Über die „Marienerscheinungen“ in Kibeho, Ruanda, habe ich, mit diesem, bisher fünf Artikel verfasst, man beachte den entsprechenden TAG unten! Es wären wahrscheinlich schon mehr geworden, wenn es zum Thema eine größere Auswahl an Büchern in Deutsch und Englisch geben würde; die meisten Titel sind auf Französisch. Da ich hier gleich in medias res gehe, ist es empfehlenswert, sich zuerst die im TAG verlinkten Artikel durchzulesen, da sich einem sonst die Zusammenhänge nicht erschließen! Meine neueste Errungenschaft ist Apparitions of Kibeho von einem Gilbert Biziyaremye, mehr eine Broschüre als ein Buch. Darin findet sich eine recht allgemeine Zusammenfassung der Ereignisse, aber auch Details, die erwähnenswert sind.
✔ Kibeho gehört zu den abgelegensten und unerschlossensten Gegenden Ruandas! Weshalb die „Maria-Entität“ sich gerade diesen „Erscheinungsort“ ausgesucht hat, um ihre „Botschaften“ und „Warnungen“ vor dem Völkermord 1994 zu verkünden, ist nicht nachvollziehbar. Tatsächlich hätte man in einem Bevölkerungszentrum wie Kigali [die Metropole des Staates] ein größeres „Publikum“ ansprechen können.
✔ Die „Marienerscheinungen“ begannen 1981 und breiteten sich ab Mai 1982 wie ein „Buschfeuer“ [O-Ton Autor] in der ganzen Gegend aus. Die Zeugenzahl ist mindestens dreistellig. Ab Juli 1982 trat eine weitere Entität auf, die als „Jesus“ firmierte, wohl in einer ähnlichen Häufigkeit wie die „Marienerscheinung“. Zielgruppe war auch hier die jugendliche Landbevölkerung.
✔ Ein paar Monate zuvor wurden in ganz Ruanda Marienstatuen „entführt“ bzw. zerstört! Kirchen wurden nicht angegriffen, Jesusdarstellungen blieben unangetastet. Wieso sich der Unmut so einseitig entlud, wird nicht erklärt.
Wohl auf Anweisung aus Rom erkannte Bischof Misago lediglich drei „Seherinnen“ als authentische Quelle an: Alphonsine, Nathalie und Marie Claire! Alle anderen hätten demnach nur „Privatoffenbarungen“ [ohne Wert?] gehabt!
Die von vielen Zeugen beobachteten „Sonnenwunder“ spielten keine Rolle mehr, werden in meiner Quelle nicht einmal erwähnt!
Allerdings dürfte dem Vatikan klar sein, dass die „Sonnenwunder“ keine sind, da nicht die Sonne merkwürdige Manöver am Himmel durchführte, sondern u. a. eine „verspiegelte“ Flugscheibe — ich verweise hier wieder auf meine Artikel!
Dass andere Zeugenaussagen in Frage gestellt wurden, könnte auch damit zu tun haben, dass viele Ereignisse bizarr abliefen, was sich mit dem allgemeinen Marien-Dogma nicht vereinbaren lässt!
Ortswechsel: Fehrbach bei Pirmasens
Die in Kibeho beobachteten „Sonnenwunder“ sind seit Fatima ein „Evergreen“ bei Marienerscheinungen. Interessant ist hier auch ein kurzer Blick nach Deutschland, genauer nach Fehrbach.
Dort hatten eine Senta Roos und Freunde am 11. Februar 1949 ihre erste „Sichtung“, daraus entwickelten sich noch mehrere Begegnungen. Überliefert ist auch eine ungewöhnliche Himmelserscheinung, so gab eine Zeugin aus Freiburg an:
„Am 13. Mai 1950 gingen wir morgens gegen 5 Uhr an den Felsen. Wir hofften, den Sonnenaufgang zu beobachten. Als wir aber auf die Höhe kamen, war die Sonne schon aufgegangen. Es war an ihr absolut nichts Besonderes zu sehen.
Als wir ein paar Schritte abwärts gegangen waren, machte uns ein Mann, sehr aufgeregt, auf die Veränderung der Sonne aufmerksam. Vor der Sonne stand eine graue Scheibe. Sie war etwas kleiner als die Sonne.
Diese drehte sich eine Zeit lang sehr schnell nach rechts, dann wieder nach links. Es war, als käme die Scheibe näher, ging aber wieder zurück. Der Himmel färbte sich um die Sonne unregelmäßig stark rot, wie bei einer Feuersbrunst. Dann änderten sich Farben und Formen beständig.
Nun verschwand das Rot, und links unten färbte sich der Himmel violett. Rechts waren auch violette Punkte. Die graue Scheibe war jetzt grün.
Auch sah man schattenhafte Balken mit kugelartigen Enden. Dann bekam die Sonne einen rosaroten Kranz, rechts unten färbte sich der Himmel goldgelb. Später war die Sonne wie flüssiges Gold.
Die Balken veränderten sich immer wieder. Die Erscheinung dauerte von 5:10 Uhr bis etwa 5:40 Uhr. Ich dachte sofort: Das ist wie in Fatima, und das ist sicher ein Zeichen, um das Senta gebeten hatte. Es zwang uns unwillkürlich in die Knie, und wir weinten.“ (Lexikon der Marienerscheinungen)
Die bekannten Marienerscheinungen in Heroldsbach begannen am 9. Oktober 1949 und umfassten ab Dezember ebenfalls „Sonnenwunder“:
Die stellenweise überlieferten bizarren Inhalte – siehe Kibeho – zeigen, dass jemand zugange ist, der die menschliche Psychologie bzw. unsere Verhaltensmuster nicht völlig durchschaut hat.
Wäre man an ein kritisches Publikum geraten, etwa in einem nichtchristlichen Land, hätte die „Aufführung“ womöglich ihre Wirkung verfehlt.
Aus diesem Grunde sucht man sich auch zumeist Kinder mit starkem Glaubenshintergrund aus abgelegenen, ländlichen Gegenden, die das Gesehene nicht skeptisch reflektieren oder unangenehme Fragen stellen können!ʬ