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10/08/26

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Teufelsspuk &
Nonnenschreck

Pauschal bin ich davon ausgegangen, dass es in Klöstern jedoch ruhig und beschaulich zugeht, was offenbar aber ein Trugschluss ist, zumindest wenn man den historischen Aspekt betrachtet.
Historische Einblicke aus dem Barock
Gerade abgeschlossen habe ich das Buch DER MENSCH DES BAROCK. Dabei handelt es sich um eine Anthologie, herausgegeben von Rosario Villari. Beleuchtet wird die Epoche aus verschiedenen Blickwinkeln, unter anderem auch aus der religiösen Perspektive.
Ganz offenbar waren Klöster im 17. Jahrhundert oft Horte von „zwanghafter Teufelsbesessenheit“ mit „Nächten voller Schreckensbilder“ (O-Ton). 
Was dramatisch klingt, fand seinen Ausdruck in sogenannter Bekenntnis-Literatur, in der allerhand gruselige „Begegnungen“ und „Vorfälle“ geschildert wurden, daneben aber auch himmlische Schauungen.
Paranormale Phänomene und Parallelen
Die Sache ist für uns interessant, da solche „Vorfälle“ belegen könnten, dass Menschen in psychologischen Ausnahmesituationen dazu neigen, „paranormale“ oder „außerweltliche“ Erscheinungen zu „produzieren“, die auch von anderen Personen wahrgenommen werden können bzw. die sich in der physisch-realen Welt niederschlagen.
Dazu gehören auch „Schlafzimmerbesuche“, wie wir sie heute aus dem Ufo-Kontext her kennen. So beschrieb eine Nonne folgendes Szenario:
„Da hatte ich die Vision einer großen Wolke um das Bett, auf dem ich ausgestreckt lag, und ich sah zu meiner Rechten meinen Schutzengel. 
Er war von einer seltenen Schönheit, einem Jungen von 18 Jahren gleich, mit langem, blondem und leuchtendem Haar, das auf die linke Schulter meines Beichtvaters fiel (...). 
Ich sah auch den heiligen Josef in Form und Gestalt eines Mannes, mit einem strahlenden Gesicht und langem Haar (...). Er näherte sich mir und legte die Hand auf meine rechte Rippe, dorthin, wo der Schmerz immer am heftigsten gewesen. 
Mich deuchte, dass er diesen Teil meines Körpers salbte, und bald darauf fühlte ich, wie mir die äußerlichen Sinne zurückkamen und ich vollständig geheilt war.“
Bilokation und ekstatisches Erleben
Diese „übersinnlichen“ Heilungen kennen wir auch von „Außerirdischen“! Im Buch findet sich auch ein Hinweis auf die Karmeliterin Maria Coronel, die gegen 1620 ihr Gelübde abgelegt hatte und offenbar über die Gabe der „Bilokation“ verfügte, da sie zeitgleich in Spanien und Mexiko auftauchen bzw. sich manifestieren konnte.
Dort ist auch die Rede von „ekstatischen Erlebnissen“, die allerdings nicht näher erläutert wurden, da das Thema im Buch lediglich angeschnitten worden ist. Offenbar fördert die „absonderliche“ Lebensform im Kloster solche Phänomene, wie auch die Schilderungen der Hildegard von Bingen nahelegen!ʬ