Ruppelts Buch „The Report On Unidentified Flying Objects“ zu lesen, war ein echter Spaß! Nicht nur, weil der Erfinder des Akronyms „UFO“ und zeitweilige Leiter des Luftwaffen-Projektes BLUE BOOK eine lockere und heitere „Schreibe“ hatte. Man kann den Zeilen entnehmen, dass ihm die Arbeit Freude bereitete und er mit Eifer und Humor bei der Sache war.
Im Buch selber {an sich eine UFO-Fallsammlung der späten 1940er und frühen 1950er} sind mir ein paar Aspekte aufgefallen, die für mich bemerkenswert sind und im historischen Vergleich zur Gegenwart {2026} herausstechen:
Ruppelt berichtet im Schwerpunkt über eigene Untersuchungen und die damalige UFO-Situation in den USA im oben genannten Zeitfenster. Was auffällt, ist die begrenzte Zahl von beobachteten UFO-Formen:
Es wurden metallisch aussehende scheiben-, zigarren- und kugelförmige Vehikel am Himmel ausgemacht. Daneben „Feuerbälle“, die aussahen wie Meteore, jedoch ein höchst ungewöhnliches Verhalten an den Tag legten, etwa wenn sie Flugzeuge verfolgten.
Solid Lights, schwarze Dreiecke oder Rechtecke, Formwandel bzw. Formwechsel der Objekte und der OZ-Faktor tauchen bei Ruppelt nicht auf, wurden damals vielleicht auch nicht gemeldet oder beobachtet. An sich fehlt jede Form der High Strangeness.
Ich denke nicht, dass Ruppelt entsprechende Schilderungen verschwiegen hat, immerhin werden jede Menge Luftkämpfe zwischen Jets und fliegenden Untertassen gereicht, inklusive Radarsichtungen. EM-Effekte, im Sinne von Auswirkungen auf die Technik von Flugzeugen, wurden aber erwähnt.
1947 müssen Geisterflugzeuge UK behelligt haben. Unklar bleibt für mich, was damit gemeint ist. Auf ausländische Sichtungswellen und Vorfälle ging der Autor kaum ein. Er war mit einheimischen Berichten mehr als ausgelastet.
Auf seine Überlegungen zu den „grünen Meteoren“ bin ich in einem früheren Artikel eingegangen. Das gilt auch für die Lubbock Lights in Texas! Über die Sichtungswelle von 1952 habe ich auch schon publiziert.
Sie begann am 01.06. in Virginia. Weshalb sich die UFOs an die inneramerikanischen Staatsgrenzen gehalten haben, ist unklar; so würden Militärs mit der Landkarte im Kopf planen. Auch später „eroberten“ sie Staat für Staat.
In dieser Reihenfolge ab Ende Juni: Erst Virginia, dann Massachusetts, New Jersey und Maryland. Also Ereignisse, die wir heute als UFO i.e.S. einordnen, die „besseren“ Fälle, wie Ruppelt sie nannte. Im September flogen die Untertassen in Georgia und Alabama. Damals wurden die meisten UFOs gegen 22 Uhr beobachtet, heute um 3 Uhr am Morgen.
Neu war für mich, dass im Rahmen von BLUE BOOK Messstationen in Hotspot-Gebieten aufgestellt worden sind. Diese enthielten {neben Kameras und anderer Technik} auch Geigerzähler {das Geiger-Müllersche-Zählrohr}.
Dabei war aufgefallen, dass die registrierten UFOs eine „abnorm“ hohe radioaktive Strahlung abgaben, wobei man sich fragen kann, wo denn die „Norm“ für fliegende Untertassen liegen würde‽
Leider nennt Ruppelt keine Werte. Da die Stationen am Boden standen und auch nicht hoch waren, muss die Strahlung beachtlich gewesen sein. Man kann wohl annehmen, dass die Objekte die Anlagen nur überflogen und dies auch aus einer gewissen Höhe und Geschwindigkeit heraus.
Schwerpunkt war auch hier wieder das nördliche Neu-Mexiko, Standort des militärisch-industriellen Komplexes jener Zeit. Das erinnert mich an die Spekulationen über Atomantrieb für Flugzeuge bereits Ende der 1940er bzw. frühen 1950er Jahre in den USA.
Es ist schon ein merkwürdiger „Zufall“, dass die „Außerirdischen“ ihre strahlenden Atomkisten flogen, als die USA auf das gleiche Antriebssystem setzten. Die wissenschaftlich-technische Forschung der Amerikaner arbeitete zu der Zeit fast ausschließlich auf, was aus Deutschland ins Land geschafft wurde, mit deutschen Wissenschaftlern. Hatte man die Untertassen und den Atomantrieb von da?
Auf den Normalbürger wirkten die Erscheinungen am Himmel durchaus wie aus dem All stammend, was anderes konnte man sich nicht denken. Dass in Deutschland an exotischer Flugtechnik gearbeitet wurde, war der amerikanischen Bevölkerung nicht bekannt.
Erklärt das den Umstand, dass die Untertassen damals so „bieder“ waren und keine paranormalen Faxen machten? Schloss sich erst später ein „exotisches“ Phänomen an, das diesen „Trend“ kopierte? Oder lief beides parallel einher?
Wollten die Ufonauten, die hoffentlich Strahlenschutzanzüge trugen, mit ihren Super-GAU-UAPs auskundschaften, was die Amerikaner vor Ort machten, oder waren sie selbst „Made in USA“?
Resümee
Das Buch ist eine perfekte Einführung in die Kinderzeit des UFO-Phänomens, als die Untertassen mittels Atomantrieb fliegen lernten und sich noch anständig verhielten. Gespickt mit vielen Informationen, garniert mit Humor! Ich hatte echten Spaß damit, für mich das Buch des Jahres 1955!ʬ
