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04/08/26

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Sagenhaftes Niederbayern:
Parallelen zwischen Sagen
& moderner Ufologie

In der Vergangenheit bin ich ja schon öfter darauf eingegangen, dass Sagen oftmals das gleiche Erzähl- und Ablaufmuster aufweisen wie heutige Begegnungen mit vermeintlichen UFOs und „Aliens“.
Vor ein paar Tagen habe ich mir den Band „Sagen aus Niederbayern“ von Emmi Böck besorgt und fand dort ein paar recht interessante Beispiele, die man heute sicherlich ufologisch ausdeuten würde.
Auf Seite 15 begegnet uns der Bericht eines Gottlieb B., der im Alter von 27 Jahren ein „unheimliches Erlebnis“ mit einer kleinen Kreatur hatte, welches er einem Sagensammler anvertraute:
„… haben wir Dorfburschen in einer Rauhnacht Eisstock geschossen. Es war mondhell, so dass wir bis tief in die Nacht hinein draußen bleiben konnten. […] Als wir dann plötzlich […] ein kleines Männlein vor uns stehen sahen, warfen wir alle die Stöcke weg und liefen so schnell wir konnten, nach Hause.“
Besieht man sich die „modernen“ UFO-Fälle, so spielt bei den Begegnungen oft der Umstand eine Rolle, dass Fahrzeuge ihren Dienst versagen, wenn „Raumschiffe“ oder „Außerirdische“ auftauchen.
So etwas kannte man früher auch, nur waren es keine technischen Vehikel, sondern von Pferden gezogene Wagen, die sich nicht mehr rührten und wie „gebannt“ schienen. Ein Bauer soll Folgendes erlebt haben:
„Dort, wo der Altbach aus der Schlucht braust, wollten die Pferde nicht mehr weiter. Er fluchte und hieb auf sie ein. Aber es half nichts.“ (S. 33)
Der Grund war ein „teuflisches“ Wesen, welches mit Sausen und Krachen daherkam und einen fürchterlichen Gestank von sich gab – siehe hierzu auch den Beitrag „Der Gestank der Aliens“!
Bizarre Todesfälle und das Paranormale
Bizarre Todesfälle im Umfeld des „Paranormalen“ werden immer wieder geschildert. Bei Göttersdorf hat es eine Magd erwischt, die regelrecht „zerlegt“ wurde, so wie wir es heute von den Mutilations her kennen:
„Eines Abends musste sie […] hinaus zum Brunnen, um Wasser zu holen. Als sie eine Zeit lang draußen war, flogen mit einem Mal Menschenbeine und ein Totenkopf durch das geschlossene Fenster in die Stube. Die […] Magd aber kam nie wieder zum Vorschein“ (S. 53). 
Lichterscheinungen und Wegweiser
Ich wohne in München und durch die Stadt zieht sich die Isar. Im Lauf der Jahre erhielt ich zwei Sichtungsberichte über Lichterscheinungen direkt an bzw. über dem Fluss.
Der erste Report (in chronologischer Reihenfolge) ereignete sich am Flaucher, ein anderer im „urbaneren“ Stadtgebiet – der zweite Report muss noch in einen Artikel gepackt werden! Auf der Höhe von Landau zeigten sich auch Lichter am Fluss:
„…stiegen an beiden Ufern der Isar tänzelnde Lichtlein auf. Die wiesen dem Schiffer den rechten Weg. Zeigten sich Hindernisse, hüpften die Lichtlein zusammen und beleuchteten die Gefahrenstellen so hell, dass man sie mühelos passieren konnte“. (S. 57)
Entführung und das „Name Game“
Das spurlose Verschwinden und Wiederauftauchen von Menschen ist als Phänomen uralt. Wahlweise schrieb man es der „Wilden Jagd“ zu oder heute „Aliens“. Eine entsprechende Erfahrung soll eine Bäuerin aus Lichtenegg gemacht haben:
„Am späten Abend war sie, bekleidet nur mit Unterrock und Unterleibl, vors Haus gegangen, der Notdurft halber. Der Sturm heulte, im Wald ächzte es. Und schon war die Wilde Jagd da und hob sie auf und entführte sie durch die Lüfte, weit fort, bis morgens […] sie auf den Boden gesetzt.
Wo war sie nur? Andere Tracht, andere Sprache. Man verstand ihr Reden nicht und schüttelte den Kopf. Und nicht weniger denn sieben Jahre dauerte es, bis sie sich zum Heimatdorf durchfragte und durchschlug. Sie kam mit grauen Haaren und fand die Kinder zu Hause erwachsen.“ (S. 72)
Die Ufologen Vallee und Aubeck fanden einen verblüffend ähnlichen Vorfall in der Schweiz: Die Entführung des Hans Buchmann! 
Es gibt UFO-Sichtungen, die sich nicht von Sagen unterscheiden lassen, und es gibt Sagen, die kommen daher wie UFO-Sichtungen; der eine oder andere Sagensammler wurde so zum UFO-Chronisten:
„An der Straße von Dingolfing nach Bubach soll man früher öfters in der Nähe des sogenannten Asenhäusels ein Licht gesehen haben. Über die sonderbare Erscheinung berichtet ein Landwirt aus Oberspechtrain:
‚Ich war vor vielen Jahren einmal in Landshut. Am Abend fuhr ich mit dem letzten Zug und ging zu Fuß nach Hause. Als ich in die Nähe vom Asenhäusl kam, sah ich auf der Höhe von Brunn auf einmal ein blaues Licht.
Im nächsten Augenblick schoss es blitzschnell über die Felder und blieb am Abhang über der Straße in Form einer Kugel stehen. Ich erschrak, ging aber doch weiter. Auf einmal war ich wieder in der Stadt. Wiederum lenkte ich meine Schritte heimwärts.
Da stand die leuchtende Kugel noch wie zuvor über dem Abhang. […] Mit einem Male fuhr […] das Licht, blitzschnell wie es gekommen war, in die Höhe und verschwand. Ich konnte nun ungehindert den Heimweg antreten.“ (S. 60f)
Aufschlussreich wie die Ortsversetzung ist die Bezeichnung „Asenhäusel“, ein Name Game? Hierzu Wikipedia:
Die Asen sind nach Snorri Sturluson in der Prosa-Edda ein Göttergeschlecht der nordischen Mythologie. Die Asen werden von ihrer Mentalität als kriegerische und herrschende Götter geschildert. 
Heinrich Himmler interessierte sich übrigens auch für Asen und hielt sie offenbar für historisch reale Wesen.
Mit der Bezeichnung „Name Game“ beschrieb der verstorbene amerikanische Ufologe John Keel den Umstand, dass Orte, an denen sich „Merkwürdigkeiten“ ereignen, oft einen entsprechenden Namen haben, gelegentlich in diabolischer Färbung.
Dieses Phänomen findet sich auch in Niederbayern. Es gibt bei Mauth einen Flecken, der nennt sich „Beim Roten Mannei“, womit „rotes Männchen“ oder Wesen gemeint ist, da dort einst ein „blutrotes Männlein“ in Erscheinung trat (S. 90). 
Humanoide Erscheinungen
Bei einem seiner letzten Interviews auf CROPfm beschrieb Illobrand von Ludwiger kurz einen Fall, der ihm bzw. damals der MUFON-CES gemeldet worden war:
Demzufolge beobachtete eine Zeugin eine humanoide Gestalt, die aussah, als stünde sie in Flammen. Er wies richtig darauf hin, dass solche Entitäten auch in der Vergangenheit oft beschrieben wurden und in Überlieferungen Einzug gehalten haben.
In Kumreut, so die Sage, soll ein Bauer einer solchen Erscheinung begegnet sein, die ihn verfolgte und vor ihm sein Zuhause erreichte: 
„In seiner Angst drückte der Bauer das Fenster ein und stieg in die Schlafkammer. Da fand er sein Weib tot im Bett liegen. Es war voller Brandwunden.“
Im Sagenband werden fliegende, „intelligent agierende“ Lichter außerordentlich oft beschrieben. Auf Seite 91:
„Von Zeit zu Zeit nun erscheint nächtens auf dem Grab ein blaues Licht“ und ein paar Seiten weiter (S. 22) können wir lesen:
„Vor ungefähr zehn Jahren ging an einem […] Feiertag ein in Obergangkofen bediensteter Knecht von Landshut heim. Wie er sich dem Soldatenhölzl näherte, sah er am Marterl ein Lichtlein. Das hob sich von dem Marterl weg, ging vor ihm her und zeigte ihm den Weg nach Obergangkofen.“
Niederbayerns Lichterreigen
Das Buch „Sagen aus Niederbayern“ von Emmi Böck hat sich als „Volltreffer“ erwiesen, was „ufologische“ Inhalte betrifft. Den Schwerpunkt bilden quasi-intelligente „Lichterscheinungen“, die praktisch aus jeder Region vermeldet worden sind. Hier ein kurzer Abriss:
Egglfing a. Inn: 
Auf dem Weg zwischen Aigen und Würding, der längs der Innauen dahinführt, sah man lange Zeit allnächtlich ein Lichtlein mit bläulichem Schimmer etwa vier Fuß hoch über der Erde dahinschweben. In Egglfing rastete es regelmäßig auf einem Stiegel.“ (S. 167) 
Hofmark:
„Der Amtmann von Hofmark ritt einmal von Passau heim. Im sogenannten Langen Holz zwischen Rehschaln und Jägerwirth überraschte ihn die Nacht, und sein Pferd kam vom rechten Weg ab. Ratlos befand er sich in einem fast undurchdringlichen Dickicht. […] 
Da erschien plötzlich zwischen den Ohren des Pferdes ein Lichtlein. In kürzester Frist war er wieder auf dem richtigen Weg, und bald erreichte er seine Behausung, deren wohlverschlossenes Hoftor sich von selbst öffnete.
Als der Amtmann vom Pferd sprang, um es nach dem Stall zu führen, schwebte das Lichtlein zögernd in der Luft umher. […] …erfüllte blendende Helle den ganzen Hof, worauf das Lichtlein verschwand. 
Der Lichtschein hatte die Leute im Amtshaus aus dem Schlaf geweckt. Sie glaubten, Haus und Hof stehe in Flammen“. (S. 178f.)
Unterötzdorf:
„Ein Arbeiter aus Unterötzdorf ging früher einmal in die Graphitgruben im Ficht zur Arbeit. Gewöhnlich bei Nacht kehrte er in seine Behausung zurück. Da sah er öfter ein Licht auf einer Wiese. Davon erzählte er den Dorfleuten. 
In der nächsten Nacht ging ein besonders beherzter Mann auf die Wiese und wollte sich von den Angaben des Graphitarbeiters überzeugen. Er sah wirklich das Licht, das einer mit Feuer umgebenen Spindel glich“. (S. 210)
Auf den Umstand, dass „Erscheinungen“ (UFOs, Kryptide usw.) in moderner Zeit Fahrzeuge anhalten und in historischen Überlieferungen Menschen und Fuhrwerke „bannen“, bin ich bereits im ersten Beitrag eingegangen. Im Buch findet sich ein zweites Beispiel!
Lindach a. Burgerfeld:
„Damals fuhr ein Lindacher Bauer einmal von einer Hochzeit nach Hause. Es ging schon gegen Mitternacht. Mit seinem Laufwagerl, bespannt mit zwei feurigen Rössern, eilte er seinem Hof zu. Auf der Höhe blieben sie plötzlich stehen, und obwohl der Linderer mit der Geißel auf sie einhieb, sie gingen keinen Schritt mehr weiter. Der Bauer stieg ab und wollte die Tiere führen. Da sah er vor ihnen ein kleines Licht flackern. So sehr sich der Bauer auch mühte, die Pferde verharrten wie festgenagelt am Fleck, und die Räder drehten sich nicht mehr.“ (S. 288)
Zimmern:
„Zuerst hörte man in den Zweigen und Blättern der nahen Bäume ein sonderbares Rauschen. Dann erschien das Lichtlein. Anfangs irrte es scheu hin und her, schließlich flog es dreimal um das Haus, wobei ganz jämmerliche Laute vernehmbar waren. Hierauf verschwand es entweder in einem offenen Fenster des oberen Stockwerkes oder plötzlich in der Luft“. (S. 307)
Spurloses Verschwinden
Neben den „illuminierenden“ Ereignissen spielen auch „Entführungen“ durch „Unbekannt“ eine Rolle. Gemeinsam ist, dass die Entführer nicht beschrieben werden.
Ein Fall, der sich im Neuburger Wald abgespielt haben soll, erinnerte mich an das „Missing 411“-Phänomen, welches von David Paulides beackert wird, siehe hierzu den Tag „Spurlos“!
Auf Seite 181 ist die Rede von zwei Brüdern, die mit ihrer Schwester nachts durch den Wald gingen. Beim Überspringen einer Pfütze verschwand diese spurlos:
„Kaum war der Sprung […] getan, so war das Mädchen verschwunden. Der Erdboden hatte es verschlungen. Die Brüder eilten leichenblass nach Hause.“
Eine Bäuerin aus der Region Passau verlor ihr Kind unter „merkwürdigen Umständen“:
„Eine junge Bäuerin stand eines Abends nach dem Gebetläuten am offenen Fenster, herzte und scherzte mit ihrem Kind und schaukelte es durch die Luft. […]
Plötzlich wurde ihr das Kind von unsichtbarer Hand aus den Armen gerissen. Über seinen Verbleib hat die unglückliche Mutter nie mehr etwas erfahren. All ihr Weinen und Klagen war umsonst“. (S. 193f)
Bei den von Paulides untersuchten Fällen spielt fehlende Kleidung eine große Rolle, so wie auch in einer Sage:
„Ein Mann ging spätabends mit seinem Wolfshund von Saxing nach Spechting. […] Da wurde ihm von unsichtbaren Händen das Gewand vom Leib gerissen. Sein sonst so angriffslustiger, bissiger Hund sträubte die Haare, heulte auf und kroch winselnd an seine Füße heran. Wie er nach Hause kam, wusste der Mann nicht“. (S. 198)
Eine Ortsversetzung und einen spendierten „Freiflug“ konnte ein Bauer für sich verbuchen:
„In Dachsberg bei Haselbach lebte ein Bauer namens Veit […] Er arbeitete einmal in später Nachtstunde noch beim Mondschein auf seinem Feld […] Da wurde er plötzlich von unsichtbarer Hand ergriffen und in die Lüfte geführt. […] …wurde der Bauer gerade über Ay getragen. Hier fiel er zur Erde. […] Veit kam zwar scheinbar körperlich unbeschädigt nach Hause, starb jedoch bald nach dem Vorfall“. (S. 312)
Was in den Sagen NICHT steht
Obwohl Niederbayern eine ausgesprochene Agrarregion war und ist, fehlen in den Sagen Hinweise auf Kornkreise völlig, was sicher viel literarischen Stoff geliefert hätte, wenn sie dort wirklich aufgetreten wären. 
Es finden sich keine Berichte über „Untertassen“, die Himmelserscheinungen sind ausschließlich Lichter und die dargestellten „Entführungsberichte“ nennen nicht die „Täter“!ʬ