1. Eine abgebildete Beschreibung von den wunderbarlichen Stralsundschen Lufft-Kriege und Schiff-streite, Leipzig 1665.
2. Berliner Ordinari- und Postzeitung, 1665.
3. Johannes Schefferus, Memorabilum Sueticae Gentis Exemplorum, 1671.
4. Erasmus Francisci, Der wunder-reiche Ueberzug unserer Nider-Welt / Oder Erd-umgebende Lufft-Kreys, 1689.
Am 8. April, gegen 14 h, bemerkten sechs Fischer unweit Barhöfft einen großen Vogelschwarm, der ungewöhnliche Flugmanöver durchführte.
Kurz darauf erschienen aus allen Himmelsrichtungen zeitgenössische Schlachtschiffe am Firmament, die sich letztlich in eine Nord- und eine Südflottille aufteilten.
Das Flaggschiff der Nordflottille war mit einer braun bzw. schwarz gekleideten Gestalt bemannt, die andere „Matrosen“ zu befehligen schien.
Nachdem die Schiffe Aufstellung genommen hatten, begann der „Seekrieg“, wobei Kanonenkugeln abgefeuert und Signalflaggen aufgezogen wurden. Rauch stieg auf, Masten brachen usw. Das Spektakel soll vier Stunden gedauert haben.
Um 18 h herum zog die Nordflottille ab, der Rauch löste sich auf und ein Objekt, das als „Teller“ oder „Hut“ beschrieben wurde, „fiel“ vom Himmel und verharrte über der rund 100 Meter hohen St.-Nikolai-Kirche in Stralsund.
Die Farbe des Objekts wurde mit der des sich verfinsternden Mondes verglichen. In Quelle 1 (siehe oben) wird dies wie folgt beschrieben:
„Nach welcher über eine kleine Weile / mitten aus dem Himmel ihnen eine runde platte Form wie ein Teller / und wie ein großer Mannshut umbher begriffen / vor Augen kommen; von Farben eben / als wenn der Mond verfinstert wird; so schnurgleich über der St. Nielas-Kirche stehend geschienen; und alda auch biß auff den Abend verblieben ist. / Nachdem die Schiffer nun voller Angst und Furcht / dieses erschreckliche und verdächtige Spectacul nicht länger anschauen / noch dessen Ende abwarten können; haben sie sich in ihre Hütten verfügen müssen; drauff sie in nachfolgenden Tagen / theils an Händen und Füssen / theils am Häupt und anderen Gliedern / ein groß Zittern und Beschwerden empfunden.“
Während die Fischer die vierstündige Schlacht gefasst aufgenommen hatten, gerieten sie in Panik vor dem „Hut“ – und es war ihnen nicht möglich, die Erscheinung weiter zu beobachten.
Die historischen Quellen geben an, dass der Körper sich etwa eine Stunde hielt – also bis etwa 19 h; um 19:15 h war Sonnenuntergang. Möglich, dass sich das Objekt also länger aufgehalten hat, nur eben nicht mehr gesehen wurde.
Die körperlichen Reaktionen der Zeugen – Zittern und Schmerzen – könnten entweder mit dem Schock bzw. der Aufregung erklärt werden oder durch eine „Fernwirkung“ des UFOs, wie sie in heutiger Zeit immer wieder beobachtet wird – man denke nur an den Cash-Landrum-Fall von 1980! Die Entfernung zwischen Barhöft und Stralsund beträgt übrigens etwa 12 bis 13 Kilometer.
Am nächsten Tag erschienen ein Oberst (in meiner Quelle: „Colonel“) von der Wegck und ein Doktor Gessman und befragten zwei der sechs Fischer zum Vorfall.
In der von mir verwendeten Quelle bleibt unklar, wie die beiden Männer von dem Vorfall erfahren haben, wer sie geschickt hat und ob sie historisch verbürgte Personen waren – oder ob sie womöglich schwarze Kleidung trugen …
Große, breite, hutförmige Objekte wurden auch am 5. Dezember 1557 unweit Tübingen am Himmel beobachtet, wie Pierre Boaistuau in seinen Histoires Prodigieuses von 1594 vermerkt!
Wir können davon ausgehen, dass ein direkter Zusammenhang besteht zwischen der „Himmelsschlacht“ – ein Hologramm? – und dem fliegenden „Hut“. Unklar ist, was die Fremden den Beobachtern damit „sagen“ oder mitteilen wollten.
Es wäre auch interessant zu erfahren, wer diese „Investigatoren“ Wegck und Gessman waren – es ist eigentlich nicht zu erwarten, dass die leidenden Fischer am nächsten Tag die 13 Kilometer nach Stralsund gelaufen sind, um die Behörden zu verständigen. Woher wussten die Männer also von dem Geschehen?
Mir ist nicht klar, inwiefern die kirchlichen und weltlichen Archive von Stralsund die Kriegswirren seit 1665 überdauert haben.