🍺🦁MYSTARUM Mysteriöses zur Stadtentstehung Münchens

Offiziell wurde München von Heinrich dem Löwen 1158 gegründet. Wir wissen, dass er die Stadt dabei nicht aus dem Schotterboden stampfte, da es bereits Ansiedlungen auf dem heutigen Stadtgebiet gegeben hat!
Die Probleme mit der Datierung beginnen schon zwischen dem heutigen Hauptbahnhof und dem Alten Botanischen Garten.
Unter diesen hat man bei Bauarbeiten alte römische Münzen entdeckt. Aus verschiedenen Erdschichten und unterschiedlichen Zeiten, wie die Prägungen verrieten!
Man fragt sich natürlich, wofür die Legionäre dort über eine geraume Zeit gezahlt haben? Wenn es eine Wirtschaft war, so stand sie dort nicht allein im Wald. Es bedarf Brauer für den Durst und Fleischhauer für den Braten!
Dies würde darauf schließen lassen, dass es so etwas wie Infrastruktur gegeben haben muss, da man auch annehmen darf, dass nicht ein oder zwei Legionäre vorstellig wurden, sondern in einer Kohorte [rund 500 Soldaten] daherkamen!
Womöglich stand dort ein Dorf, welches sich auf die Klientel eingestellt hatte, in das eingekehrt und gezecht wurde!
Autor Hans F. Nöhbauer schreibt in seinem München-Buch:
„[…] und auf der nahe gelegenen Anhöhe (etwa an der Stelle, wo das Alte Rathaus und die Peterskirche stehen) gab es wahrscheinlich auch bereits eine kleine Siedlung“.
Weiter zitiert Nöhbauer zwei Stadtchronisten namens Ruthart & Sybel, die da Anfang des 20. Jahrhunderts schrieben:
„ […] könne von einer förmlichen und durchaus neuen Gründung nicht die Rede sein, da dasselbe bereits zur Zeit Heinrichs des Löwen […] als villa Munichen und mutmaßlich lange vorher bestanden habe“.
Der Gelehrte Johann Turmair, Verfasser der „Bayerischen Chronik“, Prinzenerzieher und Professor an der Universität Ingolstadt, lebte im 16. Jahrhundert und hatte die schriftlichen Aufzeichnungen über München im Kloster Schäftlarn studiert.
Aus den dortigen Chroniken und Aufzeichnungen ging hervor, dass es vor München ein Ur-Dorf mit dem ungewöhnlichen Namen MYSTARUM [Mysterium] gegeben habe. Die genaue geographische Lage wird nicht angegeben!
Doch ist sehr wahrscheinlich, dass sich die Ansiedlung auf dem „Petersbergl“ befand, auf dem heute die Peterskirche steht. Eine Anhöhe gleich zwischen dem Marienplatz [Altes Rathaus] und dem Viktualienmarkt gelegen.
Die ältesten archäologischen Besiedlungsspuren Münchens haben wir dort an jenem Ort, auf dem sich heute die Stadtsparkasse befindet.
Wer die Stadt besucht, landet fast zwangsläufig am Marienplatz:
Wenn man diesen über das Alte Rathaus verlässt und sich dem „Tal“ zuwendet, hat man links besagte Stadtsparkasse und etwas versetzt rechts die Anhöhe zur Peterskirche. Man befindet sich jetzt auf dem ältesten Siedlungsgelände der Stadt!
Anno dazumal war der Stadtfluss Isar noch recht ungestüm und flutete die Gebiete fast bis zur heutigen Altstadt, weshalb man sich erst in der Neuzeit an den Fluss herangewagt und das Areal bebaut hat.
Ich selber wohne in der Isarvorstadt, in einer Straße, die erst ab 1850/70 herum konzipiert und gebaut wurde, obwohl es von hier aus bis zum Marienplatz fußläufig keine 10 Minuten sind!
Doch kehren wir zurück zu den Römern, diese hatten ihre [„pekuniären“] Spuren nicht nur zwischen Hauptbahnhof und dem Alten Botanischen Garten hinterlassen, sondern auch direkt unter der Peterskirche selbst!
Gefunden wurden diese von dem Architekten Erwin Schleich:
„Bei Grabungen in den Trümmern der im Krieg zerstörten Peterskirche hatte Schleich nämlich entdeckt, dass der Alte Peter einen bis dahin ‚völlig unbekannten, ansehnlich großen, romanischen’ Vorgänger hatte und dass dieser Ältere Peter bereits vor den Tagen des Welfenherzogs Heinrich an seiner exponierten Stelle gestanden habe. […]
Damals berichtete Schleich nämlich, ‚dass es unter der Peterskirche einen großen Saal mit Segmenttonnengewölbe gebe, das spätrömischen Ursprungs sein muss’, weil nach den Römern niemand mehr in unserem Lande bis ins späte Mittelalter hinein verstanden hat, in dieser Weise Gemäuer zu mauern.“
Er vermutete, „dass der Saal unter dem nordöstlichen Teil der Peterskirche aus den späten bairischen Römertagen stamme, die 488 zu Ende gingen!“
Wir haben also zwei Hinweise auf dauerhafte „Nutzung“ des heutigen Stadtgebietes durch Römer, weit vor dem Jahr 1158!
Wenn man vom Alten Peter [Peterskirche] gen Hauptbahnhof / Alter Botanischer Garten läuft, braucht man etwa 15 Minuten, wenn man bummelt, können es auch 20 oder 25 Minuten werden. So weit sind die Funde aus der Römerzeit entfernt!
Wobei unklar ist, wieso der „Saal“ / „Alte Raum“ auf dem „Petersbergl“ angelegt worden ist, der sich heute unter der Sakristei befindet, doch darauf kommen wir noch zu sprechen!
Die These, dass es sich um eine unterirdische „Zollstation“ gehandelt haben soll, ist reine Spekulation und durch keine Aufzeichnungen belegt.
Auf Nachfrage bei der Verwaltung der Peterskirche wurde mir im Oktober 2022 telefonisch bestätigt, dass es sich bei diesem unterirdischen Raum auch um den Keller eines römischen Hauses gehandelt haben kann!
Im Bayerischen Hauptstaatsarchiv liegt eine Urkunde aus dem Jahr 1060 und firmiert unter Cod. Lat. 1086. Verfasst wurde diese im Kloster Tegernsee. Aufgeführt sind Ortschaften, die ehemals zum Kloster gehörten. Darin finden sich u.a. „die Ortsnamen Oua und Munihha, also Au und München.“
Die Au ist eine Vorstadt von München, bekannt u.a. durch den Künstler und Volksschauspieler Karl Valentin!
Nicht weit entfernt vom Sendlinger Tor lag das Dorf Altheim, welches vom expandierenden München schon recht bald geschluckt wurde, wie weitere 60 andere Siedlungen! Erinnert wird heute an das Dorf durch den Straßennamen „Altheimer Eck“!
Schließt man sich heute einer „alternativen“ Stadtführung an, etwa einer über sagenhafte, mystische und historische Aspekte der Geschichte, hört man, dass sowohl der „Petersbergl“ als auch das Altheimer Eck über sehr eigene Energien verfügen, die sie zu Kraftorten machen sollen.
Und wer sich mit der Wünschelrute aufmacht, diese Aussagen zu überprüfen, wird Augen machen über die „Ausschläge“ dort!
Leider darf man den „Alten Raum“ der Peterskirche mit Wünschelruten nicht muten, doch der nordöstliche Teil der Peterskirche ist „energetisch“ sehr aktiv!
Christen haben ihre Kirchen dort aufgestellt, wo „Heiden“ ihre heiligen Plätze hatten.
Wenn auf dem „Petersbergl“ ein Haus mit Keller aus der Römerzeit stand, dann war es vielleicht kein „normales“ Haus, sondern hatte spirituelle Bedeutung!
War vielleicht einem Kult und / oder einem Gott geweiht, was auch den merkwürdigen Namen der ersten Ansiedlung, MYSTARUM, erklären würde! Wahrscheinlich war dann der „Keller“ bzw. der „Alte Raum“ das Zentrum, um den Erdenergien näher zu sein!ʬ