Das Buch „Journey of Souls“ von M. Newton ist das ungewöhnlichste Druckerzeugnis, das ich je gelesen habe. Der Autor beschäftigt sich mit Reinkarnation, wobei ihn weniger die irdischen Leben interessieren als vielmehr die Zeit „dazwischen“, die man im „Jenseits“ verbringt. Er arbeitete mittels Hypnose-Regression, was bekanntlich nicht unumstritten ist.
So haben Leser, die ein ideologisches Problem mit dem Buch haben, zumindest die Möglichkeit, sich deswegen von ihm zu distanzieren oder abzuwenden. Andere, denen die Parallelen zu vergleichbaren Schilderungen auffallen, bekommen den tiefsten Einblick in die „Welt der Toten“, der möglich ist.
Architektur und Struktur des Jenseits
Newton arbeitete für dieses Buch mit 29 Probanden. Einige hatten in ihrem „nachtodlichen“ Zustand die Möglichkeit, von außen zu sehen, wie das „Jenseits“ beschaffen war.
Einer umschrieb es als eine umgedrehte Schüssel, andere erinnerten sich an Kugelform – was kein Widerspruch sein muss. Theoretisch wäre es möglich, dass der untere, „offene“ Teil beizeiten geschlossen ist.
Mir hat sich nicht erschlossen, ob sich die Struktur im Weltraum befindet oder in einer anderen Dimension – man findet dazu keinen Anhaltspunkt in den Beschreibungen. Von außen ist sie erleuchtet. Einige beschrieben sie als „Fabrik“. Werden dort Seelen erzeugt?
Das erinnert mich einmal mehr, wie so oft, an den „Schlüsselmeister“, der dem Abductee und Autor Whitley Strieber einen Besuch abgestattet hatte und ihn über das Leben „danach“ informierte – mit erstaunlichem Insiderwissen!
In der „Jenseits-Kugel“ oder -Schüssel ist Musik zu hören – bzw. ein Vibrieren. Unklar ist für mich, ob es wirklich Musik ist oder vielleicht das Eigengeräusch der Anlage. Das Geräusch sei, so die Probanden, auch beim Verlassen des Körpers zu hören gewesen. Vieles, was wir von der Erde kennen, gibt es dort ebenfalls.
Die „Schulen“ sehen aus wie Bildungsanstalten der alten Griechen, inklusive der Säulen. Es gibt Räume mit Möbeln. Obwohl die Seelen ihrer eigentlichen Natur nach Lichtpunkte bzw. Lichtkugeln sind, nehmen sie die menschliche Form an und versehen sich selbst mit bevorzugter Kleidung, die sie natürlich nicht anziehen, sondern an sich entstehen lassen.
Daneben finden sich Areale mit irdischer Natur – mit Parkanlagen und allen darin vorkommenden Pflanzen. Ob die „Jenseits-Schüssel“ mit meinem Konzept des „Jenseits-Planeten“ konform geht? Möglich, dass dieses künstliche Gebilde verschiedene Ebenen hat, welche planetaren Orten nachempfunden sind.
Dass man im „spirituellen“ Jenseits Technik verwendet, ist zumindest interessant. Die Dimensionen der Anlage müssen enorm sein – das ist die einhellige Aussage aller Probanden. Die Ausdehnung hat planetaren Zuschnitt. Darin befindet sich ein „Transportsystem“, auf dem sich die Seelen gleiten bzw. voranbringen lassen, um an den richtigen Ort zu gelangen.
Man könnte es mit einem vibrierenden Energienetzwerk vergleichen, welches alle Ebenen des Jenseits umgibt und miteinander verbindet. Dieses scheint nicht nur auf die Anlage selbst beschränkt zu sein. Es reicht offenbar bis zur Erde, von der aus aufsteigende Seelen auf diesem entlanggezogen bzw. -geflogen werden. Und selbst auf der Erde ist dieses vorhanden.
Dieses Transportsystem scheint den klassischen „Tunnel zum Licht“ abzulösen, der für „Anfänger-Seelen“ bestimmt ist, die erst wenige Erdenleben auf dem Kerbholz haben. „Erfahrene“ Seelen brauchen diesen nicht mehr – was auch erklärt, wieso einzelne Personen bei Todesnaherlebnissen sofort an einem planetaren Ort auftauchen.
Ich denke hier zum Beispiel an die Australierin Lynda Cramer, deren Fall mich auf dem Blog schon beschäftigt hat. Das Leben auf der Erde geht auch an den Seelen nicht spurlos vorbei, hinterlässt „Abdrücke“ und „Schäden“. Zur Wiederherstellung gibt es eine „Einrichtung“, die am ehesten als Licht- bzw. Energiedusche umschrieben werden kann.
Hier laden sich die Seelen wieder auf. Auch hier spielt wieder Technik eine Rolle, die eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen hat und entsprechend eingesetzt wird.
Im Jenseits soll es viele „Gänge“ oder Korridore von fast unendlicher Länge geben, die angefüllt sind mit Seelen, die als Lichtformen in Clustern zusammenhängen und vibrieren, wobei sie von anderen Clustern separiert sind – dessen ungeachtet aber gemeinsam diese Korridore bevölkern.
Getrennt und doch vereint, vibrieren und leuchten sie im gleichen Takt. Man darf eines nicht vergessen: Diese Seelen – oder besser gesagt Energiewesen – sind nach den Erkenntnissen von Newton nicht Bestandteil der menschlichen Natur:
Sie dringen in Embryos ein wie Parasiten oder „Walk-Ins“ und übernehmen den Körper. Gruselig sind die Schilderungen, in denen die hypnotisierten Probanden angeben, dass die Ungeborenen sich gegen diese Okkupation wehren. Wie würden wir Menschen ohne diese Parasiten leben?
Aufschlussreich ist, dass die einzelnen Seelengruppen aus 10 bis 20 Individuen bestehen und strikt von anderen Clustern getrennt sind. Sie dürfen diese weder kontaktieren noch mit ihnen interagieren.
Es gibt sogenannte „Cones“ an Bord. Ob diese autarke Entitäten oder Programme sind, ist mir bei der Lektüre des Buches nicht aufgegangen. Sie haben auf jeden Fall die Aufgabe, die Seelen mit Energie zu „besprenkeln“, um die intellektuellen Fähigkeiten zu fördern bzw. zu verstärken. Beschrieben werden sie als zylindrisch und hellstrahlend – Roboter?
Außer der Jenseits-Schüssel gibt es vier weitere „Welten“. Ob diese künstlich, natürlich oder digital sind, hat sich mir nicht erschlossen:
✔ The World Without Ego: Hier erhalten neue Seelen ihr Ego bzw. eine Persönlichkeit.
✔ The World of All Knowing: Dieses Areal wird im Buch nicht weiter thematisiert oder erklärt, könnte aber – nomen est omen – das Wissenszentrum sein.
✔ The World of Creation and Non-Creation: Hier üben sich fortgeschrittene Seelen als „kosmische Schöpfer“ und erschaffen belebte und unbelebte Materie.
✔ The World of Altered Times: Ein Ort, an dem sich die Zeit vor- und rückwärts laufen lässt – inklusive alternativer Zeitläufe und Szenarien.
Im Zusammenhang mit diesen „Welten“ wird auch erwähnt, dass es Simulationen der Erde gibt. Ob wir eine dieser Simulationen sind, wird nicht geklärt. Überhaupt hat sich der Autor so sehr auf die spirituelle Arbeitshypothese eingeschossen, dass ihm die Hinweise auf Technologie und Simulationen nicht zu denken gaben.
Eher verwirrend ist auch der Hinweis auf eine „Erde II“. Dort üben die Seelen das Gleiche wie in dem oben bereits erwähnten Areal 3: Sie arbeiten daran, Materie zu erschaffen, zu verändern und in andere Aggregatzustände zu überführen. Die Erfahrenen versuchen sich an Sonnensystemen – eine „Gottesschule“ – oder übt man lediglich in einer Simulation?
Ein Raum ist besonders bizarr und wird als „Ring of Destiny“ bezeichnet. Seelen, die sich in einen neuen Menschenkörper begeben wollen, gehen dorthin. Dessen Wände bestehen aus Bildschirmen. Mittels einer „Konsole“ kann man alle Orte, Zeiten und Alternativrealitäten aufrufen, um sich eine Existenz auszusuchen.
Gerade dieser Raum überzeugte mich am meisten davon, dass wir es mit einer Simulation zu tun haben, in die sich die Seelen einklinken können. Die Darstellung ist völlig lebensnah und in 3D – so genau, dass auch Geruch, Geschmack usw. angesprochen werden. Man kann jederzeit eine der zu sehenden Personen werden.
Uralte Konzepte einer simulierten Wirklichkeit
Der Gedanke, dass wir in einer Simulation leben, ist nicht neu. Ein besonders aufschlussreiches Beispiel bietet die Philosophie des Jainismus aus Indien. Die Jains lehnen die Vorstellung einer einzigen Gottheit ab.
Stattdessen glauben sie an vollkommen vollendete Seelen, die Siddhas, welche als universale Schöpfer gelten. Diese Seelen sind endgültig von weiteren Wiedergeburten befreit und existieren jenseits aller Zyklen der Inkarnation.
Unter ihnen stehen die Arhats – erleuchtete Wesen, die weiterhin inkarnieren, um andere zu führen –, gefolgt von mehreren niedrigeren Entwicklungsstufen der Seele. Für die Jains ist die Wirklichkeit unerschaffen und ewig; die Siddhas benötigen keinen Schöpfer.
Dieses Weltbild deutet auf ein autonomes Universum hin – eine sich selbst generierende Simulation, die durch bewusste Wesen fortbesteht. Auch die mesopotamische Kosmologie kannte eine solche Struktur.
Die alten Mesopotamier glaubten, dass die Tore zum Himmel an den gegenüberliegenden Enden der Milchstraße lagen, die sie den „Fluss der Seelen“ nannten. Nach dem Tod, so hieß es, müssten die Seelen auf bestimmte kosmische Ausrichtungen warten – etwa auf das Aufsteigen des Sternbildes Schütze oder auf die Tagundnachtgleiche im Herbst –, bevor sie während der Frühlings-Tagundnachtgleiche durch das „Zwillinge-Tor“ zur Erde zurückkehren könnten.
Dieses System gleicht einem programmierten Zugangspunkt innerhalb einer gewaltigen energetischen Matrix, welche den Eintritt und Austritt des Bewusstseins aus verschiedenen Ebenen steuert.
Die „Biologie“ der Seelen
Wie bereits weiter oben erwähnt, ist die Grundform der Seelen das punktuelle Licht, welches sich zu einer Lichtkugel vergrößern kann. Interessant ist, dass solche Lichtkugeln im Freien von unseren Vorfahren als „Seelenlichter“ identifiziert worden sind – wie passend!
Ob Seelen eine Vesper brauchen, ist im Buch unerwähnt geblieben, doch scheinen die „Energieduschen“ diese Funktion vielleicht zu erfüllen. Seelen sind in ihrer Welt Formwandler und transformieren vom Licht in die menschliche Form.
Sie inkarnieren nie völlig auf der Erde – der Wesenskern bleibt im Jenseits. Ungewöhnlich ist sicherlich, dass sie sich aufteilen können, um mehrere Körper gleichzeitig zu besetzen. Vielleicht ist das bei steigender Bevölkerungszahl auf der Erde auch notwendig.
Sie haben Namen; ich habe diese hier aufgeführt, für den Fall, dass andere Paranauten aus der Anomalistik ebenfalls unter diesen firmieren: Amephus / Clodees / Owa / Quan / Norcross / Allum / Vilo / Dubri / Trinian / Shato / Nenthum / Raoul / Sengi / Idris / Mulcafgi / Kumara.
Die Verständigung erfolgt über Telepathie, die kollektiv wahrgenommen wird. Vertraulich kommuniziert man bei Berührung. Inkarniert wird nicht nur auf der Erde, sondern auch auf anderen Planeten, wobei Seelen mit dem wechselseitigen Einsatz auf verschiedenen Himmelskörpern Probleme haben.
In der Regel bleibt man einem Ort treu. Seelen „verfärben“ sich mit der Zeit – sie werden dunkler, bis hin zu schwarz. Ob das etwas mit zunehmendem Wissen und erweiterten Fähigkeiten zu tun hat, wie im Buch behauptet wird, ist fraglich. Womöglich altern sie auch, haben also eine eigene „Halbwertszeit“.
Sie können Energie produzieren und individuell einsetzen. Einige werden in Schlaf versetzt oder „ausgeschaltet“ und funktionieren dann über „Autopilot“. Andere gruppieren sich zu einem Kreis und „tanzen“ – was mich an den Feenreigen erinnert. Oft erschienen die tanzenden, im Kreis rotierenden Feen nur als Licht oder Lichtkugel!
Machtstrukturen
Im Jenseits herrscht ein pyramidales Machtsystem. Keine Macht haben die Seelen – sie sind Verfügungsmasse. Sie werden von ihren Führern in Inkarnationen befördert, ob sie wollen oder nicht. Bei den Führern, welche die Cluster unter ihrer Kontrolle haben, soll es sich um fortgeschrittene Seelen handeln.
Über diesen ist ein sechsköpfiger „Ältestenrat“ – also man altert dort doch! – verortet, dessen Mitglieder weiße Roben tragen und sich ebenfalls in menschlicher Erscheinung präsentieren. Es gibt noch „Planer“ und „die Alten“ – wer denkt bei Letzteren nicht an die Großen Alten von H. P. Lovecraft?
Über die Erde wachen DIE WÄCHTER [sic!], was den kundigen Blogleser an das Henoch-Buch gemahnt, zu dem ich früher oder später noch ein paar Zeilen auf den Blog fallen lassen werde!
Der „Ältestenrat“ übrigens besteht aus kleinen, zierlichen Wesen mit hohen Wangenknochen und haarlosen Köpfen. Wie groß die Köpfe der „Räte“ sind und ob sie große schwarze Glupschaugen haben wie die Greys der Ufologie, wird im Buch leider nicht erörtert – wundern würde es mich aber nicht!ʬ
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