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04/08/26

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Anomalien der „eisernen Zeit“

Angeregt durch einen Tipp von Kollege Meister Es habe ich mir das Buch Der grausame Komet von Andreas Bähr organisiert! Es geht darin um den Dreißigjährigen Krieg und Himmelszeichen der verschiedensten Art.
Damals erschienen nicht fliegende Untertassen am Himmel, sondern sich bekämpfende Heere, wie etwa nach dem Krieg in Stralsund, dort allerdings mit Untertasse! Womit also das Geschehen auf der Erde am Himmel „gespiegelt“ worden ist.
Bähr erklärt dies oft mit Nordlichtern, was zu dem Beschriebenen jedoch nicht passt, da ja nicht Lichter, sondern Ross und Reiter zu sehen waren.
Da wären Fata Morganas als Erklärungsansatz schon interessanter – man denke hier zum Vergleich an die chinesische Wolkenstadt unserer Tage.
Wie auch immer: Deutschland muss zwischen 1618 und 1648 ein Hotspot für Nordlichter und Kometen gewesen sein, die besonders gerne dort auftauchten, wo geharnischt die Klingen gekreuzt oder belagert wurden.
Im Folgenden wollen wir uns mit Anomalien beschäftigen, die in der „eisernen Zeit“ beobachtet oder erlebt worden sind. 
Wobei das Buch von Bähr lediglich das „Intro“ sein soll; Anomalien, die ich in anderen Büchern zum Thema finde, werden als Updates gereicht. 
In gefährlichen Zeiten kann paranormal erhaltenes Wissen ein Segen sein, wenn man so seine Haut retten kann! Ein entsprechendes „Vorzeichen“ (Prodigium) manifestierte sich 1631 bei „Athanasius Kircher, seinerzeit Professor für Moralphilosophie, Mathematik, Hebräisch und Syrisch“ am Jesuitenkolleg in Würzburg.
Als im Oktober des Jahres schwedische Truppen in die Stadt einfielen – etwas überraschend, da sie sich zu der Zeit eher in der Rückwärtsbewegung befanden – wunderte sich Kircher nicht.
Knapp sechs Monate zuvor hatte er „Gesichte“ über die Besetzung des Jesuitenkollegs, in dem auch er lebte, gehabt. Er äußerte sich hierzu in seiner Schrift Physica curiosa:
„In der fraglichen Nacht hatte Kircher, kaum war er erwacht, ein ‚obskures’ Licht durch sein Fenster fließen sehen, das Bett verlassen und festgestellt, ‚dass der ganze sehr geräumige Hof des Kollegiums mit in militärischer Ordnung aufgestellten Bewaffneten und Pferden angefüllt sei’ – gehüllt […] in lodernde Flammen. Jetzt war Eile geboten. Kircher wollte sich sogleich mit seinen Mitbrüdern verständigen und zuvorderst mit seinem Rektor Peter Facies.“
Da der Verdacht in ihm aufkeimte, ggf. nur gealpträumt zu haben, wollte er auf Nummer sicher gehen:
„So kehrte er erneut an sein Fenster zurück, um sich der Erscheinung zu vergewissern und niemanden unnötigerweise zu wecken. Dort allerdings sah er sich seiner Wahrnehmung bestätigt. Er verließ nochmals sein Zimmer, um das Geschehen durch die anderen verifizieren zu lassen. Doch bevor jemanden ins Atrium des Kollegs führen konnte und als er sich selbst ein zweites Mal vergewissern wollte, war die Vision plötzlich verschwunden.“
Nur sechs Monate später spielte sich alles so ab, wie „gesehen“. Ein Vivat auf die „wilden Talente“!
Feurige Kugeln
In der gleichen Quelle findet sich noch der Hinweis darauf, dass im April 1645, genauer am 17., feurige Kugeln am Himmel über Ulm erschienen sind. Fasste man sie an, zerfielen sie zu Asche.
Die von mir eingangs erwähnten Manifestationen sich bekämpfender „himmlischer Heere“ und, an den Küsten, aufziehender „Himmelsschiffe“ in Flottillen, die sich ebenfalls beharkten, lassen mich an die Magonier in Frankreich denken.
Diese „Wolkenmatrosen“ haben uns hier schon öfter beschäftigt – menschengleiche Entitäten, die um die Zeit des Frühmittelalters mittels fliegender Schiffe den Himmelsraum unsicher machten.
Man denke da an das Buch Passport to Magonia von Vallee, in dem das Thema erstmals einem größeren Publikum vorgestellt wurde. Doch diese Gestalten waren auch in Italien zugange:
„Der Franziskaner Bernhardin von Siena spricht im 15. Jahrhundert von einem Wolkenschiff namens ‚Mago’, das den Seefahrern schadet, und gegen das sich die Matrosen mit Schwert und Beschwörungen wehren.“ [Däniken, Die andere Seite der Archäologie]
Die Weiße Frau
Ein weiteres anomalistisches Fragment fand ich in dem Buch Der Dreißigjährige Krieg von C. V. Wedgwood:
Als sich die Heerführer Mansfeld und Markgraf von Baden auf der einen Seite und Tilly und Cordoba auf der anderen, also dem katholischen Heerlager, bekriegten, spielte sich Merkwürdiges ab:
„Eine weißgekleidete Frau, in der rauchigen Luft nur undeutlich sichtbar, schwebte über Cordobas Truppen, und einer seiner Leute, von Geburt stumm, brach in den Schrei ‚Sieg, Sieg!’ aus und eiferte seine schwankenden Kameraden zum Widerstand an.“
Ob die Erscheinung parteiisch gewesen war, ist nicht bekannt; jedoch hat sie die katholischen Soldaten in prekärer Situation zum Weiterkämpfen motiviert!ʬ