[...] Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll. Es klingt absurd, selbst für mich. Aber es ist so passiert. Es begann vor etwa zwei Jahren, als mein Vater zum ersten Mal auftauchte. Er ist vor über zehn Jahren verstorben. Ich hatte immer sehr lebhafte Träume, aber das war anders. Es fühlte sich... real an.
Er stand einfach in meinem Schlafzimmer, als ich schlief. Zuerst dachte ich, ich spinne. Aber er sprach mit mir, mit seiner vertrauten Stimme. Wir haben uns lange unterhalten, Nächte um Nächte.
Er erzählte mir von Dingen, die wir erlebt hatten, von der Zeit, als ich noch ein Kind war. Es war so, als würde er mich besuchen kommen, um unsere Erinnerungen wieder aufleben zu lassen. Ich habe mich immer darauf gefreut, wieder einzuschlafen, um ihn zu sehen.
Eines Nachts, er war wieder zu Besuch, fragte ich ihn, ob er mir zeigen könne, wo er jetzt sei. Ich wollte wissen, wie es ihm geht, wo das Jenseits ist. Er zögerte. Er meinte, das sei keine gute Idee und ich würde es nicht verstehen. Aber ich habe darauf bestanden. Er hat schließlich nachgegeben.
Er nahm meine Hand. Plötzlich war ich nicht mehr in meinem Bett. Ich sah mich selbst dort liegen, wie eine leere Hülle. Das war das Merkwürdigste überhaupt, mich selbst zu sehen.
Dann waren wir plötzlich im Weltraum. Die Sterne waren so klar, so nah. Ich sah einen großen, blauen Planeten vor uns. Er hatte eine riesige, schroffe Gebirgskette, die aussah wie ein Riss in der Oberfläche. Am Himmel, wo man die Atmosphäre sehen konnte, leuchteten Hunderte kleiner Lichter. Sie sahen aus wie Städte.
Er sagte zu mir: "Hier lebe ich jetzt."
Ich wollte so gerne näher ran, wollte wissen, wie es sich anfühlt, dort zu sein. Aber er hat meine Hand fest gehalten. Er sagte: "Du kannst nicht dort hin. Du gehörst nicht hierher."
Das war das letzte, woran ich mich erinnere. Als ich das nächste Mal die Augen öffnete, war ich wieder in meinem Bett. Der Morgen brach an. Alles war so still. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen.
Ich habe seither nur leere, dunkle Nächte, ohne ihn. Ich weiß, es klingt verrückt, aber ich schwöre, es war kein normaler Traum. Ich spüre, dass da etwas Wahres dran ist. Es fühlt sich an, als hätte ich einen Teil von mir dort draußen gelassen.
Charlotte W.