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03/08/26

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Leserbrief:
Erlebnis am Friedhof

Ich lebe seit meiner Geburt in Mönchengladbach. Der Vorfall, den ich schildern möchte, ereignete sich im Jahr 1991. Ich war damals 13 Jahre alt.
Ort des Geschehens war ein Friedhof, damals nannten ihn alle nur den „alten Friedhof“. Wir hatten uns mit ein paar Freunden zu einer Mutprobe verabredet. Der Deal war, dass ich um Mitternacht auf den Friedhof gehe und bleibe, bis es ein Uhr ist.
Ich kletterte kurz nach Mitternacht über die Mauer am Haupteingang. Meine Freunde hatten gewartet, bis ich drinnen war, und waren dann verschwunden.
Ich fühlte mich anfangs noch mutig, ging langsam auf den alten Teil mit den großen Familiengräbern zu. Ich hatte eine Taschenlampe dabei, benutzte sie aber nicht, um nicht aufzufallen. Es war eine klare Nacht, der Mond gab genug Licht.
Nach schätzungsweise 20 Minuten bemerkte ich etwas. Zuerst dachte ich, es sei eine andere Taschenlampe, aber das Licht war anders – es war eine Art Kugel, milchig-weiß und schwebte in etwa Kniehöhe von einem Grabstein zum nächsten.
Sie bewegte sich geräuschlos, in ruhigen, fließenden Bögen. Sie schien nicht zu leuchten, sondern selbst aus Licht zu bestehen. Ich war verwirrt und blieb stehen. Die Kugel kam von der Kapelle her und bewegte sich in meine Richtung.
Ich spürte, wie meine Nackenhaare sich aufstellten. Es war keine Furcht, eher eine Art instinktiver Schock. Die Kugel war jetzt nur noch etwa 20 Meter entfernt, als sie plötzlich abrupt stehen blieb.
Dann stieg sie schnell auf eine Höhe von vielleicht drei bis vier Metern, direkt über den Grabsteinen. Ihre Bewegung wurde hektisch und unberechenbar, nicht mehr fließend, sondern zuckend, wie ein Insekt. Sie flog dann nicht in gerader Linie, sondern zackig auf mich zu.
In dem Moment packte mich die Panik. Ich rannte los, rannte blindlings in Richtung der hinteren Mauer. Ich kletterte überstürzt über die Mauer und landete unsanft auf der Böschung am Kapellenweg. Ich war völlig außer Atem und mein Herz hämmerte so stark, dass ich es im Hals spüren konnte.
Als ich zur Ruhe kam und auf meine Armbanduhr sah, war ich fassungslos: Es war 02:30 Uhr am Morgen. Das machte keinen Sinn, ich war doch kaum eine halbe Stunde auf dem Friedhof gewesen. Bis heute weiß ich nicht, was da passiert ist.
Alexander K.