die Volksgenossen seinerzeit unreflektiert im Gleichschritt marschiert sind, belegt Maser recht überzeugend, dass das Regime von Anfang an unruhige Zeiten hatte!
Der Widerstand begann bei der Jugend, die sich vielfach nicht in Jungvolk und Hitlerjugend integrieren wollte, bis hin zu Auseinandersetzungen zwischen Wehrmachtsangehörigen bzw. Polizei auf der einen Seite und SA & SS auf der anderen - und zwar in der Zeit nach Januar 1933!
Schon banale Gründe, etwa das Vordrängeln eines Bonzen {oder seiner Angeheirateten} an einer Warteschlange, reichten aus, um die Fäuste kreisen zu lassen.
Dass diese Unruhen nicht großräumiger ausarteten, hatte schlicht mit der Informationslage zu tun, man war untereinander nicht vernetzt, konnte sich nicht mit anderen „Abweichlern“ über größere Entfernungen hinweg abstimmen.
Nicht zu vergessen, der alltägliche Kleinkrieg mit der Arbeiterschaft, die keine Doppelschichten für den „Endsieg“ schieben wollte, was oft in wilde Streiks und Ähnliches ausartete! Dass diese historischen Fakten in der jüngeren Literatur über das Dritte Reich praktisch unerwähnt bleiben, ist merkwürdig!
Im Buch finden sich auch zwei kleine Hinweise auf Themenbereiche, die ich auf diesem Blog bereits behandelt habe:
Die Entwicklung einer „reichsdeutschen“ Atombombe und den verbreiteten Okkultismus, beides zieht sich wie ein brauner Faden durch die Geschichte des Systems! Offenbar hatte man die Gerüchte um Atomwaffenentwicklungen in Deutschland von Berlin aus noch zusätzlich befeuert! Hierzu Maser:
„So wurde beispielsweise ein von einem nach Frankreich emigrierten russischen Grafen zwischen den beiden Weltkriegen adoptierter Mitarbeiter des Geheimdienstchefs Wilhelm Canaris beauftragt, in der internationalen Hautevolee, in der er sich bewegte, ‚unter dem Siegel der Verschwiegenheit’ die Behauptung zu verbreiten, dass eine deutsche Atombombe unmittelbar vor dem Einsatz stünde.
[…] Die Gerüchteküchen brodelten im ganzen Reich vor allem im Zusammenhang mit der sogenannten Vergeltungswaffe V1 […] und den [= anderen, angeblich kurz vor dem Einsatz stehenden] Wunderwaffen: Riesenpanzer, ferngesteuerten Flugzeugen, Geräten zur Ausschaltung des feindlichen Funkverkehrs und 1280 Stundenkilometer schnellen Messerschmitt-Flugzeugen“.
Nachdem Italien die Fronten gewechselt und zu den Alliierten übergelaufen war, blieb Mussolini verschwunden. Zwar hatte man damals noch keine „Remote Viewer“, um festzustellen, wo er sich hielt, doch fanden sich andere Personen mit „wilden Talenten“:
„Nichts blieb seitens des Regimes unversucht, seinen Aufenthaltsort herauszufinden. So nahm Himmler selbst einen Teil der Hellseher, Pendeldeuter und Astrologen in Anspruch, die der im Mai 1943 in Prag einem Attentat zum Opfer gefallene Reinhard Heydrich nach dem England-Flug ihres Protektors Rudolf Heß kurzerhand in Konzentrationslager hatte stecken lassen, um sich ihrer ‚übersinnlichen’ Fähigkeiten zu bedienen“.
Man kann sich übrigens ketzerisch fragen, ob diese „Wunderwaffentechnologien“ nicht über „höhere“, sprich okkulte, Quellen „eingeflüstert“ und so ihren Weg in den NS-Staat gefunden haben!ʬ
