Quelle meiner Betrachtungen ist das Buch „Die Erscheinungen von Kibeho“ von Immaculée Ilibagiza, die das Phänomen jedoch rein aus der religiösen Perspektive heraus sieht.
Ort: Kibeho, im südlichen Ruanda, Provinz Gikongoro.
Protagonisten: Alphonsine Mumureke (damals 16 Jahre alt), Vestine Salima (21 Jahre), Agnes Kamagaju (17 Jahre), Nathalie (Anathalie) Mukamazimpaka (17 Jahre), Marie-Claire Mukangango (21 Jahre), Stephanie Mokamurenzi (15 Jahre), Valentine Nyiramukiza (16 Jahre), Segatashya (15 Jahre).
Drei der Mädchen gingen damals auf die Kibeho High School. Alles in allem sind bis heute 140 „Seher“ bekannt!
Die Sichtungswelle begann am 28. November 1981 mit Alphonsine, die auf dem Gelände bzw. in einem Gebäude der Kibeho High School eine hell glänzende Wolke bemerkte, aus der eine weibliche Gestalt erschien. Diese stellte sich, passend in einer Schule, als „Mutter des Wortes“ vor.
Sie schien zu ihrem Antrittsbesuch noch keine besondere Botschaft gehabt zu haben. Die Ermahnung zu beten, keusch zu leben, zu lernen und ganz allgemein brav zu sein, wiederholte die Entität immer wieder während ihrer Besuche. Danach verschwand sie.
Alphonsine brach anschließend zusammen und konnte über einen Zeitraum von zwei Wochen nichts mehr sehen. Unklar ist, ob sich die zeitweise Erblindung beim ersten oder zweiten Kontakt mit der Gestalt einstellte.
In der Zeit hatten zwei weitere Schülerinnen „Visionen“, die nach dem gleichen Muster abliefen. Interessant waren die körperlichen Reaktionen während dieser „Gesichte“:
Die jungen Frauen erstarrten regelrecht, versteiften, blickten nach oben, also an jene Stelle, an der sich die Erscheinung befunden haben soll, die nur sie sehen konnten.
Ihre Mitschülerinnen und später Vertreter der Ruandischen Katholischen Kirche waren ihnen in dieser Phase gegenüber nicht zimperlich: Sie wurden gestochen, geschubst, gezwickt, und eine Mitschülerin sengte eines der Mädchen mit einer Kerze an!
Sie zeigten keinerlei Schmerzreaktionen und waren völlig weggetreten, in „Ekstase“, was auch aus dem Gesichtsausdruck hervorgeht, den man anhand der überlieferten Fotos ablesen kann. In diesem Zustand bekamen sie „Botschaften“ verkündet und den „Auftrag“ zu beten.
Die Gestalt, die den Zeugen erschien, wurde wie folgt beschrieben:
„Sie ist immer in weiches Licht gehüllt und trägt ein Kleid […] es hat keine einzige Naht. Ihre Haut schimmert wie poliertes Elfenbein, aber sie ist nicht weiß wie auf den Bildern. Sie ist auch nicht schwarz. Sie ist weder schwarz noch weiß.“
Auf mich wirkt die „Dame“, rein optisch, wie eine Sumererin, sie erinnert stark an entsprechende Darstellungen aus dem Südirak! Überhaupt ist erstaunlich, dass die menschlichen „Paranauten“ oft aussehen wie Sumerer, ich denke da etwa an MiBs und Personen an Bord von UFOs!
Die (eigentliche) Botschaft
Die Erscheinung hatte nicht nur triviale Anliegen, sondern offenbar auch eine politische Botschaft! Wieso diese nicht gleich an die zuständigen Politiker „gereicht“ wurde, ist unklar. Womöglich kann die Gestalt nur gewissen Menschen erscheinen, die dann die Information weitertragen müssen – wir kennen das Phänomen ja auch von Antiochia!
Zu diesem Anliegen ist zu erfahren, dass Alphonsine, die Abgesandte der Erscheinung, „sie den Regierungsbeamten und sogar dem Präsidenten des Landes, einem Hutu, überbringen sollte und die deren Diskriminierungspolitik gegen die Tutsi betrafen: Sie sollten die Tutsi, die man gezwungen hatte ins Exil zu gehen, wieder heimkehren lassen.“
Wie weit das geschehen ist, ist unklar. Potenzielle Heimkehrer wären 1994 jedoch zu Opfern des Völkermordes geworden! Das hätte der himmlischen Erscheinung bekannt sein müssen, denn die wusste, was die Zukunft zu bieten hatte!
„Pater Rwagema [=der Ortsgeistliche] hatte uns gesagt, dass Alphonsine viele geheime Botschaften für die führenden Mitglieder der Regierung erhalten hat und dass der Präsident schon mindestens zweimal mit seiner Frau und seiner Familie nach Kibeho gekommen ist, um sie zu treffen.“
Der genaue Inhalt der vermittelten Informationen hat sich bis heute nicht erschlossen, doch wurde durch die Erscheinung, unabhängig davon, mehrmals der nahende Weltuntergang verkündet!
Wie bereits einleitend erwähnt, erschien nicht nur die „Mutter des Wortes“, sondern auch andere „Wunder“. Einige der Phänomene waren „innere Bilder“, andere konnten von allen am Himmel gesehen werden!
Während einer Rede des „Sehers“ Segatashya vor 15.000 Menschen forderte die Menge nach Beweisen. Aus dem Nichts waren zwei Explosionen/Donnerschläge über der Menge zu hören. Es herrschte Sommerwetter, kein Gewitter in der Nähe!
„Seherin“ Anathalie wurde „entrückt“ bzw. entführt:
„Es war hell genug, um zu erkennen, dass sie nicht mehr mit den anderen Mädchen im Schlafsaal war, sondern auf einer Wiese stand […] Durch den Tränenschleier hindurch, sah sie eine weiße Kugel, die sich herabsenkte und ein so intensives Licht verströmte, dass sie ihre Augen bedecken musste. Aus dem Licht heraus sprach eine unsichtbare Frau […].“
Unbeantwortet bleibt, ob die Kugel die eigentliche Gestalt der „Frau“ darstellte. Das Thema der „transformierenden“ Uforbs hat uns hier schon öfter beschäftigt, siehe dazu unten den passenden Tag!
Diese Kugel erzählte dem jungen Mädchen auch gleich, wie dessen Zukunft verlaufen werde – ein „Evergreen“ bei „anomalistischen“ Entitäten! Die wissen scheinbar alle, was kommt!
Der Gedanke, dass Marienerscheinungen immer angenehm verlaufen müssen, liegt zwar nahe, ist aber nicht korrekt! Offenbar kann sich die Intelligenz hinter dem Phänomen nicht immer so verstellen, wie es angebracht wäre!
„Seherin“ Marie-Claire befand sich bei einem Spaziergang, als sie plötzlich ohnmächtig wurde. Als sie wieder zu sich kam, umgab sie Dunkelheit:
„Die Luft stank so widerlich nach menschlichen Ausscheidungen und faulendem Fleisch, dass sie sich beinahe übergeben hätte. Sie rappelte sich auf und rannte blindlings durch die Dunkelheit in die Richtung, wo sie die Schule vermutete. Sie kam zum Haupteingang, als sie die Tür aufstieß verschwand der faulige Gestank und das Tageslicht kehrte zurück.“
Wenn man so will, der klassische „OZ-Faktor“, ein Aspekt, der auch vom Missing 411 Phänomen bekannt ist. Umgebungen, Landschaften, die sich plötzlich verändern!
Später wurde die Angelegenheit für das junge Mädchen noch ungemütlicher:
„Zwei bedrohliche Gestalten näherten sich ihr aus dem Schatten. Marie-Claire konnte nicht deutlich erkennen, wer da vor ihr stand, doch die Gestalten schwebten in der Dunkelheit wie Gespenster. […] ‚Eigentlich wollten noch mehr von uns heute Abend hier bei dir sein, aber sie sind nicht gekommen’, sagte die eine Gestalt. ‚Aber wir kommen wieder. Wir sind nie weit weg’, sagte die andere und dann verschwanden beide.“
Was für merkwürdige Gestalten hatte die „Mutter des Wortes“ da im Schlepptau? „Wir kommen wieder“? Womöglich „I'll be back“? Ein „Terminator“-Spruch parallel zu einer „Marienerscheinung“?
Gibt so was Rom nicht zu denken? Darf jeder Überirdische auftauchen und von sich behaupten Maria, Jesus oder der Heilige Geist zu sein? Und muss dies dann auch geglaubt werden?
Aufschlussreich ist, dass die weibliche Gestalt [=„Maria“] nicht immer ganz bei der Sache war und auf Ansprache nicht reagiert! Hierzu wieder Marie-Claire:
„Doch als ich nach oben blickte, schaute sie mich nicht an, und so dachte ich, dass sie doch von mir enttäuscht war. Sie blickte zu den Blumen zu meinen Füßen, aber nicht zu mir! Ich rief sie, aber sie blickte weiter auf die Blumen.“
Hat der Benutzer des „Maria-Avatars“ eine kurze Pause eingelegt und war dem Geschehen nicht gefolgt? Gab es technische Probleme mit dem Hologramm? Ähnliche „Pausen“ sind auch aus Fatima, Heroldsbach und Međugorje überliefert!
Auf den „Seher“ Segatashya und das „Himmelsbeben“ bin ich schon weiter oben eingegangen! Dieser hatte seine erste übernatürliche Begegnung mit einer Stimme aus dem „Nichts“, die von sich behauptete, Jesus zu sein und ihn beauftragte, dies seinen Nachbarn zu verkünden!
Er tat das auch, wurde aber ausgelacht, da er vor ihnen völlig nackt dastand – irgendwie hatte er seine Kleidung verloren, was ihm selber nicht aufgefallen war! Dass man nach einer Begegnung mit „höheren Mächten“ entblößt ist, kennt man von Abductions als auch dem Missing 411 Phänomen!
„Seherin“ Vestine begegnete auf einem Bohnenfeld einem Mann, der „eigenartig aussah“ und einen Stapel Bücher [sic!] trug! Und hier geraten wir nun wirklich in den Bereich paranormaler Slapstick!
War das womöglich der „Vater des Wortes“? Er sei Jesus, behauptete er und gab der Jugendlichen den Auftrag zu predigen und verschwand mitsamt seiner Bücher, löste sich in Luft auf!
„Seherin“ Agnes wurde aus ihrem Zimmer „entrückt“ und hatte eine regelrecht kosmische Begegnung im August 1982:
„… war ich plötzlich nicht mehr in meinem Zimmer, sondern kniete neben ihr [=Marienerscheinung] auf einem Feld voller Blumen. Sie wies zum Himmel und ich sah ein gläsernes Schiff, das zwischen den Sternen dahintrieb. Ich dachte, dass sie mir den Weg zum Himmel zeigte […]. Zwei Nächte später füllte sich mein Zimmer erneut mit Licht und sie war wieder da. Sie sagte mir, dass sie die Himmlische Mutter sei.“
Die Kombination aus „Schlafzimmerbesuch“, dem hell erleuchteten Raum während der „Visite“ und dem „Himmelsschiff“ bekommt man in ähnlicher Form auch von UFO-Zeugen geschildert!
Unklar ist jedoch, was der religiöse „Überbau“ bedeuten bzw. bezwecken soll?! Den Namen Himmlische Mutter kann man in Anbetracht der Inhalte jedoch getrost übernehmen, er macht Sinn!
Ein wichtiger Aspekt bei Marienerscheinungen sind sogenannte „Sonnenwunder“, bei denen sich allerdings unser Gestirn nicht von der Stelle rührt.
Zumindest ist nicht bekannt, dass die Sonne in den frühen 1980ern ihren Platz am Firmament verlassen hätte, um über Ruanda zu kreisen – das wäre dem Land auch nicht gut bekommen bei der Hitzeentwicklung!
Es müssen also andere Objekte gewesen sein, unidentifizierte, fliegende Objekte also, und nicht die Sonne selbst!
Ein Nachbar der Autorin, der Kibeho besucht hatte, war Zeuge der Phänomene geworden:
„’Die Sonne ist über den Himmel getanzt, direkt vor meinen Augen’, erzählte er meinen Eltern. ‚Sie tanzte und nahm viele verschiedene Farben an wie die des Regenbogens und dann wurde sie so grau und blass wie der Mond. Plötzlich war hinter der ersten eine zweite Sonne, die die erste anstrahlte […] und dann veränderten sich die Farben erneut – als sei eine dritte Sonne aufgetaucht; sie war rot, grün und golden’.“
Die Frau des Nachbarn ergänzte:
„Die Sonne tanzte wirklich. Sie bewegte sich vor und zurück. […] Und dann tauchte aus dem tanzenden Licht eine zweite Sonne auf, am Himmel waren zwei Sonnen! Sie drehten sich in entgegengesetzter Richtung im Kreis, die eine im Uhrzeigersinn und die andere gegen den Uhrzeigersinn, doch dann drehten sie sich ineinander und wurden wieder zu einer einzigen Sonne.“
Ein Freund des Vaters der Autorin hatte seinerseits eine Sichtung vor Ort:
„’Es war ein vollkommen runder Spiegel, der das Bild der Welt zurückwarf’, erklärte er, ‚und wir konnten die Tausend Hügel Ruandas sehen, die den Himmel füllten.’“
Und der bereits einleitend zitierte Nachbar ergänzte:
„Das eine Mal hatte die Sonne verschiedene Farben angenommen: ‚Sie teilte sich in zwei gleiche Hälften, als hätte jemand durch die Mitte ihrer Oberfläche eine horizontale Linie gezogen. Der untere Teil war ein schönes, helles Blau und der obere Teil war milchweiß’.“
Besser kann man eine UFO-Sichtung wirklich nicht beschreiben! Die Sonne war das sicher nicht. Doch wozu braucht die „Mutter des Wortes“ Flugscheiben? Kann sie nicht wahre Wunder wirken?
Ein wahres Wunder wie eine spontane Sonnenfinsternis etwa?
Offenbar nicht. Sie muss UFOs aufsteigen lassen, um ihren jungen Propheten Glaubwürdigkeit zu verleihen, denn überzeugt waren von den Visionen nur wenige Besucher!
Mystische Reise oder außerkörperliche Erfahrung?
Ein Phänomen, welches im Buch als „Mystische Reise“ umschrieben wurde, hing mit möglichen außerkörperlichen Erfahrungen zusammen, die drei der „Seherinnen“ (Alphonsine, Anathalie und Vestine) hatten!
Dabei verfielen sie für mehrere Stunden in einen körperlichen Zustand der Starre und konnten kaum bewegt werden. Der Puls war extrem langsam, der Blutdruck niedrig und die Atmung kaum wahrnehmbar. Ansprechbar waren sie in der Zeit nicht, reagierten auch nicht auf äußere Reize.
Als sie wieder „erwachten“, gaben sie an, mit der Frau [=Maria] durch das „Universum“ gereist zu sein, „quer durch die Sterne hindurch“. Die Orte wirkten wie Lichtwelten mit menschlichen „Bewohnern“, ein paar wenige unschöne Orte sollen die „Hölle“ gewesen sein.
Wie bereits erwähnt, war der Erscheinung die Zukunft bekannt, und sie ließ die Bilder des 1994 stattfindenden Massakers unter anderem Alphonsine sehen, die diese „Vision“ in „Echtzeit“ an die sie umgebenden Menschen weitergab, was für Panik und Aufruhr sorgte!