Er hatte dort geheiratet und war zu einem japanischen Unternehmen gewechselt, dort zuständig für den deutschen Markt. Im Jahr 2008 zogen er und seine Frau, eine Japanerin, von Tokio nach Sendai in der Präfektur Miyagi.
Den Hausrat, den man der Spedition nicht anvertrauen wollte, fuhr das Ehepaar mit einem Transporter von Tokio nach Sendai. Dazu reiste man unter anderem auf der Tōhoku-Autobahn.
An das Datum des Vorfalls können sich beide Zeugen noch sehr gut erinnern: Es war der 08.08.2008. Die Fahrt verlief bis 23 Uhr völlig normal. Man war nur noch wenige Kilometer von der Stadtgrenze von Sendai entfernt.
Vor dem Transporter tauchte eine schwarze amerikanische Limousine mit abgedunkelten Fenstern auf. Da der Wagen nur sehr langsam fuhr, setzte man zum Überholen an.
Bei diesem Vorgang fiel den beiden die groteske Länge des Fahrzeuges auf. Der Überholvorgang dauerte drei bis vier Minuten.
Auf meine Frage, wie lang der Wagen gewesen sein könnte, gaben mir die beiden Zeugen Werte von bis zu 50 Metern an! In dieser Zeit waren beide auf die ungewöhnliche „XXL-Stretch-Limo“ konzentriert.
Nachdem diese hinter ihnen lag und außer Sicht geriet, fiel ihnen auf, dass sie sich auf der vormals recht belebten Autobahn ganz alleine befanden. Kein einziger Wagen war zu sehen.
Ein paar Minuten später verdunkelte sich auch die Umgebung. Es schien, als würden sie durch einen finsteren Tunnel fahren. Sie sahen lediglich das von den Scheinwerfern erhellte Straßenstück vor ihnen.
Dabei traten einige „Effekte“ auf: Beiden war nicht klar, ob der Wagen noch fuhr. Es waren die sonst üblichen Vibrationen und Geräusche im Wageninnern nicht zu vernehmen.
Der Automotor klang merkwürdig, „unecht“, so als würden sie lediglich eine Schallplattenaufnahme hören und nicht das Geräusch des Motors selbst! Paradoxerweise war dabei auch das obligatorische „Rauschen“ zu vernehmen, das bei Schallplatten typisch ist.
Die Frau des Zeugen kurbelte das Fenster herunter. Fahrtwind war nicht zu spüren. Es herrschte vollkommene Stille. Sie hatte den Eindruck, dass sie sich stehend in einer großen Halle befanden. Diese Anomalien dauerten einige Minuten.
Vor ihnen, in einer Entfernung von vielleicht 10 Metern, entdeckten sie eine Gestalt. Obwohl der Wagen „fuhr“ – zumindest zeigte dies der Tachometer an –, verringerte sich der Abstand zu dieser nicht.
Es war lediglich ein „menschenähnlicher“ Umriss zu sehen, also Beine, Arme und ein Kopf, jedoch keine Details.
Plötzlich schien der Wagen sich wieder zu bewegen. Der Transporter rauschte an der Figur vorbei, die Umgebung wurde wieder wahrnehmbar und auch Autos waren wieder zu sehen.
Der erste Wagen vor ihnen war abermals die schwarze Limousine. Diesmal jedoch verzichtete man auf ein neuerliches Überholmanöver und wartete, bis der Wagen verschwand.
Angstbesetzt war der ganze Vorgang. Bei dem „Hallenerlebnis“ geriet die Frau des Zeugen in Panik, verriegelte die Türen und bewaffnete sich mit einem Schraubenschlüssel.
Beiden fiel auf, dass ihr Erlebnis grotesk war – angefangen beim überlangen Auto bis hin zur „Schallplatte“ mit Motorengeräusch.
An „Aliens“ im Sinne von Außerirdischen dachten beide nicht, viel mehr an eine Begegnung mit Yōkai, einer japanischen Dämonenart, die es sich manchmal einfallen ließ, Menschen in ihre Welt zu leiten, um zu sehen, wie diese reagierten.
Analyse und Nachwirkungen
Die Frage nach einer „Missing Time“ konnte nicht beantwortet werden. Wenn Zeit gefehlt hat, so ist dies den Zeugen nicht aufgefallen.
Ziemlich sicher ist, dass die Begegnung gegen 23 Uhr mit dem vorausfahrenden schwarzen Wagen begann. Anschließend waren beide zu aufgeregt, um sich um die Uhrzeit zu kümmern.
Häufig bei Abductions beobachtete „Nacheffekte“ wie Poltergeister, Narben oder Entitäten konnten nicht beobachtet werden. Beide hatten vor ihrem Erlebnis keine paranormalen Kontakte.
Der Vater von Frau D. jedoch beschrieb eine Begegnung mit Yōkai in seiner Jugendzeit, was auch zur entsprechenden Ausdeutung des Autobahnerlebnisses führte. Ich habe die Zeugin gebeten, ihren Vater zu interviewen und den Bericht an mich zu senden.
Heute [2018!ʬ] habe ich nochmals mit der Zeugin des Vorfalls telefoniert. Es gibt zwei weitere Details zum Erlebnis in der „Halle“:
Der Laderaum war durch eine Schiebetür mit Magnetschloss von der Fahrerkabine getrennt. Sie hatte das Gefühl, dass jemand vom Laderaum aus an der Tür manipulierte, um zu ihnen vorzudringen!
Wie erwähnt, hatte auch ihr Vater merkwürdige Erfahrungen gemacht. Er kann Englisch, sodass ich ihn selbst befragen kann. Seine Telefonnummer habe ich heute bekommen.
Die Zeugen waren letzte Woche (22./23.09.2018) in Lübeck unterwegs und fanden einen geparkten Wagen, der so aussah wie das Gefährt, welches sie bei dem Vorfall beobachtet hatten. Es handelte sich dabei um einen 1983er Black Cherry Oldsmobile Cutlass Supreme!ʬ