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📰 Leitartikel: Sumoringer & Kugellichter

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15/10/26

🏆📖
Buch des Jahres 2025
▬
Chicago 2017:
Kündigte Mothman sein
Erscheinen per Mail an?

Zuletzt hat mich „Mothman“ beschäftigt, als die Sichtungswelle 2017 in Chicago ausbrach – dies in den Gebieten mit der höchsten Kriminalitätsrate und den meisten Toten der Stadt bei der Pandemie von 2020. 
Zum Thema habe ich Artikel verfasst und einen Leserbrief von einem deutschen Zeugen erhalten, der sich zum fraglichen Zeitpunkt in Chicago befunden hat! 
Es traf sich also gut, dass mir Leser Micha aus Dresden das Buch „Mothman“ von Richard Estep und Tobias Wayland spendiert hat – vielen Dank dafür! 
Im Buch selbst werden verschiedene Aspekte des Phänomens aufgegriffen und beleuchtet, nicht nur im Hinblick auf Chicago. Wobei eine Information mir mein Resthaar hat aufstellen lassen! 
Unheimliche Begegnungen und der himmlische Stalker 
Die Zeugenberichte weisen Gemeinsamkeiten über die Jahrzehnte hinweg auf. Mothman erscheint meist nicht einmalig; er neigt dazu, sich als „Hitchhiker“ zu betätigen und die Menschen als himmlischer Stalker regelrecht zu verfolgen. 
So hatte ein Lkw-Fahrer auf seinen Touren drei Sichtungen – sicher kein Zufall. Zeigt sich Mothman nicht ein zweites Mal, so begegnet man wahrscheinlich nach kurzer Weile einem UFO oder Uforb! 
Wobei unklar ist, wie die Zeugen wiedergefunden werden, da sie, wie etwa der Lkw-Fahrer, an völlig anderen Orten unterwegs sind oder sich zu Hause befinden. 
Mothman macht auf sich aufmerksam. 
Die meisten Begegnungen spielen sich in tiefer Nacht ab. Um gesehen zu werden, macht er Geräusche, rüttelt an Bäumen sowie Ästen, vokalisiert Schreie und Ähnliches. 
Er will unbedingt gesehen werden, was wohl auch erklärt, dass er beständig über Straßen unterwegs ist – was für ein geflügeltes Wesen eigentlich unnötig ist. 
Damit hält er sich somit an die gleichen Spielregeln wie Bigfoot und andere Kryptide. Unklar ist mir, was es den Entitäten bringt, von uns gesehen zu werden. Was ist der (verborgene) Vorteil dessen? 
Formwandler & Rocketman 
Motti scheint nicht einheitlich in seiner Erscheinung zu sein. Gesehen wird eine menschlich wirkende Schattengestalt mit Flügeln, ein haariges, tierähnliches Gebilde oder die klassische Form des Mottenmannes, wie wir ihn „kennen“. 
Gibt es da verschiedene „Geflügelte“ oder nur einen Formwandler? Seine Flügel sind wohl nur Staffage; er bewegt sie nicht beim Fliegen, stattdessen hebt er ab wie eine Rakete. 
Sekundäreffekte des Phänomens 
Wie die meisten Kryptiden erzeugt er EM-Effekte. Das wirkt sich aus auf stotternde Automotoren, Lichtmaschinen, die nur Dunkelheit „produzieren“, und rauschende Radios, die nur noch „berauschende“ Musik von sich geben. Kryptide wirken wie UFOs – vielleicht sind sie es auch, wenn sie andere Erscheinungsformen annehmen. 
Während der Sichtungswelle in Point Pleasant / West Virginia im Jahre 1966/67 wurden Einwohner des Ortes von unbekannten Anrufern belästigt, die mit metallischen Stimmen sprachen. Auch John Keel, der in der Zeit vor Ort ermittelt hat, erhielt solche „Exocalls“! 
Der „Grinning Man“ wurde in jener Zeit als schattenhaft-diabolischer Bedroom-Visitor beobachtet und schien seinem Kollegen Mothman stehenden Fußes zu folgen. 
Damals war wirklich alles aktiv, was das Superspektrum entbehren konnte – ultimative Urlaubssperre bei den Ultraterrestriern! 
Ein weiterer Aspekt war „Babygeschrei“, welches die anderen Phänomene flankierte. Und zwar sowohl in Häusern als auch im Freien, in einer Lautstärke, die über alles ging, was ein Kind von sich geben konnte. Solche Soundeffekte kennt man sonst nur von Bigfoot und Poltergeistern! 
Wer wusste von der kommenden Sichtungswelle 2017 in Chicago? 
Wir kommen nun zu dem Punkt, der mich am meisten aus dem Häuschen gebracht hat, weil die Implikationen weitreichend sind. 
Bekanntlich begannen die Aktivitäten mit dem Mothman in Chicago mit drei Mails von drei vermeintlichen Zeugen, die im gleichen Zeitfenster an MUFON geschickt worden waren. 
Interessant ist – und nun halte sich der Leser sehr gut fest –, dass zwei der drei IP-Adressen identisch waren, also von der gleichen Person stammten! 
Die Sache ist bizarrer, als sie scheinen mag, denn man kann sich fragen: Wer hat vom kommenden „Flap“ vorab gewusst? 
Oder verschickte Mothman selbst digitale Post, um auf sich aufmerksam zu machen? Man kann durchaus unterstellen, dass alle drei Mails an MUFON von der gleichen Quelle kamen, die MUFON zeitgleich informiert hat! 
MUFON hatte die drei Mails erst im Nachhinein veröffentlicht, als in Chicago und Illinois schon „der Mothman steppte“! Wer also wusste vorab Bescheid und meldete sich schriftlich zu Wort? 
2017 wurden über 50 Sichtungen gemeldet, ein Dutzend weitere Sichtungsberichte entstammten dem Areal des O’Hare International Airport von Chicago, der Jahre zuvor durch eine UFO-Sichtung in die Schlagzeilen geriet! 
Galgenvogel? 
Seinen schlechten Ruf als Unglücksbringer hatte Mothman seit dem Einsturz der Silver Bridge in Point Pleasant mit 46 Toten weg. Das war aber nicht das einzige Großereignis, welches er orchestriert hatte: Bereits in Mexiko war er – oder ein Kollege von ihm – im Jahr 1985 aufgetaucht, kurz vor dem verheerenden Erdbeben vom 19. September! 
Steampunk & Hotspots 
Anomalistische Phänomene verändern sich im Laufe der Epochen und passen sich dem Zeitgeist an. Und so kann es niemanden verwundern, dass in den 1950er-Jahren menschlich aussehende „Aeronauten“ mit künstlichen Flügeln und Gerätschaften unterwegs waren, die wirkten, als kämen sie aus einer futuristischen viktorianischen Epoche – was den Steampunk ja ausmacht. Alles wirkte biomechanisch, strotzte vor „Aluminium“ und elektronischen Kontrollpanels. Abenteuerliche Anomalien, als das Fliegen noch abenteuerlich war? 
Rein geografisch hat Mothman eine Schwäche für das nördliche Mexiko, den südwestlichen Part der USA ganz allgemein, West-Texas, New Mexico, Arizona und Südkalifornien! 
Point Pleasant Airship-Crash 1931 
Lange vor dem Mottenmann, trug sich in der Hügellandschaft zwischen Point Pleasant und Gallipolis, getrennt durch den Ohio River, ein anderes himmlisches Spektakel zu, welches sogar als noch bizarrer angesehen werden kann! 
Einwohner beider Orte beobachteten ein abstürzendes Luftschiff, dessen Passagiere sich mittels Fallschirmen retteten. Man informierte Polizei und Feuerwehr, die in die fragliche Zone rasten, um Menschenleben zu retten. 
Groß war das Erstaunen der Rettungskräfte, als sie vor Ort weder Reste des Luftschiffes entdeckten noch die Personen, die sich vermeintlich gerettet hatten. War hier ein zeitgenössischer „UFO-Absturz“ inszeniert worden? Oder handelte es sich um ein Retrophänomen zur Erinnerung an die Luftschiffwelle von 1896/97? Das eine kam zu früh, das andere zu spät! 
Resümee 
Das Buch ist ausgesprochen spannend geschrieben und gerade der besprochene Aspekt mit den Chicago-Mails ist ein wirklich bizarres Rätsel! 
Im Buch geht man noch kurz auf den „Van Meter Visitor“ ein, auf den ich in einem eigenen Artikel bereits eingegangen bin. Auch dieses Phänomen scheint kein Ende gefunden zu haben: 
1980 wurde unweit des Ortes ein Mann von einer riesigen Fledermaus überflogen und 2006 beobachtete ein Pastor einen fliegenden „Drachen“. Bei der Nachrecherche stellte sich heraus, dass dieser so beschaffen gewesen war wie die „Monster“ von 1903! 
So viel Spiel, Spaß und Spannung sollte belohnt werden mit dem Titel „Buch des Jahres 2025“ (Erscheinungsjahr)!ʬ
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10/10/26

📜
Leserbrief:
Fliegende Schiffe
& Feuerkugeln
▬
Usedom Sagen

Hallo Wladislaw, 
ich melde mich zurück mit meiner Sagenbuch-Ausbeute von der Insel Usedom. Dort habe ich die Buchläden und Touri-Infos von Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin und Peenemünde unsicher gemacht. 
Besonders positiv ist mir die Buchhandlung "Villa Paula" in Bansin aufgefallen. Da gibt es eine sehr erlesene Bücherauswahl, würde ich dort wohnen, wäre ich Stammkunde. 
Einen speziell auf Usedom bezogenen Sagenband habe ich nicht gefunden, jedoch konnte ich folgende zwei interessante Sagenbücher zur Ostseeregion erwerben, welche auch Sagen zu Usedom beinhalten: 
1.: Vineta – Sagen und Märchen vom Ostseestrand, 7. Auflage 2012, Hirnsdorff Verlag GmbH, Rostock 1965. 
2.: Von den Fischen in der Ostsee – Sagen, Märchen und Geschichten aus Mecklenburg-Vorpommern, 3. Auflage 2022, Steffen Verlag GmbH, 2011. 
Autor von beiden Büchern ist Albert Burkhardt. Die Bücher überlagern sich teilweise, sprich, mehrere Sagen sind in beiden Werken identisch abgedruckt. 
Interessant und komfortabel ist, das beim erstgenannten Band (Vineta...) ein umfangreiches Quellenverzeichnis angefügt ist, welches auf das darauf folgende Inhaltsverzeichnis der enthaltenen Sagen verweist. Sprich, zu jeder Sage werden die entsprechenden Quellen benannt. 
Dies ist besonders für Heimat- und Geschichtsforscher interessant. Einige der Quellen sind in Plattdeutsch verfasst, ich denke da insbesondere an Meister ES von DüPlau. ;-) 
Wie so oft hier auf diesem Blog erwähnt, gibt es keine eindeutigen Hinweise auf Kornkreise, Nuts & Bolts-Fluggeräte oder Grey-Aliens. 
Jedoch gibt es jede Menge Andeutungen zu grauen kleinen Männlein mit Bart, die dem Wanderer in der Nacht erscheinen, Zeitphänomene, der "Wilden Jagd" oder Lichterscheinungen, die natürlich im Duktus und der Glaubenswelt der früheren Jahrhunderte dargeboten werden. 
Folgende Sagen/Berichte erscheinen mir für unsere Thematik erwähnenswert. Nachrecherchiert, zu welcher Ostseeregion die jeweiligen Sagen gehören, habe ich nicht. Wer sich genauer dafür interessiert, kann hier gerne nachforschen. In der Suchfunktion des Blogs lässt sich möglicherweise der ein oder andere Ort wiederfinden. 
Nun zu den Sagen: 
- Zeitphänomene / Realitätsverschiebung: 
Vineta (1) (2) 
Da die Geschichte um Vineta recht bekannt ist hier nur kurz und bündig zusammengefasst: ein Schäferjunge sieht am Strand von Koserow eine alte, erwürdige Stadt aus dem Meer emporsteigen. 
Er geht hinein und stellt fest, dass alles Treiben in der Stadt ohne den geringsten Laut vonstatten geht. Nachdem er die Stadt schleunigst verlassen hat (da ihm die Sache unheimlich vorkommt) und sich umblickt ist die Stadt wieder verschwunden. 
Die Musikanten auf dem Garzer Wallberg (1) 
"In Groß Schoritz war Ornklaatsch (Erntefest). Mehrere Musikanten waren aus Rambin bestellt, um zum Tanz aufzuspielen. Sie gingen aber, um sich den Weg ein wenig abzukürzen, nicht durch die Stadt Garz, sondern bogen von der Straße schon vorher bei einem Fußweg ab, der über den alten Burgwall führt. 
Als sie nun auf den Wallberg stiegen, erschien ihnen die Gegend ganz und gar verändert. Hohe Bäume und dichtes Gebüsch sahen sie, und dann tat sich ein herrlicher Garten vor ihnen auf mit vielen seltsamen leuchtenden Blumen und schattigen Laubengängen, mit dunklen, geheimnisvollen Grotten und sprudelnden Quellen und Springbrunnen, [...] 
Die Sonne ging eben unter, als sie endlich den Ausgang des Gartens erreichten. Sie beeilten sich nun nach Kräften, um nach Groß Schoritz zu kommen. Dort war großes Verwundern bei den Leuten, denn ein ganzes Jahr war vergangen, seitdem sie zum Ornklaatsch aufspielen sollten, und niemand wußte, wo sie geblieben waren. 
Da wurde den Musikanten gewiß, daß sie ein volles Jahr in dem wunderschönen Garten auf dem Wallberg geweilt hatten, doch, merkwürdig genug, weder Hunger noch Durst hatten sie in der ganzen Zeit verspürt, vielmehr waren sie frisch und munter herausgekommen, so wie sie hereingegangen waren, und noch immer meinten sie, nicht mehr als zwei, drei Stunden dort verbracht zu haben. [...]" 
Riesen, Zwerge und Geister in der Kühlung (1) (2) 
"[...] Auf der alten Landstraße, die von Kröpelin über Dietrichshagen nach Kühlungsborn führt, war einmal ein Wanderer, kaum daß er den Wald erreicht hatte, vom Weg abgekommen. Es dunkelte bereits, aber ihm war nicht bange. Er wußte, daß er nur in gerader Richtung quer durch die Kühlung zu gehen brauchte, um nach Brunshaupten zu gelangen. 
Doch er wanderte stundenlang hügelauf und hügelab, und noch immer umgab ihn dichter Wald. Mittlerweile war es völlig finster geworden. Endlich ein Licht! Der Wanderer hielt nun darauf zu und schritt rüstig aus. Kein Haus war es, was er da erreichte, vielmehr eine große Tafel, die mitten im Wald aufgestellt war. 
Mehr als hundert Menschen saßen daran und ließen sich`s wohl sein bei Speise und Trank. Merkwürdig, so beherzt sie zulangten und die Becher ansetzten, um sich zuzutrinken, alles geschah ohne den geringsten Laut. Manche Leute schienen ihm von früheren Jahren bekannt, andere hatte er nie gesehen. 
Da hatten einige den Neuankömmling wahrgenommen und winkten ihn heran. [...] ...nahm er an der Tafel Platz und hatte [...] schnell seine Verwunderung über die stumme Gesellschaft, die ihn umgab, vergessen. Bald überkam ihn eine bleierne Müdigkeit. [...] Er schlief lange und tief. Als er die Augen aufschlug, war es heller Tag. 
Verwundet suchte er nun die Tafel der nächtlichen Mahlzeit und seinen Stuhl. Statt dessen saß er auf moosigem Waldboden, gestützt auf einen morschen Baumstumpf, das Tischtuch war eine alte Kuhhaut, und statt des goldenen Pokals hielt er in der Hand einen Kuhfuß. 
Sollte es nur ein Traum gewesen sein? Aber er fühlte sich angenehm satt, und auch den Geschmack süßen, schweren Weines spürte er auf der Zunge. [...] Dann sprang er kurzentschlossen auf, schleuderte den Kuhfuß fort, nahm hurtig seine Wanderung wieder auf und hatte binnen kurzem den Wald in seinem Rücken." 
Die Frau im Berg (1) 
Zusammenfassung: eine Frau erblickt in einem Berg einen Spalt und geht hinein. Als sie wieder heraus und in ihr Dorf kommt, kennt sie keiner mehr, es sind hundert Jahre vergangen. 
Der Luftschiffer (1) - Ich glaube mich zu erinnern, in einer ähnlichen Geschichte mal etwas gelesen zu haben, wo ein Schiff am Himmel erschien, ein Anker ausgeworfen wurde und sich selbiger an einer Kirche verfangen hat. Es wurde beobachtet, das einer von der Schiffsbesatzung "hinunter tauchte", um den Anker zu lösen... 
"[...] da lebte ein Schiffer [...] Als er mit seinem Schiff wieder einmal in der Ostsee war, zog die Sonne gerade Wasser an. Das Schiff geriet in den Bereich der Strahlen und wurde mit in die Höhe gezogen, so daß es nun als Luftschiff in den Wolken dahinsegelte. 
Das aber kam dem alten erfahrenen Seemann nicht recht geheuer vor, und er beschloß, lieber den Anker auszuwerfen. Doch er war so hoch, daß er keinen Grund fand. Eine zweite Kette ließ er ansetzen und auch noch eine dritte – ohne Erfolg. 
Das Luftschiff war gerade über Rambin, und die Bauern waren auf den Feldern in der Ernte. Als sie den Anker an langer, langer Kette herabschweben sahen, banden sie schnell eine Korngarbe daran fest. Der Schiffer ließ jedoch den Anker wieder hochwinden, weil er keine Kette mehr anzusetzen hatte. 
Wie erstaunt war er, als die Garbe hochgezogen wurde! Bald klarte es am Himmel auf. Der Schiffer sah unter sich die Ostsee und nahebei die Insel Rügen. Nun gelang es, den Anker auszuwerfen und bei Rambin zu landen. [...]" 
Schloss Mecklenburg (2) 
"In der Nähe von Fürstenhagen bei Feldberg soll einst Schloss Mecklenburg gestanden haben. [...] Während der Laichzeit gingen zwei Fischer eines Nachts an den See, [...] Mitternacht war eben vorüber, da erschienen zwei weißgekleidete Frauen vor Ihnen. [...] 
Bald waren die Frauen in der Dunkelheit verschwunden. Plötzlich verbreitete sich ein heller Schein. Voller Staunen sahen die Fischer ein altes Schloss, in strahlendes Licht getaucht, aufragen. [...] 
Ein schweres Eichentor öffnete sich, die beiden Frauen gingen hinein, es schloss sich wieder. Ein Knall ertönte, wie ein Kanonenschlag – damit erlosch das Licht. Alles war dunkel und still wie zuvor. [...]" 
- Geistererscheinungen 
Die weiße Frau in Löbnitz (1) 
"Auf halbem Weg zwischen Stralsund und Ribnitz-Damgarten liegt das Dorf Löbnitz. Dort war vor langen Jahren die Rede von einer weißen Frau, die zu nachtschlafener Zeit umgehen sollte. Sie nahm immer denselben Weg, von der Bleiche über den Schafstall und die alte Scheune. 
Dann ging sie langsam durch den großen Garten und blieb oft stehen, um sich zu bücken, als wollte sie Äpfel aufsammeln oder Blumen pflücken. Zuletzt trat sie ins Gutshaus, wo sie Schlag eins aus dem Keller unter der Treppe herauskam, in der Hand ein Licht, das hell aufknisterte und blaue Funken stob. 
Nach Mitternacht hatte man sie oft gesehen. An der Treppe hielt sie gewöhnlich an und blickte sich um, befühlte auch wohl die Haustür, ob sie verschlossen war. Langsam und feierlich stieg sie bis zum Boden hinauf und in die Dachwinkel, wo die Katzen ihre Bleibe hatten, und löschte ihr Licht. 
Kein Mensch ging um diese Stunde gern auf die Diele oder auf die Treppe. Kam doch einmal eine Magd, die des Nachts etwas Eiliges im Gutshaus zu bestellen hatte, so stürzte sie auf der Treppe plötzlich wie tot hin und war dann krank und elend. Die weiße Frau mit dem blauen knisternden Licht sei ihr in den Weg getreten und habe sie angepustet. Das war alles, was sie noch hervorbrachte. [...]" 
- Lichtphänomene / Entitäten 
Das Männlein in der Futtermoll (1) 
"[...] soll früher von Zeit zu Zeit das Männlein in der Futtermoll auf dem Wasser erschienen sein. Von der Peenemünder Schanze aus hatte es so mancher Fischer schon gesehen: ein Boot, kaum größer als eine Futtermulde, darin hockte ein Männlein und ruderte hurtig mit zwei Küchenkellen, die ihm als Riemen dienten. 
Vor ihm brannte ein großes Licht, dessen heller Schein das kleine, arg schwankende Fahrzeug weithin sichtbar machte. Das Männlein kam vom Freesendorfer Haken angerudert und verschwand nach Norden zu in Richtung auf den Ruden und die Greifswalder Oie. 
Ob es dort landete? Oder ob es weiter hinaus trieb auf die hohe See? Niemand wußte das zu sagen. Aber oft noch [...] kam das Männlein in der Futtermol." 
Der Feuerkönig auf dem Ahlbecker See (1) (2) 
"Immer wenn nächtlicherweile auf dem Ahlbecker See bei Ueckermünde der Feuerkönig erschien, wenn er langsam vom Burgwall herabschwebte und bedächtig über die Wasserfläche schritt, wußten die Fischer, es stand ein Sturm bevor. 
Wie flüssiges Gold glühte die Krone des Feuerkönigs, der weite Mantel umwallte gleich einem feurigen Schweif seine Schultern, und in der Hand schwang er sein Schwert, aus dem die Flammen zuckten. Niemand wagte dann hinauszufahren, [...] 
Auch als der Ahlbecker See nach dem Jahre 1744 abgelassen wurde, als sich der Seegrund in eine weite Wiesenfläche verwandelte und die Siedlungen Vorsee, Gegensee und Hintersee entstanden, auch dann wollten die Leute noch den Feuerkönig gesehen haben, nur nicht mehr so oft. 
War sein Flammenschwert in seltsamen Figuren durch die Luft gefahren, geschah es jetzt, daß er sich plötzlich niederwarf, sich auf den nassen Wiesen wälzte und langsam erlosch. 
Zuweilen stieg er abermals empor, noch größer und feuriger glühte sein blutroter Schein durch die Nacht, und immer näher kam er den Gehöften, [...] Doch verging er wie im Nebel, wie von der Dunkelheit verschluckt, [...]" 
Der ewige Blüser (1) 
"Wenn die Zeit des Aalfangs kam, bedienten sich früher die Fischer an windstillen Abenden der Blüsefeuer, um die Fische anzulocken. Aber oft geschah es, daß sich kein einziger Fischer auf dem Wasser befand und man dennoch ein helles Blüsefeuer erblickte, das auf dem Salzhaff zuweilen stundenlang umherirrte. "Dat is de ewige Blüser", sagten dann die Wustrower und dachten an das Schicksal Claus Steffens, eines Fischers aus Gaarz, [...] 
Am Morgen wurden die Trümmer von Steffens Boot am Wustrower Strand angespühlt. Er selber blieb verschwunden, doch war von diesem Tage an zuweilen der ewige Blüser zu sehen, vor allem in der Nacht auf Karfreitag. Wohl hat es nicht an Versuchen gefehlt, ihm auf die Spur zu kommen. Aber meist wich das Boot seinen Verfolgern in weitem Bogen aus. 
Gelang es einem beherzten Fischer doch einmal, sich ihm zu nähern, so hielt der Fremde plötzlich in schneller Fahrt auf ihn zu und schien ihn bereits in Grund und Boden zu rammen. Nur mit letzter Anstrengung hatte der Wagehals immer noch den Strand erreicht, wohin ihm der Blüser offenbar nicht folgen konnte. [...]" 
Die Leuchte (1) 
"Auf der Insel Poel gab es vor einiger Zeit zu nächtlicher Stunde eine seltsame Erscheinung: Ein feuriger Ball wälzte sich urplötzlich heran und verbreitete hellen Schein, wandte und drehte sich dahin und dorthin und irrte noch eine Weile umher, bis er in der Dunkelheit verschwand. "Dat is de Lücht!" sagten die Poeler und schlugen, wenn irgend möglich, einen weiten Bogen um die feurige Leuchte, [...]. 
Da kamen eines abends, [...] zwei Männer aus Wismar zurück, die aber in der Finsternis die kleine Brücke hinter Strömersdorf [...] nicht finden konnten. [...] sagte der eine in seiner Verzweiflung vor sich hin: "Wenn nu dei Lücht blot kamen wull!" 
Da kam sie auch schon aus den Wiesen jenseits des Breitlings herauf, kam näher auf sie zu und tauchte alles in ihren hellen Feuerschein, das die Männer die Brücke nun vor sich sahen und sicher hinübergelangten. [...]" 
Das Feuer am Gerichtsberg (2) 
"Nicht weit von der Stadt Stavenhagen liegt am Weg von Rottmannshagen nach Rützenfelde der Gerichtsberg mit einer Kiesgrube, in der früher um Mitternacht ständig ein Feuer brannte. So hat es zumindest ein zu dieser Stunde vorrübergehender Fischer mehrere Male beobachtet. Einmal trat er ans Feuer und stieß mit seinem Stock hinein. Da schoss eine Lohe daraus hervor, die ihm Haar und Bart versengte, und sein Gesicht war tagelang gerötet. [...] 
- Kobolde / Poltergeister 
Mark Witt (1) 
"Auf den Peenewiesen foppte und ärgerte die Menschen einst ein Kobold, Mark Witt genannt. In Anklam, auf der Fähre, in Kamp und auf der Insel Usedom wußte man von seinen losen Streichen zu berichten. Das übelste war, daß sich Mark Witt unsichtbar machen konnte. 
Dann spielte er den Leuten bei der Heuernte im Sommer manchen Schabernack. Hatten sie ihr Heu in Haufen gelegt, stieß er alles um und verstreute das Heu über die ganze Wiese. Am Dammgraben, auf der Fähre, bekamen sie es mit ihm zu tun, bei nebligen Wetter oder in dunklen Nächten. 
Wen sie glaubten, nahe am Peenestrom zu sein, und ihr "Hool över!" riefen, rannte Mark Witt entgegengesetzt und schrie aus Leibeskräften: "Hier is de Fähr!" Folgten ihm die Leute, und das geschah oft genug, liefen sie zurück bis nach Gnevezin, woher sie gekommen waren, anstatt zu warten, bis jemand von der Fähre kam und sie übersetzte. 
Oder Mark Witt lockte sie immer hin und her, klatschte hier in die Hände, lachte dort schrill auf, bis es Morgen wurde und die Leute todmüde endlich den richtigen Weg fanden." 
(...es folgt einiges an Folklore, man wird den Kobold einfach nicht los...) 
"Auch jenseits des Stroms, im Usedomer Winkel, ging der Nichtsnutz um. Dort wußten die Leute von seltsamen Spuk in ihren Häusern zu berichten, von nächtlichem Gepolter und greulichem Lärm. Der Kobold trieb allerlei Unfug [...] zerschlug Tassen, Teller und Töpfe [....]" 
(Der Kobold wird letztendlich durch einen Schornsteinfeger ins Moor geworfen und damit endet der Spuk) 
- Der Vollständikeit halber, da der Begriff (Zusammenhang K. Hauser) hier schon mal interessant war: 
Auf Störtebekers Spuren (1) 
"[...] Auch im Walkmöllerholt östlich von Doberan und am Fulgenbach beim einstigen Brunshaupten fanden sie Zuflucht, ebenso im Schloßberg von Alt Gaarz, dem heutigen Rerik. Weitere Schlupfwinkel lagen am Salzhaff, an der einst viel größeren Insel Walfisch in der Wismarer Bucht und am Breitling, zwischen dem Festland und der Insel Poel. [...]" 
Ende der Märchenstunde... ;-) 
Beste Grüße 
Micha aus Dresden

25/09/26

📜
Leserbrief:
Interessanter Traum
mit Kaputzenwesen

Hallo Wladislaw, 
hier die Schilderung eines Traumes, den ich vor vielen Jahren hatte. Ich würde sagen irgendwann zwischen 2005 und 2010: 
Ich liege augenscheinlich irgendwo im Wald im Schlafsack auf dem Rücken. Ich mache die Augen auf und schaue nach oben, es ist dunkel, aber nicht stockfinster. Die dunklen Silhouetten der Bäume zeichnen sich vor dem nicht ganz so dunklen Himmel ab. 
Über mir gebeugt sehe ich eine in eine Kaputze gehüllte Gestalt, die sich von hinten über mich beugt, so als ob diese hinter meinem Kopf kniet. 
Diese Gestalt bewegt sich nicht, ich kann mich auch nicht bewegen. Ich erkenne lediglich die Silhouette der Gestalt, keine Gesichtszüge, keine Augen usw... 
Ich fühle mich sehr unwohl, auch deshalb, weil ich mich nicht bewegen kann, gerate aber nicht in Panik. Das ganze dauert vielleicht 5 Sekunden, danach wache ich auf, und die Paralyse ist verschwunden. 
Es ist bereits heller Morgen. Erst Jahre später habe ich zum ersten Mal von Berichten gelesen, die diese mit Kaputzen bekleideten Wesen beschreiben. 
Beste Grüße 
Micha aus Dresden

21/09/26

☀️🛸☁️
UFO über
Hildburghausen
im Juli 1847!

Auf dem hochinteressanten Geschichtsblog https://hiltibold.blogspot.com/ fand ich einen erstaunlichen Beitrag über eine UFO-Sichtung in Hildburghausen im Jahre 1847! Hildburghausen gehörte damals zum Herzogtum Sachsen-Hildburghausen, heute Thüringen. Gefunden hat Hiltibold den Bericht unter folgender Quelle!
Die „Reinschrift“ des Textes besorgte Hiltibold: 
„Am 19. Juni bemerkte man in Hildburghausen eine merkwürdige Erscheinung am Himmel. Derselbe war mit Wolken bedeckt, die ihren Zug von Norden nach Süden nahmen. Hoch im Norden, etwas östlich, stand gegen Mittag halb 12 Uhr eine helle, runde Scheibe, 2 1/2 bis 3 Fuß im Durchmesser. 
Um diese Scheibe drehten sich die sie umgebenden Wolken kreisförmig von der Rechten zur Linken ungefähr 2 Minuten lang, dann vergrößerte sich die Scheibe immer mehr, verlor ihre runde Gestalt und zerteilte sich. Dabei waren die Wolken ziemlich hoch, ihr Zug langsam, und man vernahm weder ein Tosen noch Brausen in der Luft.“
Der Bericht ist ausgesprochen signifikant, ist doch eine Scheibe zur Mittagszeit beobachtet worden, was wir innerhalb der Ufologie als „Daylight Disc“ (DD) bezeichnen, nach der Klassifikation von Hynek. 
Das Objekt schien die Wolken um sich herum zu beeinflussen, sodass sich diese um die Erscheinung drehten. Es vergrößerte seine äußere Form, um sich anschließend in kleinere Fragmente zu zerteilen, was auch bei modernen Vorfällen aus unserer Zeit immer wieder berichtet wird! 
Mein Versuch, herauszufinden, wie groß damals die Maßeinheit „Fuß“ im Fürstentum war, um so die Größe des Objektes errechnen zu können, scheiterte leider kläglich! Wer entsprechende Informationen haben sollte, möge sich gerne bei mir melden: retroanomalien@gmx.de Vielen Dank! 
Hildburghausen ist mir übrigens nicht ganz unbekannt, da es eine Rolle in der Hauser-Forschung spielt. Dort war zeitweilig eine anonyme „Dunkelgräfin“ zugange, die im Verdacht stand, Hausers Mutter gewesen zu sein! Feuerbach ließ ermitteln, wurde allerdings ziemlich rüde und undiplomatisch abgewiesen! 
Noch interessanter als die hochherrschaftliche Dame war jedoch ihr Begleiter, welcher der Nachwelt eine „okkulte Bibliothek“ hinterließ. Die zeitweise örtliche Nähe zu Hauser und die okkulten Aspekte seiner Wegsperrung und Ermordung lassen Fragen offen, die noch beantwortet werden möchten. Ich denke, die Dunkelgräfin wird alsbald „durchleuchtet“ werden müssen! 
Herzlichen Dank an Hiltibold für die freundliche Genehmigung zur Weiterverwendung seiner Entdeckung auf meinem Blog!ʬ 
=== 
Kommentar: 
Hallo Wladislaw, 
im obigen Artikel fragst du nach der Maßeinheit Fuß im Raum Hildburghausen. Im Wikipediaartikel zum Thema Fuß https://de.wikipedia.org/wiki/Fu%C3%9F_(Einheit) gibt es eine Übersicht von 1848, würde also zum Zeitpunkt der Sichtung im Jahre 1847 passen. […] 
In Sachsen entsprach damals ein Fuß = 28,3 cm. Sprich, die Scheibe wäre demnach (vor der Vergrößerung) ca. 70 - 85 cm im Durchmesser gewesen. 
Beste Grüße 
Micha aus Dresden

12/09/26

🎠🛒
Leserbrief:
Einblicke in die
Wilthener Sagenwelt

Hallo Wladislaw, 
ich habe mich wiedereinmal mit den Sagen der Oberlausitz beschäftigt und bin in "Wilthener Heimatblätter Heft 8, Einblicke in die Wilthener Sagenwelt" von Heinz Menzel aus dem Jahre 2010 im phänomenologischen Kontext fündig geworden. Besonders die erste Sage (Die Himmelskutsche bei Irgersdorf) finde ich interessant. Vielleicht haben wir es hier ja mit frühen Fällen von (Human)-Mutilations zu tun... 
Die Himmelskutsche bei Irgersdorf 
Zu gewissen Zeiten soll aus dem Bornteiche bei Irgersdorf eine Kutsche herauskommen, Begegnet ihr ein Mensch, so öffnet sich die Tür und er wird gezwungen, einzusteigen. Weigert er sich auch noch so sehr, unsichtbare Gewalten zwingen ihn zu einer besonderen Fahrt. 
Die Kutsche fährt himmelwärts. Hoch in den Lüften darf sich der Fahrgast alles ansehen. Doch bald geht's wieder zurück zur Erde. Er aber, der ungeahnte Herrlichkeiten geschaut, fällt tot aus der Kutsche. 
Ein gewisser Bauer Thomas, der auch Lohnschlächterei ringsum betrieb, behauptete, daß er sich vor nichts fürchte. Er habe ja immer die großen Schlachtmesser bei sich. Einmal, als er von Irgersdorf nach Wilthen heimging, kam die Kutsche ihm entgegen. 
Man winkte ihm. Er setzte sich hinein. Die Kutsche fuhr wirklich aufwärts, himmelwärts. Da will er sich aus Leibeskräften gewehrt haben und ist aus der Kutsche gesprungen. Von dieser Stunde an aber sei er ganz verdreht im Kopfe gewesen. 
Zitiert aus: 700 Jahre Wilthen, Paul Johannes Flechtner 1922, S. 188 
Die Lichter beim Tautewalder Vorwerk 
Wer bei prächtigem Mondschein durch Neukirch und Tautewalde wandert, kann beim letzten mitternächtlichen Schlag der Turmuhr im Tautewalder Vorwerk unzählige, rätselhafte Lichter gespensterhaft in der Nacht sehen. Sie weichen nicht, auch verblassen sie nicht. Einst tobte auf diesen Gefilden eine heftige Schlacht. [...] Viele Krieger hauchten ihren Geist aus. [...] Die Lichter sind nichts anderes als die Seelen jener Braven, die noch nicht zur Ruhe gekommen sind. 
Zitiert aus: 700 Jahre Wilthen, Paul Johannes Flechtner 1922, S. 189 
Micha aus Dresden
Sagen über „futuristische“ 
Kutschen in der Vergangenheit
@ Wladislaw Raab 
Über (zumeist) schwarze “Geisterkutschen” die ohne Pferde unterwegs sind wurde hier bereits berichtet, siehe oben! In der Hinsicht ist ein Report aus Ohio, USA, aufschlussreich der sich 1873 ereignet haben soll. Genauer auf der Strecke zwischen Zanesville und Taylorsville, Moskingum County. 
Veröffentlich wurde der Report im New York Herald vom 08-04-1873 vom Historiker und Heimatforscher W. A. Taylor. Involviert waren zwei Zeugen. Mr. Thomas Inman und sein Sohn. 
Die beiden waren abends auf dem Weg nach Hause als sie dicht am Zenith eine Erscheinung sahen die wie ein brennender Scheiterhaufen wirkte der über den Himmel zog. Das „Ding“ gab ein röhrendes Geräusch von sich und landete in unmittelbarer Nähe der Männer. 
Es leuchtete aus und ein ganz in Schwarz gekleideter Mann erschien der ein Licht bei sich trug. Er ging auf eine Kutsche bzw. einen Buggy zu der plötzlich auf der Straße stand, setzte sich hinein und fuhr los – ohne jeden Pferdeantrieb und völlig geräuschlos. 
Das mysteriöse Gefährt und sein Automobilist verschwanden in einer Senke außer Sicht. Der Bericht wurde am 05-04-1873 schriftlich verfasst, der Vorfall soll sich zwei Wochen zuvor ereignet haben. 
Ufonauten die in Autos steigen, oder aus Autos in Ufos sind nicht ganz unbekannt ["Geisterfahrer"]. [Return to Magonia, Aubeck + Shough, S. 175ff] 
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Postskriptum: 
Karlsruher Ufosagen 
@ Wladislaw Raab 
Meinen ausgesprochenen „Sagentick“ werde ich in diesem Leben nicht mehr los. Bei den Amazonen habe ich mich wieder mit diversen Bänden eingedeckt. Wenig erwartet habe ich von „Sagen rund um Karlsruhe“ von Ludwig Vögely, schlicht weil die Region zu klein und deshalb wenig „Ausbeute“ zu bekommen ist. Allerdings finden sich dort Überlieferungen mit dem uns bekannten ufologischen Erzähl- und Ablaufmuster! 
Lichterscheinungen etwa tauchen im gesamten mitteleuropäischen Sagenraum auf, so auch hier: 
► Knielingen: „Im Garten des ehemaligen Edelmannshauses zu Knielingen hüpfen des Nachts blaue Lichter umher […]“. [S. 39] 
► Durlach: „In manchen Nächten zeigen sich umherschweifende Lichter […]“. [S. 59] 
► Wolfartsweier: „Auf den dortigen Feldern wandelt in den Adventnächten ein blaues Licht, das bis zum ersten Hause am Wolfartsweier kommt und dann wieder zurückgeht“. [S. 82] 
► Ettlingen / Schatzwäldchen: „Im Wäldchen zeigten sich nachts öfters einzelne Flammen und ein blaues Licht. Als ein Mann dieses von der Landstraße aus erblickte […] war das Licht bei ihm, fasste ihn in der Seite und warf ihn in den Straßengraben“. [S. 132] 
► Neuburgweier: „Im Jahre 1869/70 wurde von drei Bürgern aus Neuburgweier, die nachts um ein Uhr ins Dreschen gingen, beobachtet, dass die Sterne ihre Stelle wechselten und sich drunter und drüber bewegten. Darüber gerieten die Drescher in solche Angst, dass sie alles zurückließen und nach Hause flüchteten [...].“ [S. 152] 
Was mir auffällt: Die Beschreibungen sind sehr kurz gehalten, so als ob der Chronist einfach davon ausging, dass schon jeder wisse was gemeint ist. Waren solche Sichtungen damals „Tagesgeschäft“? 
Eine Sage die mich [mal wieder!] an den Langenargen-Fall erinnert ist bei Grötzingen verortet. Gesehen wurden dort phantomhafte „Schwarze Männer“ mit Zylinder. Wer den Langenargen-Fall kennt, wird wissen dass der Zeuge nach seiner „Alienbegegnung“ zwei „Mibs“ mit Zylinder begegnet ist. Grötzingen ist von Langenargen zwar 175 Kilometer entfernt, dies dürfte für die Unbekannten nicht unüberwindlich sein. Doch hier der Sagenauszug: 
„[…] im Bruchwald im schwarzen Acker ist es bei Nacht nicht ganz geheuer. Früher wollte niemand dorthin gehen, denn dort laufen drei schwarze Männer mit langen Bärten und Zylinderhüten auf dem Kopf. Man weiß bis heute nicht, wer diese drei schwarzen Männer sind und weshalb sie im Bruch umgehen müssen“. [S. 62] 
Eine feste Rubrik in diesem Blog beschäftigt sich mit „Geisterfahrern“, also bizarren automobilen Begegnungen. Ein historisches Gegenstück dürften fliegende Kutschen in der Vergangenheit gewesen sein: 
„Auf der Landstraße von Karlsruhe nach Durlach und den angrenzenden Feldern fährt der Teufel in Gestalt eines Postknechts und lädt die Leute zum Einsteigen ein. Als einst ein Mann dieser Einladung Folge geleistet hatte, erhob sich die Kutsche augenblicklich in die Lüfte; kaum war sie eine Strecke weit gefahren, war sie plötzlich weg, und der Mann fiel zwischen Rintheim und Hagsfeld herab“. [S. 50] 
Tödliche Begegnung bei Völkersbach 
Tödliche Begegnungen im Zusammenhang mit UFOs werden immer wieder beschrieben und spielen auch bei Sagen eine Rolle. Die Ähnlichkeit zwischen Sageninhalten und „modernen“ UFO-Sichtungen erstaunt mich immer wieder aufs Neue! 
„Es gingen einmal drei Mädchen abends auf den Rimmersbacher Hof. Als sie nachts um zwölf Uhr wieder heimgingen, schaute ein Mädchen in den Wald hinunter. Da sah es ein Lichtlein von unten heraufkommen und sagte zu den anderen: ‚Dort unten kommt ein Lichtlein’. Die drei Mädchen liefen schnell davon. 
Aber zuletzt konnten sie nicht mehr so schnell springen, und das Lichtlein holte sie an der Stelle ein, wo heute das Kreuz steht. Das Lichtlein berührte das Mädchen, das den anderen gesagt hatte, es kommt ein Licht. Dieses fiel um und war tot, denn es hätte nicht sagen sollen, dass ein Lichtlein käme“. [S. 125]. 
=== 
Postskriptum²: 
Sagenhaftes Markgräflerland 
@ Wladislaw Raab 
Das Buch „Sagen aus dem Markgräferland“ [Region] von Ludwig Vögely habe ich jetzt abgeschlossen. Aufgefallen sind mir vor allem zwei Sagen, die auch konform gehen mit eigenen Ermittlungen. Auf Seite 111ff kann man über einen „Johannes mit dem Schlapphut“ lesen. 
Bei diesem handelt es sich um einen Geist / ein Gespenst welches um bzw. bei Bürgel aktiv ist/war. Der „Paranaut“ trägt [Nomen est omen] einen Schlapphut und einen dunklen Überrock und betätigt sich als „Fenstergucker“. 
Was sowohl „Bekleidung“ als auch Verhalten einer Entität recht gut beschreibt die nach einer UFO-Beobachtung einem Zeugen in München erschienen ist. 
Auf Seite 129 findet sich eine Sage aus Elbenschwang, in der ein „Kratzgeist“ beschrieben wird. Ein ähnliches Phänomen wurde mir auch von einem Zeugen geschildert. In der Sage heißt es: 
„In einem Haus in Elbenschwand hörten die Leute ständig unter einem Bett so kratzen, als ob man mit den Fingernägeln den Boden aufkratzen wollte. Die Leute rückten das Bett zur Seite, gruben darunter nach, fanden aber nichts, und das unheimliche Kratzen ging weiter“. 
Wie in allen Regionen Deutschlands finden sich auch im Markgräflerland zahlreiche Berichte über Lichterscheinungen: 
► Auggen: „Vor langer Zeit […] im Schlößle zu Auggen […] sieht man beim Schein des Mondes […] zwei glänzende Flämmchen über die Wiese huschen. Im nahen Hach […] sah man bei Nacht Lichtschimmer“. [S. 29] 
► Rötteln | Burg Rötteln: „In dieser erscheinen in machen Nächten gespenstische Lichter, auch schwebt zuweilen aus dem nahen Wald eine einsame Flamme herbei und fährt an der steilen Mauer hinauf und zu einem Erkerfenster hinein“. [S. 68] 
► Vogelbach | Sausenharder Schloß: „Bei Nacht schweben in der Burg blaue Lichter umher“. [S. 108] 
► Gresgen | Röthi: „…konnte man […] eine brennende Laterne oder ein Licht dort schweben sehen, und jeder ging dem Licht in der Röthi aus dem Weg. Niemals mähten die Bauern das Gras auf dem verrufenen Platz“. [S. 126] 
► Dinkelberg: „Man hat schon öfters nächtlicherweise drei Lichtlein von Eichsel hinüber nach […] der benachbarten Höhe des Dinkelberges wandeln sehen. Nach einiger Zeit sollen dann vier Flämmlein nach Eichsel zurückgekehrt sein“. [S. 155] 
Fliegende Kutschen 
Eines meiner Sagenlieblingsmotive sind selbstfahrende bzw. fliegende schwarze Kutschen. Die Ähnlichkeit zu den Fortbewegungsmitteln der MIBs sind augenfällig, daneben wird damit auch das Phänomen der unheimlichen automobilen Begegnungen angeschnitten. 
„Es gingen einmal einige junge Leute von einem Lichtgang nach Hause. In Surbel fuhr ihnen eine kohlschwarze Kutsche über die Köpfe hinweg und rauschte und toste, als ob der Leibhaftige selbst darin sitzen würde. Die gespenstische Kutsche fuhr rückwärts, es waren keine Pferde daran, und sie fuhr hinab zum Kloster Weitenau. Man hat auch schon eine feurige Kugel von Hofen bis zum Kloster darunter fahren sehen“. [S. 117] 
Der Hinweis auf die „feurige Kugel“ kann durchaus als ufologischer Ritterschlag gewertet werden, das Erzählmuster ist also identisch zu dem heutiger Tage! 
Entitäten 
Früher waren nicht nur Lichtkugeln und „Autokutschen“ unterwegs, auch Paranauten trieben sich auf den Straßen herum, wie eine Sage aus Gresgen illustriert: 
„Ein junger Bursche von Gresgen war einmal auf dem Heimweg bis zur Blauener Ebene gekommen […]. ...lief ihm ein seltsames Wesen über den Weg. Es war kaum so groß wie ein Zwerg, ging auf zwei Beinen, hatte aber keinen Kopf und war grau. Dieses Wesen lief immer etwa fünf Schritte vor ihm her […]. Dabei gab er mit seinem Revolver einen Schuß ab, und da war der Geist auf einmal weg. Auch später hat er ihn nie mehr gesehen“. [S. 126] 
Luftfahrt 
Wir wissen nicht, was mit den Menschen passiert, die im Rahmen des „Missing 411“-Phänomens verschwinden. Doch könnte eine Sage aus Mambach einen möglichen Einblick bieten: 
„Drei […] Burschen gingen einmal in Mambach nachts z’Licht. Sie kamen an ein Bücklein […]. …der Bursche der in der Mitte ging […] in die Luft emporgehoben wurde, immer höher und höher. Eine Zeitlang hörten sie noch sein Heulen und Schreien, dann wurde es still. […] Den dritten Burschen aber fand man am anderen Morgen auf einem Steinhaufen liegend. Er hatte beide Beine gebrochen.“ [S. 92] 
Was in den Sagen NICHT steht 
Es fehlen [mal wieder!] Hinweise auf Kornkreise und „metallische“ Flugvehikel. Diese Phänomene müßen früher extrem selten gewesen sein, wobei Lichterscheinungen eigentlich flächendeckend über der sehr kleinen Region verbreitet sind!ʬ
Von fahrenden & fliegenden Kutschen
@ Wladislaw Raab 
Zum Themenspektrum der „unkonventionellen Kutschen“ haben der Leser Micha aus Dreden in einem Leserbrief und ich in einem Artikel bereits etwas verfasst, siehe den passenden TAG AUTOKUTSCHEN unten! 
Passend dazu fand sich auch etwas im Buch „Geisterfahrt und Wilde Jagd“ von Anton Jocher. Das Buch selbst ist, mal wieder, kein klassischer Sagenband, da der Autor auch zwei Spukerlebnisse aufführt, die ihm bzw. seinen Freunden untergekommen sind. Auf diese werde ich dann gesondert in einem eigenen Beitrag eingehen! 
Rein geographisch befinden wir uns im Werdenfelser Land, an der Südseite Bayerns also, den meisten bekannt durch die Zugspitze und Garmisch-Partenkirchen. 
Die unheimliche Begleit-Erscheinung bei Farchant 
Die erste Überlieferung beinhaltet eine ganz normale Kutsche mit ganz normalen Passagieren, die bei einer Fahrt einen ungewöhnlichen Begleiter hatten. Ein Jahr ist nicht angegeben. Lediglich, dass einer der Passagiere Knickerbocker getragen hat, eine Mode, die ich auf die 1920er bzw. 1930er verorten würde. Als „Tatort“ wird eine Brücke bei Farchant genannt: 
„Jetzt blickte der Kunstmaler zufällig durch die schmierige, gefrorene Scheibe des Kutschenfensters in die Dunkelheit hinaus. Hatte er sich getäuscht? Nein! Plötzlich gewahrte er ein gelbliches Licht, das unstet flackernd, mal heller, mal schwächer, mal höher, dann tiefer schwebend, neben der Kutsche auftauchte. 
Irritiert starrte der Maler auf den Lichtpunkt, der unablässig neben der Kutsche blieb. Nun wurden auch die anderen Passagiere auf diese merkwürdige Erscheinung aufmerksam und beobachteten gespannt das Licht. Unheimlich war plötzlich allen zumute. […] Ängstlich saßen sie da und blickten stumm aus dem Fenster. Keiner wagte sich zu rühren. […] 
Da deutete der Kutscher mit dem Peitschenstiel auf das sonderbare Licht, das immer noch unweit der Kutsche über dem Boden schwebte. […] Auf einmal ertönte ein lang gezogener Klagelaut, der den Reisenden bis ins Mark drängte. Und, wie ausgeblasen, war das Licht verschwunden.“ 
UFOs als Überwachungssystem der Vorzeit 
Mich erinnert dies an ein Erlebnis, das Goethe hatte! Gerade flügge geworden, ergab sich bei einer Kutschfahrt eine „erhellende“ Begegnung! Ich meine, es war der Sagensammler Leander Petzoldt, der sich mal die Mühe gemacht hatte, die Sagenorte in Bayern mit Lichterscheinungen auf eine Karte zu übertragen. Herausgekommen war eine Ansicht, übersät mit Markierungen, kein Weiler ohne sein „Uforb“! 
Auch in der heutigen Zeit sind „verfolgende Lichter“ ein Evergreen der Ufologie, siehe hierzu etwa den Film „Unheimliche Begegnungen der Dritten Art“! Das wirkt sehr nach einem 24/7 Überwachungssystem, welches ggf. vor Jahrhunderten installiert worden ist und seitdem im Einsatz befindlich alles verfolgt, was auf Rädern – und oft auch – auf zwei Beinen daherkommt! 
Ob das System noch Sinn macht, kann durchaus kontrovers diskutiert werden. Wie oft wurden in Sagen Bauern und Fuhrmänner verfolgt, wie oft heute Autofahrer? Welche Daten sollen gewonnen werden? Die technischen Änderungen vollziehen sich auf der Erde in langen Jahrzehnten, nicht in Tagen. 
Machen tägliche Verfolgungen also Sinn? Gleiche Transportmittel, gleiche Personen? Hat man sonst nichts im Universum zu untersuchen? Mein Gedanke ist, dass dieser Mechanismus in grauer Vorzeit installiert und dann schlicht vergessen wurde! 
Vielleicht existiert der Erfinder und Betreiber schon lange nicht mehr, aber sein „Werk“ flitzt noch heute Trucks und Autos hinterher, wie ein verspielter Hund einem geworfenen Stöckchen! 
Und so werden die Lichter und UAPs bis zum jüngsten Tag Ufologen beschäftigen, die sich irgendwann wundern werden, wieso die fliegenden Dinger immer das gleiche Programm abspulen! 
Die Rettung durch die Geister-Karosse 
Die nächste „Kutsche“, die uns beschäftigen soll, ist nicht konventioneller Natur. Sie hat anfänglich auch keine Reisegäste an Bord und der Kutschbock ist unbesetzt! Weshalb sie im Sagenband der „Wilden Jagd“ zugeschrieben wird, hat sich mir nicht erschlossen; überlieferte Rettungsmissionen sind mir von der nicht bekannt! 
Zwei Buben, Sepp & Michel aus Garmisch-Partenkirchen, hatten sich im Gebirge verstiegen und saßen auf einer Felskante im wahrsten Sinne des Wortes fest! Es war schon dunkel geworden, die Verzweiflung nahm zu, als sehr ungewöhnliche Rettung nahte: 
„Eine schneeweiße, fürstlich anmutende Karosse […] die sanft im Wind schaukelte. Der Kutschbock war leer, die zum Berg gewandte Tür der Karosse stand weit offen, und nur ein kleiner Schritt trennte die beiden Burschen von diesem seltsamen Gefährt. […] so langt […] Sepp nach dem verschwommenen Gebilde, das da vor ihm über den Abgrund schwebt […]. 
Da fühlt er festen Widerstand, kein Nachgeben dieses weißen Nebels, obwohl das Gebilde nicht aus Holz oder Eisen, sondern aus Licht und Schimmer gebaut scheint. Er […] schreckt […] zurück, da er unter sich den schwarzen Abgrund sieht, der durch den gläsernen Boden der Kutsche dräut. Doch Sepp kann nicht mehr zurück zum Felsen, die Kutsche hat ihn gefangen. […] 
Da packt er […] den Michel in die Karosse. […] Die Jungen liegen auf dem Kutschenboden, der ihnen, durchsichtig wie Glas, den schwarzen Abgrund zeigte, sie klammern sich an das Gestänge, sie klettern auf die gläsernen Sitze […]. Sie sehen [….] das Werdenfelser Land ganz tief unten liegen, von gleißendem Mondlicht überflutet. Sie sehen das Sternenzelt in funkelnder Pracht. 
Ihr schimmerndes wolkenhaftes Gefährt jagt über das Firmament, durchzieht die Lüfte, schon erkennen sie die Lichter des heimatlichen Dorfes und sachte schweben sie darauf zu. Unter Tosen und Brausen senkte sich das schneeweiße Gespann herab. […] 
Das blitzende feuersprühende Fuhrwerk setzte […] auf. […] Kaum waren Sepp und Michel auf sicherem Erdboden, erhob sich das seltsame Gefährt, entglitt pfeifend und rauschend, kleiner werdend, in den Nachthimmel – und verschwand in der samtschwarzen Finsternis.“ 
Diese Rettungsaktion steht, soweit ich das beurteilen kann, allein auf weiter Flur. Mir ist keine vergleichbare Sage bekannt und auch kein UFO-Vorfall. Dass der fliegende Apparat zu einer „Kutsche“ wurde, macht Sinn in einer Zeit, in der es keine anderen Beförderungsmittel gegeben hat!ʬ

11/09/26

📜
Leserbrief:
Heilige & Hexer

Hallo Wladislaw, 
ich habe gerade das Buch "Heilige und Hexer" von Alexandra David-Neel abgeschlossen, eine der ersten westlichen Tibet-Reisenden. Das Buch hattest du auf einem deiner früheren Blogs schon mal rezensiert oder zumindest erwähnt. 
Ich habe es hauptsächlich wegen des darin erwähnten Phänomens der Tulpas gelesen. In dem Zusammenhang schreibt David-Neel auf Seite 237: 
"4. Die Tibeter behaupten ferner, in der Gedankenkonzentration geübte Leute können den Geschöpfen Ihrer Einbildungskraft Gestalt verleihen und somit alle möglichen Trugbilder erschaffen: Menschen, Gottheiten, Tiere, beliebige Gegenstände oder Landschaften (siehe Seite 101). 
Sie erscheinen dann keineswegs immer nur als wesenlose Luftspiegelungen, sondern können vielemehr sehr greifbar sein und alle die Fähigkeiten und Eigenschaften besitzen, die von Natur zu dem Lebewesen oder Ding gehören, das sie darstellen. Ein Schemenpferd kann z. B. traben und wieher. [...] , ein Schemenhaus Reisende aus Fleisch und Blut beherbergen." 
Stellt letzteres "Schemenhaus" ggf. die auf denem Blog unter dem Tag Unreal Estate geführte Bude dar, die schon am nächsten Tag nicht mehr da ist, zum Zeitpunkt der Sichtung aber vollkommen real und anfassbar daherkommt? Erklärt sich so deren Erscheinung, weil sie von irgenwem oder was auch immer mit Gedankenkraft erschaffen wurde? Nur mal so als Gedanke... 
Viele Grüße! 🙂 
Micha aus Dresden

05/09/26

☘️🙏👑
Die
„Königin des Alls“
zu Gast in Irland!

Im Reigen der Marienerscheinungen, die ich bisher auf dem Blog beschrieben und dargestellt habe, sticht jene von Knock in Irland heraus. So gab es in dem Fall lediglich ein „stummes“ Bild ohne jede Interaktion zu sehen. 
Paradoxerweise stammte der aufschlussreichste Sichtungsbericht von dem Zeugen, der am weitesten entfernt war und von seinem Standpunkt interessante Details ausmachen konnte! 
Versetzen wir uns nun im Geiste in das Jahr 1879 zurück, in den Ort Knock bzw. Cnock, was auf Irisch übrigens „Hügel“ bedeutet! Dabei setzen wir voraus, dass die Angelegenheit kein Scherz der gälischen Hügelbewohner, der Feen war! 
Am 21. August beobachteten über 20 Zeugen, von denen 15 ihre Beobachtung schriftlich fixierten, an der Giebelwand der lokalen Kirche eine plötzlich aufgetauchte, farbenprächtig, von innen heraus strahlende Figurengruppe. 
Zu sehen waren zwei Männer und eine Frau in „biblischer Gewandung“ und ein Altar mit Lamm und Kreuz, letzteres von Engeln umkränzt. Die Frau wurde von den Cnockern als Jungfrau Maria identifiziert, die Männer hielt man für deren Gatten Josef und den Apostel und Evangelisten Johannes. 
Die Figuren wirkten so real dreidimensional, dass einzelne Beobachter sie anfangs für Statuen hielten. Obwohl es sehr stark regnete und der Wind böig wehte, konnte händisch ertastet werden, dass der Boden unter der Erscheinung, die rund 60 cm Höhe schwebte, knochentrocken war. 
Näherte man sich den Figuren, schienen sie zurückzuweichen, sie waren nicht materiell, ließen sich also nicht anfassen und sie interagierten weder untereinander noch mit den Bewohnern des Ortes. 
Am ehesten könnte man sie heute wohl als Hologramm bezeichnen, wenn die wasserabweisende Wirkung nicht gewesen wäre. Wurde das „Wunder“ durch ein Kraftfeld möglich gemacht, welches vom Regen nicht durchbrochen werden konnte? 
Tatsächlich wirkt das Ganze auf mich wie ein technischer Versuch, eine kosmische Generalprobe! Die Konfiguration währte über zwei Stunden, wobei ich in meiner Quelle keinen Hinweis darauf fand, wie sie verschwand. 
Das hing wohl mit der Witterung zusammen, der Glaube musste vor der Nässe weichen. Der Autor meiner Quelle wies darauf hin, dass einzelne Phänomene auch 1880 beobachtet worden sind, ohne näher auf diesen Aspekt einzugehen. 
Aufschlussreich hingegen sind die Hinweise auf Lichter, die über der Kirche schwebten und die, so vermute ich mal, hinter dem ganzen „Spuk“ steckten. Seien sie technischer Natur oder selbst Form intelligenter „Lebewesen“. Dazu der Zeuge Patrick Hill: 
„Als wir so weit nach Südwesten gerannt waren, dass wir den Giebel sehen konnten, nahmen wir sofort die Lichter war; ein klares weißes Licht, das den größten Teil des Giebels einhüllte, vom Boden hinauf zu den Fenstern und höher. Es war solch ein Licht, das sich in der Helligkeit und in der Stellung veränderte. Manchmal war es weiter oben und dann wieder nicht so weit oben.“ 
Zeugin Mary McLoughlin sah über der Figurengruppe „ein helles Licht über ihnen“. Wie schon anfangs erwähnt, hatte der Zeuge, der am weitesten entfernt war, den besten Blick auf das Szenario. 
Es war der Landwirt Patrick Walsh, und ihn trennte vom Geschehen eine halbe Meile. Da seine Aufmerksamkeit nicht von den Figuren abgelenkt war, konnte er sich mehr auf den Himmel und die Vorgänge dort konzentrieren: 
„…sah ich ein sehr helles Licht am südlichen Giebelende der Kapelle. Es schien mir wie eine große Kugel goldenen Lichts. Ich dachte, ich habe noch nie zuvor ein so strahlendes Licht gesehen. Es erschien hoch oben in der Luft und um den Kapellengiebel herum, und es war rund in seiner Erscheinung. Es war ziemlich ortsfest und es schien den gleichen Glanz durch zu haben.“ 
Bei ChatGPT fragte ich nach, wie groß eine große Kugel am Himmel sein musste, um sie in einer Entfernung von einer halben Meile noch für eine große Kugel halten zu können. Die Antwort: 
Wie groß muss eine Kugel am Himmel wirken? – Eine ChatGPT-Analyse: Im Artikel beschreibst du, dass der Zeuge Patrick Walsh aus einer halben Meile Entfernung, also etwa 805 Metern, eine „große Kugel goldenen Lichts“ am südlichen Giebel der Kapelle sah. 
Die Frage lautet, wie groß ein Objekt sein müsste, damit es aus dieser Entfernung noch als große Kugel erscheint. Um das zu beantworten, betrachten wir den Sehwinkel, unter dem das menschliche Auge ein Objekt wahrnimmt. 
Als grobe Orientierung gilt, dass ein Mensch Objekte ab etwa einer Bogenminute erkennen kann, während eine „große“ Erscheinung subjektiv etwa fünf Grad Sehwinkel einnimmt. 
Mit dieser Annahme ergibt sich, dass die tatsächliche Größe des Objekts durch die Formel Objektgröße gleich Entfernung mal Tangens des Sehwinkels berechnet werden kann. Bei einem Sehwinkel von fünf Grad und einer Entfernung von 805 Metern ergibt dies eine Größe von rund 70 Metern im Durchmesser. 
Das bedeutet, dass die Kugel, um aus dieser Entfernung noch als groß wahrgenommen zu werden, mindestens etwa 70 Meter groß gewesen sein müsste. Bei einem kleineren Sehwinkel, zum Beispiel zwei Grad, käme man noch auf etwa 28 Meter Durchmesser. 
Dies zeigt, dass, wenn man die Zeugenaussage ernst nimmt, entweder ein physisches Objekt von beträchtlicher Größe vorhanden gewesen sein müsste oder ein optischer beziehungsweise atmosphärischer Effekt die Erscheinung stark vergrößert hat. 
Die Berechnung wurde von mir, ChatGPT, durchgeführt, basierend auf gängigen Wahrnehmungs- und Perspektivannahmen. 
Bemerkenswert ist, dass bei den späteren „Sonnenwundern“, etwa in Heroldsbach oder Fatima, ebenfalls von „Fern-Zeugen“ kugelförmige Flugkörper, parallel zur fest am Himmel fixierten und regungslosen Sonne, beobachtet worden sind. Für mich stellen sich zwei grundlegende Fragen, die ich zukünftig vielleicht einmal lösen kann: 
✔ Welche Effekte gab es parallel zur „Marienerscheinung“ im Jahr 1879? 
✔ Was spielte sich im Folgejahr 1880 ab und wieso gibt es dazu keine Aufzeichnungen? 
Die Deutung der Erscheinung durch den Autor meiner Quelle, siehe unten, ist in unserem ufologischen Kontext wirklich spannend: 
„Die himmlische Szenerie stellt das Pascha-Mysterium mit dem Lamm und dem Altar und der Gnadenvermittlerin an der Seite des Altars mit den Symbolen dar, die sie als Königin des Alls und Mittlerin vor Gott zeigen.“ 
Natürlich ist klar, dass die „Königin des Alls“ eine Transportkugel braucht, um durch den Äther ziehen zu können! Die Angelegenheit wird mich auch weiterhin beschäftigen! 
P.S.: An der Stelle bedanke ich mich recht herzlich bei Leser Micha aus Dresden, der mir das Buch spendiert hat. Ohne ihn gäbe es den Artikel nicht!ʬ

02/09/26

🎁📚
Herzlichen Dank für eine
höchst erfreuliche Buchgabe!

Auf durchaus rätselhafte Weise hat ein mir unbekannter Leser das Buch „Mothman: Sightings and Investigations of the Iconic Flying Cryptid“ von Richard Estep und Tobias Wayland von meinem Wunschzettel zu mir auf den Schreibtisch befördert.
Dafür meinen herzlichen Dank!
Die Beschäftigung mit dem Mothman wird mir altem Keelianer natürlich eine besondere Freude sein. Zwischen Point Pleasant, roten Augen, geflügelten Gestalten und allerlei forteanischen Merkwürdigkeiten gibt es schließlich noch so manche Spur im Äther zu verfolgen.
Wer nun seinerseits das eine oder andere Forteana-Projekt des Hauses Raab unterstützen und dabei womöglich selbst eine kleine anomale Spur hinterlassen möchte, darf sich durchaus aufgerufen fühlen, meinen Amazon-Wunschzettel einmal etwas genauer unter die 🔎 zu nehmen.
Man weiß ja nie, was sich dort so alles materialisiert!ʬ
📌 Postskriptum: 
Das Buch stammt von Micha aus Dresden - vielen herzlichen Dank! 👍👽

27/08/26

📜
Leserbrief:
Sagenhaftes Görlitz

Hallo Wladislaw,
in dem 2014 erschienenen Sagenbüchlein "Sagenhaftes Görlitz" habe ich eine weitere Sage entdeckt, die gleich mehrere bekannte Phänomene zum Inhalt hat.
Beste Grüße
Micha aus Dresden
===
Der ruhelose Geist in der Ochsenbastei
Am westlichen Neißeufer erhebt sich die Ochsenbastei, die ehemals zum Verteidigungssystem von Görlitz gehörte, [...]. Im Volksmund erzählt man sich allerlei unheimliche Ereignisse, die hier stattgefunden haben sollen. So glaubte man, dass die Ochsenbastei randvoll mit Folterwerkzeugen angefüllt war, [...].
Auch einen Zeugen jener Vorgänge in der Folterkammer wollen viele über Jahrhunderte an diesem Ort gesehen haben. So soll hier die Seele eines unschuldig Gemarterten und zum Tode verurteilten um Mitternacht umherwandeln.
Der leise stöhnende Geist soll die Gestalt eines blauen Flämmchens haben, das den einsamen Nachtwanderer in die dunklen Ecken des Neißeufers lockt, um dann genau so schnell wieder zu verschwinden, wie er erschienen ist. (im Anschluß an o.g. Sage wird noch eine weitere erwähnt)
So heftet sich beispielsweise an die 1771 abgerissene Bastei am Grünen Graben im Nordwesten der Stadt eine Sage, nach der in ihr um 1640 zwei große Steinkugeln verwahrt worden sein sollen.
Diese sollen [...] jede Nacht durch Geisterhand dermaßen hin und her gerollt worden sein, so dass auf Grund des lauten Polterns die Grundmauern der angrenzenden Gebäude schwer erschüttert wurden.
Quelle: Sagenhaftes Görlitz, Wunderbaum, Höllenhund und Teufelsschmied. Im Bann der Görlitzer Sagenwelt Berichte und Sagen neu erzählt von Andreas Gerth, OBERLAUSITZER VERLAG, Frank Nürnberger, 2014

25/08/26

🐐
Goatman & Name Game

Micha aus Dresden war so nett, mir das Buch „Lake Worth Monster“ von Lyle Blackburn zu spendieren, dafür vielen Dank! „Meine“ Blogleser werden Blackburn wahrscheinlich aufgrund der diversen Rezensionen kennen, die ich in der Vergangenheit verfasst habe. Er ist „Bigfooter“, also Bigfoot-Forscher aus Texas und hat sich auf den „Südstaaten-Squatch“ spezialisiert.
Die bizarre Kreatur von Lake Worth
Lake Worth liegt „links“ von Dallas und nur wenige Kilometer von Blackburns Heimatstadt entfernt. Während im Sommer 1969 die Aufmerksamkeit der Amerikaner himmelwärts gerichtet war, die Mondmission stand an, tauchte am See eine bizarre Kreatur auf, die bald darauf lokal als „Goatman“/„Ziegenmann“ bezeichnet wurde.
Mich erinnert der unkonventionelle Zeitgenosse eher an einen Satyr, Pan himself, oder schlicht an den Teufel!
Seinen Einstand gab das Wesen am 10. Juli 1969, als es von einem Baum herab sprang und vor dem Wagen einer Frau auftauchte, deren Mann gerade beim mitternächtlichen Fischen war. Sie war in Panik geraten und hatte nach ihrem Gatten geschrien, der gleich zur Hilfe eilte. 
Der Störenfried war geschätzte 210 cm groß, haarig weiß, hatte ein flaches Gesicht mit „Brandnarben“ und wirkte wie eine Mischung aus Ziege und Mensch. Über den Geruch findet sich in meiner Quelle kein Hinweis, auch nicht auf rot leuchtende Augen.
Begegnungen am See und „Lovers Lanes“
Dem Fischer gelang es, an der Kreatur vorbei sein Auto zu entern und mit Höchstgeschwindigkeit zu einem unweit gelegenen Diner zu fahren, um von dort aus die Polizei anzurufen.
In ihrem Gefolge tauchten zwei weitere Fahrzeuge auf, in denen sich Pärchen befanden, die den abgelegenen See zu ganz eigenen „biologischen Studien“ nutzen wollten und dabei von dem kryptiden Spanner gestört worden waren.
Es ist wirklich erstaunlich, dass gerade „Lovers Lanes“ Anziehungspunkt für Kryptide sind. Das erinnert an „Slasher“-Horrorfilme und deren „schwarze Pädagogik“! Auch da tauchen menschliche oder überirdische Mutanten auf, um Liebespaaren die Nacht zu versalzen! 
Sechs Zeugen haben das Wesen also gesehen. Nun zeigte sich beim Interview mit den Polizisten, dass das Wesen Hörner am ungehörigen Schädel aufgehabt und dem Wagen des Fischers mit seiner rechten Pranke einen tiefen Kratzer verpasst hatte.
Daneben schimmerten am Körper augenscheinlich Fischschuppen oder etwas Ähnliches. Später sollte sich noch zeigen, dass es ein ganz ausgezeichneter Schwimmer war! Ein amphibischer Goatman?
Medienrummel und die Jagd auf Greer Island
Den ersten Pressebericht zum Geschehen schrieb kurioserweise Jim Marrs, der Jim Marrs, der Jahrzehnte später auch zu unserem Themenkreis mehrere Bücher verfasst hatte, die auch ins Deutsche übersetzt worden waren. Damals war er noch Journalist beim „Fort Worth Star Telegram“ und vermutete einen Scherzbold im Affenkostüm.
Der Vorfall ereignete sich, wie bereits weiter oben erwähnt, am 10. Juli. Am gleichen Tag erschien die Pressemeldung und da gerade Freitag war, zogen Schaulustige und Monsterjäger zum See und der darin befindlichen Greer-Insel.
Die Neugierigen wurden nicht enttäuscht. Man machte das Wesen auf einem Hügelkamm aus, auf welchem es auf und ablief. Als sich ihm einige Zuschauer nähern wollten, schleuderte es einen Autoreifen über die Köpfe der Menge hinweg und verschwand hinter dem Hügel. Vor Ort sollen sich um die 200 Personen befunden haben, darunter ein Polizeibeamter im Dienst, der es ebenso gesehen hatte.
Literarische Aufarbeitung und physische Spuren
In dem Areal wurden schon seit langem merkwürdige Gestalten gesehen, doch nahm die Polizei die Angelegenheit nicht wirklich ernst und ermittelte nicht. Lokal wurde das Monster zuerst als „The Thing“ bezeichnet.
Kurz darauf verfasste eine geschäftstüchtige Autorin namens Sallie Ann Clarke ein Buch zum Thema, an dem sie drei Tage lang geschrieben hatte. Viel zu früh, wie sich später zeigen sollte. Bei den folgenden Expeditionen zum See bekam sie den Kryptid noch fünfmal zu Gesicht! Folglich finden sich ihre eigenen Beobachtungen nicht im Buch, denn eine zweite Auflage mit Erweiterung erblickte nie das Licht der texanischen Sonne!
Was nun folgen sollte, waren diverse Einzelsichtungen, sowohl am See als auch auf der Insel Greer, die damals dicht bewachsen und unübersichtlich war. Offenbar hatte der „Goatman“ bigfootartige Füße und keine Bockhufe, wie anfänglich vermutet. 
Diese hatten eine Größe von 16 bis 18 Inch und fanden sich bei zwei Gelegenheiten am See. Daneben fand man Kadaver toter Nutz- und Haustiere, die etwas Kraftvolles regelrecht zerrissen hatte.
Weitere „Beweise“ für dessen Existenz lagen in Form von Polaroid-Fotos vor, die von zwei Zeugen, Bobby Brooks und Allen Plaster, unabhängig voneinander gemacht worden waren. Allerdings kann ich da nicht mehr erkennen als typische Blobsquatches! 
Kuriose Zwischenfälle und das „Name Game“
Slapstickartig verlief die Begegnung von Charles Buchanan. Er war ebenfalls zur „Monsterjagd“ aufgebrochen und übernachtete am See auf der Ladefläche seines Pickups, im Schlafsack liegend.
Von diesem wurde er nachts hochgehoben und zu Boden geworfen. Wer der Schelm war, kann man sich denken. Buchanan rettete seinen Hals mittels eines gebratenen Hühnchens, welches er im Schlafsack gehabt haben will. Er warf es dem Wesen entgegen, welches nach der Mahlzeit schnappte und mit dieser verschwand.
Dieser slapstickartige „rote Faden“ zieht sich fast durch alle Berichte im Buch, sie weisen alle skurrile und surreale Elemente auf! Dass der „Goatman“ stellenweise als Bigfoot ausgemacht wurde, ist nicht uninteressant. Dies könnte darauf hinweisen, dass er seine Gestalt verändern konnte.
Auf der von ihm bevorzugten Greer-Insel war es auch zuvor schon nie ganz geheuer gewesen. Zeugen hatten dort einen „Mud Man“/„Schlamm-Mann“ gesehen, andere einen halbtransparenten, männlichen Geist und ein folkloristisch anmutender Gnom oder Zwerg soll sich dort auch getummelt haben.
Solche „Transformationen“ sind bei anomalistischen Wesen nicht ganz unbekannt. Die äußere Form ist nie in „Stein gemeißelt“! Das „Name Game“, also die Beziehung zwischen Kryptid und Orts- und Personennamen, lässt sich auch hier feststellen:
In Lake Worth gibt es eine „Goat“-Insel und ein nahes Rehabilitationszentrum für Alkoholiker mit angeschlossener Tierzucht trug den Namen „Goat Farm“.
Resümee
Aufschlussreich ist, dass ziemlich genau zehn Jahre vor dem „Goatman“ ein wilder Affe das Areal unsicher gemacht hat. Es ließ sich nicht klären, wo er ausgebüchst war, vielleicht Privathaltung? Da er auf Tier und Mensch übergriffig war, wurde er, praktisch in Notwehr, um einen Hund zu schützen, erschossen.
Tatsächlich könnte man als Leser des Buches auf den Gedanken kommen, dass die kuriose Fama des Ortes mit all ihren Verrücktheiten das Wesen miterschaffen hat.
Es blieb übrigens nicht lange, zuletzt wurde es 1970 gesehen, seitdem herrscht dort Ruhe. Was wohl auch damit zusammenhängt, dass das Areal in den darauffolgenden Jahrzehnten stark „urbanisiert“ worden ist und nun kein Platz mehr ist für Goatman, Zwerge, Gnome und Geister aller Art!ʬ
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