Eines der Bücher, die ich im Bayerwald als Abendlektüre verkostet habe, war: „Ich, Prinzessin aus dem Hause Al Saud“. Geschrieben wurde es von der amerikanischen Journalistin Jean P. Sasson, offenbar eine Auftragsarbeit.
Es geht darin – Nomen est omen – um die Lebenserinnerungen einer Saudi-Prinzessin, die stellenweise unfreiwillig komisch sind:
So beschwert sich die Dame etwa, dass sie als Frau in Saudi-Arabien – früher noch – kein Auto fahren durfte; gemeint sind hier diverse hochpreisige Sportwagen aus ihrem höchstpersönlichen Fuhrpark!
Sie sei „gezwungen“, sich von einem ihrer Chauffeure zum Shoppen bringen zu lassen, während ihre Familie bis in die 1960er Jahre hinein Sklaven aus dem Sudan „gehalten“ hat!
[Wobei ich mich gerade frage, wer die Einkäufe transportiert, wenn sie alleine unterwegs ist? Braucht sie dann einen Tütenträger? Und muss der zu Fuß laufen, oder darf er im Auto mitsitzen?]
Nun dürfen die Damen in dem Land zwar Auto fahren, tun es aber nicht, da es als Zeichen eines niedrigen Sozialstatus angesehen wird. Selbst wer „nur“ einen Fahrer hat, gilt als „arm“ – O-Ton im Buch!
Man bestellt sich diese aus der Dritten Welt. Unterbezahlt, schäbig behandelt und untergebracht in einer kleinen Kammer irgendwo im Palast, die 24/7 einsatzbereit sein muss.
Prügelstrafen und sexueller Missbrauch sind für ausländische Sklaven, a.k.a. Hausangestellte, weit verbreitet; so unterschiedlich können Lebenswelten und Beschwerden sein!
Darüber hätte die verwöhnte Prinzessin vielleicht ein Buch verfassen sollen... Nur mal so als Gedanke! Dass sie ihre Lamborghinis nicht alleine fahren durfte, rührt mich nicht zu Tränen!
Es fällt schwer, das Buch zu lesen und KEINE Animositäten gegen die Dame zu entwickeln, aber das ist jetzt nicht das Thema, musste aber wirklich raus!
Ihre Mutter, damals 47 Jahre alt, hatte drei interessante Jenseitsvisionen / Träume gehabt:
Die ersten beiden spielten sich zu einer Zeit ab, in der es ihr gesundheitlich sehr gut gegangen war, die dritte Vision folgte nach der überraschenden Krebsdiagnose bei einer Vorsorgeuntersuchung.
Bevor die Frau selbst wusste, wie es um sie stand, wurde von der „anderen“ Seite bereits „angeklopft“! Ich möchte das Traumgeschehen in der niedergeschriebenen Form übernehmen:
Zum einen, da dies der einzige Inhalt dieser Art für mich aus dem „Orient“ ist, zum anderen, da sich auch die kulturellen und religiösen Unterschiede zu den etwa von Hassler aufgeführten Jenseitsvisionen aus anderen Teilen der Welt offenbaren!
Die erste Traumvision hatte die Frau selber niedergeschrieben:
„Ich war in einem Beduinenzelt. Es sah genau so aus wie das Zelt unserer Familie, als ich noch ein Kind war. Erstaunt sah ich meinen Vater und meine Mutter.
Sie waren jung und gesund und saßen neben dem Kaffeefeuer. In der Ferne hörte ich meine Brüder, die mit den Schafen von der Weide kamen.
Ich rannte auf meine Eltern zu, doch die sahen mich nicht und hörten mich nicht, als ich sie beim Namen rief.
Zwei meiner Brüder, die zwischenzeitlich beide tot sind, setzten sich ins Zelt zu meinen Eltern. Meine Brüder schlürften aus kleinen Tassen die warme Milch der Kamelstuten, während mein Vater die Bohnen für den Kaffee zerstieß.
Der Traum endete damit, dass mein Vater ein eigenes Gedicht aufsagte. Es handelte vom Paradies, das alle guten Muslime erwartet. Das Gedicht war einfach, wirkte auf mich aber sehr berührend. Ich weiß es noch immer auswendig:
Heitere Flüsse strömen, Bäume spenden Schatten unter dem Gelb der Sonne. Früchte türmen sich zu Füßen, Milch und Honig fließen. Liebe Menschen warten auf jene, die auf Erden noch gefangen sind!“
Den zweiten Traum notierte ihre Tochter, die im Artikelintro vorgestellte Prinzessin! Der Gesundheitszustand der Mutter war gut, die Krebsdiagnose noch ein ferner Alp:
„In ihrem zweiten Traum saßen alle verstorbenen Mitglieder ihrer Familie im Schatten einer Palme. Sie aßen köstliche Speisen aus silbernen Schüsseln.
Diesmal aber wurde Mutter von ihren Lieben gesehen, und ihr Vater stand sogar auf und begrüßte sie. Er nahm sie bei der Hand und lud sie ein, sich zu ihnen zu setzen und mit ihnen zu essen.
Dabei bekam sie plötzlich Angst und wollte weglaufen, aber ihr Vater hielt sie an der Hand fest. Mutter fiel ein, dass sie Kinder hatte, für die sie sorgen musste, und bat ihren Vater, er solle sie loslassen. Sie habe keine Zeit, sich hinzusetzen und zu essen.
Dann stand auch ihre Mutter auf, legte die Hand auf ihre Schulter und sagte: ‚Fadhila, Gott sorgt schon für deine Töchter. Es kommt der Augenblick, an dem du sie in seine Obhut geben musst’“.
Ab dem Traum war der Mutter klar, dass ihr Leben sich an seinem Endpunkt befand. Wie viel Zeit zwischen dem Traum und der Krebsdiagnose vergangen ist, wird nicht erwähnt!
Danach erfolgte die dritte Traumvision, wieder aufgezeichnet von der Tochter:
„In diesem Traum saß sie mit ihrer Familie im Himmel und aß und trank mit großer Freude und Hingabe. Bei ihr waren ihre Eltern, Großeltern, Brüder, Cousins und Cousinen – Verwandte, die vor vielen Jahren verstorben waren.
Mutter lächelte beim Anblick kleiner Kinder, die über den Boden krochen oder auf einer Wiese Schmetterlinge fingen. Ihre Mutter lächelte sie an und fragte:
‚Fadihla, warum kümmerst du dich nicht um die Kleinen? Erkennst du nicht dein eigen Fleisch und Blut?’ Mit einem Mal erkannte Mutter, dass es tatsächlich ihre früh verstorbenen Kinder waren.
Die fünf Kleinen, die längst schon im Himmel waren, kletterten auf den Schoß, und sie wiegte sie auf den Knieen und drückte sie an sich.“
Die Beschreibungen sind ausgesprochen interessant, da sie die Lebensverhältnisse der Beduinen – Feierstimmung bei einem Festmahl – in einem muslimischen (!) Paradies spiegeln, ebenso wie Christen und Hindus einen „anderen“ Himmel zu sehen bekommen, der ihrer Religion entspricht!
Die Sache ist dem UFO-Phänomen nicht unähnlich: Jeder schafft sich sein eigenes Erleben, seine eigene Realität!
Ein gutes Beispiel hierfür sind auch Todesnaherlebnisse aus viktorianischer Zeit, in der man von geflügelten Engeln zu Gottes Thron getragen wurde, ähnlich den Walküren, und dort Rechenschaft ablegen musste und letztlich von diesem bärtigen, alten Mann auf die Erde zurückgeschickt wurde!
Aus den Engeln von einst wurde ein Tunnel und aus Gott eine reine Lichterscheinung, bei der oft unklar bleibt, wer oder was sie eigentlich ist oder sein soll!ʬ