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06/08/26

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Das {fast} verschwiegene
Wunder von Kerizinen

Wenn man die Marienerscheinungen von Fatima und Kibeho studiert hat, meint man, einen gewissen Grad an innerer Abhärtung gegen die grotesken „Wunder“ erlangt zu haben, der einen vor Verwunderung bewahrt. Allerdings gibt es Szenarien, die noch exotischer daherkommen als die Manifestationen in Portugal und Ruanda. Wobei Kibeho mit seinen „verspiegelten“ Flugscheiben und der Anderswelt-Perspektive sicher nicht zu toppen ist!
Nicht weniger verblüffend sind die Vorgänge gewesen, die in der Bretagne 1938 ihren Anfang und Lauf nahmen und sich im Örtchen Kerizinen zutrugen. 
Die bescheidene Ansiedlung am Atlantischen Ozean war auch Heimat von Jeanne Louise Ramonet, einer jungen Frau, die dort alleine in einem kleinen Haus lebte und sich mit etwas Milchwirtschaft über Wasser hielt. Das dürfte mit einer Behinderung am rechten Bein, die sie sich im Alter von zwei Jahren zugezogen hatte, nicht leicht gewesen sein.
Am 15. September 1938 befand sie sich vor dem Haus und war mit Arbeit beschäftigt, als aus dem Nichts plötzlich eine Lichtkugel vor ihr erschien, die in geringer Höhe über dem Boden schwebte. Das Licht strahlte intensiv, aber nicht grell, und formte sich zu einem Lichterkranz am Rand, sodass eine kompakte Kugelgestalt manifest wurde.
In diesem Gefährt saß eine Frauengestalt in einem blauen Kleid, auf welchem diverser Prunk und Zierrat prangte. Sicher ein augenfälliger Unterschied zu der bescheiden gekleideten Zeugin!
Die Kugelpilotin beruhigte die erschrockene Frau, ihr werde nichts geschehen. Sie wies sie aber dessen ungeachtet darauf hin, dass Europa kurz vor einem Krieg stehen würde. 
Nachdem sie angekündigt hatte, wieder zu erscheinen, sauste sie mit ihrer Lichtkugel davon und verschwand mit hoher Geschwindigkeit am Himmel!
Das Alter der Pilotin schätzt die Ramonet auf 17 Jahre, und die Entität hielt ihr Versprechen – alles in allem sollte sie noch 70-mal vorstellig werden. Ohne die Zeugin zu heilen oder ihr etwas Gutes angedeihen zu lassen!
Aspekte des Falles wirken unfreiwillig komisch: 
So bezeichnete die Erscheinung den Pfarrer als „Direktor“, und der verbot der Zeugin, über ihre Erlebnisse zu reden – was verständlich ist. 
Was ist von einer 17-Jährigen zu halten, die in einer Kugel durch die Gegend saust und noch nicht einmal weiß, was ein Pfarrer ist? Hatte sie sonst nur Umgang mit Direktoren?
Dass die Angelegenheit überhaupt ans Licht der Öffentlichkeit kommen konnte, war der Geschwätzigkeit einer Schülerin zu verdanken: Diese musste beim Direktor – sorry, ich meine natürlich den Pfarrer – pauken und belauschte das Gespräch zwischen diesem und der Ramonet.
Seit 1947 (wir haben in der Geschichte einen kleinen Zeitsprung gemacht) war die Sache bekannt, und Pilger pilgerten zum neuen Pilgerort! Doch zurück in die 1940er-Jahre!
Die Marienentität betätigte sich als Kriegsberichterstatterin, so wies sie bereits am 8. Mai [sic] 1941 darauf hin, dass die UdSSR bald in den Zweiten Weltkrieg mit hineingezogen wird. Sie warnte gleichzeitig vor dem Kommunismus, aber nicht vor dem Nationalsozialismus, gegen den sie scheinbar machtlos war, und vor der Unmoral der Zeit, gegen die sie auch nichts tun konnte. 
Sie beklagte sich eben, fand in der Seherin vielleicht einen Gesprächspartner, der ihr im „Himmel“/Raumstation vielleicht abging?
Da Zeugen die „Flugkugel“ des himmlischen Teens mehrfach beobachtet hatten, kann man davon ausgehen, dass sie regelmäßig angebraust kam. Wir befinden uns wieder in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg! 
Am 8. Dezember 1953 ereignete sich das erste „Sonnenwunder“. Die Wolken am Himmel zerstoben, und eine rote Scheibe erschien. 
Diese „fiel“ vom Himmel und teilte sich dabei in zwei Objekte. Diese flogen in entgegengesetzte Richtungen und strahlten dabei recht farbenfroh, sodass der ganze Himmel bunt angelaufen war!
Die Flugshows wiederholten sich im Mai, August und Oktober 1954 – ein Jahr, in dem sowohl Marienerscheinungen global ihre höchste Zahl erreichten als auch Frankreich von fliegenden Untertassen und ihren Untertassonauten regelrecht überschwemmt wurde! 
Manchmal regneten halbtransparente Blütenblätter vom Himmel, die beim Kontakt mit einem festphysischen Körper spurlos verschwanden.
Eines Tages hatte die Marienerscheinung keine Zeit. War ihr Flugvehikel in der Werkstatt? Das wissen wohl nur die heidnischen Götter! 
Auf jeden Fall landete bei der Ramonet ein „Gerät“ auf dem Tisch. Der Beschreibung nach erinnert es mich an ein Tablett. In meiner Quelle wird es als „animated tableau“ bezeichnet.
Auf diesem sah die Zeugin einen (YouTube?) Clip, in dem eine Gruppe Kommunisten die rote Fahne hissten. Pfarrer liefen herbei, um das zu verhindern, wurden aber vertrieben. 
Daneben sah man noch einen lachenden Teufel und die weinende Kugelpilotin. Titel des Filmchens war: „L’image du communisme“!
Diskussion
Der Fall ist in vielen Aspekten typisch für eine Marienerscheinung:
1. Die Entität ist auf Technik angewiesen. Statt der echten Sonne „tanzen“ Flugscheiben am Himmel. Hinzu kommen andere UFOs als Transportmittel, in denen die Marienentität bewegt werden muss. Eine göttliche Manifestation bräuchte das alles nicht – da würde die echte Sonne am Himmel bewegt!
2. In einem gewissen Maße ist der Besucherin die nahe Zukunftsschau möglich. Sie sieht die Sowjetunion im Krieg und auch die Gefahr durch den Kommunismus, aber scheinbar nicht sein Ende ab 1989.
3. Sie fürchtete den Kommunismus, war aber nicht in der Lage, die Menschen umzustimmen oder zu überzeugen. Warum waren damals Marx und Engels überzeugender als die Bibel? Wieso erschien sie nicht im roten Welthauptzentrum in Moskau?
Stattdessen wird sie in der französischen Provinz tätig, wo es kaum Kommunisten gab, besucht 71-mal eine behinderte Frau, ohne sie zu heilen, die den Lauf der Dinge nicht zu verändern vermochte.
Sie konnte sich nicht einmal gegen den „Direktor“ (Pfarrer) durchsetzen, der die Ramonet zum Schweigen verurteilt hatte, weil ihm die Himmlische nicht koscher war – dies über elf Jahre hinweg!
Dieser Auftritt in der Bretagne war völlig sinnlos, vor allem wenn man noch den teuren Treibstoff in Rechnung stellt, der für die Flugscheiben und die Kugel der Entität verschwendet worden war! Für was? Um ein paar Pilger zu beeindrucken?
Resümee
Marienerscheinungen haben einen absurden Kern. Das beginnt schon mit der Auswahl der „Seher“, meist Kinder in abgelegenen Gegenden mit geringer oder keiner Schulbildung. Ob sich diese wirklich alles merken wollen und können, was ihnen die Erscheinung mündlich inhalierte?
Marienerscheinungen im weiteren Sinne – also die falschen mit Flugscheiben, „Sonnenwundern“ und anderen ufologischen Aspekten – sind kein religiöses Phänomen. Jemand anders mischt da mit, wenn auch nicht sehr geschickt!ʬ
Quelle:
Das Buch „The Great Apparitions of Mary: An Examination of Twenty-Two Supranormal Appearances“ wurde von Ingo Swann verfasst und im Jahr 1996 von The Crossroad Publishing Company in New York veröffentlicht.